Stetten am kalten Markt

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Stetten am kalten Markt
Stetten am kalten Markt
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Stetten am kalten Markt hervorgehoben
48.1230555555569.0777777777778768Koordinaten: 48° 7′ N, 9° 5′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Tübingen
Landkreis: Sigmaringen
Höhe: 768 m ü. NHN
Fläche: 56,47 km²
Einwohner: 4825 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 85 Einwohner je km²
Postleitzahl: 72510
Vorwahl: 07573
Kfz-Kennzeichen: SIG
Gemeindeschlüssel: 08 4 37 107
Gemeindegliederung: 5 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Rathausplatz 1
72510 Stetten am kalten Markt
Webpräsenz: www.stetten-akm.de
Bürgermeister: Gregor Hipp
Lage der Gemeinde Stetten am kalten Markt im Landkreis Sigmaringen
Alb-Donau-Kreis Bodenseekreis Landkreis Biberach Landkreis Konstanz Landkreis Ravensburg Landkreis Reutlingen Landkreis Tuttlingen Zollernalbkreis Bad Saulgau Beuron Bingen (bei Sigmaringen) Gammertingen Herbertingen Herdwangen-Schönach Hettingen Hohentengen (Oberschwaben) Illmensee Inzigkofen Krauchenwies Leibertingen Mengen Mengen Meßkirch Neufra Ostrach Pfullendorf Sauldorf Scheer Schwenningen (Heuberg) Sigmaringen Sigmaringendorf Sigmaringendorf Stetten am kalten Markt Veringenstadt Wald (Hohenzollern)Karte
Über dieses Bild

Stetten am kalten Markt zählt mit 5038 Einwohnern (Stand: 31. Dez. 2011)[2] zu den großen Gemeinden im Landkreis Sigmaringen[3] in Baden-Württemberg. Überregional ist Stetten mit dem Truppenübungsplatz Heuberg, dem Lager Heuberg und der Albkaserne als Militärstandort bekannt.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Die Gesamtgemeinde Stetten am kalten Markt liegt mit seinen Gemarkungsfläche von 5637 Hektar (Stand: 30. Sept. 2010)[2] auf einer Höhenlage zwischen 640 und 866 Meter über dem Meeresspiegel. Die Gemeinde gehört zum ehemals badischen Teil des Heubergs und zum Naturpark Obere Donau. Durch den Stettener Ortsteil Storzingen fließt die Schmeie.[3]

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Zur Gemeinde gehören der Kernort Stetten am kalten Markt und die Ortsteile Nusplingen, Frohnstetten, Storzingen und Glashütte mit den Orten Unterglashütte und Oberglashütte.

Die Gemeinde Stetten am kalten Markt besteht aus den Gemeindeteilen Frohnstetten (mit dem Dorf Frohnstetten und dem Gehöft Schmeienhöfe), Glashütte (Baden) (mit den Dörfern Oberglashütte und Unterglashütte), Stetten am kalten Markt (mit den Dörfern Stetten am kalten Markt und Nusplingen, dem Gehöft Steighöfe und den Häusern Auf dem Berg (Berghäuser), Heilstätte Heuberg, Kläranlage und Lager Heuberg) und Storzingen (mit dem Dorf Storzingen und dem Gehöft Neuhaus).[4]

Stetten, Nusplingen und Glashütte gehörten zum Land Baden, Frohnstetten und Storzingen gehörten bis 1849 zum Fürstentum Hohenzollern-Sigmaringen und danach zu den Hohenzollerischen Landen und waren somit preußisch.

Die Wüstung Weinitz im Hardt war ein Weiler auf der Gemarkung von Frohnstetten, der im Dreißigjährigen Krieg (1618–1648) abgegangen ist.

Wappen Ortsteil Einwohner
(Stand: 30. Sept. 2010)[2]
Fläche
(Stand: 30. Sept. 2010)[2]
Stetten am kalten Markt Stetten am kalten Markt (Kernort) 3038 2593 ha
Kein Wappen verfügbar Nusplingen 245  ??
Frohnstetten Frohnstetten 1145 1459 ha
Kein Wappen Verfügbar Glashütte 347 846 ha
Storzingen Storzingen 359 739 ha

Geschichte[Bearbeiten]

Stetten am Kalten Markt um 1900
Übersichtskarte von Stetten am Kalten Markt um 1907

Der aus alemannischer Zeit stammende Ort ist als Stetten by Kaltenmark bereits im Jahr 799 als Besitz des Klosters Reichenau urkundlich erwähnt und kam im 13. Jahrhundert an die Grafschaft Hohenberg. Im Jahr 1283 wird Stetten als befestigter Ort bezeichnet („oppidum“).

1343 kam die Ortschaft an die Herren von Jungingen, 1350 an die Herren von Magenbuch. Die Landeshoheit lag seit 1381 de facto beim Haus Habsburg.[5] Unter dieser österreichischen Oberhoheit erlebte Stetten seine Blüte unter den Herren von Hausen. Diese hatten die Ortschaft seit 1432 inne und erbauten im 16. Jahrhundert das Schloss (heute Rathaus).

In der napoleonischen Zeit kam Stetten zunächst an Württemberg, 1810 dann an Baden. Der heutige Ortsteil Frohnstetten war 1806 an Hohenzollern-Sigmaringen gelangt. 1910 wurde in Stetten der badische Truppenübungsplatz Heuberg eingerichtet.

In den Gebäuden eines früheren „Großkinderheimes“ nahe dem Lager Heuberg auf dem Areal des Truppenübungsplatzes wurde eines der ersten Konzentrationslager der Nationalsozialisten in Deutschland eingerichtet. Es existierte von März bis Dezember 1933. Etwa 15.000 Gegner des Nationalsozialismus wurden hier festgehalten, so z. B. der spätere erste Nachkriegsvorsitzende der SPD Kurt Schumacher. Im Zweiten Weltkrieg wurde der Heuberg Ausbildungslager für die bisher als „wehrunwürdig“ geltenden politischen Gegner des Regimes bzw. Kriminelle, die hier in der „Bewährungseinheit“ genannten Strafdivision 999 für den Kriegseinsatz in Sondereinheiten ausgebildet wurden, die den Rückzug regulärer Wehrmachtstruppenteile unter einkalkulierter eigener Vernichtung decken sollten. Allein 39 solcher „Bewährungssoldaten“ wurden innerhalb eines Jahres auf dem Heuberg ermordet. Seit 1983 erinnert ein von der SPD Baden-Württemberg errichtetes Mahnmal des Bildhauers Reinhard Bombsch bei der Drei-Tritten-Kapelle an die NS-Opfer des Heubergs. Auf dem Russenfriedhof wird seit 1986 auch der Opfer der Strafdivision 999 mit einem Gedenkstein gedacht. An eine unbekannte Zahl umgekommener sowjetischer Kriegsgefangener eines Kriegsgefangenenlagers, das ebenfalls auf dem Areal bestand, erinnert ein Gedenkstein mit einer eher verschleiernden Inschrift.[6]

Von der Startrampe auf dem Ochsenkopf des Truppenübungsplatzes aus startete am 1. März 1945 der Luftwaffenpilot Lothar Sieber zum ersten bemannten Senkrechtstart eines Raketenflugzeugs überhaupt, bei dessen Absturz in der Nähe des Ortsteils Nusplingen er ums Leben kam. Bei dem Flugzeug handelte es sich um eine sogenannte „Bachem Natter“. Seine sterblichen Überreste wurden am 3. März 1945 mit militärischen Ehren auf dem Friedhof von Stetten a.k.M. beigesetzt. Das Grab existiert dort noch heute.

1966 wurde der Bundeswehrstandort Stetten am kalten Markt um die Albkaserne erweitert.

Mit Inkrafttreten der Kreisreform des Landes Baden-Württemberg wurde zum 1. Januar 1973 der badische Landkreis Stockach aufgelöst, Stetten wurde dem Landkreis Sigmaringen zugeordnet.

Namensursprung[Bearbeiten]

Um den Namensursprung von „Stetten am kalten Markt“ rankt sich eine Sage, die besagt, dass angeblich mitten im Juni eine Geiß auf dem Marktplatz von Stetten erfroren sein soll und so dem Ort seinen Namen gab. Die Geschichte von der im Juni erfrorenen Ziege auf dem Stettener Marktplatz ist eine Mär. Sollte je eine weibliche Hausziege in Stetten bei der Vermarktung zu Tode gekommen sein, so lag das sicher nicht am „kalten Markt“. Wahrscheinlicher ist, dass der Besitzer ein krankes Tier in der Hoffnung feilbot, dass es erst nach dem Verkauf das Zeitliche segnet.[7]

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Nusplingen wurde bereits zum 1. April 1936 durch die Nationalsozialisten zwangseingemeindet,[8] Storzingen am 1. Januar 1972 auf eigenen Wunsch. Die heutige Gemeinde wurde am 1. Januar 1975 durch Vereinigung der Gemeinden Stetten am kalten Markt, Glashütte und Frohnstetten neu gebildet.[A 1]

Religion[Bearbeiten]

Der größte Teil der Bevölkerung ist römisch-katholisch, es gibt auch eine evangelische und eine neuapostolische Kirchengemeinde.

Politik[Bearbeiten]

Rathaus in Stetten

Gemeinderat[Bearbeiten]

Die Kommunalwahlen in Baden-Württemberg 2009 vom 7. Juni 2009 führte bei einer Wahlbeteiligung von 56,9 % (–2,0) zu folgendem Ergebnis:[9]

Partei / Liste Stimmenanteil +/- Sitze +/-
FW 57,6 % +2,3 8 ±0
CDU 39,9 % –4,8 6 ±0
Interessengemeinschaft Stettener Bürger 2,5 % +2,5 0 -

Bürgermeister[Bearbeiten]

Am 14. Januar 2007 wurde Gregor Hipp mit 97,8 Prozent der Stimmen bei einer Wahlbeteiligung von unter 50 % im ersten Wahlgang das Mandat für eine dritte Amtszeit als Bürgermeister von Stetten am kalten Markt erteilt. Bei seiner ersten Wiederwahl am 17. Januar 1999 konnte er 96,7 Prozent der Wählerstimmen für sich verzeichnen.

  • 1945–1957: Dominikus Gallus
  • 1957–1966: Wilhelm Klek
  • 1966–1991 Horst Lupfer
  • seit 1991: Gregor Hipp (CDU)

Partnerschaften[Bearbeiten]

Seit 1982 besteht eine Städtepartnerschaft mit Montlhéry in der Nähe von Paris (Frankreich). Als äußeres Zeichen der Partnerschaft befindet sich auf dem „Platz vom Montlhéry“ in Stetten ein Stein vom La tour de Montlhéry, dem Turm und Wahrzeichen von der Partnerstadt.[10]

Wappen[Bearbeiten]

Stetten am kalten Markt Wappen.svg

Das Wappen von Stetten am kalten Markt zeigt ein von Silber und Rot geviertes Schild, und durch ein geschliffenes, von Rot und Silber geviertes Kreuz.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die Kommune ist dem Tourismusverband „Donaubergland“ angeschlossen.

Museen[Bearbeiten]

Nachbau der Natter M23 in der militärgeschichtlichen Sammlung Stetten am kalten Markt

Am 21. September 2013 eröffnete die Militärgeschichtliche Sammlung des Standortes Stetten am kalten Markt im Gebäude der ehemaligen Offiziersspeiseanstalt, und ist nun öffentlich zugänglich.[11] Die Ausstellung wird durch das Feuerwehrmuseum sowie Exponate des Deutschen Roten Kreuzes ergänzt. Die Militärgeschichtliche Sammlung des Standortes Stetten a.k.M. im Lager Heuberg war zuvor eine dienstliche Einrichtung der Bundeswehr mit 700 Quadratmetern Ausstellungsfläche, die über 90 Jahre Militärgeschichte der Garnison von der Kaiserzeit bis zur Bundeswehr zeigte. Ausgestellt sind Uniformen, Fahrzeuge, Bilder, Bücher und Weiteres. Neben einem im Startgerüst hängenden Nachbau der Natter wurde auch die Geschichte der Bewährungseinheit 999 ausführlich dargestellt. Eine Besichtigung war nur nach Vorlage des Personalausweises an der Wache der Albkaserne möglich und dies auch nur an ausgewählten Tagen im Jahr.[12]

Vereine[Bearbeiten]

Viele Vereine haben in Stetten ihren Sitz. Einer der wichtigsten für die Region und für den Naturpark Obere Donau ist die Aktion Ruinenschutz Oberes Donautal e. V. Der Verein wurde im Jahr 1975 von Erhard Grüninger zur Sanierung der Ruine Falkenstein gegründet. Der damaliger Vorsitzende Grüninger hatte sich mit großem Engagement für die Sanierung des Falkenstein eingesetzt. Nach abgeschlossener Sanierung wurde der Verein jedoch nicht aufgelöst, sondern existierte passiv und ruhte seit der Krankheit und dem Tod Grüningers im Jahr 2000. 1993 hatte die letzte Mitgliederversammlung stattgefunden. Der Verein wurde am 5. Mai 2006 reaktiviert und wieder handlungsfähig gemacht, weil einige Sanierungsarbeiten auf der Ruine Falkenstein anfielen und die lange vorgesehene Beschilderung in Angriff genommen werden sollte. Mit der Reaktivierung wurde Wilhelm Rößler, ehemaliger Gauobmann und Funktionär des Schwäbischen Albvereins, aus Sigmaringen zum Vorstand gemacht. Über die Sanierung und Beschilderung der Ruine Falkenstein (2006/2007) hinaus engagierte sich der Verein weiterhin um die Sanierung der Ruine Hausen (2007/2008) und seit 2009 der Burgruine Weckenstein.

Bauwerke[Bearbeiten]

  • Die Kirche St. Mauritius in Stetten ziert eine der gewaltigsten barocken Altarschöpfungen der Region. Die heutige Pfarrkirche wurde am 9. November 1631 eingeweiht. Als ihr Bauherr gilt Joachim der Jüngere, Freiherr zu Hausen und Stetten, der 1624 mit dem Bau begonnen hatte. Das Deckengebälk, das auf den Außenwänden auf Mauerschwellen aufliegt, stammt aus der Erbauungszeit um 1630.[13] Die Turmfundamente der heutigen Kirche war vorab Chorraum einer Vorgängerkirche. Auch diese wurde durch die Herren von Hausen gefördert, ein Wappenschild der Herren von Hausen mit der Jahreszahl 1486 lässt dies vermuten. Im unteren Turmteil konnten 1993/94 Fresken eines Kreuzweg-Bilderzyklus gesichert werden. Die Malschicht war vermutlich im 14. und 15. Jahrhundert mit organischen Bindemitteln direkt auf den Putz aufgetragen worden.[14] Das Deckengebälk des alten Kirchenschiffs aus dem Jahr 1630 waren im Auflagebereich zu 80 Prozent durch Hausschwamm geschädigt und mussten 2010 ausgetauscht werden.[15] Die Kirche mit barocken Glockenstuhl weist Treppen mit mittelalterlichen Keilstufen auf.[16]
  • Die 1938 errichtete evangelische Hindenburg-Gedächtniskirche („Blaue Kirche“) ist ein Werk des protestantischen Kirchenbau-Architekten Otto Bartning.[17]
  • Die Drei-Tritten-Kapelle liegt am Rande des Truppenübungsplatzes Heuberg und ist als kleiner Wallfahrtsort bekannt. Einer Erzählung nach verdankt sie ihren Namen dem seltsamen Erlebnis eines Fuhrknechts, bei dem hier Jesus höchstpersönlich lästerndes Gesindel vertrieben haben soll.[18] Das Bauwerk stammt aus dem 17. Jahrhundert und hat 15 Bildstöcke mit Kreuzwegstationen.
  • Die Friedhofs- oder Sebastianskapelle ist von 1938 und hat einen neugotischen Altar, ein Kruzifix des Bildhauers Franz Xaver Marmon, sowie Plastiken des Strübbildhauers.
  • Im Ortsteil Frohnstetten befindet sich die Kirche St. Sylvester. Sie stammt aus dem Jahr 1617, hat ein Totenbeinhäuslein und ein Rokokoaltar.
  • Die Storzinger Kirche St. Zeno verfügt über ein Hochaltarblatt und weitere Gemälde von Andreas Meinrad von Ow. Ein Ehrenmal zum Gedenken der Kriegstoten befindet sich an der Hilb.[19]
  • Das Schloss Stetten der Herren von Hausen ist ein Spätrenaissancebau und beherbergt heute das Rathaus der Gemeinde. Es zeigt sich mit einer prachtvollen Treppe in Form eines Auditoriums. Das Rathaus und seine Treppe sind häufig Kulisse und Bühne für kulturelle Freiluftveranstaltungen.[20]
  • Das so genannte Goreth-Haus, am Rathausplatz 3, ist nach bauhistorischer Untersuchung ein wertvolles Renaissance-Gebäude aus dem 16. Jahrhundert und gehörte einst zum Gebäudeensemble des Schlosses und liegt diesem direkt gegenüber. 2008 gelang es der Gemeinde nach langen Verhandlungen das Bauwerk zu kaufen. Es hatte viele baulichen Veränderungen im Laufe der Jahrhunderte mitgemacht. Das Obergeschoss, in dem man wertvolle Stuckdecken und Barockwände wieder gefunden hat, ist vollständig erhaltenen. Der Originaldachstuhl ist ebenfalls gut erhalten.[21][22] Das Treppenhaus durchläuft einen angesetzten Turmbau mit aufgesetztem Helmdach.[23] Nach Beginn der Sanierungsmaßnahmen 2010 sind inzwischen die Garagenanbauten beseitigt, die Fenster und Zugänge erneuert und das komplette Gebäude verputzt. Im Januar 2011 begannen die Malerarbeiten an der Außenfassade.[24]
  • Die Schauenburg ist eine Burg, die bereits 1430 zerstört wurde.[25]
  • Das Gasthaus Kreuz ist ein fast 500 Jahre altes Fachwerkhaus in Stettens Ortsmitte. Es war einst Amtssitz des Obervogtes und Gästehaus der Herrschaft von Hausen, später im Besitz der Fugger, konnte nach Zeiten des Leerstands und des Verfalls 1986 durch eine Bürgerinitiative vor dem Abriss gerettet werden.[26]
  • Der Güring'scher Hardthof liegt zwischen Nusplingen und Unterschmeien. Der namhafte Pferdezuchbetrieb hat preisgekrönte Sportpferde hervorgebracht.[27]

Sport[Bearbeiten]

Der Skiclub 1968 e. V. Stetten am kalten Markt unterhält einen Skihang mit Lift[28] und Flutlicht[29]. Die Skisportanlage verfügt außerdem über einen Funpark mit Halfpipe, Sprungschanze und Wellenschaukeln.[30] Die Lifthütte wird bewirtet. Hinzu kommen noch präparierte Loipen: Bei der „Stetter Loipe“ handelt es sich um eine sechs Kilometer lange Rundwanderloipe und eine zehn Kilometer lange Doppelspurloipe.[31] Es gibt noch eine weitere Loipe mit drei Kilometer Länge.[30] Neben dem Skihang auf der anderen Straßenseite befindet sich auch noch die Rodelhang namens „Ohrenhälmle“ mit beachtlicher Länge, verschiedenen Schnelligkeitsgraden und Rodelmöglichkeiten.[30]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Narren der Bockzunft
  • Die Narrenzunft Bockzunft betreibt die Schwäbisch-alemannische Fasnet. Die Tiermaske Bock, die auf das Wappentier der Herren von Stetten zurückgeht, ist eine Lindenholzlarve, mit originalen Widderhörnern. Eine weitere Gruppe der Zunft sind die Marktweiber, die Bürgersfrauen des 19. Jahrhunderts nachempfunden sind. Daneben gibt es Einzelfiguren wie den Johann-Jakob-Scheiffele, die Hudl-Ann und den Narrenpolizist.
  • Das Spectaculum ist ein historisches Fest. Es beruht auf geschichtlichen Begebenheiten und wird im großen Stil im Wechsel mit dem Sommertheather ausgerichtet. Teilnehmende und Ausführende des Spectaculums sind Stettener Bürger.[32]
  • Der Stettener Oktober mit verkaufsoffenem Sonntag findet am zweiten Oktoberwochenende statt. Er wird vom Stettenes Wirtschaftsverbund veranstaltet. Eröffnet wird die vielseitige Großveranstaltung am Tag zuvor mit dem Frauenlauf.[33]

Kulinarische Spezialitäten[Bearbeiten]

In der Fastnachtszeit ist in Stetten am kalten Markt das Bock-Määh-Mahli erhältlich. Bei diesem Süßgebäck handelt es sich um ein Schokoladenbiskuit mit Cremefüllung und fruchtigen Kirschen darauf.[34]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Die Gemeinde Stetten bietet zahlreiche gastronomische Betriebe und Übernachtungsmöglichkeiten. Einer der größten Arbeitgeber der Gemeinde ist die primion Technology AG. Sie produziert Hard- und Softwarekomponenten zur Zutrittskontrolle und Zeiterfassung.

Verkehr[Bearbeiten]

Der Öffentliche Nahverkehr wird durch den Verkehrsverbund Neckar-Alb-Donau (NALDO) gewährleistet. Die Gemeinde befindet sich in der Wabe 440. Im Ortsteil Storzingen befindet sich ein Bahnhaltepunkt der Zollernalbbahn, die zwischen Tübingen und Aulendorf verkehrt.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Die Albkaserne in Stetten ist ein großer Bundeswehr-Standort mit rund 2200 dort stationierten Soldaten und schließt an den Truppenübungsplatz Heuberg an. Nach Angabe der Stadtverwaltung sind jährlich zusätzlich zu der Stamm-Garnison etwa 1300 Wehrpflichtige in Stetten gemeldet.

Der Truppenübungsplatz wurde bereits in den Jahren nach 1910 eingerichtet. Von 1945 bis 1959 stand er unter der Verwaltung der französischen Streitkräfte (FFA). Nach der Übernahme durch die Bundeswehr blieb jedoch ein Teil des Areal bis 1997 für die FFA reserviert.

Seit 1972 gibt es in Stetten am kalten Markt ein Hallenbad. Die Schwimmhalle wurde von der Bundeswehr für die Soldaten errichtet, aufgrund eines Mitbenutzungsvertrags kann es auch von der Bevölkerung und dem Schulzentrum Stetten genutzt werden. Im Jahr 1988 wurde die Schwimmhalle mit dem 12,5 Meter breiten und 25 Meter langen Schwimmbecken saniert.[35]

Windkraft[Bearbeiten]

Der Regionalverband Bodensee-Oberschwaben hat mit dem Standort Storzingen eines von nur drei Vorranggebiete im Teilregionalplan Windenergie für bedeutsame Windkraftanlagen ausgewiesen.[36][37]

Photovoltaik[Bearbeiten]

Mit dem Sondergebiet Photovoltaikanlage Neuhaus wurde auf einem rund elf Hektar großen Gelände beim Gehöft Neuhaus die zu diesem Zeitpunkt zweitgrößte Freiflächenanlage Baden-Württembergs mit rund 45.000 Dünnschichtmodule von weit über 100.000 Quadratmetern im September 2008 in Betrieb genommen. Die Gesamtleistung der Photovoltaikanlage bemisst sich auf 3,3 MWp. Die Anlage wird durch das Unternehmen Epuron aus Hamburg betrieben.[38]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

  • 2013: 11. Januar: Eugenia Beil (* 8. Februar 1933), Stiftungsgeberin der „Hilde und Eugenia Beil-Stiftung“[39]

Literatur[Bearbeiten]

  • Erika Jeuck, Wolfgang Schaffer (Hrsg.): 1200 Jahre Stetten am kalten Markt. 799-1999. Geschichte der Gemeinde und ihrer Ortsteile, Süddeutsche Verlagsgesellschaft, Ulm 1999 ISBN 3-88294-275-4
  •  Walther Genzmer (Hrsg.): Die Kunstdenkmäler Hohenzollerns. Band 2; Kreis Sigmaringen, W. Speemann, Stuttgart 1948.

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Nach den Aufzeichnungen des Chronisten Karl Rebholz soll Nusplingen bei der Eingemeindung die geringe Summe von 30 Goldmark besessen haben. Im Verhältnis waren die anderen Stettener Ortsteile bei ihrer Eingemeindung wesentlich ärmer. Vgl. Susanne Grimm (sgr): Nusplinger machen sich Gedanken über Jubiläumsfest am 21. und 22. Mai. Vor 75 Jahren wurde Nusplingen von Stetten eingemeindet – Schwerpunkt des Festes ist die Dorfentwicklung. In: Schwäbische Zeitung vom 18. März 2011

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. a b c d Stetten in Zahlen
  3. a b Susanne Grimm (sgr): Wir in Stetten am kalten Markt. In: Schwäbische Zeitung vom 12. März 2011
  4. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band VII: Regierungsbezirk Tübingen. Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-004807-4. S. 795-882
  5. Max Miller, Gerhard Taddey: Handbuch der historischen Stätten Deutschlands, Band 6, Baden-Württemberg. 2. Auflage, 1980, ISBN 978-3-520-27602-5 S. 760.
  6. Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Band 1. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, S. 85ff.
  7. Susanne Grimm (sgr): Wetter. In: Wir in Stetten am kalten Markt. In: Schwäbische Zeitung vom 12. März 2011
  8. Informationsabend: Nusplingen feiert 75 Jahre Eingemeindung. In: Südkurier vom 12. Februar 2011
  9. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg
  10. Besuch in Frankreich: Partner aus Montlhéry und Stetten tauschen sich aus. Freude über „Place Stetten a.k.M.“. In: Südkurier vom 19. November 2008
  11. Neueröffnung Militärgeschichtliche Sammlung des Standortes Stetten am kalten Markt
  12. Hermann-Peter Steinmüller: Militärmuseum öffnet im Mai. In: Südkurier 19. Oktober 2012
  13. Susanne Grimm (sgr): Sanierung. Kirche: Baustelle bleibt bis Weihnachten. In: Schwäbische Zeitung vom 15. Oktober 2010
  14. Ursula Mallkowsky (sky): Geschichte zum Anfassen im Turm der Pfarrkirche Stetten a.k.M. gut aufgehoben. Blechblumen aus barocker Zeit. In: Südkurier vom 13. Mai 2009
  15. Gerd Feuerstein (gfe): Die Suche nach dem Holzschwamm. In: Südkurier vom 7. Mai 2010
  16. Gerd Feuerstein (gfe): Innenrenovierung führt zu Beeinträchtigung. In: Südkurier vom 20. Oktober 2010
  17. Ulrich Bayer: Die evangelische Kirchengemeinde Stetten a.k.M. von der Nachkriegszeit bis in die Gegenwart, in: Erika Jeuck, Wolfgang Schaffer (Hrsg.): 1200 Jahre Stetten am kalten Markt, Ulm 1999, S. 451-461
  18. Susanne Grimm (sgr): Drei-Tritten-Kapelle. In: Wir in Stetten am kalten Markt. In: Schwäbische Zeitung vom 12. März 2011
  19. Karl-Peter Neusch: Volkstrauertag. Frohnstetten gedenkt der Kriegstoten. In: Schwäbische Zeitung vom 18. November 2008
  20. Susanne Grimm (sgr): Rathaus. In: Wir in Stetten am kalten Markt. In: Schwäbische Zeitung vom 12. März 2011
  21. Susanne Grimm (sgr): Gemeinderat Stetten a.k.M. Vertagt: Sanierung des Goreth-Hauses bleibt ungewiss. In: Schwäbische Zeitung vom 24. Juni 2010
  22. Susanne Grimm (sgr): Haus Goreth bekommt neue Fassade. In: Schwäbische Zeitung vom 15. Oktober 2009
  23. Gerd Feuerstein (gfe): Markantes Gebäude wird saniert. In: Südkurier vom 4. Juni 2010
  24. Kurt Loescher (loe): Haus Goreth wertet das Zentrum auf. In: Südkurier vom 18. Januar 2011
  25. Von Fels zu Fels. S. 17-19 In: Wanderbar …die schönsten Routen. Erlebnis Kreis Sigmaringen. Landratsamt Sigmaringen, Druckerei Schönebeck, Meßkirch
  26. Susanne Grimm (sgr): Gasthaus Kreuz. In: Wir in Stetten am kalten Markt. In: Schwäbische Zeitung vom 12. März 2011
  27. Susanne Grimm (sgr): Güring'scher Hardthof. In: Wir in Stetten am kalten Markt. In: Schwäbische Zeitung vom 12. März 2011
  28. Dennis Knappe: Wintersport. Skilifte der Region nehmen Betrieb auf. In: Schwäbische Zeitung vom 28. November 2008
  29. Karlheinz Fahlbusch (kf): Winterspaß im Landkreis. Loipen sind gespurt. In: Südkurier vom 9. Januar 2009
  30. a b c Skigebiete in unserer Region. In: Schwäbische Zeitung vom 4. Dezember 2010
  31. Ignaz Stösser (ist): Wintersportler tummeln sich auf den Pisten der Alb. In: Schwäbische Zeitung vom 15. Januar 2010
  32. Susanne Grimm (sgr): Spectaculum. In: Wir in Stetten am kalten Markt. In: Schwäbische Zeitung vom 12. März 2011
  33. Susanne Grimm (sgr): Stettener Oktober. In: Wir in Stetten am kalten Markt. In: Schwäbische Zeitung vom 12. März 2011
  34. Ursula Mallkowsky (sky): Süßes Markenzeichen stärkt die Narren. In: Südkurier vom 12. Februar 2009
  35. Susanne Grimm (sgr): Badespaß: Ohne Bundeswehr gäbe es kein Hallenbad. Im Jahr 1988 wurde die Schwimmhalle von Grund auf saniert. In: Schwäbische Zeitung vom 5. April 2011
  36. Gerd Ahrendt (ahr): Umstrittene Gebiete. In: Südkurier vom 10. Juli 2010
  37. Gerd Ahrendt (ahr), Hermann-Peter Steinmüller (hps): Gegenwind in Oberschwaben. In: Südkurier vom 10. Juli 2010
  38. Gerd Feuerstein (gfe): Schillernde Angelegenheit. In: Südkurier vom 9. August 2008
  39. Gerd Feuerstein (gfe): Ehrenbürgerin feiert Geburtstag . In: Südkurier vom 9. Februar 2013

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Stetten am kalten Markt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien