Französischer Fußball-Supercup

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Der Französische Fußball-Supercup (franz.: Trophée des Champions) ist ein Pokalwettbewerb, der seit 1995 alljährlich zwischen dem Gewinner der Coupe de France und dem französischen Fußballmeister – heutzutage ersatzweise dem Vizemeister, falls der Meister zugleich auch Pokalsieger geworden ist – der Männer ausgespielt. Der Wettbewerb wird von der Ligue de Football Professionnel (LFP) organisiert, nach deren Statuten ausschließlich Profivereine um die Trophäe spielen dürfen; sollte eine Amateurmannschaft den Landespokal gewinnen, müsste die LFP im Einzelfall festlegen, wer an deren Stelle gegen den Landesmeister antritt.[1] Vorgängerwettbewerb war die Challenge des Champions, welche von 1955 bis 1962, 1965 bis 1973 sowie 1985 und 1986 ausgetragen wurde. Außerdem trug bereits 1949 der damalige Meister Stade Reims eine nicht offizielle Partie gegen den Pokalsieger Racing Paris aus, die er mit 4:3 gewann.[2]

Werbeposter in Libreville für die Trophée des Champions, welche 2013 in Gabun zwischen dem Paris Saint-Germain FC und den Girondins Bordeaux ausgespielt wurde

Eine Besonderheit des jeweils am Ende der Sommerpause ausgetragenen Spiels ist der Modus, wonach es bei unentschiedenem Spielstand nach 90 Minuten keine Verlängerung gibt, sondern die Entscheidung sofort in einem Elfmeterschießen gefunden werden muss. Grund dafür ist, dass die Spieler wegen des wenige Tage später beginnenden Punktspielbetriebs nicht über Gebühr strapaziert werden sollen.

Das Spiel 2007 sollte eigentlich am 24. Juli in Tianjin (China) ausgetragen werden; mit dieser Marketingmaßnahme wollte die LFP den französischen Fußball bei dem wachsenden Kreis asiatischer Sportinteressierter populärer machen. Nachdem allerdings bis Anfang Juli keine Genehmigung durch den chinesischen Verband vorlag, wurde die Austragung kurzfristig nach Frankreich verlegt und das Heimrecht Meister Lyon zugelost. 2009 wurde dieser Versuch wiederholt, diesmal allerdings im franko-kanadischen Montréal, wo sich die LFP hohes Interesse und zukünftig bessere Vermarktungsmöglichkeiten erhoffte.[3] Dort verteidigten die Girondins Bordeaux ihren bereits 2008 gewonnenen Titel. 2010 fand die Begegnung im Stade du 7 Novembre der tunesischen Stadt Radès statt, 2011 im marokkanischen Tanger und 2012 in New York. 2013 wurde das Spiel zum ersten Mal in Schwarzafrika ausgetragen, und zwar im Stade de l’Amitié von Libreville, der Hauptstadt Gabuns.[4]

Challenge des Champions[Bearbeiten]

Jahr Sieger Gegner Resultat Austragungsort
1955 Stade Reims OSC Lille 7:1 Marseille
1956 UA Sedan-Torcy OGC Nizza 1:0 Paris
1957 AS Saint-Étienne FC Toulouse 2:1 Toulouse
1958 Stade Reims Olympique Nîmes 2:1 Marseille
1959 Le Havre AC OGC Nizza 2:0 Paris
1960 Stade Reims AS Monaco 6:2 Nantes
1961 AS Monaco UA Sedan-Torcy 1:1 (Keine Titelvergabe) Marseille
1962 AS Saint-Étienne Stade Reims 3:2 Limoges
1965 FC Nantes Stade Rennes 4:2 Lorient
1966 Stade de Reims FC Nantes 2:0 Nantes
1967 AS Saint-Étienne Olympique Lyon 3:0 Saint-Etienne
1968 AS Saint-Étienne Girondins Bordeaux 5:3 Montpellier
1969 AS Saint-Étienne Olympique Marseille 3:2 Paris
1970 OGC Nizza AS Saint-Étienne 2:0 Nice
1971 Olympique Marseille Stade Rennes 2:2 (Titel wurde beiden
Finalisten zuerkannt)
Brest
1972 SEC Bastia Olympique Marseille 5:2 Toulon
1973 Olympique Lyon FC Nantes 1:0 Brest
1985 AS Monaco Girondins Bordeaux 1:1/1:1 (5:4 i.E.) Hin: Monaco; Rück: Bordeaux
1986 Girondins Bordeaux Paris SG 1:0 Pointe-à-Pitre

Trophée des Champions[Bearbeiten]

i.E. = Ergebnis des Elfmeterschießens

Jahr Sieger Gegner Resultat Austragungsort Zuschauer
1995 Paris SG FC Nantes 2:2, 6:5 i.E. Brest 12.000
1996 Kein Spiel, da AJ Auxerre den Doublé gewonnen hat.
1997 AS Monaco OGC Nizza 5:2 Béziers 07.614
1998 Paris SG RC Lens 1:0 Tours 10.370
1999 FC Nantes Girondins Bordeaux 1:0 Amiens 11.860
2000 AS Monaco FC Nantes 0:0, 5:4 i.E. Sochaux 09.920
2001 FC Nantes Racing Strasbourg 4:1 Strasbourg 07.690
2002 Olympique Lyon FC Lorient 5:1 Cannes 05.040
2003 Olympique Lyon AJ Auxerre 2:1 Lyon 18.250
2004 Olympique Lyon Paris SG 1:1, 7:6 i.E. Cannes 09.430
2005 Olympique Lyon AJ Auxerre 4:1 Auxerre 10.970
2006 Olympique Lyon Paris SG 1:1, 5:4 i.E. Lyon 30.530
2007 Olympique Lyon FC Sochaux 2:1 Lyon 30.410
2008 Girondins Bordeaux Olympique Lyon 0:0, 5:4 i.E. Bordeaux 27.170
2009 Girondins Bordeaux EA Guingamp 2:0 Montréal, Kanada 34.070
2010 Olympique Marseille Paris SG 0:0, 5:4 i.E. Radès, Tunesien 57.000
2011 Olympique Marseille OSC Lille 5:4 Tanger, Marokko 33.900
2012 Olympique Lyon HSC Montpellier 2:2, 4:2 i.E. New York, USA 15.170
2013 Paris SG Girondins Bordeaux 2:1 Libreville, Gabun 34.660
2014 Paris SG EA Guingamp 2:0 Peking, China 39.752

Erfolgsstatistik[Bearbeiten]

Pl. Verein Chall. Troph. Gesamt Teil-
nahme
1. Olympique Lyon 1 7 8 12
2. AS Saint-Étienne 5 0 5 7
3. Stade Reims 4 0 4 5
Paris Saint-Germain 0 4 4 8
5. AS Monaco 1 2 3 5
FC Nantes 1 2 3 7
Olympique Marseille 1 2 3 5
Girondins Bordeaux 1 2 3 7
9. UA Sedan-Torcy 1 0 1 2
Le Havre AC 1 0 1 1
OGC Nizza 1 0 1 4
SEC Bastia 1 0 1 1
Stade Rennes 1 0 1 2
AJ Auxerre 0 1 1 3

Stand: einschließlich 2014

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Dieser Fall wurde erstmals im Vorfeld des Pokalendspiels 2012 diskutiert, für das sich mit der US Quevilly ein Amateurklub qualifiziert hat – siehe „Keine Trophée des Champions für Quevilly?“ bei France Football vom 17. April 2012
  2. Pascal Grégoire-Boutreau/Tony Verbicaro: Stade de Reims - une histoire sans fin. Cahiers intempestifs, Saint-Étienne 2001, ISBN 2-911698-21-5, S. 50
  3. France Football vom 19. Mai 2009, S. 53
  4. France Football vom 29. Januar 2013, S. 22