HMS Warspite (03)

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HMS Warspite
HMS Warspite, Indian Ocean 1942.jpg
p1
Schiffsdaten
Flagge Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich (Seekriegsflagge) Vereinigtes Königreich
Schiffstyp Schlachtschiff
Klasse Queen Elizabeth-Klasse
Bauwerft Devonport Dockyard, Plymouth
Kiellegung 31. Oktober 1912
Stapellauf 26. November 1913
Indienststellung 19. März 1915
Verbleib 1950 bis 1956 abgewrackt
Schiffsmaße und Besatzung
Länge
195,0 m (Lüa)
193,4 m (KWL)
182,9 m (Lpp)
Breite 27,6 m
ab 1926:
31,7 m
Tiefgang max. 9,3 m
ab 1926:
9,4 m
Verdrängung Konstruktion: 29.150 tn.l.
Maximal: 33.000 tn.l.
ab 1937:
Standard: 30.600 ts
Konstruktion: ca. 32.000 tn.l.
Maximal: ca. 35.500 tn.l.
 
Besatzung 925 bis 1.184 Mann
Maschine
Maschine 24 Yarrow-Kessel
4 Brown-Curtis-Dampfturbinen
ab 1937:
6 Admiralty-Kessel
4 Parsons-Getriebeturbinen
Maschinen-
leistung
77.510 PS (57.009 kW)
Geschwindigkeit max. 24 kn (44 km/h)
Propeller 4
Bewaffnung

ab 1937:

  • 8 × 38,1 cm L/42 Sk
  • 8 × 15,2 cm L/45 Sk
  • 8 × 10,2 cm L/45 Sk
  • 16 × 12,7 mm MG
Panzerung
  • Gürtel: 102–330 mm
  • Zitadelle: 152 mm
  • Oberdeck: 25 mm
  • oberes Panzerdeck: 32–45 mm
  • unteres Panzerdeck: 25–76 mm
  • Türme: 127–330 mm
  • Barbetten: 102–254 mm
  • Kasematte: 152 mm
  • vorderer Kommandoturm: 102–279 mm
  • achterer Leitstand: 102–152 mm
  • Querschotten: 51–152 mm
  • Torpedoschott: 51 mm
  • Rauchfänge: 38 mm

Die HMS Warspite (dt. = Kriegstrotz) war ein britisches Schlachtschiff der Royal Navy, das 1915 in Dienst gestellt wurde und sowohl im Ersten als auch im Zweiten Weltkrieg zum Einsatz kam.

Geschichte[Bearbeiten]

Sie gehörte neben der HMS Queen Elizabeth, HMS Barham, HMS Valiant und HMS Malaya zur Queen Elizabeth-Klasse. Diese waren die ersten Schnellen Schlachtschiffe der Welt, die die Vorzüge der Schlachtkreuzer (hohe Geschwindigkeit durch leistungsstarke Maschinenanlage) mit denen der Schlachtschiffe (ausreichender Panzerschutz und stärkere Bewaffnung) in einem Schiffstyp vereinten. Sie war mit einem Admiralty Fire Control Table ausgerüstet.

Erster Weltkrieg[Bearbeiten]

Zusammen mit ihren Schwesterschiffen nahm sie am 31. Mai 1916 an der Skagerrakschlacht teil. Sie bildeten das 5. Schlachtschiffgeschwader, das wegen der überlegenen Geschwindigkeit dieser Schiffe gemeinsam mit der Schlachtkreuzerflotte operierte. Dadurch waren sie ebenso wie die Schlachtkreuzer dem deutschen Geschützfeuer besonders ausgesetzt. Die Warspite erlitt dadurch Schäden, die zu einem Ruderversager führten. Das Schiff scherte aus der Kiellinie aus und fuhr mitten im Gefecht zwei Vollkreise, bis der Notruderstand die Warspite wieder unter Kontrolle brachte. Sie entging der Vernichtung, weil die Deutschen einen Zielwechsel auf die anderen Schiffe des Geschwaders vornahmen, die abdrehten, um sich dem deutschen Feuer zu entziehen.

Zwischenkriegszeit[Bearbeiten]

In den Jahren 1924 bis 1926 erfolgte der erste Umbau der Warspite. Torpedowulste wurden angebracht und die beiden Schornsteine zu einem vereint. Zwischen 1926 und 1934 diente sie als Flaggschiff der Mittelmeerflotte sowie in der Atlantikflotte und in der Home Fleet.

Totalumbau[Bearbeiten]

In den Jahren 1934 bis 1937 wurde das Schiff aufgrund von Erkenntnissen über die Bedrohung, der große Kriegsschiffe durch Luftangriffe ausgesetzt sind, umfassend umgebaut. Dabei wurde das Aussehen der Warspite komplett verändert und die Kampfkraft den damaligen Verhältnissen so weit wie möglich angepasst.[1]

Bei den Umbauten wurden die Aufbauten komplett entfernt sowie der Schiffsrumpf von oben geöffnet. Die bisherige Maschinenanlage durch eine leichtere und modernere ersetzt, die etwa 5.000 PS mehr leistete. Die Kesselanzahl verringerte sich auf sechs Stück, die statt vier direktwirkende vier Getriebeturbinen vom Parsonstyp versorgten. Weitere Gewichtsersparnis brachte der Wegfall der gepanzerten Kommandostände und von vier Geschützen der Mittelartillerie.

Die Gewichtsersparnis wurde hauptsächlich zur Verstärkung der Deckspanzerung verwendet. Das Panzerdeck wurde auf 102 mm über den Munitionsräumen und Turbinenräumen und auf 63 mm über den Kesselräumen verstärkt.

Eine neue, turmartige Brücke, die als Vorbild für alle weiteren Neu- und Umbauten innerhalb der Royal Navy diente, trat an die Stelle des bisherigen Dreibeinmastes. Mittschiffs kamen zwei Hangars seitlich des Schornsteins und ein Querdeckkatapult an Bord.

Die Reichweite der schweren Artillerie wurde durch eine Vergrößerung der maximalen Rohrerhöhung auf 30° und verbesserte Granaten auf ca. 29,5 km erhöht. Die schwere Luftabwehrbewaffnung wurde auf acht 10,2-cm-Geschütze in Doppellafetten verstärkt. Als leichte Flak kamen 32 4,0-cm-Geschütze in vier Achtlingslafetten und 16 12,7-mm-Vickers-MG in vier Vierlingslafetten an Bord.

Zweiter Weltkrieg[Bearbeiten]

Blick vom Achterdeck der HMS Warspite auf ihr Schwesterschiff HMS Valiant, eingerahmt von den Rohren des hintersten Geschützturmes Y, September 1943

Bei Kriegsausbruch 1939 befand sich die Warspite im Mittelmeer. Sie wurde aber dann schnell zur Home Fleet zurückbeordert. Die Warspite wurde beim britischen Angriff auf den norwegischen Erzhafen Narvik eingesetzt und versenkte in der Schlacht um Narvik u. a. einen deutschen Zerstörer. Mehrere Angriffe deutscher U-Boote auf das Schiff blieben aufgrund defekter Torpedos erfolglos. Danach wurde die Warspite wieder ins Mittelmeer verlegt und beteiligte sich zusammen mit ihren Schwesterschiffen Barham und Valiant am 24. März 1941 in der Schlacht bei Kap Matapan an der Versenkung der italienischen Kreuzer Zara, Pola und Fiume.

Im Mai 1941 gehörte das Schiff zur Nachhut von Admiral Andrew Cunningham und nahm an den Kämpfen um Kreta teil. Hierbei wurde das Schlachtschiff am 22. Mai südöstlich von Kythera bei einem deutschen Luftangriff von einer 250-Kilogramm-Bombe getroffen. Die Bombe durchschlug an der Steuerbordseite den Rumpf, explodierte im Kasemattendeck und verursachte einen schweren Brand, welcher wiederum Folgeexplosionen auslöste. Sämtliche 15,2-cm-Geschütze der Mittelartillerie auf der Steuerbordseite sowie die auf dieser Seite stehenden 10,2-cm-Flak wurden durch die Explosionen sowie das Feuer zerstört. Die Besatzung zählte 38 Tote und 31 Verwundete.

Die erheblich beschädigte Warspite musste aus den Kämpfen um Kreta herausgezogen und zur Notreparatur nach Alexandria verlegt werden, wo das Schiff am 24. Mai eintraf. Die endgültige Instandsetzung sollte in den Vereinigten Staaten erfolgen. Am 23. Juni - das Schlachtschiff lag noch in Alexandria - wurde es bei einem deutschen Luftangriff erneut beschädigt. Eine 500-Kilogramm-Bombe schlug nahe dem Heck ins Hafenbecken und verursachte einige leichtere Wassereinbrüche. Dennoch konnte die Warspite am 25. Juni Alexandria verlassen und über Colombo und Sydney in die USA verlegt werden. Ab dem 11. August 1941 wurde das Schlachtschiff in Bremerton eingedockt und einer umfangreichen Reparatur unterzogen, welche erst Ende Dezember 1941 abgeschlossen war. Anschließend diente es bis Anfang 1943 als Flaggschiff der Eastern Fleet im Indischen Ozean.

In der zweiten Jahreshälfte 1943 war das Schlachtschiff an den Landungen in Sizilien und bei Salerno beteiligt. Dabei wurde sie von zwei deutschen Lenkbomben vom Typ Fritz X, abgeworfen vom Kampfgeschwader 100, schwer beschädigt.[2] Eine Bombe schlug direkt hinter dem Schornstein ein und riss den Schiffsboden auf etwa einer Fläche von ca. 6 Meter mal 4 Meter auf. Die andere Bombe schlug als Nahtreffer neben Kesselraum Nr. 5 ein. Dadurch wurden fünf Kesselräume überflutet und alle Kessel außer Betrieb gesetzt. Ohne Dampfdruck, mit fast 5.000 Tonnen Wasser im Schiff und einer Schlagseite von 5° musste sie von zwei US-Schleppern nach Malta eingebracht werden. Die entstandenen Schäden wurden nur provisorisch repariert, damit das Schiff rechtzeitig wieder zur Verfügung stand, um an der Landung in der Normandie teilzunehmen. Mit nur drei einsatzbereiten Geschütztürmen beteiligte sich die Warspite an der Beschießung von stark verbunkerten Landzielen, die Teil des sogenannten Atlantikwalls waren (→ Seekrieg während der Operation Overlord).

Nach langer Dienstzeit in der Flotte wurde sie im März 1946 außer Dienst gestellt. Bei der Fahrt zur Abbruchwerft rissen vor Land’s End die Schleppverbindungen, und sie lief dort auf Grund. Ab 1950 wurde sie dann dort abgewrackt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Stephen W. Roskill: HMS Warspite. The Story of a famous Battleship. Collins, London 1957.
  • Siegfried Breyer: Schlachtschiffe und Schlachtkreuzer 1905–1970. J. F. Lehmanns Verlagsgesellschaft mbH, München 1970.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: HMS Warspite – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Zu den Details des Umbaus siehe: Mike J. Whitley: Battleships of World War Two. An international Encyclopedia. Cassel & Co, London 2001, ISBN 0-304-35957-2, S. 96; Siegfried Breyer: Schlachtschiffe und Schlachtkreuzer 1905–1970. J. F. Lehmanns Verlagsgesellschaft mbH, München 1970, S. 162 ff.
  2. Beschreibung der Schäden nach: Mike J. Whitley: Battleships of World War Two. An international Encyclopedia. Cassel & Co, London 2001, ISBN 0-304-35957-2, S. 102.