Brunn am Gebirge

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Brunn am Gebirge
Wappen von Brunn am Gebirge
Brunn am Gebirge (Österreich)
Brunn am Gebirge
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Niederösterreich
Politischer Bezirk: Mödling
Kfz-Kennzeichen: MD
Fläche: 7,26 km²
Koordinaten: 48° 6′ N, 16° 17′ O48.116.283333333333221Koordinaten: 48° 6′ 0″ N, 16° 17′ 0″ O
Höhe: 221 m ü. A.
Einwohner: 11.509 (1. Jän. 2014)
Bevölkerungsdichte: 1585 Einw. pro km²
Postleitzahl: 2345
Vorwahl: 0 22 36
Gemeindekennziffer: 3 17 04
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Franz Anderle Platz 1
2345 Brunn am Gebirge
Website: www.brunnamgebirge.at
Politik
Bürgermeister Andreas Linhart (SPÖ)
Gemeinderat: (2010)
(33 Mitglieder)
16 SPÖ, 12 L.ÖVP, 2 Grüne, 2 FPÖ, 1 BFB
Lage der Marktgemeinde Brunn am Gebirge im Bezirk Mödling
Achau Biedermannsdorf Breitenfurt bei Wien Brunn am Gebirge Gaaden Gießhübl Gumpoldskirchen Guntramsdorf Hennersdorf Hinterbrühl Kaltenleutgeben Laab im Walde Laxenburg Maria Enzersdorf Mödling Münchendorf Perchtoldsdorf Vösendorf Wiener Neudorf Wienerwald NiederösterreichLage der Gemeinde Brunn am Gebirge im Bezirk Mödling (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Brunn am Gebirge ist eine Marktgemeinde mit 11.509 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2014) im Bezirk Mödling in Niederösterreich.

Geografie[Bearbeiten]

Der Ort liegt an den östlichsten Ausläufern der nördlichen Kalkalpen sowie an dem Staffelbruch des Wiener Beckens (Thermenlinie), direkt an der Wiener Stadtgrenze und an der Südbahn, sodass ein Teil des Ortes am Abhang des Wienerwaldes und der andere Teil schon im Wiener Becken ist. Diese Grenze stellt sich in der Natur ca. mit der Südbahn dar.

Perchtoldsdorf Wien Vösendorf
Gießhübl Nachbargemeinden Wiener Neudorf
Maria Enzersdorf

Geschichte[Bearbeiten]

Ausgrabungen aus der Jungsteinzeit (Neolithikum) belegen, dass das Gebiet bereits 6000 v. Chr. bewohnt war und Brunn damit die älteste bekannte bäuerliche Siedlung Österreichs darstellt. Die Datierung des Neolithikums im zentralalpinen Raum erfolgte aufgrund der Anfang der 1990er Jahre im nördlichen Gemeindegebiet gefundenen Siedlungsüberreste.

Auch Awarengräber, die in Mödling gefunden wurden, lassen darauf schließen, dass zu dieser Zeit das Gebiet bereits bewohnt war. Aufgrund von Ausgrabungen nimmt man an, dass es zur Römerzeit hier eine Veteranensiedlung gab.

Etwa um 1000 dürfte das heutige Ortszentrum entstanden sein. Es nannte sich Prun oder Brun, was so viel wie Brunnen bedeutet. Urkundlich wurde Prunni im 12. Jahrhundert in einer Schenkungsurkunde erstmals erwähnt. Um 1500 stand in Brunn eine Mauer rund um den Ort, die 300 Jahre lang hielt.

Bevölkerungsentwicklung

Volkszählung Einwohner
2011 11.196
2001 9.422
1991 8.573
1981 7.975
1971 7.080

Quelle: Bevölkerungsentwicklung der Statistik Austria

Biertradition[Bearbeiten]

Die Brautradition in Brunn am Gebirge begann bereits 1790 in Form einer Kleinbrauerei. 1847 wurde die 19 ha große "Brunner-Brauerei-Aktien-Gesellschaft" gegründet, die zu einer der größten der damaligen Monarchie aufstieg. Über 200 Beschäftigte brauten mehr als 200.000 hl pro Jahr in den verschiedensten Sorten. 1929 wurde die Brunner Brauerei an die Brau Union verkauft, an deren Liesinger Brauerei angegliedert und hörte auf, als eigenes Unternehmen zu existieren. Ein paar Versatzstücke im Brauereimuseum im Brunner Heimathaus zeugen noch aus dieser Zeit.[1]

Seit 2010 besitzt Brunn jedoch mit der "Bierzauberei", einer kleinen Spezialitätenbrauerei, wieder einen Brauereibetrieb. In Folge des dadurch gestiegenen Interesses am Bier wurde auch der "Brunner Bierkirtag" wieder neu aufgelegt, jedoch ohne großen Erfolg. 2012 fand auf dem Gelände des Business Park Campus21 "Niederösterreichs größtes Oktoberfest" statt, welches jedoch nichts mit Brunner Bier zu tun hatte, sondern von einem österreichischen Bierkonzern gesponsert wurde.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Heute ist nurmehr ein kleiner Teil der Bevölkerung im Weinbau tätig, deren Weingärten an den Hängen des Wienerwaldes liegen. Der Großteil ist in Industriebetrieben und Handelsbetrieben, die sich im Industriegebiet sowie im Campus 21 angesiedelt haben, sowie in Wien tätig. Im Osten von Brunn haben Gewerbebetriebe ihren Standort, so die Kranfirma Prangl und die Pumpenfirma Flow Serve. Auch die österreichische Niederlassung von Scania ist in Brunn ansässig.

Fernwärme[Bearbeiten]

Brunn ist im dicht verbauten Gebiet fast vollständig mit biogener Fernwärme, welche im Biomasseheizkraftwerk Mödling erzeugt wird, aufgeschlossen. Sowohl die öffentlichen Gebäude wie Schulen und Ämter oder Gewerbe- und Industriebetriebe als auch großvolumige Wohnbauten werden mit dieser Fernwärme versorgt.

Verkehr[Bearbeiten]

Zwischen Brunn und Perchtoldsdorf liegt die Wiener Außenringautobahn A 21. Auch zur Südautobahn gibt es eine günstige Verbindung.

Brunn hat gemeinsam mit Maria Enzersdorf eine Haltestelle an der Südbahn, die auf Brunner Gemeindegebiet liegt, aber den Namen Brunn-Maria Enzersdorf (Brunn-Ma. Enzersdorf) trägt. Im Jahr 1998 wurde der vorhandene Bahnhof in eine unbesetzte Haltestelle der ÖBB umgewandelt. Der aus dem Jahr 1862 stammende Bau, dem der Abriss drohte, wurde von der Gemeinde Brunn erworben und revitalisiert.[2]

Infrastruktur[Bearbeiten]

Die Versorgung der Marktgemeinde Brunn am Gebirge mit Strom erfolgt durch die Wien Energie. Die Gasversorgung der Marktgemeinde ist durch die EVN gewährleistet. Aufgrund des geringen Anteils der Eigenversorgung mit Trinkwasser (ca. 2-5 %) liefern der Wasser-Leitungs-Verband der Triestingtal- und Südbahngemeinden sowie die EVN zusätzliches Trinkwasser an die Gemeinde.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Gliedererhof[Bearbeiten]

Im sogenannten „Gliedererhof“ lebte Rudolf Steiner bis zu seiner Berufung nach Weimar als Herausgeber der Naturwissenschaftlichen Schriften Goethes in der Weimarer Ausgabe (Sophien-Ausgabe). Dort schrieb er auch die Einleitungen zu Goethes Naturwissenschaftlichen Schriften in Joseph Kürschners National-Literatur sowie die Grundlinien einer Erkenntnistheorie der Goetheschen Weltanschauung.

Brunn und seine Umgebung um 1872(Aufnahmeblatt der Landesaufnahme)

Kirche[Bearbeiten]

Die Brunner Kirche hat einen bemerkenswerten Grundriss, der Ähnlichkeiten mit dem von Rudolf Steiner entworfenen ersten Goetheanum, einem monumentalen Holzbau in Dornach im Kanton Solothurn in der Schweiz, aufweist. Sie soll von den Baumeistern des Wiener Stephansdomes errichtet worden sein.

Jugendstilreihenhäuser[Bearbeiten]

Die Jugendstilreihenhäuser in Brunn gelten als das einheitlichste Ensemble im Stil der Wiener Secession.


Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Brunn am Gebirge

Söhne der Marktgemeinde[Bearbeiten]

  • Franz Keim (1840–1918), österreichischer Schriftsteller
  • Anton von Kenner (1871–1951), Maler
  • Hans Gál (1890–1987), Komponist
  • Franz Ruhm (1896-1966), österreichischer Fernsehkoch beim ORF
  • Otto Mauer (1907–1973), österreichischer Priester, Kunstsammler und Mäzen
  • Albert Huttary (1908–1978), österreichischer Kommunist und Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus
  • Jakob Fuchs (1911–1944), österreichischer Kommunist und Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus
  • Theo Braun (1922–2006), österreichischer Maler und Grafiker
  • Ernst Vlcek (1941–2008), österreichischer Schriftsteller

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat besteht aus 33 Mitgliedern und setzt sich seit der Gemeinderatswahl 2010 aus Mandaten der folgenden Parteien zusammen:

  • 16 SPÖ – stellt den Bürgermeister (Andreas Linhart)- stellt den 1. Vizebürgermeister (Matthias Müller)
  • 12 L.ÖVP - stellt einen Vizebürgermeister (Gerhard Feichter)
  • 2 Grüne
  • 2 FPÖ
  • 1 Bürger Forum Brunn

Partnergemeinde[Bearbeiten]

Kultur[Bearbeiten]

In Brunn findet seit 2007 das Internationale Brunner Boogie Woogie-Piano&Blues-Festival statt.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Brunn am Gebirge – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Buch-Dokumentation: Die Geschichte der Brunner Brauerei - 1790 bis 1930 - Eine Spurensuche von Dipl. Braumeister Günther Thömmes, erschienen im Selbstverlag, Dez. 2010.
  2. Ein Bahnhof mit neuer Nutzung in der Broschüre NÖ gestalten - Ausgabe 112 abgerufen am 24. Oktober 2012