Veringenstadt

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Veringenstadt
Veringenstadt
Deutschlandkarte, Position der Stadt Veringenstadt hervorgehoben
48.1783333333339.2119444444444631Koordinaten: 48° 11′ N, 9° 13′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Tübingen
Landkreis: Sigmaringen
Höhe: 631 m ü. NHN
Fläche: 31,25 km²
Einwohner: 2200 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 70 Einwohner je km²
Postleitzahl: 72519
Vorwahl: 07577
Kfz-Kennzeichen: SIG
Gemeindeschlüssel: 08 4 37 114
Stadtgliederung: 3 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Im Städtle 116
72519 Veringenstadt
Webpräsenz: www.veringenstadt.de
Bürgermeister: Armin Christ
Lage der Stadt Veringenstadt im Landkreis Sigmaringen
Alb-Donau-Kreis Bodenseekreis Landkreis Biberach Landkreis Konstanz Landkreis Ravensburg Landkreis Reutlingen Landkreis Tuttlingen Zollernalbkreis Bad Saulgau Beuron Bingen (bei Sigmaringen) Gammertingen Herbertingen Herdwangen-Schönach Hettingen Hohentengen (Oberschwaben) Illmensee Inzigkofen Krauchenwies Leibertingen Mengen Mengen Meßkirch Neufra Ostrach Pfullendorf Sauldorf Scheer Schwenningen (Heuberg) Sigmaringen Sigmaringendorf Sigmaringendorf Stetten am kalten Markt Veringenstadt Wald (Hohenzollern)Karte
Über dieses Bild

Veringenstadt ist eine Stadt im Landkreis Sigmaringen in Baden-Württemberg.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Veringenstadt liegt im Tal der Lauchert, eines Nebenflusses der Donau, zwischen Gammertingen und Sigmaringen. Die Gemeindefläche beträgt 3125 Hektar.[2]

Geologie[Bearbeiten]

Die Gemeinde Veringenstadt liegt geologisch am sogenannten Lauchertgraben-Einbruch. Östlich von Veringendorf ist ein versteinertes Schwammriff zu erkennen, das vor 140 Millionen Jahren entstand.[3]

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde besteht aus der Kernstadt Veringenstadt und den Stadtteilen Hermentingen und Veringendorf.

Wappen Stadtteil Einwohner
(Stand: 15. Januar 2011[2])
Fläche
Veringenstadt Veringenstadt (Kernstadt) 1611 1523 ha
Hermentingen Hermentingen 147 488 ha
Veringendorf Veringendorf 504 1052 ha

Geschichte[Bearbeiten]

Blick über Veringenstadt
Pfarrkirche St. Nikolaus in Veringenstadt
Postkarte mit St. Michaelskirche in Veringendorf, 1914

Bereits in vor- und frühgeschichtlicher Zeit war das Gebiet der heutigen Gemeinde Veringenstadt besiedelt. Hier fanden sich in den umgebenden Höhlen die einzigen Spuren des Neandertalers aus der Zeit vor etwa 50.000 Jahren der Region.[4] Unter anderem Faustkeile aus der Göpfelsteinhöhle.[5] Weiterhin fanden sich 1934 in der Niklaushöhle Steinwerkzeuge und Tierknochen des Magdalénien (18.000 bis 12.000 v. Chr.).[3] Bei den Grabungen von Eduard Peters (1869-1948) kamen Zähne, Knochen und Steinwerkzeuge zum Vorschein.[6]

Nachfahren der Grafen von Altshausen, Gaugrafen im Eritgau im nördlichen Oberschwaben, errichteten in der Nähe des Dorfes Veringen (heute Veringendorf) eine Burg und nannten sich fortan Grafen von Veringen. Durch gezielte Ansiedlung von Bevölkerung aus den umliegenden Weilern gelang etwa um 1250 die Stadtgründung von Veringen (heute Veringenstadt). Rudolf von Habsburg verlieh dem Ort 1285 die Marktgerechtigkeit und erwarb die Grafschaft 1291. Seine Nachfolger verpfändeten die Grafschaft und mit ihr ging Veringenstadt nur wenige Jahre später an die Veringer zurück. Graf Heinrich von Veringen verkaufte das Pfand 1344 und 1359 an die Württemberger Verwandten, die sie wiederum 1399 an den in Trochtelfingen residierenden Grafen Eberhard von Werdenberg verpfändeten. Im Jahre 1459, nach einer Heirat zwischen den beiden Familien, verzichtete Württemberg auf sämtliche Ansprüche, wodurch Graf Johann von Werdenberg zum direkten Pfandnehmer von Habsburg-Österreich avancierte. Christoph von Werdenberg verstarb 1534, ohne männliche Nachkommen zu hinterlassen. Österreich zog das Pfand sofort an sich, um es 1535 dem Grafen Karl I. von Zollern zu Lehen zu geben. Bei der zollerischen Erbteilung 1576 kam die Grafschaft Veringen zur Sigmaringer Linie, die das österreichische Lehnsrecht erst mit der Auflösung des Reiches 1806 abschütteln konnte.

Nach dem Dreißigjährigen Krieg (1618–1648) wurden um das Jahr 1650 Bauernfamilien aus Tirol für Veringenstadt angeworben und hier angesiedelt.[7] Heute noch heißt ein Viertel des Lauchertstädtchens „Tirol“.[8] Eine sehr strenge Selektion wurde aufgrund der Konfessionszugehörigkeit getroffen.[9] Um das Jahr 1750 gab es kaum genug zum Essen, und so wanderten viele Familien in die östlichen Provinzen des Habsburger-Reiches ab, und zwar ins Donaubecken[8], nach Ungarn[7] und in das Banat[7], und nach Russland[8] aus. Weitere 100 Jahre später kam es zu einer weiteren Auswanderungswelle[7]: Veringenstadt wurde 1850 als Teil des Fürstentums Hohenzollern-Sigmaringen preußisch und gehörte in der Provinz Hohenzollernsche Lande zum Oberamt Gammertingen. Die Hungersnot und die Angst vor dem preußischen Militärdienst im fernen Koblenz trieb die jungen Männer nach Amerika[8]. Im 18. und 19. Jahrhundert wurden mittels Schacht- und Stollenanlagen Bohnerze, eisenhaltige Verwitterungsprodukte des Jurakalks, abgebaut.[3]

Seit 1945 gehörte der Ort zu Württemberg-Hohenzollern, das 1952 in Baden-Württemberg aufging. Nach dem Zweiten Weltkrieg hat sich die Einwohnerzahl von Veringenstadt in den 1950er Jahren unter dem damaligen Bürgermeister Stephan Fink durch die Aufnahme von Heimatvertriebenen nahezu verdoppelt.[7] Keine andere Gemeinde in Baden-Württemberg nahm mehr Aussiedler, Flüchtlinge und Vertriebene aus den Ostgebieten auf.[8] Ab 1956 kamen Gastarbeiter aus Italien nach Veringenstadt.[8] Diese Entwicklung hielt in den 1960er und 1970er Jahren an.[7] Das soziale und konfessionelle Bevölkerungsgefüge veränderte sich durch Zustrom und die Eingliederung der Heimatvertriebenen, so dass Veringenstadts Einwohnerstruktur, Kultur- und Vereinsleben in besonderer Weise von den „Flüchtlingen“ geprägt worden ist.[10]

Seit der Reform der baden-württembergischen Landkreise zum 1. Januar 1973 gehört Veringenstadt mit Veringendorf zum Landkreis Sigmaringen. Am 1. Februar 1972 wurde Hermentingen eingemeindet. Die Eingemeindung von Veringendorf erfolgte am 1. Januar 1975.

Politik[Bearbeiten]

Rathaus

Gemeinderat[Bearbeiten]

Die Kommunalwahlen in Baden-Württemberg 2009 vom 7. Juni 2009 führte bei einer Wahlbeteiligung von 61,5 % (+ 8,5) zu folgendem Ergebnis:[11]

Partei / Liste Stimmenanteil +/- Sitze +/-
FI 37,1 % + 37,1 - -
UL 32,9 % + 32,9 - -
FB 30,0 % + 30,0 - -

Bürgermeister[Bearbeiten]

Am 19. Dezember 2010 wurde Armin Christ mit bei einer Wahlbeteiligung von 42,34 Prozent in seinem Amt als Bürgermeister von Veringenstadt bestätigt.[12]. Am 14. März 2011 wurde Christ auf die zweite Amtszeit verpflichtet.[13] Er wurde erstmals am 22. Dezember 2002 gewählt und löste am 17. März 2003 Herbert Krapf ab, der dieses Amt 24 Jahre lang bis zu seinem Ruhestand bekleidet hatte.

  • 1945–1966: Stephan Fink (CDU)
  • 1966–1978: Harald Müller
  • 1978–2002: Herbert Krapf (CDU)
  • seit 2003: Armin Christ (CDU)

Ortsvorsteher[Bearbeiten]

Zu Ortsvorstehern sind in Veringendorf Josef Haug und in Hermentingen Herbert Clus bestellt.[2]

Wappen[Bearbeiten]

Wappen Veringenstadt.svg

Das Wappen von Veringenstadt zeigt in Gold gehalten, unter einer liegenden roten Hirschstange, einen roten Löwen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Innenansicht der St.-Nikolaus-Kirche
St.-Michaels-Kirche in Veringendorf
Innenansicht der St.-Michaels-Kirche
Wallfahrtskirche Maria Deutstetten

Veringenstadt liegt an der Hohenzollernstraße und ist Teil der Ferienregion „Im Tal der Lauchert“.

Museen[Bearbeiten]

  • Im Rathaus von 1415 (ältestes Rathaus von Hohenzollern), befindet sich im Obergeschoss das Heimatmuseum. Dort ist neben prähistorischen Funden und anderen Sehenswürdigkeiten auch das „Hexen-Hemd“ zu sehen, das Anna Bader als Opfer der letzten Hexenverbrennung in Veringenstadt bei ihrer Verurteilung tragen musste.
  • Strübhaus - Haus der Malkunst, um 1500 erbaut: Ehemaliges Wohnhaus und Werkstatt der Malerfamilie Strüb „Meister von Veringen“. Das Gebäude am Kirchberg ist heute ein Museum mittelalterlicher Malkunst.
  • In der ehemaligen Mühle, die es seit Jahrhunderten an dieser Stelle gibt, wurde ein privates Wohnmuseum geschaffen. Aus der Zeit um 1250 stammt der erste schriftliche Beleg einer Mühle in Veringenstadt. Die Mühle war gebannt, was bedeutet, dass die Bürger der Mühle verpflichtend zugewiesen wurden, um ihr Korn mahlen zu lassen. Während des Dreißigjährigen Krieges wurde die Herrschaftsmühle zur Stadtmühle und speziell in Veringenstadt im Jahr 1711 zur Spitalsmühle, dann im Jahr 1841 zur Privatmühle. Die erste Veringenstädter private Müllersfamilie hieß Endris. Als dann Maria Endris einen Schmied heiratete, ging die Mühle auf diesen Namen über. In dem historischen Gebäude wurde bis zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts im unteren Bereich das Korn gemahlen und oben gewohnt. 1901 entstand die Wohnung neben der Mühle, und die Mühle selbst, für die nun vier Stockwerke zu Verfügung standen, konnte modernisiert werden. Bis 1924 lieferte das Wasserwerk auch den Strom für Veringenstadt. Ende der 1960er Jahre wurde der Mühlenbetrieb hier eingestellt und 1968 verkaufte Müller Schmid das markanteste Zeichen der Veringenstädter Mühle, das Mühlrad. Da sich kein Käufer für die Mühle fand wurde sie aufwändig renoviert. Die verbliebenen Maschinen, Säcke, Siebe, Messgefäße, Fotos und Dokumente bilden nun den Grundstock für das kleine Mühlenmuseum, das Jutta Schmid-Glöckler mit ihrer Familie hier eingerichtet hat.[14]

Bauwerke[Bearbeiten]

Veringenstadt ist geprägt durch einen mittelalterlichen Kern mit Fachwerkhäusern, Burgruine und sakralen Bauwerken:

  • Die Wallfahrtskirche Maria Deutstetten ist zugleich Friedhofskapelle. Ihre Ausstattung stammt aus dem 18. Jahrhundert.
  • Die Kirche St. Nikolaus geht auf einen Vorgängerbau zurück. Der Turm stammt aus dem 13. Jahrhundert, das Schiff erst aus dem Jahr 1862, die Sakramentsnische aus Sandstein ist aus dem 15. Jahrhundert. Sie beheimatet gotische und barocke Schnitzwerke.
  • Das Rathaus von Veringenstadt wurde um 1415[A 1] errichtet und ist auch heute noch Sitz der Stadtverwaltung. Es ist somit das älteste Rathaus Hohenzollerns mit kontinuierlicher kommunaler Nutzung. Das Gebäude wurde im 19. Jahrhundert umgebaut und verputzt. Im Erdgeschoss war früher eine offene Markthalle. Im oberen Geschoss befand sich die Getreidehalle. Die Renovierung und Freilegung des alemannischen Fachwerks fanden ihren Abschluss zu den Veringer Festtagen 1977.[15] Alle Geschosse werden von spätgotischen Holzsäulen durchzogen, die bei der Grundsanierung des Gebäudes um das Jahr 2000 sichtbar gemacht wurden.[16] Vor dem Rathaus steht der Rathausbrunnen, er ist Jakob Strüb gewidmet.
  • Die frei zugängliche Burgruine Veringen war vermutlich eine Gründung von Graf Marquard von Veringen um das Jahr 1100/30 auf dem so genannten „Burgberg“, einem Bergrücken hinter der Pfarrkirche. Sie wurde bis zu ihrer Zerstörung im Jahr 1633 durch die Schweden unter General Horn von den Grafen von Veringen und dem Haus Württemberg bewohnt. Teile von Außen- und Innenturm noch erhalten. Die Burg weist Kleinquader- und Buckelquadermauerwerk auf.
  • Neben der Burgruine befindet sich die Burgkapelle St. Peter aus dem 12. Jahrhundert mit Fresken und Apsismalereien von Hans und Jakob Strüb aus dem Jahre 1515. Das Kruzifix stammt aus dem 15. Jahrhundert. Die Kapelle wurde im Jahr 1704 verändert.
  • Die Kirche St. Gallus im Ortsteil Hermentingen stammt aus dem 14. Jahrhundert. Umgebaut wurde sie im 17. Jahrhundert. Die Wandfresken datieren ins 15. Jahrhundert. Der ländliche Altar mit Knorpelschnitzereien ist vom Schreiner und Altarbauer Baltus Widmann aus Hettingen.
  • Die Kirche St. Michael im Ortsteil Veringendorf ist die älteste Kirche Hohenzollerns. Ihr Chor und die romanische Doppelturmanlage rühren ursprünglich aus einer Zeit um 1000.[17] Ursprünglich handelte es sich um eine dreischiffige romanische Basilika mit Chor und Türme.[18] Die Fresken im Chor entstanden um 1320.[19] Die Kirche wurde 1400 erweitert, das Schiff stammt aus dem Jahr 1732.[20]
  • Neben der Kirche steht das historische Pfarrhaus von Veringendorf, ein aufwändiger Bau aus dem Jahre 1739, in dem unter anderem Franz Xaver Dieringer als Pfarrer wohnte.[21]
  • Das Pesttürmchen von Veringendorf erinnert an eine schreckliche Zeit.[22]
  • Elektrizitätswerk (Gebr. Haux 1902) in Veringendorf[23]
  • Das Wasserwerk Hermentingen bereitet das Wasser der Gallusquelle, der größten Karstquelle Hohenzollerns, in Trinkwasser auf.[24]
  • Neandertaler-Skulptur
  • Rundweg entlang von Erzgruben, in denen bis Anfang des 20. Jahrhunderts Bohnerz abgebaut wurde
  • Lehrpfad „Lebendige Lauchert“
  • Elternhaus von Kardinal Karl Lehmann
  • Eine 1989 geschaffene Bronzeplastik der Künstlerin Monika Geiselhart erinnert an die Begrüßung und Aufnahme von Heimatvertriebenen in Veringenstadt mit den Wappen der Herkunftsländern.[25]
  • Das historische Veringendorfer Bahnhofsgebäude stammte aus der Erbauungszeit der Bahnlinie (um 1910) der Hohenzollerischen Landesbahn und wurde trotz Denkmalschutzes Anfang des Jahres 2011 abgerissen.[26]

Naturdenkmäler[Bearbeiten]

Wasserfall Gieß
Wanderweg nach Veringenstadt
  • Um Veringenstadt gibt es 34 Höhlen[6]: Göpfelsteinhöhle (Göpfelberghöhle), Hagentorhöhle, Nikolaushöhle, Mühlberg-Höhle, Anna-Kapellen-Höhle. Zahlreiche Funde in diesen Höhlen, die auf den Zeitraum 100.000-60.000 v. Chr. datiert werden konnten, dokumentieren das Leben zu jener Zeit. Sie dienten dem Neandertaler im Tal der Lauchert als Wohnraum und Winterquartier. Im Jahre 2004 wurde in der Mühlberghöhle ein Höhleninformationszentrum eingerichtet, das umfassende Informationen über die Höhlen in Veringenstadt enthält.
  • Der Wasserfall Gieß in Veringendorf war, nach der Wassermenge und der Höhe der Kalktuffbarre, der größte Wasserfall der Schwäbischen Alb. Der Wasserfall wurde durch den Bau eines E-Werks in den 1920er Jahren erheblich beeinflusst.
  • Die Gallusquelle am Ortsende von Hermentingen ist die größte Quelle Hohenzollerns. Die Austrittsstelle liegt im Kreuzungsbereich geologischer Störungssysteme (Lauchertgraben und Hohenzollerngraben). Sie hat ein unterirdisches Einzugsgebiet von 45 Quadratkilometern und tritt in den eiszeitlichen Talablagerungen aus. Im unmittelbar neben der heutigen Quellfassung gelegenen ehemaligen Backhäuschen hat die Landesanstalt für Umweltschutz eine Messapparatur zur Bestimmung der Rohwassergüte untergebracht. Knapp 50.000 Menschen versorgt diese Quelle mit Trinkwasser.[27]
  • Der etwas außerhalb im Wald gelegene heimatgeschichtliche Rundweg zeigt an Stationen Bohnerzabbau, Schwammriff und alte Siedlungsstätte. Direkt im Altstadtbereich verläuft der Ufer-Lehrpfad „Lebendige Lauchert“ mit vielen Informationen rund um den Fluss Lauchert, sowie seine Pflanzen- und Tierwelt.
  • Vom Naturbeobachtungsturm bei Hermentingen besteht eine gute Aussicht auf das Biotop Buchwiesen.

Vereine[Bearbeiten]

  • Vereine gibt es insgesamt mehr als 30, wobei der TSV mit derzeit 450 Mitgliedern der größte ist (Stand: 15. Januar 2011).[2]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Nach alter Tradition endet nach dem ersten Sonntag nach Aschermittwoch die Fasnet und die Fastenzeit beginnt. Die Kräuterhexen aus Veringenstadt nehmen dies alljährlich zum Anlass, den Winter mit einem Funkenfeuer auszutreiben. Hierzu werden beim Kalkofen eingesammelte Christbäume zu einem Turm aufgeschichtet und angezündet.[28]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Die Lauchertalgemeinden Veringenstadt und Veringendorf wurden durch Errichtung der Bahnstrecke Kleinengstingen–Sigmaringen für den überregionalen Verkehr erschlossen. Da das Tal schmal und die Anstiege steil waren, wurde der Göpfelstein (48° 11′ N, 9° 13′ O48.1800277777789.2099027777778) bei Veringenstadt getunnelt. Der 91 Meter lange Eisenbahntunnel wurde durch italienische Spezialarbeiter gebaut. Der erste Zug passierte den Veringen-Tunnel an Weihnachten 1907, 1908 wurde die Strecke eröffnet.[29][30]

Die Bundesstraße 32 führte ursprünglich durch die Veringenstädter Ortsmitte. Zur Entlastung der Stadt gab es etwa seit 1965 die Idee eines Tunnels. Zwischen 1975 und 1980 wurde dann parallel zum Eisenbahntunnel ein Autotunnel gebaut. Heute passieren täglich rund 5000 Fahrzeuge den Schlossbergtunnel, der hier auch den Verkehr der Bundesstraße 313 aufnimmt. 2011 gab es umfangreiche Sanierungsmaßnahmen, der Tunnel wurde auf seine Statik hin überprüft und mit modernen Sicherungseinrichtungen ausgerüstet.

Der Öffentliche Nahverkehr wird durch den Verkehrsverbund Neckar-Alb-Donau (NALDO) gewährleistet. Die Gemeinde befindet sich in der Wabe 442.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Die SchwörerHaus KG unterhält in Veringenstadt ein Werk zur Fertigung von Kastell-Massivhäusern, Decken, Beton-Fertigteilen, Schornsteinen und VARIAX-Spannbeton-Hohldecken.

Bildung[Bearbeiten]

Es gibt zwei Schulen im Kernort: eine Grundschule und seit dem Schuljahr 2010/2011 eine Außenstelle der Werkrealschule Gammertingen.[2] Das Schulhaus der Alb-Lauchert-Schule in Veringenstadt, eine Grund- und Hauptschule, wurde 1953 gebaut.[8] In Veringenstadt gibt es eine Tagesstätte mit Ganztagesbetreuung, in Veringendorf einen Kindergarten, der auch Kinder unter drei Jahren aufnimmt.[2]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

  • Adolf Rösch (*31. August 1869; † 1962), Theologe und promovierter Jurist, studierte in Freiburg und Eichstätt, 1932 zum Generalvikar im Bistum Freiburg berufen, vorher Landtagsabgeordneter, erhielt am 2. Januar 1933 das Ehrenbürgerrecht.[31] [32]
  • Ildefons Deigendesch (1880-1953), geboren in Veringenstadt, Pater, Missionar der Abtei St. Andrè in Belgien, wurde 1932 zum Generalvikar von Rio Branco, Brasilien ernannt,[33] erhielt am 2. Januar 1933 das Ehrenbürgerrecht.[34]
  • Stefan Fink (* 2. September 1908; † 12. August 2000), Bürgermeister von 1945 bis 1966 und Unternehmer. Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande und der Verdienstmedaille des Landes Baden-Württemberg.
  • Herbert Krapf, Altbürgermeister
  • 1977, Erwin Zillenbiller (* 22. September 1925 in Veringenstadt), Honorarprofessor an der Universität Stuttgart in der Fakultät Architektur und Stadtplanung mit Doktorwürde, Autor und Leiter des Strübhaus, Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande und der Verdienstmedaille des Landes Baden-Württemberg

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Persönlichkeiten, die mit der Stadt in Verbindung stehen[Bearbeiten]

  • Ulrich von Augsburg (890-973), Heiliger, war dem Kaiser Otto I. eng verbunden und sorgte für den Sieg in der Schlacht auf dem Lechfeld 955. Sein Neffe war der Urgroßvater von Hermannus Contractus[32]
  • Joseph Sprißler (1795-1879), wuchs in Inneringen auf und studierte Theologie. Bereits im Priesterseminar zu Meersburg begeisterte er sich für Einheit, Recht und Freiheit, wie auch für kirchliche Reformen. In den Jahren 1821 bis 1834 war er der erste selbstständige Pfarrer in Veringenstadt, das vorher zur Gemeinde Veringendorf gehörte. 1848 war er Abgeordneter in der Paulskirche zu Frankfurt. Wegen seiner politischen Aktivitäten verlor er schließlich sein Priesteramt.[32]
  • Franz Xaver Dieringer (* 1811; † 1876 in Veringendorf), katholischer Theologe
  • Thomas Geiselhart (1811-1899), war ab 1844 dritter Stadtpfarrer in Veringenstadt, Helfer beim großen Stadtbrand 1848 und beim Hochwasser 1849, in Sigmaringen gründete er mehrere soziale Vereine und wurde zum „Waisenvater von Hohenzollern“[32]
  • Eduard Peters (* 1869; † 1948 in Veringenstadt), Oberpostrat, Prähistoriker
  • Otto Kohler (* 1909; † 1984 in Veringenstadt), katholischer Geistlicher und NS-Opfer
  • Karl Lehmann (* 1936), Kardinal und Bischof von Mainz, von 1987 bis 2008 Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, wuchs in Veringenstadt auf und war aktiv in der Jugendarbeit tätig. 1964 feierte er seine Nachprimiz in Veringenstadt, der Primizaltar mit Fotos ist in der Bergschule ausgestellt.[32]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Walther Genzmer (Hrsg.): Die Kunstdenkmäler Hohenzollerns. Band 2; Kreis Sigmaringen, W. Speemann, Stuttgart 1948.
  •  Franz Gluitz: Dorf und Stadt Veringen. Ein kunstgeschichtlicher Rundgang. 2., überarbeitete Auflage. o.O. 1985.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Veringenstadt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Nach anderer Angabe im Jahr 1503.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. a b c d e f Ignaz Stösser (ist): Zahlen und Fakten. In: Ders.: Wir in Veringen. In: Schwäbische Zeitung vom 15. Januar 2011
  3. a b c Von Neandertalern und Bohnerzgruben. S. 5-7 In: Wanderbar …die schönsten Routen. Erlebnis Kreis Sigmaringen. Landratsamt Sigmaringen, Druckerei Schönebeck, Meßkirch
  4. Kreiskulturforum. Veringer Neandertaler wird im Theater wieder lebendig. In: Schwäbische Zeitung vom 11. März 2009
  5. Funde befinden sich im Hohenzollerischen Landesmuseum Hechingen
  6. a b Vera Romeu (vr): Veranstaltung. Höhlentag bringt die Heimatgeschichte näher. In: Südkurier vom 14. März 2009
  7. a b c d e f Ignaz Stösser (ist): Stadtfest Veringenstadt. Historienspiel dokumentiert das Kommen und Gehen. In: Schwäbische Zeitung. vom 24. Juni 2010.
  8. a b c d e f g Gabriele Loges (gl): Stadtfest. Zwischen gestern und heute: Veringer feiern und spielen. In: Schwäbische Zeitung. vom 5. Juli 2010
  9. Sabine Rösch (sr): Jahresthema. Im Prinzip sind alle Menschen Migranten. In: Schwäbische Zeitung vom 4. Oktober 2010
  10. Vortrag. Rößler beschreibt Ankunft. In: Schwäbische Zeitung. vom 3. November 2010
  11. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg
  12. Ignaz Stösser (ist): Vertrauen: 40 Prozent wählen Armin Christ. Bei der Bürgermeisterwahl in Veringenstadt wird der Amtsinhaber bestätigt. In: Schwäbische Zeitung vom 20. Dezember 2010
  13. Kurt Roller (rol): Bürgermeister von Veringenstadt legt seinen Amtseid ab. Armin Christ für weitere acht Jahre verpflichtet – Dialog der Generationen soll gefördert werden. In. Schwäbische Zeitung vom 18. März 2011
  14. Ignaz Stösser (ist): Nostalgie und Moderne verbinden sich zu einem Ganzen. Vortrag im Mühlenmuseum. In: Schwäbische Zeitung vom 11. Juli 2008
  15. Vgl. aufgemalte Baugeschichte am Rathaus von Veringenstadt
  16. Ignaz Stösser (ist): Das älteste Rathaus Hohenzollerns. In: Ders.: Wir in Veringen. In: Schwäbische Zeitung vom 15. Januar 2011
  17. Karlheinz Fahlbusch (kf): Vermutlich älteste Kirche Hohenzollerns im Laucherttal. In: Südkurier vom 26. Juni 2003
  18. Franz Gluitz: Dorf und Stadt Veringen, 2. Auflage 1985, S. 12f.
  19. Bruno Kadauke: Wandmalerei der Gotik im südöstlichen Baden-Württemberg, Reutlingen 1991, S. 56.
  20. Franz Gluitz: Dorf und Stadt Veringen, 2. Auflage 1985, S. 13.
  21. Franz Gluitz: Dorf und Stadt Veringen. Ein kunstgeschichtlicher Rundgang. 2., überarbeitet Auflage, o.O. 1985, S. 21f.
  22. Mona Fahlbusch, Karlheinz Fahlbusch: Auf zwei Rädern durch die Heimat (5). In: Südkurier vom 25. August 2011
  23. Clemens Kieser: Erster Strom aus der Steckdose. Das Elektrizitätswerk in Veringendorf (Veringenstadt, Lkrs. Sigmaringen). In: Denkmalpflege in Baden-Württemberg, 34. Jg. 2005, Heft 3, S. 169 f. (PDF)
  24. Landratsamt Sigmaringen. Besichtigung im Wasserwerk in Hermentingen. In: Blättle. Mitteilungsblatt der Gemeinde Krauchenwies mit den Ortsteilen Ablach, Bittelschieß, Ettisweiler, Göggingen und Hausen. Nummer 23. 51. Jahrgang. vom 11. Juni 2010
  25. Migration und Integration im Landkreis Sigmaringen. Kluturschwerpunkt 2010. hrsg. vom Landkreis Sigmaringen und Kulturforum Landkreis Sigmaringen e.V. S. 21
  26. Veringendorfer Bahnhofsgebäude verschwindet spurlos In: Schwäbische Zeitung vom 25. Januar 2011
  27. Auf dem Jakobsweg von Gammertingen nach Pfullendorf. S. 52-59. In: Wanderbar …die schönsten Routen. Erlebnis Kreis Sigmaringen. Landratsamt Sigmaringen, Druckerei Schönebeck, Meßkirch
  28. Wolfgang Stumpp: Kräuterhexen brennen Funken ab. In: Schwäbische Zeitung vom 16. März 2011
  29. Ignaz Stösser: Gesperrt: Bund saniert Veringer Tunnel. B32-Verkehr rollt durch Veringer Ortsmitte – Inneringen und Bingen ebenfalls betroffen. In: Schwäbische Zeitung vom 18. Juni 2011
  30. Kurt Roller (rol): Freizeitangebot. Veringen schwelgt im Dampfzugrausch. In: Schwäbische Zeitung vom 21. Mai 2010
  31. Lauchert-Zeitung vom 21.Juni 1932
  32. a b c d e f g h i j Kurt Roller (rol): Ortsgeschichte. Neue Porträtwand bereichert Veringer Strübhaus. In: Schwäbische Zeitung vom 8. November 2008
  33. Lauchert-Zeitung vom 6. Dez. 1932
  34. Lauchert-Zeitung vom 3. Januar 1933