Ernests Gulbis

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Ernests Gulbis Tennisspieler
Ernests Gulbis
Nationalität: LettlandLettland Lettland
Geburtstag: 30. August 1988
Größe: 190 cm
Gewicht: 85 kg
1. Profisaison: 2004
Spielhand: Rechts, beidhändige Rückhand
Trainer: Günter Bresnik
Preisgeld: 4.785.064 US-Dollar
Einzel
Karrierebilanz: 193:155
Karrieretitel: 6
Höchste Platzierung: 10 (9. Juni 2014)
Aktuelle Platzierung: 10
Grand-Slam-Bilanz
Doppel
Karrierebilanz: 25:25
Karrieretitel: 2
Höchste Platzierung: 130 (23. November 2009)
Aktuelle Platzierung: 440
Grand-Slam-Bilanz
Letzte Aktualisierung der Infobox: 9. Juni 2014
Quellen: offizielle Spielerprofile bei der ATP/WTA und ITF (siehe Weblinks)

Ernests Gulbis (* 30. August 1988 in Riga) ist ein lettischer Tennisspieler.

Privates[Bearbeiten]

Gulbis kommt aus einer wohlhabenden lettischen Familie. Sein Vater Ainārs ist Geschäftsmann und seine Mutter Milēna ist Schauspielerin. Ernests trat als Kind zusammen mit ihr in einer lettischen Fernsehserie auf, bei der sein Großvater mütterlicherseits, Uldis Pūcītis - er gilt als Lettlands größter Film- und Theaterschaffender - Regie führte. Die Familie ist darüber hinaus sehr sportlich. Sein Vater war, wie sein Großvater Alvils Gulbis, Basketballspieler. Sein Großvater konnte mit ASK Riga den Gewinn des europäischen Landesmeisterpokals feiern.

Gulbis hat insgesamt vier Geschwister. Zwei seiner jüngeren Schwestern, Laura und Monika, versuchen sich auch im Tennis.

Aufgrund seines Spielstils und Auftreten auf und neben dem Platz wurde er schon oft mit dem früheren Weltranglistenersten Marat Safin verglichen.

Karriere[Bearbeiten]

Jugend[Bearbeiten]

Gulbis wurde ab dem Alter von 12 vom ehemaligen Davis-Cup-Teamchef der deutschen Mannschaft, Niki Pilić, in seiner Tennisakademie in München trainiert. 2004 wurde er Profi und spielte seine ersten Futureturniere, ein Jahr später konnte er bereits seinen ersten Turniersieg auf dieser Ebene in Friedberg feiern und war zum ersten Mal für Lettland im Davis Cup im Einsatz. Zu dieser Zeit lag das Tennisbudget des lettischen Tennisverbands bei gerade mal 7.000 Euro.[1]

2006−2009[Bearbeiten]

2006 schaffte er seinen ersten Challengerturniersieg (in Eckental) und machte das erste Mal wirklich auf sich aufmerksam, indem er das Halbfinale des ATP Turniers in St. Petersburg erreichte. Mit einer Wildcard am Start, führte sein Weg ins Halbfinale über drei tschechische Spieler (Vik, Dlouhý und Hernych); dort musste er sich Mario Ančić geschlagen geben. Dieses Ergebnis katapultierte ihn von Platz 204 auf 156.

Nach zwei Challengerturniersiegen zu Beginn des Jahres 2007 war er erstmals in den Top-100 der ATP Rangliste zu finden, danach versuchte sich Gulbis vermehrt bei ATP-Turnieren; kam aber selten über die erste Runde hinaus. Erst bei den US Open ließ er sein Talent wieder aufblitzen und erreichte nach einem klaren Dreisatzsieg gegen den damaligen Top-10 Spieler Tommy Robredo das Achtelfinale, das er gegen Carlos Moyá 5:7, 2:6, 7:65, 4:6 verlor.

2008 war dann der große Durchbruch für Gulbis. Er erreichte regelmäßig die zweite Runde bei den ATP Turnieren und hatte zum Ende des Jahres eine positive 24-22 Bilanz. Größter Erfolg in diesem Jahr waren zweifelsohne das Erreichen des Viertelfinales bei den French Open und sein erster Turniersieg auf der ATP Tour im Doppel mit Rainer Schüttler in Houston.

2009 erlebte Gulbis' Karriere eine erste Stagnation. Er reiste monatelang ohne Coach, nachdem er sich Anfang des Jahres von dem Österreicher Karl Heinz Wetter getrennt hatte. 13 Erstrundenniederlagen verursachten einen Rückfall in der Rangliste von Platz 53 auf 90 und das obwohl er in seinem ersten Spiel in Brisbane noch seinen früheren Trainingspartner und damaligen Weltranglistendritten Novak Đoković schlagen konnte. Trotzdem konnte er im Doppel mit Dmitri Tursunow in Indianapolis seinen zweiten Turniersieg feiern. Einen Aufschwung gab es erst mit dem Engagement des Argentiniers Hernán Gumy nach den US Open. Der ehemalige Profi war der letzte Coach von Marat Safin, der ihn an seinen Freund Gulbis vermittelte. Das Viertelfinale in Tokio und später das in St. Petersburg waren ein erster Beweis für eine neue Ernsthaftigkeit bei dem Letten.

2010−2011[Bearbeiten]

Im Februar 2010 gewann er seinen ersten Titel auf der ATP World Tour in Delray Beach, wo er den an Nr. 2 gesetzten Kroaten Ivo Karlović in 2 Sätzen mit 6:2 und 6:3 besiegte. Damit ist er der erste Lette, der einen Titel auf der ATP-Tour gewinnen konnte. Für eine große Überraschung sorgte Gulbis beim Masters in Rom, wo er in der zweiten Runde Roger Federer besiegte und sich erst im Halbfinale knapp dem späteren Sieger Rafael Nadal geschlagen geben musste. Eine Woche später jedoch verlor er beim Madrid Masters im Viertelfinale gegen Federer. Diese guten Leistungen schlugen sich im Ranking nieder und Gulbis zog erstmals in die Top 30 ein. Auf Grund der sehr guten Performance während der Sandplatzsaison waren die Erwartungen für die French Open sehr groß, allerdings musste Gulbis schon in der ersten Runde gegen Julien Benneteau verletzungsbedingt aufgeben. Diese Verletzung zwang ihn auch, die gesamte Rasensaison inklusive Wimbledon auszulassen. Erst in Los Angeles während der nordamerikanischen Hartplatzsaison stieg Gulbis wieder in die Tour ein, konnte aber nicht mehr an die Form im Frühjahr anknüpfen und es folgten (bis auf ein Achtelfinale in Cincinnati) eine Reihe von Erst- und Zweitrundenniederlagen. Im Herbst setzte sich diese Tendenz fort und bis auf ein Viertelfinale in Bangkok und ein Achtelfinale in Paris konnte Gulbis kaum reüssieren - allerdings beendete er die Saison auf Platz 24.

Zu Beginn des Jahres 2011 gelangte er in Sydney wieder in ein ATP-Halbfinale, bei den Australian Open scheiterte er doch überraschend deutlich schon in Runde eins an Benjamin Becker. Trotzdem erreichte er Anfang Februar mit Platz 21 seine bislang beste Platzierung in der Weltrangliste. Gulbis setzte daraufhin einige Turniere aus, um sich von einem Atemwegsinfekt zu erholen. Außerdem konnte ihn sein Coach Hernán Gumy aus privaten Gründen nicht mehr zu Turnieren begleiten. Im Frühjahr verzichtete er darauf, seinen Titel in Delray Beach zu verteidigen und startete stattdessen in Dubai, wo er aber schon in der zweiten Runde ausschied - und ihn im Ranking aus den Top 30 beförderte. Auch bei den Masters-Turnieren in Indian Wells und Miami drang Gulbis nicht weit ins Feld vor. Er wurde in der Zwischenzeit vom Team Adidas um Darren Cahill betreut. Die Sandplatzsaison musste er auch größtenteils auslassen und konnte somit die guten Leistungen aus dem Vorjahr nicht verteidigen, was einen Absturz im Ranking bedeutete: Mitte Mai lag er nur noch auf Platz 85. Zudem erreichte er weder bei den Grand-Slam-Turnieren in Roland Garros und in Wimbledon noch bei den kleineren Turnieren im Queen's Club oder in Atlanta die zweite Runde. Damit setzte Gulbis seinen Negativtrend bei Major-Turnieren fort: sein letzter Matchgewinn bei einem Grand Slam war in Wimbledon im Jahr 2009. Erst in Los Angeles gelang dem Letten die Trendwende: im Viertelfinale schlug er Juan Martín Del Potro, im Halbfinale den Lokalmatador Alex Bogomolov junior und im Finale konnte er sich gegen die amerikanische Nummer eins Mardy Fish durchsetzen und damit seinen zweiten ATP-Titel gewinnen. Gulbis teilte Ende des Jahres mit, dass er wieder mit Gumy arbeiten wird. Davor hatte ihn seit Wimbledon der frühere argentinische Topspieler Guillermo Cañas betreut.

2012−2014[Bearbeiten]

2012 schied Gulbis bei den ersten Turnieren immer in der ersten Runde aus. Konnte aber in der Davis-Cup-Kontinentalgruppe II fünf von sechs Einzeln und zwei von drei Doppeln für Lettland gewinnen, trotzdem gewann im letzten Spiel die Ukraine und stieg somit in die Kontinatalgruppe I auf. Beim ATP Delray Beach erreichte Gulbis das Viertelfinale. Vor Roland Garros wechselte Gulbis den Coach. Er arbeitet seitdem mit dem Österreicher Günter Bresnik, der unter anderen auch einmal Boris Becker betreute. Bresnik war viele Jahre Kapitän des österreichischen Davis-Cup-Teams.

In Wimbledon erreichte Gulbis die zweite Runde, indem er den topgesetzten Tomáš Berdych in drei Sätzen besiegte. Er unterlag danach in fünf Sätzen dem Polen Jerzy Janowicz. Im Juli scheiterte er in Umag wieder in Runde zwei. Eine Woche später erreichte Gulbis in Gstaad zum zweiten Mal im Jahr das Viertelfinale eines ATP-Turniers. Unmittelbar danach erreichte Gulbis in Kitzbühel wieder die zweite Runde. Im August erreichte Gulbis in Winston Salem nach überstandener Qualifikation die dritte Runde. Bei den US Open erreichte Gulbis wieder die zweite Runde. Er hatte zuvor Tommy Haas in fünf Sätzen besiegt.

Nach einer Knieverletzung trat er bei den Erste Bank Open in Wien mit Wildcard an. Er unterlag Janko Tipsarević in der zweiten Runde. Die meisten Weltranglistenpunkte (48) des Jahres 2012 erzielte Gulbis beim Bauer Watertechnology Cup 2012 auf der ATP Challenger Tour, bei dem er erst im Finale gegen Daniel Brands scheiterte. Wegen einer Mandelentzündung konnte Gulbis die verbleibenden zwei Challenger-Turniere nicht spielen. Er entschied sich die Australian Open 2013 auszulassen, um ausreichend Zeit zu haben, sich für die neue Saison vorzubereiten. Er stand am Jahresende im Ranking auf Platz 136.

2013 startete Gulbis seine Saison zunächst ohne großen Erfolg auf der ATP Challenger Tour, konnte sich dann aber für das Turnier in Rotterdam qualifizieren. Dort scheiterte er in der zweiten Runde am späteren Sieger Juan Martín del Potro. Bei den Open 13 verlor Gulbis in der zweiten Runde gegen den späteren Finalisten Tomáš Berdych. Die Delray Beach International Tennis Championships konnte Gulbis nach überstandener Qualifikation zum zweiten Mal nach 2010 gewinnen. Mit den Punkten (262) für diesen Turniersieg machte Gulbis 42 Plätze in der Weltrangliste gut und erreichte erstmals seit dem 23. Juli 2012 mit Rang 67 wieder die Top 100. Beim anschließenden Indian Wells Masters erreichte Gulbis als Qualifikant mit Siegen über Feliciano López, Janko Tipsarević und Andreas Seppi das Achtelfinale. Dort unterlag er nach einer Serie von 13 gewonnenen Matches Rafael Nadal mit 6:4, 4:6 und 5:7.

Gulbis spielte im Anschluss die Turniere in Monte Carlo, Barcelona, München und Rom, kam aber nie über die zweite Runde hinaus. In München scheiterte er knapp am späteren Turniersieger Tommy Haas. In Rom unterlag er, nach überstandener Qualifikation, erneut Rafael Nadal in drei Sätzen mit 6:1, 5:7 und 4:6. In Stuttgart scheiterte er im Achtelfinale erneut an Tommy Haas. Nach seinem insgesamt vierten Titelgewinn auf der World Tour in St. Petersburg kletterte Gulbis auf Rang 27 der Weltrangliste. Er bezwang im Endspiel Guillermo García-López mit 3:6, 6:4 und 6:0.

Die Saison 2014 begann Gulbis in Doha, wo er dem späteren Turniersieger Rafael Nadal im Viertelfinale unterlegen war. Bei den Australian Open schied Gulbis nach einem Viersatzsieg in der ersten Runde über den Argentinier Juan Monaco in der zweiten Runde aus. Im Februar gewann Gulbis in Marseille seinen fünften ATP-Titel. An Position drei gesetzt verlor er im gesamten Turnierverlauf nur einen Satz und besiegte unter anderem im Halbfinale und Finale die Lokalmatadoren Richard Gasquet und Jo-Wilfried Tsonga glatt in zwei Sätzen. Während der Vorbereitung auf die French Open 2014 gewann Gulbis seinen sechsten Einzeltitel auf ATP-Ebene. Er besiegte in Nizza Federico del Bonis in zwei Sätzen.

Erfolge[Bearbeiten]

Legende (Anzahl der Siege)
Grand Slam
Tennis Masters Cup /
ATP World Tour Finals
ATP World Tour Masters 1000
ATP International Series Gold /
ATP World Tour 500
ATP International Series /
ATP World Tour 250 (8)
ATP Challenger Tour (4)

Einzel[Bearbeiten]

Turniersiege[Bearbeiten]

ATP World Tour[Bearbeiten]
Nr. Datum Turnier Belag Finalgegner Endergebnis
1. 28. Februar 2010 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Delray Beach (1) Hartplatz KroatienKroatien Ivo Karlović 6:2, 6:3
2. 31. Juli 2011 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Los Angeles Hartplatz Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Mardy Fish 5:7, 6:4, 6:4
3. 3. März 2013 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Delray Beach (2) Hartplatz FrankreichFrankreich Édouard Roger-Vasselin 7:63, 6:3
4. 22. September 2013 RusslandRussland St. Petersburg Hartplatz (i) SpanienSpanien Guillermo García-López 3:6, 6:4, 6:0
5. 23. Februar 2014 FrankreichFrankreich Marseille Hartplatz (i) FrankreichFrankreich Jo-Wilfried Tsonga 7:65, 6:4
6. 24. Mai 2014 FrankreichFrankreich Nizza Sand ArgentinienArgentinien Federico del Bonis 6:1, 7:65
ATP Challenger Tour[Bearbeiten]
Nr. Datum Turnier Belag Finalgegner Endergebnis
1. November 2006 DeutschlandDeutschland Eckental Teppich DeutschlandDeutschland Philipp Petzschner 6:3, 6:0
2. Februar 2007 FrankreichFrankreich Besançon Hartplatz FrankreichFrankreich Édouard Roger-Vasselin 6:4, 3:6, 6:4
3. März 2007 Bosnien und HerzegowinaBosnien und Herzegowina Sarajevo Hartplatz TschechienTschechien Jan Mertl 4:6, 6:4, 7:6
4. Oktober 2007 BelgienBelgien Mons Hartplatz BelgienBelgien Kristof Vliegen 7:5, 6:3

Doppel[Bearbeiten]

Turniersiege[Bearbeiten]

ATP World Tour[Bearbeiten]
Nr. Datum Turnier Belag Partner Finalgegner Endergebnis
1. 14. April 2008 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Houston Sand DeutschlandDeutschland Rainer Schüttler UruguayUruguay Pablo Cuevas
SpanienSpanien Marcel Granollers
7:5, 7:6
2. 18. Juli 2009 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Indianapolis Hartplatz RusslandRussland Dmitri Tursunow AustralienAustralien Ashley Fisher
AustralienAustralien Jordan Kerr
6:4, 3:6, [11:9]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ernests Gulbis – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ernests' Evolution atpworldtour.com vom 26. August 2010