Hitler – Aufstieg des Bösen

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Hitler – Aufstieg des Bösen (Hitler – The Rise of Evil) ist ein biografisches Filmdrama von Christian Duguay aus dem Jahr 2003.

Handlung[Bearbeiten]

Der Film erzählt das Leben von Adolf Hitler, von seiner Jugend in Linz und Wien über die Erfahrungen als Frontsoldat im Ersten Weltkrieg bis zum Aufstieg zum „Führer und Reichskanzler“. Die letzten Filmminuten zeigen die Vollendung der Machtübernahme der NSDAP nach dem Tod des Reichspräsidenten Hindenburg im August 1934: die Vereinigung des Amtes des Reichskanzlers und des Reichspräsidenten in Hitler sowie die Vereidigung der Reichswehr auf ihn. Der Abspann zeigt Bilder vom Polenfeldzug und Leichenberge in Konzentrationslagern. Es werden Zahlen der im Zweiten Weltkrieg gefallenen Soldaten, der getöteten Zivilisten und ermordeten Juden eingeblendet. Die erste und die letzte Einstellung des Films zeigen das Zitat „Für den Triumph des Bösen reicht es, wenn die Guten nichts tun!“ von Edmund Burke, einem Rechtsphilosophen des 18. Jahrhunderts.

Hintergründe[Bearbeiten]

Der Film wurde in Prag und Wien gedreht, nicht jedoch in München, obwohl er zum großen Teil dort spielt. Zu den Darstellern gehörten Friedrich von Thun, Peter O’Toole und Liev Schreiber. Robert Carlyle spielte die Titelrolle. Ewan McGregor hatte sie zuvor abgelehnt.

Ursprünglich sollte der Film Hitler: Die frühen Jahre (Hitler: The Early Years) heißen. Doch wegen Kritik im Vorfeld und der Befürchtung, Hitler könne in dem Film zu sympathisch wirken, wurden sowohl der Filmtitel als auch Teile des Drehbuches geändert.[2]

Im Fernsehen wurde der Film in zwei Teilen gezeigt.

Historische Ungenauigkeiten und Fehler[Bearbeiten]

Ursprünglich war der Hitler-Biograf Ian Kershaw am Drehbuch beteiligt. Die Produktionsfirma Alliance Atlantis nahm allerdings Eingriffe in Kershaws Vorlage vor, um den Film dramatischer zu gestalten. Die Änderungen befand der Biograf als so fehlerhaft, dass er seinen Namen zurückzog. [3][4] Der Spiegel bezeichnete den Film als „plattes Melodram mit erfundenen Schlüsselszenen - Hitler für Dumme“.[5]

Zu Beginn des Films wird gezeigt, dass Hitlers Vater Alois vor dem Sohn und seiner Mutter Klara zuhause bei einer Mahlzeit stirbt. Tatsächlich starb Alois Hitler auf dem Weg in sein Stammlokal.

Die Darstellung, Hitler habe als Soldat seinen jüdischen Vorgesetzten erpresst, um das Eiserne Kreuz verliehen zu bekommen, ist frei erfunden. Ebenso die Darstellung, er sei nur knapp einer Bombardierung entkommen, weil er seinen Hund verprügeln wollte.

Klara Hitlers Arzt, Dr. Eduard Bloch, wird als chassidischer Jude dargestellt. Tatsächlich war er, wie die meisten Juden in Linz zu dieser Zeit, assimiliert.

Es wird gezeigt, wie Hitler im Mai 1914 mit dem Zug aus Wien nach München flieht. Tatsächlich fand diese Reise ein Jahr früher statt.

Als Ludendorff und Hitler nach dem Putschversuch vor Gericht stehen, klopft der Richter nach amerikanischer Art mit einem Hammer aufs Pult, was bei deutschen Gerichten aber nicht der Brauch ist.

Während der Ernennung Hitlers zum Reichskanzler durch Hindenburg ist an dessen Ordensschnalle die Bandfarbe der Medaille zur Erinnerung an den 1. Oktober 1938 mit der Spange „Prager Burg“ zu erkennen, die erst im Jahr 1938 gestiftet wurde.

Während der Reichstagsdebatte über das Ermächtigungsgesetz schmettern die Abgeordneten der NSDAP die Nationalhymne, woraufhin die Abgeordneten der anderen Fraktionen eingeschüchtert ihren Widerstand gegen das Gesetz aufgeben. Es wird völlig übergangen, dass die Kommunisten bereits verboten waren und dass die SPD-Fraktion gegen das Gesetz gestimmt hat.

Die Fahrzeuge Hitlers der Marke Mercedes haben das falsche Baujahr, sie stammen aus einem späteren Baujahr.

Es werden größtenteils neuere amerikanische Telefonapparate verwendet. In diese Zeit passen die reichsdeutschen Fernsprecher ZB/SA 19, ZB/SA 24 und der W28.

Fritz Gerlich wurde nicht durch die SS zu Tode geprügelt, er starb bei einer Erschießung zusammen mit Paul Röhrbein.

Gregor Strasser wurde durch drei Schüsse in die Schläfe und zwei in den Hinterkopf getötet. Im Film erschießt ein SS-Mann ihn aus einem vorbeifahrenem Auto von vorn.

Kritiken[Bearbeiten]

  • Das Lexikon des internationalen Films bezeichnete den Film als „nicht frei von Spekulationen im privaten Bereich“ Hitlers und als „solide ausgestattet und überzeugend gespielt“, es werde versucht „jede Idealisierung zu vermeiden“.[6]
  • Cinema lobte den Hauptdarsteller, kritisierte das schnelle Erzähl-Tempo und schrieb, dass sich das Drama „strikt an Fakten“ halte.[7]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Der Film erhielt zahlreiche Filmpreise, darunter 2003 zwei Emmys bei sieben Nominierungen.

Synchronisation[Bearbeiten]

Rolle Schauspieler Synchronsprecher
Adolf Hitler Robert Carlyle Jacques Breuer
Klara Hitler Stockard Channing Angelika Bender
Fritz Gerlich Matthew Modine Philipp Moog
Ernst Hanfstaengl Liev Schreiber Marco Kröger
Ernst Röhm Peter Stormare Leon Rainer
Erich Ludendorff Friedrich von Thun Friedrich von Thun
Joseph Goebbels Justin Salinger Frank Röth
Paul von Hindenburg Peter O’Toole Jürgen Thormann
Helene Hanfstaengl Julianna Margulies Madeleine Stolze
Gustav von Kahr Terence Harvey Walter von Hauff
Hermann Göring Chris Larkin Claus Brockmeyer
Rudolf Heß James Babson Manfred Trilling
Friedrich Hollaender Harvey Friedman Claus-Peter Damitz
Anton Drexler Robert Glenister Dieter Memel
Alois Hitler Ian Hogg Michael Rüth
Gregor Strasser Wolfgang Müller Wolfgang Müller
Georg Neithardt George Pensotti Michael Gahr
Eva Braun Zoe Telford Sonja Reichelt

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. auf DVD: Hitler – Aufstieg des Bösen
  2. http://movies2.nytimes.com/movie/287194/Hitler-The-Rise-of-Evil/overview
  3. http://news.scotsman.com/topstories/Author-quits-Hitler-TV-drama.2411127.jp
  4. http://www.popmatters.com/pm/tv/reviews/50211/hitler-the-rise-of-evil/
  5. http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/hitler-dokumentation-das-fucking-groesste-monster-a-249529.html
  6. Hitler – Aufstieg des Bösen im Lexikon des Internationalen Films
  7. Cinema