Hu Jia

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Dieser Artikel beschäftigt sich mit dem Bürgerrechtler und Umweltaktivisten Hu Jia; für den Wasserspringer siehe Hu Jia (Wasserspringer).

Hu Jia (chinesisch 胡佳Pinyin Hú Jiā; * 25. Juli 1973 in Peking) ist ein chinesischer Bürgerrechtler, Umweltaktivist und überzeugter Buddhist.

Leben[Bearbeiten]

Hu Jias Eltern waren Studenten an der Tsinghua-Universität in Peking und der Nankai-Universität in Tianjin, als sie 1957 im Rahmen der Anti-Rechts-Bewegung als „Rechtsabweichler“ verfolgt wurden. Hu Jia selbst schloss 1996 das Studium in Informatik an der Hauptstadt-Universität für Wirtschaft und Handel in Peking ab. Seitdem ist er im Umweltschutz und der Gesundheitsfürsorge engagiert. In den ärmeren Landregionen Chinas wurde Hu Jia auf die Verdrängung des Themas AIDS aufmerksam und gründete mit Freunden eine unabhängige Organisation für medizinische Vorsorge.[1]

Seit 2006 stand Hu Jia inoffiziell unter Hausarrest. 2007 wurden er und seine Frau Zeng Jinyan, die einen Blog führt, für den EU-Menschenrechtspreis nominiert. Kurz nachdem er per Telefonkonferenz am 26. November 2007 vom Unterausschuss Menschenrechte des Europäischen Parlaments angehört worden war,[2] wurde er im Dezember 2007 wegen „Anstiftung zur Untergrabung der Staatsgewalt“ festgenommen, während seine Frau, Zeng Jinyan, sowie ihre kleine Tochter weiter unter Hausarrest stehen. Formell wurde Hu Jia im Februar 2008 verhaftet.[3] Im April 2008 wurde er wegen „umstürzlerischer Machenschaften“ zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt.[4]

Reporter ohne Grenzen nannte Hu Jia „einen der herausragenden Vertreter des friedlichen Kampfes für Meinungsfreiheit in China“. Am 23. Oktober 2008 erkannte ihm das Europäische Parlament den Sacharow-Preis für geistige Freiheit zu.[5]

Amnesty International kritisierte, die Verurteilung Hus widerspreche den Zusagen Pekings, die Menschenrechtslage werde sich vor den Olympischen Spielen verbessern. Die Menschenrechtsorganisation sieht in dem Urteil eine Warnung für andere Aktivisten in China, die es wagen, Menschenrechtsprobleme offen anzusprechen.[6]

Am 26. Juni 2011 endete seine Haftstrafe.[7]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bernhard Bartsch: „Sehr wichtige Störenfriede“. In: Berliner Zeitung, 8. Oktober 2007.
  2. Europäisches Parlament: Sitzungsdokument vom 22. September 2008 des Auswärtigen Ausschusses (PDF-Datei; 597 kB).
  3. China activist formally arrested Meldung der BBC
  4. "Vom "Time Magazine" wird er zu den 100 einflussreichsten Menschen der Welt gezählt. Er tritt in China ein für Aids-Kranke und die Religionsfreiheit. Nun … verurteilt." bei spiegel.de vom 3. April 2008
    Haftstrafe für Kritik an Peking In: Zeit online, vom 4. Apr. 2008
  5. EP Website: Sacharow-Preis 2008 wird an Hu Jia verliehen
  6. http://www.sueddeutsche.de/ausland/artikel/280/166801/
  7. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,770586,00.html
  8. Spiegel Online: Paris provoziert Peking vom 21. April 2008.
  9. Der Standard: Sacharow-Preis geht an chinesischen Dissidenten Hu Jia vom 23. Oktober 2008.

Weblinks[Bearbeiten]

Chinesische Eigennamen Anmerkung: Bei diesem Artikel wird der Familienname vor den Vornamen der Person gesetzt. Dies ist die übliche Reihenfolge im Chinesischen. Hu ist hier somit der Familienname, Jia ist der Vorname.