Forst (Baden)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Forst
Forst (Baden)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Forst hervorgehoben
49.1533333333338.5841666666667112Koordinaten: 49° 9′ N, 8° 35′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Karlsruhe
Landkreis: Karlsruhe
Höhe: 112 m ü. NHN
Fläche: 11,47 km²
Einwohner: 7830 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 683 Einwohner je km²
Postleitzahl: 76694
Vorwahl: 07251
Kfz-Kennzeichen: KA
Gemeindeschlüssel: 08 2 15 021
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Weiherer Straße 1
76694 Forst
Webpräsenz: www.forst-baden.de
Bürgermeister: Reinhold Gsell
Lage der Gemeinde Forst im Landkreis Karlsruhe
Karlsdorf-Neuthard Malsch (Landkreis Karlsruhe) Malsch (Landkreis Karlsruhe) Bretten Bruchsal Bruchsal Ettlingen Forst (Baden) Gondelsheim Hambrücken Kronau Kürnbach Marxzell Oberderdingen Östringen Philippsburg Sulzfeld (Baden) Ubstadt-Weiher Walzbachtal Weingarten (Baden) Zaisenhausen Karlsbad (Baden) Kraichtal Graben-Neudorf Bad Schönborn Pfinztal Eggenstein-Leopoldshafen Linkenheim-Hochstetten Waghäusel Oberhausen-Rheinhausen Rheinstetten Stutensee Waldbronn DettenheimKarte
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Das Rathaus von Forst

Forst ist eine Gemeinde im Landkreis Karlsruhe in Baden-Württemberg. Sie liegt rund drei Kilometer nord-westlich von Bruchsal und hat eine direkte Grenze mit dieser Stadt. Zur Gemeinde Forst gehören außer dem gleichnamigen Dorf keine weiteren Ortschaften.


Geschichte[Bearbeiten]

Wie Funde aus der Steinzeit und Bronzezeit belegen, war das heutige Gemeindegebiet von Forst schon früh besiedelt. Auch die Römerzeit hat hier große Spuren hinterlassen. Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Ort im Jahre 1161 in einer Urkunde des Kaisers Friedrich Barbarossa. Im Jahre 1644 wurde das Dorf infolge des Dreißigjährigen Krieges zerstört. Im Jahre 1803 wurde Forst, das bis dahin dem Hochstift Speyer angehört hatte, im Rahmen der Mediatisierung nach dem Reichsdeputationshauptschluss dem Großherzogtum Baden angegliedert. Seit 1939 gehörte Forst zum Landkreis Bruchsal, der 1973 im Landkreis Karlsruhe aufging.

Früher hieß die Gemeinde Forst bei Bruchsal, wurde allerdings 1973 zur Landkreis-Reform in Forst umbenannt und trägt oft den Beinamen Baden, also Forst/Baden.

Am 31. März 1988 stürzt ein amerikanisches Kampfflugzeug vom Typ F-16-C bei einer Tiefflugübung in der Forster Hardtstraße ab. Dabei wurden mehrere Häuser in Brand gesetzt und stark beschädigt. Der Pilot (1.Lt.Tom E. Doyle) und ein Bewohner kamen dabei ums Leben.[2]

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Die Kommunalwahl vom 25. Mai 2014 hatte folgendes Ergebnis:

  • FWG 38,74 % (- 4,76) – 7 Sitze (-1)
  • CDU 41,66 % (+ 2,86) – 7 Sitze (=)
  • SPD 19,6 % (+ 1,9) – 4 Sitze (+1)

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „In Blau auf grünem Schildfuß die nimbierte und golden gekrönte Heilige Barbara in weißem Gewand; in der rechten Hand einen roten Turm haltend, mit der linken Hand ein goldenes Schwert abwärts richtend.“

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Sport[Bearbeiten]

Turnverein[Bearbeiten]

Der Turnverein TV Forst umfasst diverse Sportarten wie Turnen, Triathlon, Leichtathletik, Handball, Volleyball, Indiaca und Bogensportarten. Die Triathleten des TV Forst richten jedes Jahr den bundesweit bekannten Heidesee-Triathlon BW aus.

Fußball[Bearbeiten]

Der Fußballverein FC Germania ist in Forst beheimatet. Die Vereinsfarben sind rot und weiß. Die 1. Mannschaft spielt in der Landesliga Mittelbaden und die Perspektivmannschaft in der A-Klasse. Der Sportplatz, auf dem die Mannschaft Heimspiele austrägt und trainiert, umfasst 3 Spielfelder und ein Trainingsfeld. Eines der Felder bietet eine Tribüne und eine Rundbahn sowie eine Kabine für einen Stadionsprecher.

Gewichtheben[Bearbeiten]

Die Gewichtheber des AC Forst waren in der Bundesliga vertreten.

Seen und Parks[Bearbeiten]

Freizeitpark Heidesee[Bearbeiten]

Der Freizeitpark Heidesee ist ein Badesee, welcher von der Gemeinde betrieben wird. Er hat über die Badesaison geöffnet und bietet neben der Badeanlage auch eine Rutschanlage, Volleyballfelder, Kinderbecken und einen Kinderspielplatz. In unmittelbarer Nähe befindet sich außerdem eine Sauna und ein Restaurant, welche ganzjährig geöffnet haben.

Der See wurde bei einer Morgenshow auf Radio Regenbogen zum Lieblings-Badesee der Hörer gewählt. Zusammen mit Radio Regenbogen wurden am Heidesee sogenannte "Beach-Parties" veranstaltet, bei welchen auch Künstler wie Nena[3] aufgetreten sind.

Waldsee[Bearbeiten]

Westlich von der Gemeinde liegt der Waldsee. Die rund einen Kilometer lange Uferpromenade ist ein beliebter Weg für Spaziergänger und Sporttreibende. Im angrenzenden Waldgebiet befinden sich außerdem weitere Wanderwege, welche direkt am See vorbeilaufen. Im Norden des Sees liegt eine großzügige Spielanlage, die über Rutschen, Tischtennisplatten und einer Halfpipe verfügt.

Tier- und Vogelpark[Bearbeiten]

Der Tier- und Vogelpark bietet ein umfangreiches Angebot unterschiedlicher Tierarten. Neben vielen Vogelarten, darunter auch Flamingos, Kraniche und diversen Eulenarten, bietet der Tierpark auch exotischere Tiere, wie beispielsweise Affen und Lamas. Mehrere großzügige Wildgehege, eine Gaststätte und eine Minigolfanlage ergänzen den Park in nördlicher Richtung.

Bauwerke[Bearbeiten]

Alter Friedhof

Zu den Sehenswürdigkeiten der Gemeinde zählen u. a.

  • das barocke Pfarrhaus aus dem Jahre 1751
  • die Kirche aus dem Jahre 1887
  • das Jägerhaus aus dem Jahre 1747

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Waldseefest[Bearbeiten]

Das Waldseefest ging aus dem ehemaligen Straßenfest in Forst hervor, das nun von der Ortsmitte auf die Parkplatzanlage der Waldseehalle verlegt wurde. Dort veranstalten Vereine und ortsansässige Gastwirte jährlich ein dreitägiges Fest.

Oktoberfest[Bearbeiten]

Das traditionelle Oktoberfest des FC Germania Forst findet jährlich an einem Septemberwochenende statt. In Partnerschaft mit dem Hofbräuhaus Traunstein werden den Besuchern an vier aufeinanderfolgenden Tagen bayrische Spezialitäten und Musik geboten. Das Fest findet auf der Parkplatzanlage der Waldseehalle statt.

Kirche[Bearbeiten]

Die Pfarrgemeinde Forst bildet eine Seelsorgeeinheit mit dem Nord-Östlich gelegenen Nachbarort Weiher. Ab 2015 wird die Seelsorgeeinheit mit der Seelsorgeeinheit Ubstadt, die 3 Ortschaften umfasst, zusammengeschlossen. Neben der Kirche und dem Pfarrhaus gehören zur Pfarrgemeinde andere Bauwerke, wie das Pfarrbüro und das Pfarrzentrum. Außerdem betreibt die Pfarrgemeinde zwei Kindergärten und stellt die Räumlichkeiten für einen Weltladen. Jugendliche können beispielsweise bei den Ministranten mitwirken, welche regelmäßig eine Ferienfreizeit anbieten.

Ferienstraßen[Bearbeiten]

Forst liegt an zwei touristischen Straßen:

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Früher Erdölförderung und Kiesabbau[Bearbeiten]

Von den 1920er Jahren bis zum Jahre 1960 wurde im Gebiet der Gemeinde Erdöl gefördert. Die meisten Seen auf dem Gemeindegebiet sind durch den Abbau von Kies entstanden, z. B. der Heidesee (früher Bühler) und der Waldsee (früher Pfander).

Verkehr[Bearbeiten]

Forst liegt an der Bundesautobahn 5. Die Gemeinde ist mit der Buslinie 125 mit Bruchsal und an Schultagen über die Linie 130 mit Ubstadt-Weiher verbunden und gehört dem Karlsruher Verkehrsverbund (KVV) an.

Etwas nördlich der Bebauung verläuft der Tunnel Forst der Eisenbahn-Schnellfahrstrecke Mannheim–Stuttgart. dieser wurde nur zum Schutz der Gemeinde vor Lärm angelegt und erhielt eine spezielle Ausstattung gegen die Weiterleitung von Erschütterungen.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Die in Lidingö (Schweden) ansässige Interspiro GmbH, einer der bedeutenden Hersteller von Atemschutzgeräten, produziert in Forst. Des Weiteren hat die Ronal Group in Forst eine ihrer beiden deutschen Niederlassungen. Das Unternehmen Ronal produziert Leichtmetallräder und Duschabtrennungen. Klaiber Markisen, einer der führenden Markisen-Hersteller, hat in der Gemeinde die Hauptniederlassung. Bekannt wurde Klaiber Markisen unter Anderem auch als Hauptsponsor des Karlsruher SC.

Medien[Bearbeiten]

In Forst erscheint jeden Donnerstag das Mitteilungsblatt, das der Verlag Hörner druckt und vertreibt. Es enthält Mitteilungen der Gemeinde, der Kirchen und der Vereine.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Rathaus[Bearbeiten]

Im Rathaus Forst ist die Gemeindeverwaltung und das Bürgerbüro untergebracht.

Jugendhaus[Bearbeiten]

Das Jugendhaus wurde mit Unterstützung der Gemeinde eingerichtet und im Dezember 2008 eröffnet.

Bildung[Bearbeiten]

Die Gemeinde besitzt eine Bibliothek mit ca. 22.500 Medieneinheiten[4]. Neben Büchern werden auch Zeitschriften, Zeitungen, Spiele, CDs und DVDs verliehen.

Außerdem befindet sich in Forst eine Grund- und Hauptschule, die am 1. August 2014 mit der Schule des Nachbarorts Hambrücken zur "Lußhardt-Gemeinschaftsschule" zusammengeschlossen wurde[5]. Im Schuljahr 2013/2014 besuchten rund 400 Schüler die ehemalige "Lußhardt-Schule". Zur frühen Förderung in den Bereichen Musik und Kunst gibt es in Forst auch eine Musik- und Kunstschule.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

  • Max Graf (8. November 1884–5. Februar 1945 in Dachau), Priester in Unteralpfen
  • Carin Posch (18. November), Schlagersängerin

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Forst (Baden) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Rolf Schmitt: Eine Schneise der Verwüstung. Bruchsal.org, 31. März 2013, abgerufen am 23. Oktober 2014.
  3. Mario Kühn: Neuigkeiten rund um Nena 1997. Nenafan.de, 8. Oktober 2012, abgerufen am 1. Januar 2014.
  4. Bücher. Gemeindebücherei Forst, abgerufen am 23. Oktober 2014.
  5. Gemeinschaftsschule aktuell. Lußhardtschule, abgerufen am 23. Oktober 2014.