Hettingen

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Zum gleichnamigen Stadtteil von Buchen siehe Hettingen (Buchen)
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Hettingen
Hettingen
Deutschlandkarte, Position der Stadt Hettingen hervorgehoben
48.2161111111119.2313888888889644Koordinaten: 48° 13′ N, 9° 14′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Tübingen
Landkreis: Sigmaringen
Höhe: 644 m ü. NHN
Fläche: 46,06 km²
Einwohner: 1812 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 39 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 72513,
72419 (Stollbeck),
72501 (Pistre)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/PLZ enthält Text
Vorwahlen: 07574 (Hettingen)
07577 (Inneringen)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: SIG
Gemeindeschlüssel: 08 4 37 047
Stadtgliederung: 2 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Rathaus im Schloss
72513 Hettingen
Webpräsenz: www.hettingen.de
Bürgermeisterin: Dagmar Kuster
Lage der Stadt Hettingen im Landkreis Sigmaringen
Alb-Donau-Kreis Bodenseekreis Landkreis Biberach Landkreis Konstanz Landkreis Ravensburg Landkreis Reutlingen Landkreis Tuttlingen Zollernalbkreis Bad Saulgau Beuron Bingen (bei Sigmaringen) Gammertingen Herbertingen Herdwangen-Schönach Hettingen Hohentengen (Oberschwaben) Illmensee Inzigkofen Krauchenwies Leibertingen Mengen Mengen Meßkirch Neufra Ostrach Pfullendorf Sauldorf Scheer Schwenningen (Heuberg) Sigmaringen Sigmaringendorf Sigmaringendorf Stetten am kalten Markt Veringenstadt Wald (Hohenzollern)Karte
Über dieses Bild

Hettingen ist eine Landstadt im Norden des Landkreises Sigmaringen in Baden-Württemberg. Mit einer Gesamteinwohnerzahl von 1834 Personen (Stand: 31. Dez. 2010[2]) ist Hettingen nach Langenburg (1752 Einwohner) die zweitkleinste Stadt Baden-Württembergs[3].

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Hettingen liegt im Südwesten der Schwäbischen Alb. Der Stadtteil Hettingen liegt im Tal der Lauchert in 630 bis 795 Meter Höhe. Der größere Stadtteil Inneringen liegt auf der Albhochfläche, der Signalstein „auf der Eck“ liegt bei 818,96 m ü. NN. Damit ist Inneringen nach Hermannsdorf, einem Stadtteil von Burladingen, die zweithöchst gelegene Siedlungsfläche von Hohenzollern.[4] Die Gemarkungsflächefläche umfasst rund 4.606 Hektar[A 1] (Stand: 31. Dez. 2010)[2].

Geologie[Bearbeiten]

Inneringen liegt auf einer Formation des weißen Jura, und zwar der obersten Schicht der Zetakalke.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Die Stadt Hettingen grenzt im Norden an Gammertingen, im Osten an Langenenslingen (Landkreis Biberach), im Süden an Veringenstadt sowie im Westen an Neufra.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Im Rahmen der Gemeindereform in Baden-Württemberg schloss sich die Stadt Hettingen zum 1. Januar 1975 mit der bis dato selbständigen Gemeinde Inneringen zusammen.

Wappen Stadtteil Einwohner
(Stand: 10. Nov. 2012)[2]
Fläche
(Stand: 31. Dez. 2010)[2]
Hettingen Hettingen (Kernstadt) 833 1988 ha 19.882.729 m²
Inneringen Inneringen 992 2617 ha 26.174.151 m²

Zur Stadt Hettingen gehören neben Hettingen und Inneringen noch der an der Gemeindeverbindungsstraße nach Harthausen a. d. Scher gelegene Weiler Stollbeck (früher zu Hettingen) sowie ein Teil des Weilers Pistre und das Gehöft Hohwieshof (beide früher zu Inneringen). Der nördlich der Landesstraße L 275 gelegene Teil des Weilers Pistre gehört zu Langenenslingen.

Geschichte[Bearbeiten]

Hettingen[Bearbeiten]

Burg und Stadt Hettingen von Südwesten mit Ummauerung (Ansicht von 1717)
Blick auf Hettingen vom Schloss aus gesehen

Die alamannisch gegründete Siedlung wurde als Hatingin 1135 in der Zwiefalter Chronik des Ortlieb erstmals genannt. Sie gehörte im 11. Jahrhundert den Grafen von Achalm, später den Grafen von Veringen, die vermutlich die 1267 erwähnte Burg auf dem Bergrücken über dem Dorf erbauten. Im 13. Jahrhundert wurde von den Veringern unterhalb der Burg eine städtische Siedlung gegründet. Flügelmauern führten zur Lauchert, um dem Ort Schutz zu bieten.[5] Die Stadt Hettingen wurde in regelmäßiger Bauweise entlang der Durchgangsstraße unmittelbar neben dem Dorf angelegt.

Mit der Herrschaft Gammertingen erwarben die Herren von Speth 1524 den Ort und bildeten bei der Teilung der Herrschaft 1599 aus den Orten Hettingen, Hermentingen und Kettenacker eine eigene Herrschaft. Die kleine Stadt fiel nach dem Ende der Speth´schen Herrschaft in dörfliche Verhältnisse zurück. 1720 wurde das Schloss erbaut, das bis ins 20. Jahrhundert im Besitz der Familie Speth blieb.[5] Sie wurde 1827 mit allen Speth´schen Besitzungen von Hohenzollern-Sigmaringen aufgekauft.[6]

Am 8. April 1909 war im Lokalteil der Hohenzollerischen Volks-Zeitung zu lesen, dass auf seinem Grundstück beim Schloss ein Hettinger Bürger Erde zu einem Neubau aushob und dabei ein gut patiniertes Bronzestück fand, das einen Fratzenkopf mit diabolischem Gesichtsausdruck darstellt. Die Annahme, dass das Stück römischer Abstammung sei, dürfte kaum zutreffen, wahrscheinlich handelt es sich um ein zum alten Schlosse stammenden Zierstück aus der Renaissancezeit.[7]

Inneringen[Bearbeiten]

Auch Inneringen wurde erstmals 1135 in der Zwiefalter Chronik des Ortlieb genannt. Vom 13. Jahrhundert an werden die Herren von Schiltau als Ortsherren angesehen. Die Edlen von Schiltau waren ein Ministerialgeschlecht, welche teilweise auch im Dienst der Grafen von Veringen standen. 1355 ging Inneringen in den Besitz der Herren von Hohenfels-Jungingen über, 1367 an die Herren von Reischach, die den Ort bis 1418 behalten sollten. Anschließend und bis 1534 übten die Herren von Werdenberg die Herrschaft aus. Nach dem Aussterben dieses Geschlechts im Mannesstamm fiel Inneringen zusammen mit der Herrschaft Jungnau an den Grafen Friederich den Älteren von Fürstenberg, den Schwiegersohn des Grafen Christoph von Werdenberg.

Inneringen blieb bis 1806 unter fürstenbergischer Hoheit. In diesem Jahr erhielt das Haus Hohenzollern-Sigmaringen auf der Grundlage der Rheinbundakte die Landesherrschaft über die Herrschaft Jungnau mit Inneringen, verwaltungsmäßig blieb Inneringen jedoch bis zur Auflösung des Obervogteiamts in Jungnau 1840 bei der Herrschaft Fürstenberg. Am 24. August 1853, am Gedenktag des Heiligen Bartholomäus, um 15:30 Uhr erlebte Inneringen eine verheerende Hagelkatastrophe. Die zu beobachtenden faust- respektive kindskopfgroße Hagelkörner forderten 19 verletzte Bewohner, darunter einen Schwerverletzten, hunderte toter Tiere und vernichtete einen Großteil der Ernte. Bei mehr als 210 Wohn- und Ökonomiegebäuden wurden die Dächer nahezu vollständig zerstört. Der am alten Kirchengebäude entstandene Schaden war so erheblich, dass das Gebäude im März 1861 abgerissen wurde. Noch heute werden am Jahrestag zum Eintreten des Unglücks alle Kirchenglocken geläutet um der Katastrophe zu gedenken.[8]

Am südlichen Ortsrand von Inneringen befand sich ab 1959 eine rund 15 Hektar umfassende militärische Einrichtung (Fort Black Jack). Sie war während des Kalten Krieges vermutlich französische und später amerikanische Stellung von nuklearen Sprengköpfen. Die Friedensbewegung demonstrierte auch 1983 in Inneringen gegen den NATO-Doppelbeschluss und die mögliche Stationierung von Pershing-II-Raketen. 1983 wurde der Stützpunkt von den US-Streitkräften aufgegeben.

Zusammenschluss[Bearbeiten]

Zum 1. Januar 1975 wurden, die bis dahin selbstständigen Gemeinden Inneringen und Hettingen, im Rahmen der Gemeindereform von Baden-Württemberg zusammengeschlossen. Dieser Zusammenschluss wurde zuvor durch einen Bürgerentscheid herbeigeführt.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Zum Zeitpunkt der Gemeindereform hatten die beiden Stadtteile zusammen 1.941 Einwohner, in den 1990er Jahren stieg die Einwohnerzahl bis auf 2.110 Einwohner an. Vor allem aufgrund eines erheblichen Bevölkerungsrückgang im Stadtteil Hettingen (von 1.030 auf rund 850) ist die Stadt heute nach Langenburg im Landkreis Schwäbisch Hall, die zweitkleinste Stadt des Bundeslands Baden-Württemberg ist[3]:

Jahr Einwohnerzahlen
1975 1941
1996 2110
2011 1834

Religionen[Bearbeiten]

Sowohl Hettingen als auch Inneringen sind katholisch geprägt. In beiden Orten besteht eine katholische Kirchengemeinde mit dem Patrozinium des Hl. Martin, die zum früheren Bistum Konstanz gehörten. Der Hettinger Pfarrei war über Jahrhunderte das benachbarte Dorf Hermentingen als Filial zugeordnet, bis dies Anfang der 1990er Jahre aufgrund der politischen Zugehörigkeit von Hermentingen geändert wurde. Seither ist Hermentingen Filial von Veringenstadt.

Die Gemeinden gehören heute zum Dekanat Sigmaringen-Meßkirch der Erzdiözese Freiburg; sie bilden mit den benachbarten Kirchengemeinden St. Nikolaus in Veringenstadt, St. Michael in Veringendorf und der Filialkirchengemeinde St. Gallus in Hermentingen die Seelsorgeeinheit Veringen.

Die Einwohner evangelischer Konfession gehören der evangelischen Kirchengemeinde Gammertingen und damit der Evangelischen Landeskirche in Württemberg an.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 7. Juni 2009 führte bei einer Wahlbeteiligung von 69,5 % (- 2,2) zu folgendem Ergebnis:[9][10]

Partei / Liste Stimmenanteil +/- Sitze +/-
Bürger 30,8 % + 0,2 - -
Wahlgemeinschaft 27,4 % + 0,4 - -
FWG 21,3 % + 1,7 - -
UBL 20,5 % - 2,3 - -

In Hettingen wurde der amtierende Gemeinderat in unechter Teilortswahl (zwei Wohnbezirke) gewählt.[2]

Bürgermeister[Bearbeiten]

Am 12. Oktober 2008 wurde der bisherige Hauptamtsleiter Hettingens, Uwe Bühler, mit absoluter Mehrheit von 71,2 Prozent der abgegebenen Stimmen im ersten Wahlgang zum Bürgermeister gewählt. Bühler wurde zum Nachfolger von Stefan Bubeck, da dieser am 6. Juli 2008 zum Bürgermeister der Stadt Mengen gewählt wurde.[11] Nachdem Bühler am 30. September 2011 verstarb,[12] wurde am 5. Februar 2012 Dagmar Kuster aus Gauselfingen zur Nachfolgerin gewählt. Sie trat ihr Amt am 26. März 2012 an.

Bürgermeister von Hettingen
  • bis 1974: Johann Knaus (CDU)
Bürgermeister von Inneringen
  • 1905–1933: Josef Kempf
  • 1933–1945: Wilhelm Fritz
  • 1945–1948: Johann Georg Ott
  • 1949–1974: Johann Georg Brandstetter
Bürgermeister der Stadt Hettingen nach dem Zusammenschluss mit Inneringen
  • 1975–1999: Johannes Müller (CDU)
  • 1999–2008: Stefan Bubeck (CDU)
  • 2008–2011: Uwe Bühler (CDU)
  • seit 2012: Dagmar Kuster

Wappen[Bearbeiten]

Hettingen Wappen.png

Das Wappen von Hettingen zeigt einen gespaltenen Schild: vorne in Grün ein aufgerichteter goldener Löwe, hinten in Silber zwei verschlungene grüne Ringe übereinander. Das Wappen setzt sich aus den Wappen der ehemals selbständigen Gemeinden Hettingen (Löwe) und Inneringen (Ringe) zusammen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Hettingen[Bearbeiten]

Hettingen liegt an der Hohenzollernstraße und ist Teil der Ferienregion „Im Tal der Lauchert“.

Schloss Hettingen[Bearbeiten]

Schloss Hettingen

Das Schloss Hettingen ist auf eine Burganlage aus dem 11. Jahrhundert zurückzuführen. Sie lag in beherrschender Lage auf einem Felsrücken östlich der Stadt (40 Meter Höhenunterschied liegen zwischen der Ortsmitte und dem Schloss). Als Erbauer der mittelalterlichen Burganlage werden um 1120 die Grafen von Gammertingen genannt. Heute ist von der ehemaligen mittelalterlichen Burg nur noch die hohe Schildmauer im Norden und die Torauffahrt erhalten. Direkt daran angebaut wurde um 1720 vom Freiherrn Franz-Anton von Speth das Wohngebäude des heutigen Schlosses Hettingen. Das zum Schloss umgebaute Gebäude beherbergt nach vollständiger Renovierung und Sanierung von 1991 bis 1994 heute das Rathaus der Stadt Hettingen. Dabei wurden Malereien freigelegt, Stuckdecken erneuert und die alte Eichenholztreppe erhalten. Seit dem Jahr 2004 ist die Dauerausstellung „Architekturen in Ton“ der Künstlerin Sybille Ritter im Südflügel (ehemalige Kapelle) zu sehen. Zweimal jährlich finden Kunst- und Kulturveranstaltungen statt, Autoren stellen ihre neuen Bücher vor und einmal jährlich am letzten Augustwochenende findet ein Open-Air-Rock-Konzert im Schlossgarten statt.

Zur Schlossanlage gehört auch die Zehntscheuer, die heute das Fastnachtsmuseum „Narrenburg“ beherbergt.

Katholische Pfarrkirche St. Martin[Bearbeiten]

Pfarrkirche St. Martin, Hettingen

Die Hettinger Pfarrkirche wurde unter der Herrschaft des „Goldenen Ritters“ Hans Kaspar von Bubenhofen als Kollegiatskirche für ein herrschaftliches Kanonikerstift im spätgotischen Stil errichtet und im Jahre 1499 eingeweiht. Der Chor und die südlich angebaute Kapelle (Taufkapelle) sind mit Netzgewölben gedeckt, im Chor mit Blumenornamenten verziert. An der Nordwand des Chors steht ein filigranes 8,5 Meter hohes Sakramentshaus aus Sandstein, das bis in das Deckengewölbe reicht und von einer Madonnenfigur gekrönt ist. Diese Steinmetzarbeit aus der Erbauungszeit der Kirche wurde vermutlich von Reutlinger Steinmetzmeistern gefertigt. Teile des ehemaligen steinernen Lettners, der den Chorraum vom Kirchenschiff trennte, finden sich als seitliche Emporen im Chorraum. Das Kirchenschiff wurde 1959 nach Westen erweitert, wobei der bisherige Vorhallenturm mit barocker Haube an seinem Standort verblieb und deshalb heute als Dachreiter aufsitzt. In der Weihnachtszeit wird die sehenswerte barocke Krippe von circa 1800 aufgestellt, deren Hauptfiguren aus Wachs gearbeitet sind. Die Krippe besitzt mehrere Bilder; gezeigt werden heute noch das Weihnachtsbild, die Anbetung der Heiligen Drei Könige sowie die Hochzeit zu Kana. Als weitere Ausstattungsstücke sind die spätgotische Madonnenfigur, das Wandfresko in der Taufkapelle (Mantelteilung des Hl. Martin, Stiftungsbild), der Taufstein mit bemaltem achteckigen Deckelaufsatz aus der Renaissancezeit und verschiedene Epitaphien im Chor und in der Taufkapelle erwähnenswert. Die im November 2010 geweihte Orgel (19 Register, 1186 Pfeifen) wurde von Orgelbaumeister Stefan Heiß aus Vöhringen geschaffen.[13] Die Malereien aus dem 16. Jahrhundert werden Peter Strüb aus Veringenstadt zugeschrieben, die ebenfalls aus 16. Jahrhundert stammenden Grabdenkmäler der Herren von Speth sind Werke aus der Hand des Ulmer Bildhauers Hans Amann.

Sebastiankapelle[Bearbeiten]

Die Sebastiankapelle wurde vor dem Nordtor von Hettingen 1612 erbaut. Die Wände der Kapelle sind mit Fresken des 17. und 19. Jahrhunderts geschmückt. Die Muttergottes auf der Mondsichel von 1490 ist ein Werk des Meisters von Illerzell.

Marienkapelle[Bearbeiten]

Die barocke Marienkapelle (1570) befindet sich wie die Pfarrkirche direkt an der Hauptstraße, am Beginn des Hettinger Tals, eines trockenen Seitentals des Laucherttals. Raumprägend ist die Bemalung des Chorraums, die mit den Mitteln der Scheinarchitektur einen barocken Altaraufbau darstellt. Die Kapelle verfügt über eine Muttergottes des 15. Jahrhunderts und ein kleines Orgelpositiv mit vier Registern, das im Kern aus der Barockzeit stammt; die Pfeifen sind neueren Ursprungs. Das Instrument wurde von der Orgelbauwerkstätte Weigle im Jahre 1945 restauriert.

Museen[Bearbeiten]

Fasnachtsmuseum Narrenburg
  • Direkt neben dem Schloss gelegen befindet sich das Fastnachtsmuseum „Narrenburg“. Das Gebäude des Museums wurde auf den Resten der zum Schloss gehörenden Zehntscheuer erbaut, von welcher noch die Außenmauern vorhanden waren. Dort werden europäische Fastnachts-, Faschings- und Karnevalsbräuche vorgestellt. In der unteren Etage ist eine Ausstellung über die Fastnacht in der Region Alb-Lauchert zu sehen, darüber hinaus werden Sonderausstellungen zu verwandten Themen präsentiert.
  • Im Hettinger Puppenmuseum gibt es Künstlerpuppen aus dem Jahr 1840 bis heute, Trachtenpuppen, Puppenwagen und -herde, Puppenhäuser und -stuben, Kaufmannsläden, Marionetten und alte Spiele zu entdecken. Zusätzlich sind Kinderbücher aus zwei Jahrhunderten, Spielsachen aus drei Jahrhunderten und Puppenstubenmöbel mit Einrichtungen zu sehen.[14]

Inneringen[Bearbeiten]

Sakralbauten[Bearbeiten]

Pfarrkirche St.Martin, Inneringen
  • Die Pfarrkirche St. Martin in Inneringen ist ein neugotischer Kirchenbau von 1861. Der Turmschaft stammt noch aus dem Mittelalter. Im Jahr 2012 wurde die Blessing-Orgel des Gotteshauses grundlegend saniert und in ihren ursprünglichen technischen Zustand versetzt.
  • Die Kreuzkapelle stammt ursprünglich aus dem 15. Jahrhundert und wurde im 18. Jahrhundert verändert. Die Kreuzigungsgruppe stammt als einziges noch aus dem 15. Jahrhundert.
  • Die Kapelle Maria Nötenwang liegt rund ein Kilometer außerhalb des Ortskerns an dem Fahrweg Richtung Egelfingen im Wald.
  • Richtung Westen, auf einer kleinen Erhöhung, steht die barocke Dreifaltigkeitskapelle, im Volksmund Bergkäppele genannt. Die kreisrunde Kapelle soll aus einem römischen Wachturm entstanden sein. Vor dem Gebäude wurde 2007 ein Rosengarten angelegt.

Wasserturm[Bearbeiten]

Der Wasserturm ist das Wahrzeichen von Inneringen. Da er der höchste Punkt Hohenzollerns ist, reicht die Aussicht vom Wasserturm an klaren Tagen bis zu den Alpen und bis zum Mont Blanc. Der Wasserturm wurde 1978 mit heimatgeschichtliche Bildtafeln als Stätte der Heimatgeschichte und Erholung federführend vom Obst-, landschafts- und Gartenbauverein gestaltet. Als das Gebäude 2002 vom Zerfall bedroht war, wurde es restauriert.[4]

Naturdenkmale[Bearbeiten]

Auf Hettinger Gemarkung findet sich das Kachelstüble und der Teufelstorfelsen (in Richtung Gammertingen). Es handelt sich dabei um einen frei zugänglichen Jurafelsen mit torartigem Durchbruch mit Aussicht auf das Laucherttal.[15]

Sport[Bearbeiten]

Wintersport kann in Hettingen auf dem Skihang hinter dem Schloss[16] betrieben werden. Der Laiernberglift, ein Schlepplift[17], bedient eine flutlichtbeleuchtete Piste mit einer Länge von 300 Meter.[18] Gebaut wurde die Anlage Anfang der 1980er Jahre. Später kam eine Blockhütte mit Gastwirtschaft und Schuppen hinzu. Der Skilift ist heute die wichtigste Einnahmequelle das TSV Hettingen. Beim Skilift gibt es einen Hang zum Rodeln.[19]

Vereine[Bearbeiten]

Es gibt insgesamt 35 Vereine und Organisationen.[3]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • In Hettingen und Inneringen genießt die Fasnet einen hohen Stellenwert. Im Teilort Inneringen tagt das hohle Kolrabengericht, dessen Delinquenten in der Kohlrabenmühle „verhäckselt“ werden.[20]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Der Öffentliche Nahverkehr wird durch den Verkehrsverbund Neckar-Alb-Donau (NALDO) gewährleistet. Die Gemeinde befindet sich in der Wabe 442.

Bildung[Bearbeiten]

Seit dem Schuljahr 2013/2014 gibt es für Hettingen und Inneringen eine gemeinsame Grundschule in Hettingen; zuvor gab es in jedem Ortsteil eine Grundschule, die aber bereits in den Jahren vor der Zusammenlegung wegen des Rückgangs der Schülerzahlen kooperiert haben. Die Schule sowie die Kindergärten in Inneringen und Hettingen sind im Modellprojekt „Bildungshaus 3-10“ eingebunden. Die für die Einwohner Hettingens zuständigen weiterführenden Schulen liegen in Gammertingen und Sigmaringen.[21]

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

In Hettingen sind mehrere metallverarbeitende Betriebe ansässig, größter Arbeitgeber mit 470 Arbeitsplätzen (Stand: November 2011) ist das 1955 hier angesiedelte Unternehmen Trumpf.

Windkraft[Bearbeiten]

Der Regionalverband Bodensee-Oberschwaben hat mit dem Standort Inneringen eines von nur drei Vorranggebieten im Teilregionalplan Windenergie aus dem Jahr 2006 für bedeutsame Windkraftanlagen ausgewiesen.[22][23]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

  • Thomas Sprißler, seit 21. Februar 2008 Oberbürgermeister von Herrenberg
  • Joseph Sprißler (1795–1879), wuchs in Inneringen auf und studierte Theologie. Bereits im Priesterseminar zu Meersburg begeisterte er sich für Einheit, Recht und Freiheit, wie auch für kirchliche Reformen. In den Jahren 1821 bis 1834 war er der erste selbstständige Pfarrer in Veringenstadt, das vorher Filial von Veringendorf war. 1848 war er Abgeordneter in der Paulskirche zu Frankfurt. Wegen seiner politischen Aktivitäten verlor er schließlich sein Priesteramt.[25]

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben[Bearbeiten]

  • Antonie Teufel, seit 1998 Trägerin der Verdienstmedaille des Landes Baden-Württemberg, wohnhaft in Inneringen.
  • Ilse Wolf, in Inneringen lebende Künstlerin (Hinterglasmalerei)[26]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Walther Genzmer (Hrsg.): Die Kunstdenkmäler Hohenzollerns. Band 2; Kreis Sigmaringen, W. Speemann, Stuttgart 1948.
  • Herbert Burkarth: Geschichte der Herrschaft Gammertingen-Hettingen. Thorbecke, Sigmaringen 1997, ISBN 3-7995-4062-8
  • Stadt Hettingen (Hrsg.): Dorfleben hinter Stadtmauern: 600 Jahre Stadt Hettingen 1407-2007. Gmeiner-Verlag, Meßkirch 2007, ISBN 978-3-926633-65-1
  • Gabriele Loges: Hier wie anderswo: Geschichten aus Hettingen. Geest, Vechta-Langförden 2008, ISBN 978-3-86685-087-3 (Kurzgeschichten mit authentischem Hintergrund aus neuerer Zeit)
  • Johannes Maier, Siegfried Krezdorn: Die Geschichte des Ortes Inneringen. Eigenverlag der Gemeinde, Inneringen 1966, zu beziehen über die Stadtverwaltung Hettingen
  • Ivo Mauthner: Zwischen Schlehdorn und Heckenrosen: besinnliche und heitere Dorfgeschichten. Drei-Linden-Verlag, Kressbronn 1956; Reprint: Geiger, Horb am Neckar 2007, ISBN 978-3-86595-170-0 (Kurzgeschichten mit authentischem Hintergrund, angesiedelt in Hettingen ca. 1910 bis 1930)

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Gemarkungsfläche 46.056.880 m²

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. a b c d e Angaben nach Marga Arnold, Sekretariat der Stadt Hettingen, vom 2. Februar 2011.
  3. a b c Ignaz Stösser (ist): Zahlen und Fakten. In: Wir in Hettingen. In: Schwäbische Zeitung vom 15. Januar 2011
  4. a b Sabine Rösch (sr): Wasserturm ist Wahrzeichen. In: Wir in Ineringen. In: Schwäbische Zeitung vom 15. Januar 2011
  5. a b Burgruine, Schloss und Teufelstor. S. 2-4 In: Wanderbar …die schönsten Routen. Erlebnis Kreis Sigmaringen. Landratsamt Sigmaringen, Druckerei Schönebeck, Meßkirch
  6. Max Miller, Gerhard Taddey: Handbuch der historischen Stätten Deutschlands, Band 6, Baden-Württemberg. 2. Auflage, 1980, ISBN 978-3-520-27602-5 S. 335.
  7. Gerd Bantle: Fremdenverkehr und Bronzefund. In: Schwäbische Zeitung vom 8. April 2009
  8. Historisches Unwetter: Eisbrocken verletzen Mensch und Vieh. In: Schwäbische Zeitung vom 11. August 2008
  9. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg
  10. Schwäbische Zeitung
  11. Uwe Bühler ist neuer Bürgermeister der Stadt Hettingen. In: Schwäbische Zeitung vom 13. Oktober 2008
  12. www.schwaebische.de
  13. (hau): Feierlicher Gottesdienst. Dekan weiht königliches Instrument. In: Schwäbische Zeitung vom 26. November 2010
  14. Auf dem Jakobsweg von Gammertingen nach Pfullendorf. S. 52-59. In: Wanderbar …die schönsten Routen. Erlebnis Kreis Sigmaringen. Landratsamt Sigmaringen, Druckerei Schönebeck, Meßkirch
  15. Jürgen Meyer: Wilde Höhlen, Grotten, Felsennester: 100 geheimnisvolle Hohlräume zwischen Alb und Donau. Oertel & Spörer, 2011, ISBN 3-88627-479-9. S. 70-71.
  16. Skigebiete in unserer Region. In: Schwäbische Zeitung vom 4. Dezember 2010
  17. Der Lift bei Hettingen läuft. Après-Ski in der gemütlichen Hütte. In: Schwäbische Zeitung vom 27. Dezember 2010
  18. Ignaz Stösser (ist): Wintersportler tummeln sich auf den Pisten der Alb. In: Schwäbische Zeitung vom 15. Januar 2010
  19. Michael Hescheler (fxh): Skispaß: Auf die Bretter, fertig, los. Hettinger Skihang gilt als schneesicher – Am Sonntag erhalten SZ-Leser Ermäßigung. In: Schwäbische Zeitung vom 28. Januar 2011
  20. Sabine Rösch (sr): Das hohle Gericht lässt die Angeklagten „verhäckseln“. Das hohle Kolrabengericht tagt in Inneringen – Angeklagter bringt Hohlheiten in Verlegenheit. In: Schwäbische Zeitung vom 10.März 2011
  21. http://www.hettingen.de/hettingen/einrichtungen/schulen.htm
  22. Gerd Ahrendt (ahr): Umstrittene Gebiete. In: Südkurier vom 10. Juli 2010
  23. Gerd Ahrendt (ahr), Hermann-Peter Steinmüller (hps): Gegenwind in Oberschwaben. In: Südkurier vom 10. Juli 2010
  24. Vera Romeu (vr): Geburtstagsgeschenk. Berthold Leibinger wird Ehrenbürger. In: Schwäbische Zeitung vom 2. Dezember 2010
  25. Kurt Roller (rol): Ortsgeschichte. Neue Porträtwand bereichert Veringer Strübhaus. In: Schwäbische Zeitung vom 8. November 2008
  26. Sabine Rösch (sr): Ilse Wolf liebt Glas und Farben. In: Wir in Ineringen. In: Schwäbische Zeitung vom 15. Januar 2011

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hettingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien