Division 1 Féminine

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Die Division 1 Féminine oder kurz D1F ist die höchste Spielklasse im französischen Frauenfußball. Sie wurde 1992 gegründet, trug bis 2002 die offizielle Bezeichnung Championnat National 1 A und umfasst von Beginn an stets zwölf Mannschaften. Sie untersteht organisatorisch und sportrechtlich dem Landesverband FFF. Vor der Gründung der Liga wurde bereits seit 1974/75 eine Meisterschaft in Endrundenturnierform ausgespielt. Für diese erste Endrunde hatten sich folgende acht Frauenteams qualifiziert: FC Bergerac, SC Caluire Saint-Clair, ARC Cavaillon, FC Metz, Arago Sport Orléans, der erste französische Meister Stade Reims, FC Rouen und FC Vendenheim.

Am 21. März 2013 belegte die französische Liga aufgrund der Erfolge ihrer Vertreterinnen in der UEFA Women’s Champions League zum ersten Mal seit deren Einführung den ersten Rang in der UEFA-Fünfjahreswertung – vor der deutschen und der schwedischen höchsten Spielklasse. Trotz solcher Entwicklungen, die im Wesentlichen allerdings auf den Erfolgen eines einzigen Klubs (Olympique Lyon) beruhen, nimmt die D1F in Frankreich vom medialen wie vom Zuschauerinteresse, aber auch von den wirtschaftlichen Kennzahlen (Vereinsbudgets, Spielerinneneinkommen, Transfersummen) her gegenüber der ersten Liga der Männer nur eine nachgeordnete Position ein.

Modus[Bearbeiten]

Im Verlauf einer Saison trifft jede Mannschaft zweimal auf jede andere Mannschaft, einmal davon vor eigenem Publikum, das andere Mal auswärts. Üblicher Haupt-Spieltag ist der Sonntag, einzelne Begegnungen werden aber auch sonnabends ausgetragen. Spiele dieser Liga werden in den 2010er Jahren ausnahmslos von weiblichen Schiedsrichtergespannen geleitet.

Im Gegensatz zu den meisten anderen europäischen Frauenligen gibt es für einen Sieg vier anstatt drei Punkte. Ein Unentschieden wird mit zwei statt einem Punkt belohnt. Selbst für eine Niederlage gibt es einen Punkt, sofern das Spiel ausgetragen und nicht am Grünen Tisch entschieden wurde. Meister und Vizemeister qualifizieren sich für die UEFA Women’s Champions League, während die zwei letztplatzierten Mannschaften in die Division 2 Féminin absteigen müssen.

Am Ende der Saison 2010/11 gab es erstmals drei Absteiger aus der D1F, weil die zweite Liga seit Beginn dieser Spielzeit aus drei statt aus zwei Gruppen besteht, deren Gruppensieger das Recht zum direkten Aufstieg besitzen. Diese Regelung wird mit Ende der Spielzeit 2015/16 wieder rückgängig gemacht, weil es ab 2016/17 erneut nur noch zwei D2-Staffeln geben wird (siehe weiter unten).

Geschichte der Meisterschaften[Bearbeiten]

Die ersten vier Jahrzehnte französischer Meisterschaften lassen sich in wenige Abschnitte unterteilen, in denen jeweils eine oder zwei Frauschaften dominierten.[1] Bei den ersten acht Ausspielungen ab 1974 waren dies Stade Reims, das in sämtlichen Endspielen bis 1982 vertreten war und fünf davon gewann, sowie die AS Étrœungt (bei vier Finalteilnahmen dreimal siegreich). Es schloss sich die Zeit der Dominanz von VGA Saint-Maur an; die Frauen aus der Hauptstadtregion brachten es zwischen 1983 und 1990 auf sechs Meistertitel, unterbrochen lediglich von je einem Erfolg der ASJ Soyaux, die vier weitere Endspiele verlor, und von CS Saint-Brieuc.
Saint-Maurs letzte Finalteilnahme (1991) ging einher mit dem Beginn der Vormachtstellung des FC Lyon und des Juvisy FCF, die sich bis 1998 nahezu im Wechsel die französischen Meistertitel sicherten – sowohl in den letzten Jahren, in denen dieser noch in einer Mischung aus Gruppenspielen und einer Finalrunde im K.-o.-Modus ausgetragen wurde, als auch im 1992 eingeführten reinen Ligabetrieb. Von 1998 bis 2006 kamen Frankreichs Fußballmeisterinnen zunächst vier Jahre in Folge aus Toulouse (TOAC beziehungsweise TFC), danach je zweimal vom HSC Montpellier und wiederum vom Juvisy FCF.
Ab 2007 begann schließlich die ununterbrochene Serie von bisher acht Titelgewinnen durch die Frauen von Olympique Lyon; für Juvisy, Paris Saint-Germain (je dreimal) und Montpellier (zweimal) blieben dabei jeweils nur Vizemeisterschaften.

Insgesamt weist die Geschichte des französischen Frauenfußballs in vier Jahrzehnten erst elf unterschiedliche Meistervereine auf – und wenn man berücksichtigt, dass es in Toulouse und Lyon zu Vereinswechseln der erfolgreichen Teams zum größeren örtlichen Klub gekommen war, sogar nur neun. Den am längsten anhaltenden Erfolg (siehe dazu auch die „Ewige Tabelle“ weiter unten) kann freilich der Frauenverein aus Juvisy-sur-Orge für sich reklamieren, denn seit 1992 gab es nur eine einzige Spielzeit, in der der JFCF nicht zu den besten drei Teams Frankreichs gehörte – das war die Saison 2010/11, als die Frauen aus der 15.000-Einwohner-Gemeinde lediglich Vierte der Abschlusstabelle wurden.

Vor Gründung der Liga[Bearbeiten]

Saison Meister Vizemeister Ergebnis
Finale
Halbfinalistinnen
(1979/80 bis 1981/82 und 1986/87: Halbfinalgruppen-Zweite)
1974/75 Stade Reims Arago Sport Orléans 5:0 FC Rouen, FC Bergerac
1975/76 Stade Reims FC Rouen 4:1 / 4:0 FC Bergerac, AS Pusignan
1976/77 Stade Reims SC Caluire Saint-Clair 4:0 / 0:1 FC Bergerac, AS Étrœungt
1977/78 AS Étrœungt Stade Reims 1:0 / 1:1 AS Romagnat, SC Caluire Saint-Clair
1978/79 AS Étrœungt Stade Reims 2:0 / 1:2 Olympique Marseille, FC Lyon
1979/80 Stade Reims AS Soyaux 2:0 Olympique Marseille, Stade Quimper
1980/81 AS Étrœungt Stade Reims 1:1, 5:4 i.E. FC Lyon, ASJ Soyaux
1981/82 Stade Reims AS Étrœungt 2:1 SC Caluire Saint-Clair, ASJ Soyaux
1982/83 VGA Saint-Maur FCF Hénin-Beaumont 1:1, 7:6 i.E. US Cannes-Bocca, ASJ Soyaux
1983/84 ASJ Soyaux VGA Saint-Maur 1:0 FCF Hénin-Beaumont, AS Muret
1984/85 VGA Saint-Maur FC Lyon 2:0 EC Tours, FCF Hénin-Beaumont
1985/86 VGA Saint-Maur ASJ Soyaux 5:1 Omnium Sports Monaco, ASPTT Strasbourg
1986/87 VGA Saint-Maur ASJ Soyaux 3:0 FC Le Neubourg, FC Lyon/OS Monaco (ex aequo)
1987/88 VGA Saint-Maur FCF Hénin-Beaumont 1:1, 3:2 i.E. CS Saint-Brieuc, JS Poissy
1988/89 CS Saint-Brieuc ASJ Soyaux 2:2, 5:4 i.E. JS Poissy, Racing Flacé-Mâcon
1989/90 VGA Saint-Maur JS Poissy 3:0 Juvisy FCF, FC Lyon
1990/91 FC Lyon VGA Saint-Maur 1:1, 4:2 i.E. JS Poissy, Juvisy FCF
1991/92 Juvisy FCF CS Saint-Brieuc 3:2 FCF Hénin-Beaumont, FC Lyon

Championnat National 1 A bzw. Division 1 Féminine[Bearbeiten]

Saison Meister Vizemeister Dritter
1992/93 FC Lyon Juvisy FCF VGA Saint-Maur
1993/94 Juvisy FCF FC Lyon ASPTT Strasbourg
1994/95 FC Lyon Toulouse OAC Juvisy FCF
1995/96 Juvisy FCF ASJ Soyaux Toulouse OAC
1996/97 Juvisy FCF Toulouse OAC CS Saint-Brieuc
1997/98 FC Lyon Juvisy FCF Toulouse OAC
1998/99 Toulouse OAC ESOF La Roche Juvisy FCF
1999/00 Toulouse OAC Juvisy FCF ESOF La Roche
2000/01 Toulouse OAC ESOF La Roche Juvisy FCF
2001/02 FC Toulouse Juvisy FCF FC Lyon
2002/03 Juvisy FCF FC Lyon Montpellier HSC
2003/04 Montpellier HSC FC Lyon Juvisy FCF
2004/05 Montpellier HSC Juvisy FCF Olympique Lyon
2005/06 Juvisy FCF Montpellier HSC Olympique Lyon
2006/07 Olympique Lyon Montpellier HSC Juvisy FCF
2007/08 Olympique Lyon Juvisy FCF Montpellier HSC
2008/09 Olympique Lyon Montpellier HSC Juvisy FCF
2009/10 Olympique Lyon Juvisy FCF Paris Saint-Germain
2010/11 Olympique Lyon Paris Saint-Germain Montpellier HSC
2011/12 Olympique Lyon Juvisy FCF Montpellier HSC
2012/13 Olympique Lyon Paris Saint-Germain Juvisy FCF
2013/14 Olympique Lyon Paris Saint-Germain Juvisy FCF
2014/15

Die aktuelle Saison (2014/15)[Bearbeiten]

In dieser Spielzeit setzt sich die Liga aus folgende Teilnehmern zusammen:

Am Ende der vorangehenden Spielzeit hatte Olympique Lyonnais zum achten Mal in Folge den Titel gewonnen, war dabei allerdings nicht erneut ungeschlagen geblieben. Paris, das sich damit ebenfalls für die Women’s Champions League qualifizierte, belegte mit einem Punkt vor Juvisy Rang Zwei. Montpellier, Guingamp und Ligarückkehrer Soyaux bildeten das Tabellenmittelfeld. Den Abstieg knapp vermieden haben Rodez, Arras und Saint-Étienne, während der FF Yzeure Allier Auvergne die beiden Neulinge FCF Hénin-Beaumont und AS Muret in die zweite Division begleiten musste.

Zur Spielzeit 2014/15 kehrt mit FF Issy lediglich ein Verein in die Division 1 zurück, der ihr – wenn auch nur ein Jahr lang – zuvor schon einmal angehört hatte. Die „Postsportlerinnen“ aus Albi sowie der FC Metz hingegen sind auf diesem Niveau absolute Neulinge, wobei Metz den Aufstieg lediglich der Tatsache verdankt, dass die Frauenfußballerinnen der AS Algrange sich dem Klub aus der lothringischen Hauptstadt vor Saisonbeginn angeschlossen haben. Erster Spieltag ist der 30./31. August 2014, die Saison endet mit dem 22. Spieltag am 9. Mai 2015.

Profis, Vertragsspielerinnen und Amateure[Bearbeiten]

Bis 2002 hatte es sich bei den französischen Fußballspielerinnen ausschließlich um reine Amateure gehandelt. Bis dahin erstatteten auch nur sehr wenige Klubs ihren Aktiven Fahrtkosten zu Auswärtsspielen oder die Ausrüstung; Sieg- oder Punktprämien wurden nicht bezahlt. Erst während des vorangehenden Erstligajahrzehnts (seit 1992) wurde wöchentlich zweimaliges Training üblich, das sich selbst Anfang des 21. Jahrhunderts noch nicht bei allen Vereinen auf vier Einheiten erhöht hatte.[2] Die Nationalspielerin Élodie Woock, die später auch im Ausland spielte, formulierte 1998 euphemistisch:[3]

„Wir verkörpern noch die wahren Werte [des Sports], uns motivieren weder das Geld noch der Ruhm, sondern die Leidenschaft, der Enthusiasmus und die Emotionen.“

Amateurstatus weist auch 2015 noch die Mehrzahl der Erstligavereine auf, obwohl sie ab der Saison 2002/03 Spielerinnen für die Ausübung ihres Sportes finanziell entlohnen durften, wobei die maximal zuliässigen Vergütungen im Vergleich zum Männerfußball außerordentlich moderat ausfielen. Dazu wurde von der FFF ein als „Bundesvertrag“ (contrat fédéral) bezeichneter Arbeitsvertrag eingeführt, den es für das andere Geschlecht schon länger gibt, der die Einkommenshöhen ebenso regelt wie andere Rechte und Pflichten von Vereinen und Fußballerinnen, beispielsweise auch in Fragen des Vereinswechsels.[4] Die Minimaleinkommen werden jährlich in Abstimmung mit der Spielergewerkschaft UNFP neu festgesetzt. Diese Bundesverträge können nur bei Erst- und Zweitligisten abgeschlossen werden und müssen auch keine Vollzeitbeschäftigung beinhalten. Aber selbst in der D1F besaßen 2013 nur rund 60 von insgesamt knapp 300 Spielerinnen einen solchen Vertrag; zwei Drittel von diesen spielten für Lyon oder Paris (Saisonbudget jeweils zwischen vier und fünf Millionen Euro, während der Ligadritte Juvisy seinen Etat zwar verdoppelt hatte, der dadurch aber auch nur auf 0,9 Mio. € angewachsen war).[5] Noch zwei Jahre zuvor beispielsweise bestanden bei Lyon 20, bei Paris und Guingamp je zwei sowie bei Juvisy lediglich ein solcher Vertrag.[6] Während man bei den drei finanzstärksten Vereinen aktuell von einem mittleren Einkommen um 4.000 Euro ausgehen kann, beträgt die vereinbarte Höhe für Vertragsspielerinnen bei anderen Erstdivisionären nur gut die Hälfte dieses Betrags. Dazu kommen Punktprämien (höchstens 150 Euro pro Sieg) und 200 Euro Zulage durch die FFF, von der aber lediglich Spitzenspielerinnen profitieren.[7] Hingegen betrachtet es ein durchaus erfolgreicher Verein wie Juvisy FCF schon als Erfolg, dass er seit 2013 all seinen Spielerinnen den Verdienstausfall im Hauptberuf erstatten kann, der durch eine intensivierte Trainingsteilnahme während der Arbeitszeit entsteht.[8]
Fußballerinnen, die in einem solchermaßen geregelten Arbeitsverhältnis stehen, werden als Vertragsamateure oder – in Frankreich ist der Begriff allerdings eher wenig gebräuchlich – Halbprofis (Semi-professionnelles) bezeichnet. In aller Regel müssen sie, sofern sie sich nicht noch in der Ausbildung befinden, neben ihrem Sport einer beruflichen Tätigkeit nachgehen; dabei finden manche Unterstützung durch ihren Verein und gelegentlich durch den Verband nebst seinen Untergliederungen, die Arbeitsplätze in Geschäftsstellen oder der Nachwuchsförderung zur Verfügung stellen.

Obwohl keiner der Frauenvereine beziehungsweise -abteilungen über ein dem Männersport vergleichbares professionelles Statut verfügt, gibt es in den 2010er Jahren auch „echte Proetten“, deren Einkommen frei verhandelbar ist; dies sind meist ausländische oder einheimische Nationalspielerinnen. Im französischen Frauenfußball leisten sich derzeit allerdings nur Olympique Lyon, Paris SG und der HSC Montpellier eine größere Zahl von Berufsfußballerinnen, weil hinter deren Frauenteams die finanziellen Ressourcen von Vereinen mit erfolgreichen Männermannschaften stehen.[9] Anfangs waren insbesondere Ausländerinnen Profis, deren Zahl steigend ist (Zuwachs: 2010/11 ein Dutzend, 2014/15 gut 30) –[10] neben einzelnen aus Nachbarstaaten wie Belgien und der Schweiz vor allem Skandinavierinnen (Norwegen, Schweden, Dänemark), US-Amerikanerinnen, Brasilianerinnen und in den letzten Jahren zunehmend auch Japanerinnen und Deutsche.
Angaben zu deren exakten Einkünften werden in aller Regel nicht bekannt; L’Équipe hat 2012 das Gehaltsspektrum im Kader von Olympique Lyon auf zwischen 1.500 und 10.000 Euro monatlich beziffert; dazu erhielt jede Spielerin vom Verein einen Smart gestellt.[6] Dagegen ist ein Beispiel wie das des FCF Hénin-Beaumont allerdings typischer für das Gros der Klubs. Die Nordfranzosen hatten im selben Jahr lediglich zwei Vertragsamateure in ihrem Aufgebot, wovon eine mit 900 Euro brutto und einer mietfreien Wohnung entlohnt wurde, während der Rest der Spielerinnen sich als Amateure mit 60 Euro Siegprämie begnügen musste.[11]

Als „nicht-materielle Belohnung“ gibt es zwei Auszeichnungen zu gewinnen. Das ist zum einen die seit 2001 kalenderjährlich vergebene Trophäe der UNFP für die beste D1-Akteurin. Auch die FFF zeichnet, allerdings saisonweise, die beste Fußballerin in Frankreichs höchster Spielklasse aus.

Entwicklung der Zuschauerzahlen und Fernsehrechte[Bearbeiten]

Von der Saison 2003/04 bis einschließlich 2008/09 lag der Besucherschnitt zwischen 140 und 180 Zahlenden je Ligabegegnung. Vollständige Angaben für vorangehende Jahre liegen bisher nicht vor. In den folgenden beiden Spielzeiten stieg dieser Wert auf etwas über 200 an, so dass bei 132 Punktspielen insgesamt 26.000 bis 30.000 Zuschauer den Weg in die Stadien der Division 1 fanden. In den Jahren nach der für Frankreich erfolgreichen Weltmeisterschaft 2011 nahm das Zuschauerinteresse stark zu und verdreifachte sich, verfehlte in der Saison 2013/14 sogar nur geringfügig die 700er-Marke (insgesamt 89.900 Besucher). Dabei sind insbesondere die Gastspiele von Serienmeister Lyon Publikumsmagneten, seit Beginn der 2010er Jahre auch diejenigen von Paris.
Vor heimischer Kulisse wies Lyon in der Spielzeit 2013/14 mit einem Mittel von 3.100 Besuchern den höchsten Wert auf, gefolgt von Juvisy (812), Soyaux (759), Guingamp (602), Yzeure und Paris; Absteiger Muret kam hingegen nur auf nicht einmal 200 Zuschauer.

Die am besten besuchten Spiele seit 2003 waren Guingamp gegen Lyon mit 12.263 (2011/12) Zuschauern, gefolgt von Lyon gegen Paris (10.122, 2014/15), erneut Guingamp gegen Lyon (7.850, 2012/13), Lyon gegen Paris (7.512, 2013/14), Lyon gegen Montpellier (7.411, 2013/14) und Juvisy gegen Lyon (7.000, 2011/12).[12]

Die Eintrittspreise bei Punktspielen sind auch in der Saison 2014/15 moderat und liegen für Erwachsene im Mittel unter sechs Euro; am kostengünstigsten ist der Besuch in Issy (drei Euro), am teuersten in Paris (neun Euro).[13]

Seit ihrer Einführung 1992/93 kam es zwar vereinzelt auch zu Fernseh-Kurzberichten über die Frauenliga,[14] und ab Februar 2000 gab es in der sehr populären Sendung Téléfoot bei TF1 ein wöchentliches Zeitfenster, in dem Corinne Diacre vier Minuten lang über Themen des Frauenfußballs berichten konnte.[15] Aber der erste Vertrag zur Übertragung von Ligaspielen im Fernsehen wurde überhaupt erst nach dem Erfolg der Nationalelf bei der Weltmeisterschaft 2011 geschlossen, und das auch nur für eine Saison. Die Rechteinhaber Eurosport und Télévision Française bezahlten für elf Spiele insgesamt 110.000 Euro.[16] Im Jahr darauf schlossen Verband und beide Sender einen Zweijahresvertrag ab, der um 50% höhere Zahlungen vorsah. Jeder der zwölf Erstligisten erhielt daraus 4.000 Euro als Fixum.[17] In der Saison 2013/14 stieg die Anzahl von Live-Übertragungen bei Eurosport 2 und France 4 auf 17 der 132 Partien, und die Einnahmen erhöhten sich entsprechend.[5]
Bei footofeminin.fr gibt es neuerdings an allen Spieltagen einen Live-Ticker auf allerdings recht schlichtem Niveau.

Die D1F im Ligensystem[Bearbeiten]

Unterhalb der ersten und zweiten Division ist das Ligensystem in Frankreich bisher nicht einheitlich; verantwortlich dafür sind neben der relativ großen Autonomie der Regionalverbände (Ligues) die insgesamt immer noch relativ geringe Zahl von Vereinsfußballerinnen aller Altersstufen (Ende 2014: rund 77.000, davon 4.000 in den überseeischen Gebieten) und deren höchst ungleichgewichtige Verteilung innerhalb des Landes. Im französischen Kernland ist der Frauenfußball am stärksten in Rhône-Alpes (7.850), Paris-Île-de-France (7.200), Nord-Pas de Calais (5.150) und der Bretagne (4.100) verankert. In anderen Regionen hingegen ist der Unterbau eher dünn; so besitzen auf Korsika nur 230, in Maine 1.130, in Champagne-Ardenne 1.540 und in der Haute-Normandie 1.580 Mädchen und Frauen einen Spielerpass.[18] Deshalb konnte beispielsweise das 2014 wiedergegründete Frauenteam von Stade Reims sofort in die Division d’Honneur der Ligue de Champagne-Ardenne einsteigen.
Von 2002 bis 2010 gab es eine Division 3 (ebenfalls in mehreren regionalen Gruppen), in der auch zweite Mannschaften von Erstdivisionären teilnahmeberechtigt waren; vor- und nachher war/ist die Division d’Honneur die dritte Liga.

Ende 2014 hat die FFF beschlossen, die zweite und dritte Liga ab der Saison 2016/17 neu zu ordnen. Die D2 wird dann nur noch aus zwei Gruppen à zwölf Teams bestehen und zwischen D1 und D2 gibt es dann nur noch je zwei Auf- beziehungsweise Absteiger. Zwischen zweiter und dritter Liga werden weiterhin insgesamt je sechs Vereine auf-/absteigen. Die unter Leistungsgesichtspunkten für wünschenswert gehaltene überregionale Reorganisation der dritten Ligenebene mit einer Reduzierung von derzeit 170 auf 40 bis 50 Teilnehmer wurde debattiert, aber noch nicht entschieden.[19]

Der derzeitige pyramidale Aufbau des Systems sieht wiefolgt aus:

Ebene Liga
1 Division 1 (D1)

(12 Vereine)

2 Division 2 (D2)

(36 Vereine in drei Gruppen; Aufstieg der Gruppen-Ersten)

3 Division d’Honneur (DH)
Eine Gruppe je Region(a) mit i.d.R. acht bis zehn Teilnehmern. Nach Abschluss der Punktspielrun-
den im März spielen die bestplatzierten 24 Frauschaften aller DH-Staffeln in sechs Vierergruppen (Championnat Interrégional) die Aufsteiger in die D2 aus (Aufstieg der sechs CI-Gruppenersten), allerdings ohne Klubs der Ligue Corse.
4 unterschiedliche Bezeichnungen (z.B. Promotion d’Honneur/PH, Division d’Honneur Régionale/DHR)
Ligen auf Département- oder District-Ebene, im Zuständigkeitsbereich der Ligue Méditerranée auch départementübergreifend; nicht alle Regionalverbände haben eine vierte (oder noch tiefere) Liga.
5 und tiefer Bezeichnungen, räumliche Ausdehnung, Aufstiegsregelungen unterschiedlich
In Languedoc-Roussillon gibt es beispielsweise keinen Auf-/Abstieg zwischen regionalen und Distriktsligen; Vereine können sich direkt für eine Spielklasse des Regionalverbands bewerben.
(a) Die Regionalverbände von Alsace/Lorraine und Maine/Basse-Normandie betreiben derzeit jeweils eine gemeinsame Division d’Honneur.

Statistik[Bearbeiten]

Erfolgreichste Vereine[Bearbeiten]

Insgesamt seit 1974/75

  • 8 Titel: Olympique Lyon
  • 6 Titel: VGA Saint-Maur, Juvisy FCF
  • 5 Titel: Stade Reims
  • 4 Titel: FC Lyon
  • 3 Titel: AS Étrœungt, Toulouse OAC
  • 2 Titel: Montpellier HSC
  • 1 Titel: CS Saint-Brieuc, ASJ Soyaux, FC Toulouse

Seit Einführung von N1A bzw. D1F

  • 8 Titel: Olympique Lyon
  • 5 Titel: Juvisy FCF
  • 3 Titel: FC Lyon, Toulouse OAC
  • 2 Titel: Montpellier HSC
  • 1 Titel: FC Toulouse

„Ewige Tabelle“[Bearbeiten]

Die folgende Tabelle berücksichtigt nur die Spielzeiten seit Einführung einer eingleisigen höchsten Spielklasse (ab der Saison 1992/93). Bisher hat diese Liga stets zwölf Teilnehmer umfasst. Für den gesamten Zeitraum sind die Punktzahlen der beteiligten Vereine nach der Drei-Punkte-Regel berechnet worden, auch wenn tatsächlich bis 1994/95 die Zwei- und seit 1998/99 die Vier-Punkte-Regel galt beziehungsweise gilt. Vom Verband ausgesprochene Punktabzüge wurden in der „Ewigen Tabelle“ berücksichtigt.

Vereine, die in der Saison 2014/15 in der Division 1 spielen, sind rosa unterlegt. Gelb markiert sind solche, die nicht mehr am Frauenligabetrieb teilnehmen, weil ihre Frauenabteilungen zu einem Lokalrivalen gewechselt waren, in dem bis dahin kein Frauenfußball betrieben worden war; dies war der Fall in Toulouse (OAC → FC), Montpellier (Le Crès → HSC),(c) Lyon (FC → Olympique), Saint-Étienne (Racing → AS) und zuletzt – ein Sonderfall, weil städteübergreifend – zwischen Saint-Brieuc und Guingamp. Bei reinem Namenswechsel von Klubs ist der letzte Name angegeben.
Stand: nach der Saison 2013/14. Die Spalten „Spielzeiten“ und „Zuletzt“ werden (zusammen mit Punkten, Titeln und Platzierungen) stets erst nach Beendigung einer vollständig absolvierten Saison aktualisiert.

Rang Verein Spiel-
zeiten
Titel(b) Vize-
mstr.(b)
Punkte Erst-
mals
Zu-
letzt
01 Juvisy FCF 22 5(c) 8 1.152 1992/93 2013/14
02 HSC Montpellier 13 2 3 641 2001/02 2013/14
03 ASJ Soyaux 20 (c) 1 604 1992/93 2013/14
04 Olympique Lyon 10 8 579 2004/05 2013/14
05 FC Lyon(e) 12 3(c) 3 531 1992/93 2003/04
06 Stade Saint-Brieuc 18 (c) 530 1992/93 2007/08
07 Paris Saint-Germain 14 3 482 1994/95 2013/14
08 Toulouse OAC 8 3 2 384 1992/93 2000/01
09 FCF Hénin-Beaumont 14 382 1992/93 2013/14
10 FC Toulouse 11 1 355 2001/02 2012/13
11 ESOF La Roche 13 2 343 1996/97 2010/11
12 Olympique Saint-Memmie 9 184 1995/96 2005/06
13 CNFE Clairefontaine 5 176 2002/03 2006/07
14 VGA Saint-Maur 6 (c) 163 1992/93 1997/98
15 FF Yzeure Allier Auvergne 6 148 2008/09 2013/14
16 AS Saint-Étienne 5 139 2009/10 2013/14
17 ASPTT Strasbourg 4 113 1992/93 1995/96
18 FC Vendenheim 6 105 2004/05 2012/13
19 Entente Montpellier Le Crès(d) 4 101 1997/98 2000/01
20 FCF Condé-sur-Noireau 6 96 1992/93 2008/09
21 AF Rodez 4 94 2010/11 2013/14
22 SC Caluire Saint-Clair 5 89 1995/96 2001/02
23 JS Poissy 4 81 1992/93 1995/96
24 EA Guingamp 3 80 2011/12 2013/14
25 Stade Quimper 5 77 1993/94 2002/03
26 USO Bruay-Labuissière 4 64 1996/97 2002/03
27 Racing Saint-Étienne 2 61 2007/08 2008/09
28 USCCO Compiègne 3 47 2003/04 2006/07
29 SC Schiltigheim 2 46 2000/01 2001/02
30 US Orléans 3 42 1994/95 1999/00
31 Le Mans FC 3 40 1995/96 2010/11
32 Arras FCF 2 39 2012/13 2013/14
33 AS Saint-Quentin 2 36 1997/98 1998/99
34 Celtic Beaumont Marseille 3 29 1996/97 2000/01
35 ES Cormelles-le-Royal 1 20 2000/01 2000/01
36 Croix Blanche OSL Angers 1 17 1998/99 1998/99
CS Le Blanc-Mesnil 1 17 1993/94 1993/94
Omnium Sports Monaco 1 17 1993/94 1993/94
39 Racing Flacé-lès-Mâcon 1 14 1992/93 1992/93
40 AC Évreux 1 13 2007/08 2007/08
41 FC Félines Saint-Cyr 1 10 1999/00 1999/00
AS Montigny-le-Bretonneux 1 10 2009/10 2009/10
Olympique Mirail Toulouse 1 10 1992/93 1992/93
44 FF Issy 1 9 2012/13 2012/13
45 FC Tours 1 7 2001/02 2001/02
46 AS Muret 2 6 2011/12 2013/14
47 ASPTT Albi 2014/15
FC Metz 2014/15
(b) Hier werden nur die Meistertitel und die Vizemeisterschaften seit Einrichtung der Liga (1992/93) angegeben.
(c) Der Verein hat (auch) schon in der Zeit vor Einführung einer einheitlichen Liga einen oder mehrere französische Meistertitel gewonnen.
(d) Montpellier Le Crès, früher auch unter dem Namen Racing Paillade Montpellier antretend, hatte 2001 seine Frauenabteilung aufgelöst, die sich dem Lokalrivalen MHSC anschloss. Heutzutage (2014) sind Fußballerinnen von Montpellier Le Crès aber wieder im Ligabetrieb vertreten.
(e) Heutzutage (2014) sind Fußballerinnen des FC Lyon wieder im unteren regionalen Ligabetrieb vertreten.

Torschützenköniginnen der D1F[Bearbeiten]

Saison Beste Schützin Verein Tore Nächstbeste Verein Tore
2002/03 Sandrine Brétigny FC Lyon
26
Hoda Lattaf HSC Montpellier
25
2003/04 Claire Morel FC Lyon
18
Hoda Lattaf HSC Montpellier
17
2004/05 Marinette Pichon Juvisy FCF
38
Élodie Ramos HSC Montpellier
17
2005/06 Marinette Pichon Juvisy FCF
36
Hoda Lattaf HSC Montpellier
16
2006/07 Sandrine Brétigny Olympique Lyon
42
Hoda Lattaf Olympique Lyon
26
2007/08 Laëtitia Tonazzi Juvisy FCF
27
Sandrine Brétigny Olympique Lyon
25
2008/09 BrasilienBrasilien Kátia Olympique Lyon
27
Sandrine Brétigny Olympique Lyon
22
2009/10 Eugénie Le Sommer Stade Saint-Brieuc
19
Marie-Laure Delie HSC Montpellier
18
2010/11 Laëtitia Tonazzi Juvisy FCF
20
Sandrine Brétigny Olympique Lyon
19
2011/12 Eugénie Le Sommer Olympique Lyon
22
SchwedenSchweden Lotta Schelin Olympique Lyon
20
2012/13 SchwedenSchweden Lotta Schelin Olympique Lyon
24
Camille Abily
Eugénie Le Sommer
Olympique Lyon
Olympique Lyon
20
2013/14 Gaëtane Thiney Juvisy FCF
25
Marie-Laure Delie Paris Saint-Germain
24

Über die treffsichersten Spielerinnen früherer Spielzeiten liegen bisher keine saisonweisen Übersichten vor.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Pascal Grégoire-Boutreau: Au bonheur des filles. Cahiers intempestifs, Saint-Étienne 2003, ISBN 2-911698-25-8
  • Laurence Prudhomme-Poncet: Histoire du football féminin au XXe siècle. L’Harmattan, Paris 2003, ISBN 2-7475-4730-2

Weblinks[Bearbeiten]

Anmerkungen und Nachweise[Bearbeiten]

  1. Eine Übersicht sämtlicher Meisterschaftsendrunden ab 1974 sowie aller Abschlusstabellen der Liga bis 2003 gibt Grégoire-Boutreau, Au bonheur des filles, 2003, auf S. 242–250, der zudem auf S. 50–91 sämtliche französischen Landesmeister ausführlich vorstellt.
  2. Prudhomme-Poncet, Histoire du football féminin, 2003, S. 283
  3. Prudhomme-Poncet, Histoire du football féminin, 2003, S. 282
  4. Der Wortlaut der entsprechenden FFF-Bestimmungen steht hier als PDF zur Verfügung.
  5. a b siehe den Artikel „Die D1 der Frauen bekommt ihr Label“ vom 14. November 2013 bei L’Équipe
  6. a b siehe den Artikel „En France, le football féminin, c’est maintenant“ in L’Express vom 17. Mai 2012
  7. Nach „Quel est le salaire d’une footballeuse professionnelle ?“ bei footballeuse.fr; die aktuelle (2014/15) Liste der Spitzenfußballer beiderlei Geschlechts, die in den Genuss einer FFF-Zuzahlung kommen, findet sich auf der Regierungsseite gouv.fr.
  8. Artikel „Der Widerstand formiert sich“ in France Football vom 23. April 2013, S. 41
  9. Laurence Prudhomme-Poncet (Histoire du football féminin, 2003, S. 286) nennt es allerdings „ein bisschen voreilig“, dass die Tageszeitung Libération 2001 den Wechsel der Frauenabteilung von Entente Montpellier Le Crès zum Lokalrivalen MHSC als Geburtsstunde des „ersten professionellen Frauenteams“ bezeichnete.
  10. siehe insbesondere den Abschnitt „Ist die D1 das Eldorado des Frauenfußballs?“ in diesem Artikel vom 14. September 2014 bei cahiersdufootball.net.
  11. siehe den Artikel „Rigoberte M’Bah priée d’aller jouer ailleurs“ vom 20. Januar 2012 in Libération
  12. siehe den Artikel Le public répond présent vom 19. Juni 2014, ergänzt um das Spieldatenblatt Lyon gegen Paris vom 1. November 2014, beide bei footofeminin.fr
  13. nach dem Programm des ersten Spieltags bei footofeminin.fr
  14. siehe beispielsweise den französischen TV-Bericht über das letzte Spiel von Meister FC Lyon im Mai 1993 bei ina.fr
  15. Prudhomme-Poncet, Histoire du football féminin, 2003, S. 256
  16. nach „La D1 féminine pleine lucarne“ vom 4. August 2011 bei sports.fr
  17. nach „Les droits TV de la division 1 féminine de football sont en hausse“ vom 5. September 2012 bei sportstrategies.com und „Foot féminin en France – EUROSPORT et FRANCE 4 veulent y croire“ vom 6. September 2012 bei sportbuzzbusiness.fr
  18. alle Zahlen für die Saison 2013/14 nach den über die Verbandsseite abrufbaren detaillierten Statistiken (in der PDF auf den Seiten 9–11)
  19. siehe den Artikel „Die D2 verkleinert sich von 36 auf 24 Mannschaften“ vom 13. Dezember 2014 bei footofeminin.fr
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