Illmensee

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Dieser Artikel beschäftigt sich mit der Gemeinde Illmensee, zum gleichnamigen See siehe Illmensee (See), zum gleichnamigen österreichischen Biologen siehe Karl Illmensee.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Illmensee
Illmensee
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Illmensee hervorgehoben
47.8611111111119.3730555555556692Koordinaten: 47° 52′ N, 9° 22′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Tübingen
Landkreis: Sigmaringen
Höhe: 692 m ü. NHN
Fläche: 24,92 km²
Einwohner: 1987 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 80 Einwohner je km²
Postleitzahl: 88636
Vorwahl: 07558
Kfz-Kennzeichen: SIG
Gemeindeschlüssel: 08 4 37 056
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Kirchplatz 5
88636 Illmensee
Webpräsenz: www.illmensee.de
Bürgermeister: Jürgen Hoffmann
Lage der Gemeinde Illmensee im Landkreis Sigmaringen
Alb-Donau-Kreis Bodenseekreis Landkreis Biberach Landkreis Konstanz Landkreis Ravensburg Landkreis Reutlingen Landkreis Tuttlingen Zollernalbkreis Bad Saulgau Beuron Bingen (bei Sigmaringen) Gammertingen Herbertingen Herdwangen-Schönach Hettingen Hohentengen (Oberschwaben) Illmensee Inzigkofen Krauchenwies Leibertingen Mengen Mengen Meßkirch Neufra Ostrach Pfullendorf Sauldorf Scheer Schwenningen (Heuberg) Sigmaringen Sigmaringendorf Sigmaringendorf Stetten am kalten Markt Veringenstadt Wald (Hohenzollern)Karte
Über dieses Bild

Illmensee ist eine Gemeinde im Landkreis Sigmaringen in Baden-Württemberg, rund 17 Kilometer nördlich des Bodensees. Illmensee wird mit seinen 100 Hektar Seenfläche auch Drei-Seen-Gemeinde genannt. Seit 1987 ist Illmensee staatlich anerkannter Erholungsort.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Der Ruschweiler See

Auf der Gemarkung der Gemeinde liegen neben dem gleichnamigen Illmensee auch der Ruschweiler See und der Volzer See. Alle drei Seen sind gemeinsam gegen Ende der letzten Eiszeit, der so genannten Würmeiszeit, entstanden. Der Illmensee ist ein beliebter Badesee, es gibt dort einen Campingplatz.

Ebenfalls auf Gemeindegebiet liegt mit 833 Metern ü. NN. die höchste nicht zur Schwäbischen Alb gehörende Erhebung im Landkreis Sigmaringen, der Höchsten. Der Gipfel liegt rund fünf Kilometer südlich von Illmensee. Ein weiterer Gipfel auf Gemeindegebiet ist der Sturmberg.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Ostrach, Wilhelmsdorf, Deggenhausertal, Heiligenberg, Pfullendorf.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde Illmensee setzt sich zusammen aus dem Dorf Illmensee (mit den Häusern Berghalden, Härte[Herden-]bühl, Im Langenwegacker, Im Sandbühl, Reute und Weiher, dem Weiler Krumbach und Lichtenegg sowie dem aufgegebenen Hof Altlichtenegg im Weiler Lichtenegg), dem Dorf Illwangen (mit den Höfen Birkhof, Höchsten, Rutscherhaus und Waldhäusle, dem Zinken Glashütten, den Häusern Zum Schwanen sowie dem abgegangenen Betzenreute) und dem Dorf Ruschweiler (mit dem Gampenhof, den Häusern Im Kläfflerösch, Im Pfisteri, Im Sturmberg, In den Bachäckern, In den Furtäckern [Hungerberg], die Dörfer Judentenberg und Neubrunn, den Volzenhöfen sowie den abgegangenen Ruschried und Seligenstatt bei Judentenberg).[2]

Wappen Ortsteil Einwohner Fläche
Illmensee Illmensee (Kernort)  ?  ?
Illwangen Illwangen  ?  ?
Wappen von Ruschweiler Ruschweiler  ?  ?

Geschichte[Bearbeiten]

Ein künstlicher Damm und der Gehöftname „Weiher“ bzw. „Weiherhöfe“,[3] westlich von Illmensee und südlich von Volzen, sowie „Krumbach“ geben noch Auskunft über die Rolle, die Fischzucht und Fischfang an Andelsbach und Krumbach seit dem Mittelalter gespielt haben.

Im Rahmen der Gebietsreform in Baden-Württemberg wurden am 1. September 1971 die beiden Gemeinden Illwangen und Ruschweiler nach Illmensee eingemeindet. Nach Bildung der neuen Gemeinde Wilhelmsdorf am 1. Januar 1973 wurden die ehemals zur Gemeinde Illwangen gehörenden badischen Ortsteile Höhreute mit den Höfen Sack und Wanne sowie Niederweiler und Tafern mit Wirkung zum 1. Mai 1973 der neuen Gemeinde Wilhelmsdorf und damit dem Landkreis Ravensburg zugeordnet.

Religion[Bearbeiten]

Die Bevölkerung Illmensees ist mehrheitlich römisch-katholisch. Die katholische Pfarrgemeinde am Illmensee ist seit dem Jahr 1275 urkundlich belegt und gehört zur Seelsorgeeinheit Oberer Linzgau im Dekanat Sigmaringen-Meßkirch des Erzbistums Freiburg an. Des Weiteren gibt es eine evangelische Minderheit, die der evangelischen Kirchengemeinde Pfullendorf angehört. Diese gehört über den Kirchenbezirk Überlingen-Stockach der Evangelischen Landeskirche in Baden. Seit 1993 gibt es in Illmensee eine Freie Christengemeinde.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Die Kommunalwahlen in Baden-Württemberg 2009 vom 7. Juni 2009 führten bei einer Wahlbeteiligung von 65,3 % (- 0,1) zu folgendem Ergebnis:[4][5]

Partei / Liste Stimmenanteil +/- Sitze +/-
FWG 51,9 % + 4,7 7 + 1
CDU 43,2 % - 9,6 5 - 1
Forum Illmenseer Zukunft 4,9 % + 4,9 0 -

Bürgermeister[Bearbeiten]

Bürgermeister der Gemeinde Illmensee ist Jürgen Hoffmann. Er trat am 2. Januar 2012 sein Amt als Nachfolger von Bernhard Stadler an. Die offizielle Amtseinsetzung fand am 10. Januar 2012 statt.[6] Da die Bürgermeisterwahl am 9. Oktober 2011 für keinen der drei Kandidaten eine absolute Mehrheit brachte, wurde am 23. Oktober ein zweiter Wahlgang nötig,[7] bei dem Jürgen Hoffmann mit 58,1 Prozent der Stimmen zum Bürgermeister gewählt wurde.[8]

  • Thomas Braun
  • bis 1987: Xaver Reis
  • 1988–2011: Bernhard Stadler
  • seit 2012: Jürgen Hoffmann

Wappen[Bearbeiten]

Illmensee Wappen.png

Das Wappen von Illmensee zeigt in Rot gehalten über einem goldenen Dreiberg einen springenden silbernen Fisch.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die Gemeinde Illmensee bildet zusammen mit der Stadt Pfullendorf und den Gemeinden Ostrach, Wald und Wilhelmsdorf die 1999 gegründete Ferienregion „Nördlicher Bodensee“.[9]

Bauwerke[Bearbeiten]

  • Die katholische Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt von Illmensee zeigt stilistische Mittel der Spätgotik und stammt in ihrer heutige Form von 1860. Die Altarblätter sind vom bekannten Schweizer Kirchenmaler Melchior Paul von Deschwanden.
  • Im Weiler Krumbach befindet sich die Vituskapelle, eine 1611 gestiftete Wegkapelle.
  • Im Ortsteil Judentenberg befindet sich die Kapelle des Heiligen Martin, eine um 1051 erstmals erwähnte und im Stil der Spätgotik dastehende Kapelle. Die Fresken stammen aus dem 14. Jahrhundert und das Gestühl aus dem 16. Jahrhundert.[10]
  • Im Weiler Mariahof bei Illwangen befindet sich die katholische Lorettokapelle Mariä Heimsuchung. Im Kontext des gegenreformatorischen Lorettokults während und in den Jahrzehnten nach dem Dreißigjährigen Krieg geht die 1670 erbaute Kapelle im seinerzeit fürstenbergischen Untertanenort Illwangen auf eine Stiftung des wohlhabenden salemischen Lehensbauern Blasius Fetscher auf dem Gelände seines Hofes zurück. Dem allerdings erst 1727 beurkundeten Willen des Stifters zufolge sind in der Kapelle regelmäßig Messen zum Seelenheil der Familie Fetscher zu feiern, erwartet die Pilger zu der rasch aufblühenden Marienwallfahrt Brot und Wein als Stärkung und sollen die Stiftungsüberschüsse an die Armen und Kranken der Umgebung verteilen. Während der Spitzbogen und das Tonnengewölbe noch in frühere Kunstepochen verweisen, zeigt sich der Innenraum in einem schlichten barocken Gewand. Von der ursprünglichen Ausstattung der Kapelle hat sich eine wohl aus dem 18. Jahrhundert stammende ausdrucksstarke Kreuzigungsgruppe erhalten.[11]
  • In Ruschweiler befindet sich eine 1908 erbaute, der „Maria, Mutter der immerwährenden Hilfe“ geweihte Kapelle der katholischen Pfarrgemeinde Illmensee-Ruschweiler, die seit Jahren für evangelische Gottesdienste zur Verfügung gestellt wird.
  • Rund 500 Meter südwestlich des Illmenseeer Ortsteils Lichtenegg finden sich in Spornlage geringe Mauerreste der hochmittelalterlichen Burgstelle Alt-Lichtenegg. Rund 300 Meter westlich des Dorfes befand sich ebenfalls in Spornlage die spätmittelalterliche Burgstelle Neu-Lichtenegg, von der sich Grabenreste erhalten haben.
  • In Richtung Birkhof befindet sich ein Stein, der zusammen mit der Stadt Illmensee in Russland als Kriegerdenkmal unterhalten wird.

Sonstiges[Bearbeiten]

  • Der „Hydranten-Wanderweg“ ist einzigartig in Deutschland: Von Künstlern bemalte Hydranten stellen Figuren dar, die die Wanderer auf zwei verschiedenen Routen durch die Gemeinde führen. Die südliche Route ist fünf Kilometer lang. Sie führt von Illmensee nach Illwangen und am Ufer des Illmensees wieder zurück. Auf dieser Route sind zum Beispiel ein Lehrer, ein bunter Clown, ein Polizist, ein Pirat sowie Oma und Opa postiert. Die nördliche Route – rund acht Kilometer lang – führt von Ruschweiler über Judentenberg zurück nach Ruschweiler. Hier begegnet man zum Beispiel sportlichen Rennfahrern, Indianern, Waldhexen, Jägern und Reitern.[12]
  • Vom Aussichtspunkt am Höchsten, einem Holzpavillon, hat man bei klarer Sicht guten Blick auf die Bodenseeregion und die Alpenkette von Zugspitze bis ins Berner Oberland. In wolkenloser Nacht ist das Streulicht der Städte der Umgebung in dieser Höhe so gering, dass von hier Sterne sehr gut beobachtbar sind. Vom Aussichtspunkt führt der „Schwäbische-alemannische Mundartweg“, ein Rundweg, der Skulpturen und Tafeln mit typisch schwäbisch-alemannischen Redewendungen zeigt, 200 Meter zum Berggasthof Höchsten und wieder zurück.[3]

Sport[Bearbeiten]

Zielregion StoppOmat

Auf dem Gemeindegebiet befindet sich der Stoppomat, die erste permanente Anlage für Rad-Bergzeitfahren in Deutschland. Die Anlage befindet sich am Höchsten, der mit 833 Metern Höhe die höchste Erhebung im Bodenseekreis ist. Die Zielstation steht auf 830 m ü. NN beim Ortsteil Glashütten.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Der Öffentliche Nahverkehr wird durch den Verkehrsverbund Neckar-Alb-Donau (NALDO) gewährleistet. Die Gemeinde befindet sich in der Wabe 448. Sie ist die südlichste des Verkehrsverbundes. Seit 1. Januar 2009 gehört Illmensee auch zum Bodensee-Oberschwaben Verkehrsverbund (bodo).

Telekommunikation[Bearbeiten]

Auf dem Höchsten befindet sich ein Sendemast der Deutschen Telekom AG (Sender Ravensburg).

Windkraft[Bearbeiten]

Seit Februar 1997 wurden im "Windpark Sturmberg" 3 Nordex N 54 Windkraftanlagen in Betrieb genommen.

Der Regionalverband Bodensee-Oberschwaben hat mit dem Standort Judentenberg eines von nur drei Vorranggebieten im Teilregionalplan Windenergie für bedeutsame Windkraftanlagen ausgewiesen.[13][14]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

  • 1951, 7. September: Wendelin Rauch (1885–1954), katholischer Theologe; war von 1948 bis 1954 Erzbischof von Freiburg[15][16]
  • 1988, 8. Januar: Xavier Reis, Bürgermeister a.D.[17]
  • 2013, 11. April: Bernhard Stadler, Bürgermeister a. D.[18]

Literatur[Bearbeiten]

  • Juro Marcinkovic: Heimat an den drei Seen. Die Geschichte von Illmensee. Thorbecke, Sigmaringen 1985, ISBN 3-7995-4086-5.
  • Olaf Brandt (Hrsg.): Illmenseer Erzählungen – Geschichten von Jung und Alt. Gemeinde Illmensee, 2010,

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Vgl. Verwaltungsraum Pfullendorf. In: Landesarchivdirektion Baden-Württemberg (Hrsg.): Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band VII: Regierungsbezirk Tübingen. Verlag W. Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-004807-4, S. 843–845. (Illmensee)
  3. a b Von Illmensee zum Höchsten. In: Wanderbar …die schönsten Routen. Erlebnis Kreis Sigmaringen. Landratsamt Sigmaringen, Druckerei Schönebeck, Meßkirch, S. 34–36.
  4. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg
  5. Südkurier
  6. Siegfried Volk (siv): Ein echter Bürgerfreund geht. In: Südkurier. vom 22. Dezember 2011.
  7. Zweiter Wahlgang in Illmensee notwendig. In: Südkurier vom 9. Oktober 2011.
  8. Jürgen Hoffmann wird neuer Bürgermeister. In: Südkurier vom 23. Oktober 2011.
  9. Gemeinsam für den Tourismus. In: Südkurier vom 5. Dezember 2011.
  10. Gudrun Beicht (bei): Treffen der Geschichtsfreunde. In: Südkurier vom 26. Juni 2008.
  11. Löbe: Konzert in Lorettokapelle. In: Südkurier vom 12. Mai 2010.
  12. Waldhexen, Piraten und Polizisten – der Hydrantenweg. In: Wanderbar …die schönsten Routen. Erlebnis Kreis Sigmaringen. Landratsamt Sigmaringen, Druckerei Schönebeck, Meßkirch, S. 32f.
  13. Gerd Ahrendt (ahr): Umstrittene Gebiete. In: Südkurier vom 10. Juli 2010.
  14. Gerd Ahrendt (ahr), Hermann-Peter Steinmüller (hps): Gegenwind in Oberschwaben. In: Südkurier vom 10. Juli 2010.
  15. Sabine Hug (hug): Denkmal für Ehrenbürger. In: Südkurier vom 27. Oktober 2011.
  16. Sabine Hug (hug): Ehrendenkmal für Wendelin Rauch. In: Südkurier vom 13. Dezember 2011.
  17. Steffan: „Xavier Reis Ehrenbürger der Drei-Seen-Gemeinde“. In: „Südkurier“ vom 11.Januar 1988
  18. Gudrun Beicht: Bernhard Stadler zum Ehrenbürger ernannt. In: Südkurier vom 12. April 2013

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Illmensee – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien