Indogermanen

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Indogermanen (oder Indoeuropäer) sind dem linguistischen Verständnis gemäß die vorauszusetzenden Sprecher der nur rekonstruierten indogermanischen Ursprache.

Die Verbindung der urindogermanischen Sprache mit prähistorischen Kulturgruppen wird dadurch gefordert, dass nur durch eine zugehörige Sprechergruppe und nicht etwa allein durch einen Sprachbund die enge lexikalische und grammatische Verwandtschaft der zugehörigen Sprachen zwischen Island und – ausgestorben – West-China bzw. Nordindien erklärbar ist. Ethnologische Aussagen lassen sich daraus nicht ableiten. Im Gegenteil wird überwiegend davon ausgegangen, dass die heutigen Sprecher die Sprache von einwandernden Gruppen übernommen haben und ihre Altsprache nur in Bruchstücken als Substrat erhalten blieb.

Viele Wissenschaftler nehmen für das Urindogermanische etwa den Zeitraum zwischen 4000 und 3000 v. Chr. an. Eine Begründung ergibt sich aus den Techniken, beispielsweise des Wagenbaues, die im gemeinsamen Wortschatz gefunden werden.

Indogermanisch und indoeuropäisch[Bearbeiten]

Durch vergleichende Sprachforschung entdeckte William Jones (Indologe) Ende des 18. Jahrhunderts, dass viele Sprachen in Europa und dem Vorderen Orient von einer gemeinsamen Ursprache abstammen müssen (siehe: indogermanische Sprachen). Der dänisch-französische Forscher Conrad Malte-Brun verwendete 1810 hierfür den Namen „langues indo-germaniques“.

„Indogermanisch“ ist ein sprachwissenschaftlicher Klammerbegriff über die aus damaliger Sicht am weitesten westlich (Island) und am weitesten östlich (Indische Sprachen) bekannten Sprachen dieser Sprachfamilie. Die keltischen Sprachen waren damals noch nicht als indogermanische Sprache erkannt; die anatolischen und die beiden tocharischen Sprachen noch nicht einmal entdeckt.

Die deutschsprachige Philologie verwendet traditionell den Begriff indogermanisch, während außerhalb des deutschen Sprachraums indoeuropäisch (englisch Indo-European, französisch indo-européen) gebräuchlich ist. Beide Begriffe sind inhaltlich deckungsgleich und damit synonym.

Vorstellungen zu Herkunft und Ausbreitung der indogermanischen Sprache[Bearbeiten]

Die Gemeinsamkeiten der bekannten indogermanischen Sprachen setzen eine gemeinsame Vorform und eine begrenzte "Urheimat" oder Ausprägungsgebiet voraus. Nach all unserem Wissen konnte sich diese wie auch andere Sprachen nur durch stetigen Einfluss von Menschen mit entsprechender Macht, Prestige und innerem Zusammenhalt ausgebreitet haben. Jede wie auch immer geartete Ursprungshypothese muss sich also auf Zeiten und Räume beziehen, von denen wir mehr oder weniger Kenntnisse nur durch die Archäologie und neuerdings durch die Gentechnik besitzen. Keine dieser Ursprungshypothesen konnte sich bisher völlig durchsetzen. Daher werden sie im Folgenden einzeln vorgestellt.

Kurgan-Hypothese[Bearbeiten]

Die schon Anfang des 20. Jahrhunderts von vielen Linguisten geäußerte Vermutung, die Urheimat der indogermanischen Sprachen befinde sich in den Steppen nördlich und nordöstlich des Schwarzen Meers, wird auch heute noch von der Mehrheit der Sprachwissenschaftler favorisiert[1] und gilt seit der Widerlegung der Hypothesen Renfrews (s. u.) auch in der Ethnologie zunehmend wieder als Standard. Die Urindogermanen könnten demnach auf Grund vorhandener Wörter als eine patriarchal organisierte halbnomadische Gesellschaft angesehen werden, die den Pflug kannte, das Pferd nutzte und mit einiger Sicherheit nicht am Meer beheimatet war. Archäologen versuchten, dies mit Hilfe archäologischer Indizien zu bestätigen. Die während des Neolithikums und der frühen Bronzezeit in Südrussland, der Ukraine und Moldawien existierenden Kulturen nördlich und östlich des Schwarzen Meeres und an der Wolga wurden von der litauisch-amerikanischen Archäologin Marija Gimbutas in den 1950er Jahren nach der charakteristischen Bestattungsweise in Grabhügeln (Kurgan) zur sogenannten Kurgankultur zusammengefasst.

Dieser Kurgan-Hypothese zufolge lebten die Indogermanen im 5. vorchristlichen Jahrtausend als kriegerisches Hirtenvolk in Südrussland. Sie domestizierten das Pferd (Sredny-Stock-Kultur um 4000 v. Chr.), gegen 3000 v. Chr. erfanden oder übernahmen sie das Fuhrwerk (Worte für Rad, Achse, Deichsel, Geschirr, Nabe stehen dafür), und betrieben Vieh- und Weidewirtschaft mit Schafen und Rindern. Gemäß dieser Hypothese sind sie zwischen 4400 und 2200 v. Chr. in mehreren Wellen west-, süd- und ostwärts gezogen. Die Träger der Schnurkeramik bildeten demnach eine dieser Auswanderungswellen des Kurganvolkes, die sich z.B. bis ins westliche Mitteleuropa ausbreiteten und sich mit der dort ansässigen Bevölkerung vermischten. Schon lange vor Marija Gimbutas galt vielen Archäologen die Ende des 4. Jahrtausends verbreitete Streitaxt als Kennzeichen einer indoeuropäischen Invasion.

Mit ihrer Kurgan-Hypothese erklärt Marija Gimbutas gesellschaftliche Umbrüche, die nach ihrer Meinung im 3. Jahrtausend die neolithische Gesellschaft Mittel- und Südeuropas erschütterten: im Norden wich die Kollektivbestattung in Megalithgräbern der Einzelbestattung, beim Grabinventar tauchen andere Beigaben auf (Waffen, Schmuck usw.), Schmuckformen und Verzierungen bei der Keramik wandeln sich. In Griechenland findet sich um 2200 v. Chr. ein ausgedehnter Brandhorizont, der mit dem Einbruch von indoeuropäischen Protogriechen in Verbindung gebracht wird, die sich bis etwa 1600 v. Chr. mit der mittelmeerischen Vorbevölkerung vermischen - ein Prozess, aus dem die frühen Griechen bzw. Achäer und die mykenische Kultur hervorgehen, die um 1600 v. Chr. einsetzt. Auch Troja erlebt um 2200 v. Chr. eine Brandkatastrophe, wenig später werden im mittleren Kleinasien die Hethiter fassbar.

Fazit: Die Kurgan-Hypothese postuliert einen raschen gesellschaftlichen Umbruch, dem die älteren, seit dem 7. Jahrtausend fassbaren neolithischen Kulturen in weiten Teilen Europas zum Opfer fallen. Die sozial nicht geschichteten und vermutlich matrilinearen Bauernkulturen werden von einer patriarchalischen und feudal gegliederten indogermanischen Erobererschicht überlagert, die aufgrund ihrer kriegerischen und technologischen Überlegenheit und trotz beträchtlicher zahlenmäßiger Unterlegenheit ihre Sprache und Gesellschaftsstruktur durchsetzt.

Aus der Vermischung von Indogermanen und nichtindogermanischer Urbevölkerung sowie durch isolationsbedingte Differenzierung entwickelten sich die verschiedenen indogermanischen Volks- und Sprachgruppen, wie z. B. die Anatolier, Tocharer, Indoarier, Iranier, Griechen, Armenier, Phryger, Italiker, Kelten, Germanen, Slawen, Balten, Thraker, Illyrer, Albaner und andere.

Diese Hypothese von Marija Gimbutas, die wegen der Gleichsetzung der südrussischen Kurgankultur mit den Indoeuropäern und der von ihr postulierten sozialen Struktur der nichtindoeuropäischen Vorbevölkerung (Alteuropa) zeitweise stark in die Kritik geraten war, passt im Gegensatz zu Renfrews Annahme am besten zum sprachlichen Befund, wonach die Indoeuropäer nicht zu Beginn des Neolithikums nach Europa kamen, sondern erst in relativ später Zeit im 3. Jahrtausend v. Chr. nach Westen vorstießen. Mit diesen vermuteten Wanderungen breitet sich auch das Pferd wieder nach Westen aus. Allerdings stehen Beweise für frühe Reitpferde im Westen noch aus: Die Fuhrwerke wurden noch lange von Ochsen gezogen.

Genetisch lässt sich die Einwanderung bisher nicht überzeugend nachweisen und muss es auch nicht. So setzt sich die Bevölkerung Ungarns mehrheitlich aus einem europäischen Grundstock zusammen statt der der Sprache entsprechenden uralischen Komponente; Kleinasien zeigt genetisch vorwiegend eine altansässige Bevölkerungsschicht, in der die seit dem 11. Jh. n. Chr. eingeströmten Turkvölker höchstens 15 bis 20 Prozent ausmachen.

Europa wird genetisch von einer alteuropäischen Urbevölkerung dominiert, die vermutlich schon im Mesolithikum anzutreffen war. Sie erfuhr seit dem 7. Jahrtausend v. Chr. eine Aufstockung durch die frühen Ackerbauern, die aus Kleinasien zunächst auf den Balkan einwanderten und von dort aus weiter nach Mitteleuropa expandierten, das sie um 5500 v. Chr. erreichten. Welche Sprachen die vorindoeuropäischen Populationen sprachen, bleibt uns leider verborgen. Hinweise geben vereinzelt die Hydronomie und in Südosteuropa Ortsnamen bzw. deren Endungen (z. B. -assos).

Ähnlich stellen sich heutige Sprachforscher den Übergang zu den indoeuropäischen Sprachen vor. Die vermutlich waffentechnisch überlegenen halbnomadischen Indoeuropäer verbreiteten sich – trotz ihres geringen genetischen Beitrags über Europa und überschichteten die alten neolithischen Kulturen. So entstanden neue Kulturen, die nunmehr mit der Aunjetitzer- und der Hügelgrabkultur den Beginn der Bronzezeit etwa um 2000 v. Chr. markieren.

Wildpferde kamen vor der Indogermanisierung in Europa nur regional vor, während sie in Steppengebieten große Herden bildeten. Dort hat der Archäologe David Anthony[2] an Pferdezähnen aus Dereivka in der Ukraine Abnutzungsspuren entdeckt, die auf die Benutzung einer Trense zum Reiten schließen lassen. Das ist ein eindeutiger Beleg, dass dieses Pferd zum Reiten genutzt wurde. Letztlich wurde dieser Pferdezahn jedoch auf die Jahre von 410 bis 200 v.u.Z. datiert[3]. Anthony hat jedoch zahlreiche weitere Belege zusammengetragen, die darauf schließen lassen, dass die Indoeuropäer ab c.a. 4700 v.u.Z. das Reiten entwickelten, ohne dass allerdings ein sicherer Beweis dafür gefunden wurde[4].

Tatsächlich enthält die indogermanische Grundsprache einen reichen Wortschatz aus der Milch- und Viehwirtschaft (Milch, Butter, Wolle, Webtechnik), während Bezeichnungen für Kulturpflanzen, darunter nur eine unbekannte Getreidesorte, entweder nicht vorhanden waren oder nicht erhalten blieben.

Ähnlich muss der Prozess in Mittelasien, im Iran und Nordindien verlaufen sein. So erklärt sich, dass die durch den Kaukasus abgegrenzte hethitische Sprache Anatoliens, nach Renfrew das Ursprungsgebiet der Indogermanen, am weitesten vom Urindogermanischen abweicht, hingegen das Finno-Ugrische, wahrscheinlich eine angrenzende Sprachfamilie, Ähnlichkeiten mit dem Urindogermanischen aufweist, und baltische Sprachen wie das Litauische besonders altertümliche Bestandteile der urindogermanischen Grundsprache bewahrten. Diese Völker und Stämme lebten wahrscheinlich im 5. Jahrtausend v. Chr. noch in unmittelbarer Nähe, nördlich der vermuteten Urheimat der Indogermanen und waren in den folgenden Jahrtausenden, insbesondere im vierten, als die Wanderbewegungen begannen, Verdrängungen unterworfen; sie lebten sozusagen in einem Rückzugsgebiet, aus dem sie viel später von Slawen und Goten – die Finno-Ugrier von den Balten – an den Rand der Ostsee und in den Norden abgedrängt wurden.

Auf diese differenziert betrachtete Weise erhält die Hypothese von Marija Gimbutas erhöhte Glaubwürdigkeit.

Die Kleinasien-Hypothesen[Bearbeiten]

Die Anatolien-Hypothese[Bearbeiten]

Der britische Archäologe Colin Renfrew setzt die Indogermanen mit den neolithischen (jungsteinzeitlichen) Bauern gleich, welche die Landwirtschaft ab 7000 v. Chr. sowohl über den Balkan, als auch den Westmediterranen Raum nach Mittel- und Nordeuropa brachten. Die These erscheint zunächst dadurch überzeugend, dass diese Wirtschaftsweise auch eine ökonomische Überlegenheit darstellte. Renfrews Theorie geht von einem zu frühen Auftreten des Urindogermanischen in Europa aus, da die rekonstruierte Grundsprache in ihrer sprachlichen Tiefenschicht Wörter für Dinge enthält, die erst seit dem 3.–4. Jh. v. Chr. in Europa gefunden wurden, wie z. B. Joch, Rad und Wagen.

Ferner spricht die Gesellschaftsstruktur gegen Renfrews Hypothese. Der indogermanische Wortschatz deutet auf eine eher feudale, patriarchalisch geschichtete Gesellschaft, während die neolithischen Gesellschaften mit großer Wahrscheinlichkeit eine egalitäre Sozialordnung hatten, die vermutlich einen Dorfältesten, nicht aber kriegerische Fürsten oder Häuptlinge kannte. Zudem waren die neolithischen Gesellschaften im Gegensatz zu den Indoeuropäern vielleicht matrilinear strukturiert, worauf eine große Zahl weiblicher Figuren hinweist, die als Fruchtbarkeitsgöttinnen oder Stammesmütter gedeutet werden.

Renfrews Hypothese erfuhr vermeintliche Unterstützung von den neuseeländischen Forschern R. Gray und Q. Atkinson. Diese veröffentlichten in der auf dem Gebiet der Naturwissenschaften renommierten Zeitschrift Nature im Jahre 2003 (11/2003) ihren mit Methoden der Bioinformatik unter glottochronologischen Annahmen und fehlerhaften linguistischen Daten gewonnenen Stammbaum für 87 indogermanische Sprachen. Die Ergebnisse begegnen Kritik sowohl hinsichtlich der Untergliederungen als auch der Zeiten: z. B. soll sich Hethitisch bereits vor 9000 Jahren ausgegliedert haben, was mit Rekonstruktionen des Wortschatzes (z. B. Rad- und Wagen-Terminologie) nicht zu vereinbaren ist.

Die Süd-Kaukasus-Hypothese[Bearbeiten]

Die ehemals sowjetischen Forscher Gamqrelidse und Iwanow sehen den Raum südlich des Kaukasus, etwa in einem Gebiet um den heutigen Van-See in Ostanatolien und den Urmia-See im nordwestlichen Iran, als ursprünglichstes Ausgangsgebiet der indogermanischen Sprache an. Die Träger der ursprünglichen Sprache hätten sich nur wenig nach Westen bewegt und noch in Anatolien die anatolische Sprachgruppe gebildet, die die weitaus archaischsten Züge der Sprachfamilie aufweist. Nur wenig nördlich davon hätte sich eine durch eine Vielzahl von Isoglossen als im Ursprung gemeinsam erwiesene griechisch-phrygisch-armenisch-indoiranische Sprachgruppe herausgebildet, die sich weit nach Westen und Osten ausgebreitet habe. Die späteren nordwestlichen Sprecher seien nach dieser Hypothese zunächst ostwärts um das Kaspische Meer herum gewandert, im Verlauf welcher Wanderung sich möglicherweise die späteren tocharischen Sprecher abspalteten, und dann westwärts in den Nordpontischen Raum gewandert. Gamqrelidse und Iwanow führen u.v.a. ein bisher weniger beachtetes sprachliches Argument an, nämlich die ungewöhnlich große und häufig bedeutungsdifferenzierende Anzahl der Wurzeln (bzw. dann Wörter) für Berge, Gipfel, Anhöhen usw. in der indogermanischen Ursprache, nämlich z.B. *bʰerg̑ʰ in dt. 'Berg', 'Burg' usw., *men in lat. mons 'Berg' , ēminēre 'hervorragen' usw., oder *k̑ewk in dt. 'hoch', 'Hügel' usw. Solch ausgeprägte Differenzierungen, so schließen die Verfasser, wären in einer flachen Steppe nördlich des Schwarzen Meeres nicht nötig gewesen und daher auch nicht entwickelt worden. Die vorhandene Vielzahl der Wörter für "Berg" usw. sei allerdings bei den Wanderungen in flachere Steppengebiete "mitgenommen" worden. Die Hypothese besitzt nicht nur den Vorteil, dass sie mit den substanziellen Forschungen Colin Renfrews präzise übereinstimmt, sondern auch, dass sie die Kurgan-Hypothese eher stützt als stört (und diese Vereinbarkeit aller Hypothesen miteinander macht die vorgelegte Hypothese sehr schlüssig). Nach Gamqrelidze und Iwanow haben sich, wie erwähnt, die Träger der anatolischen Sprachgruppe nur wenig nach Westen bewegt (und sie hatten bereits 2000 v. Chr. engste Beziehungen zu den Kulturen des südlichen Zweistromlands, daher die von ihnen verwendete Keilschrift und die vielen sprachlichen Lehnbeziehungen zum Sumerischen und Akkadischen). Lediglich eine wohl zunächst vereinzelte und möglicherweise eher kleine Gruppe hat den Weg nach Norden - unerheblich bleibt, ob westlich oder östlich des Kaspischen Meeres - über den Kaukasus gefunden und anscheinend genau dort, vielleicht nomadisch, gesiedelt. Gamqrelidse und Iwanow nennen dieses Gebiet secondary homeland, und genau die Tatsache, dass sie dort, nördlich des Schwarzen und Kaspischen Meeres, für die spätere Ausbreitung ihrer Sprache besonders wichtig geworden zu sein scheinen (es handelt sich um die sprachlichen Vorfahren der Balten, Slawen, Kelten, Italiker, Germanen und anderer), könnte zu der Südrussland/Ukraine- bzw. Kurgan-Hypothese geführt haben. In diesem Sinne ist das Steppengebiet dort wirklich auch die Urheimat der Indogermanen, aber - nach Gamqrelidse und Iwanow - ohne die Anatolier, Griechen, Phryger, Armenier und Indoiraner (und vielleicht auch ohne die Tocharer, von denen in dieser Hypothese angenommen wird, dass sie während der Nordwanderung als Einzelgruppe nach Osten abgerückt sind). Die Besonderheit der Hypothese ist also, dass sie von einer zweigeteilten Urheimat ausgeht. Für die Formulierung der Kurgan-Hypothese ist es völlig unerheblich, ob die "Kurgan-Sprecher" die Vorfahren der Anatolier, Griechen, Phryger, Armenier, Indoiranier und Tocharer mit einschließen oder nicht (nach Gamqrelidze und Iwanow ausgesprochen nicht; es reicht schon, dass sie die Vorfahren der Balten, Slawen, Kelten, Italiker und Germanen waren). Es gibt einen anatolischen Mythos (in einem Ritual des Hethiterkönigs Muwatallis um 1300 v. Chr., in dem die Sonne im Osten über einer Meeresfläche aufgeht. Anhänger der Einwanderungshypothese vermögen daraus tatsächlich zu schließen, dass die anatolischen Völker westlich des Schwarzen Meeres, also über den Bosporus, nach Kleinasien eingewandert sind. Aber von der Größe der Seefläche her sind dieselben Voraussetzungen auch z. B. für den Van-See erfüllt. Zusätzlich scheine ältere Darstellungen von Evolutionsgenetikern um Cavalli-Sforza die Hypothese von Gamqrelidse und Iwanow zu unterstützen.

Bewertung[Bearbeiten]

Diese beiden Hypothesen schließen sich dann gegenseitig aus, wenn die Kurgan-Hypothese auf die Einbeziehung aller späteren Einzelsprachen, also auch des Anatolischen, Griechisch-Phrygisch-Armenisch-Indoiranischen und Tocharischen, besteht. Ansonsten sind sie vollkommen kompatibel. Sowohl die Größe des gemeinsamen Sprachgebiets als auch die im Anatolien des 2. Jahrtausends v. Chr. vorgefundene Hocharchaik der Sprache sprechen für die Anatolien/Südkaukasus-Hypothese. Entsprechend bestätigt der Genetiker Luigi Cavalli-Sforza[5] Marija Gimbutas’ Kurgan-Hypothese, sieht sie allerdings gleichberechtigt neben der Hypohese Renfrews, die mit der von Gamqrelidse und Iwanow bis in Nuancen hinein weitgehend identisch ist.

Alteuropa-Theorie[Bearbeiten]

Die von Hans Krahe begründete und von Wolfgang P. Schmid weiterentwickelte „Alteuropa-Theorie“ (die außer dem Namen nichts mit Gimbutas’ Alteuropa-Konzeption einer nichtindogermanischen Vorbevölkerung gemeinsam hat) stützt sich auf die Untersuchung alter Gewässernamen. Sie geht davon aus, dass sich Gewässernamen gegenüber Umbenennungen als besonders resistent erwiesen haben und damit eine sehr alte Sprachschicht repräsentieren. Dabei bedienen sich die Forscher einer Unterdisziplin der Sprachforschung, der sogenannten Onomastik (Namenforschung). Die Göttinger Schule der Gewässernamenkunde (Hydronymie, derzeitig prominentester Vertreter: Jürgen Udolph) nimmt ein sogenanntes „alteuropäisches“ sprachliches Kontinuum an. Eine besonders von italienischen und spanischen Forschern herausgearbeitete Theorie einer „Paläolithischen Kontinuität“ (Palaeolithic Continuity Theory – PCT) könnte zu diesen Ergebnissen passen. Passen würde aber sogar Renfrews Theorie, sofern man davon ausgeht, dass ausgerechnet die Gewässernamen der ersten Bauern die Indoeuropäisierung überstanden, denn die Gewässernamen gelten auch als Substrat älterer vorindogermanischer Sprachschichten, z. B. des hypothetischen Vaskonischen.

Sonstige Theorien[Bearbeiten]

Balkan[Bearbeiten]

In manchen Theorien kommt dem Balkan eine Schlüsselstellung zu, da er mindestens als „Durchzugsgebiet“ infrage kommt. In letzter Konsequenz muss auch die These geprüft werden, ob nicht auch der Balkan, insbesondere das Donaubecken als „Urheimat“ in Frage kommt.

Mitteleuropa-Theorien[Bearbeiten]

Anhänger dieser Richtung gehen, im Gefolge Gustaf Kossinnas davon aus, dass die Indogermanen auf die mesolithische Bevölkerung Mitteleuropas zurückgehen und somit die Urbevölkerung bilden. Nach ihrer Auffassung erstreckte sich der dafür infrage kommende Raum zwischen Weser, Ostsee, Ostpolen und Karpaten. Etwa um 4000 v. Chr. hätten diese Frühindogermanen die Trichterbecherkultur ausgebildet und ca. 2500 v. Chr. ihre Wanderungen auf den Balkan, nach Vorderasien und Indien angetreten. Eine Invasion aus dem asiatischen oder südrussischen Raum hätte es danach nicht gegeben.

Ab dem späten 19. Jahrhundert vertraten zahlreiche mitteleuropäische Wissenschaftler diese Ansicht, vor allem solche, die als Nationalisten und Pangermanisten eine indogermanische Zuwanderung aus den Steppengebieten Südrusslands aus ideologischen Gründen ablehnten. Neben solchen Wissenschaftlern, die der protonazistischen Ideologie vom „nordischen Herrenmenschen“ nahestanden, gab es Indogermanisten und Prähistoriker, die die Mitteleuropa-Hypothese aus rein wissenschaftlichen Erwägungen favorisierten (z. B. Julius Pokorny, N. S. Trubetzkoy, Ernst Meyer u. a.). Ihre größte Blütezeit erlebten die Mitteleuropatheorien jedoch in der Zeit des Nationalsozialismus in den dreißiger und vierziger Jahren des 20. Jahrhunderts zur Untermauerung der nationalsozialistischen Rassenlehren.

Nach 1945 wurden und werden jegliche Mitteleuropatheorien zur Herkunft der Indogermanen aufgrund ihrer vormaligen prominenten nationalistischen und rassistischen Instrumentalisierung bzw. Inspiration mehrheitlich abgelehnt, gleichzeitig geriet jedoch die gesamte Indogermanistikforschung im deutschen Sprachraum in der Folge in Verruf, da bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs der hiesige popularistische öffentliche Diskurs ein halbes Jahrhundert lang die Indogermanistik durch Verortung der Urheimat in Mitteleuropa zur Grundlage einer nordischen Herrenmenschenideologie gemacht hatte.

Der Archäologe Alexander Häusler zählt die indoeuropäischen Sprachträger zur autochthonen Bevölkerung Europas, die dort ohne größere Invasionen oder Migrationen von außerhalb seit dem Mesolithikum ansässig waren. Die weite Verbreitung der indoeuropäischen Sprachen wird lediglich durch die Weitergabe von Kulturkontakten erklärt.[6]

Methodik[Bearbeiten]

Die historisch-vergleichende Sprachwissenschaft und die Sprachtypologie erschließen durch Vergleich verwandter Sprachen so genannte Protosprachen.

Für archäologische Kulturen gilt ähnliches wie für Protosprachen: Zahlreiche Indogermanisten versuchen, durch Analyse der allen indogermanischen Sprachen gemeinsamen Pflanzen- und Tierbezeichnungen, die demnach Bestandteil der indogermanischen Ursprache sind, die Urheimat ihrer Träger zu ermitteln. Diese Ansätze stehen wegen der anzunehmenden häufigeren Bedeutungswechsel in der Kritik. Allerdings weisen die gemeinsamen Pflanzen- und Tiernamen auf mittlere bzw. gemäßigte Breiten und aufgrund von Lehnwörtern auf frühe Kontakte mit Sprechern uralischer und altaischer Sprachen hin. Der Längengrad kann aber nicht ermittelt werden.

Diese Überlegungen und Sprachanalysen weisen in der heute mehrheitlich vertretenen Kurgan-Theorie als Ausbreitungszentrum auf ein Gebiet in Südrussland, auf Viehhirten, die nicht mehr Jäger und Sammler waren und – analog zu entsprechenden Begriffen in der indoeuropäischen Grundsprache – vermutlich einen rudimentären Ackerbau betrieben. Nach diesen Untersuchungen liegt der Ausbreitungszeitpunkt mit einer Unsicherheit von fast tausend Jahren bei 3100 v. Chr.

Gemeinsame indogermanische Bezeichnungen des Ackerbaus, wie z. B. Pflug, als auch des Transports wie Rad, Wagen und Joch legen nahe, dass die indogermanischen Stämme sich erst nach Übernahme des Wagentransports (zunächst von Ochsen gezogen) ausbreiteten. Danach können sie nicht die Träger der ersten Ackerbaukulturen gewesen sein, die im Alt-Neolithikum von Kleinasien nach Europa wanderten, sondern erst relativ späte (ca. 3600–2600 v. Chr.) Migranten. Diese frühmetallzeitliche Periode brachte, wie bereits vorher die Landwirtschaft, eine größere Umwälzung mit sich. Archäologen ordnen die Funde zu Fund-Horizonten. Horizonte mit ausreichend umfangreicher Datenlage werden Kulturen genannt. Eine so genannte „Kultur“ wird durch typische Funde, zumeist der Keramik, definiert (Leitfunde). Eine Gleichsetzung archäologischer Kulturen mit ethnischen Einheiten, Sippen oder Völkern ist jedoch in der Regel unmöglich, auch wenn das im 19. und frühen 20. Jahrhundert, in Deutschland besonders von Gustaf Kossinna, versucht wurde.

Sprachwissenschaftler, die eine Protosprache beschreiben, versuchen oft, archäologische Evidenzen für diese Protosprache zu finden, und mitunter (aber seltener) versuchen Archäologen, die eine Kultur beschreiben, in Ermangelung historischer Daten sprachwissenschaftliche Evidenzen zu finden. Dies ändert nichts daran, dass ein Zusammenhang zwischen Protosprachen und Kulturen prinzipiell hypothetisch ist, so dass zwar allgemein von Gesellschaften gesprochen werden kann und die Sprechergemeinschaft der linguistisch rekonstruierten Protosprache ganz oder teilweise Träger der betreffenden archäologischen Kultur gewesen sein könnte, wohingegen jedoch nicht mit Bestimmtheit behauptet werden kann, diese Gesellschaften seien ein Volk gewesen oder ihre Sprache wäre auf die Kulturebene begrenzt gewesen.

Die oben beschriebenen Hypothesen beruhen - jede für sich - auf völlig verschiedenen Annahmen. Manche Hypothesen schließen sich, obwohl sie sich zu widersprechen scheinen, nicht unbedingt gegenseitig aus.

Zeitlicher Rahmen[Bearbeiten]

Die verschiedenen Theorien differieren bereits beim Versuch, die Proto-Indogermanen zeitlich zu fassen. Beim Jungpaläolithikum (Otte) angefangen, lägen die Ursprünge in Nordafrika. Späteste Annahmen datieren die Ausbreitung der Indoeuropäer nach Europa in das Neolithikum oder in die lokal unterschiedlich beginnende Bronzezeit (in Mitteleuropa ca. 2500 v. Chr.).

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

genetisch[Bearbeiten]

  • Luigi Cavalli-Sforza: Gene, Völker und Sprachen. Die biologischen Grundlagen unserer Zivilisation. 1999 (als Taschenbuch 2001). ISBN 3-423-33061-9

sprachwissenschaftlich[Bearbeiten]

  • Robert Stephen Paul Beekes: Comparative Indo-European Linguistics: An Introduction. John Benjamins, Amsterdam 1995. ISBN 1-55619-505-2
  • Emile Benveniste: Le vocabulaire des institutions indo-européennes, Paris, Editions de Minuit, 1969
  • Benjamin W. Fortson: Indo-European Language and Culture. An Introduction. Blackwell Publishing, Malden 2004, ISBN 1-4051-0316-7
  • Thomas W. Gamqrelidse, Wjatscheslaw Iwanow: Die Frühgeschichte der indoeuropäischen Sprachen. in: Spektrum der Wissenschaft. Dossier. Die Evolution der Sprachen. Heidelberg 2000,1, S. 50–57. ISSN 0947-7934
  • Harald Haarmann: Weltgeschichte der Sprachen. Von der Frühzeit des Menschen bis zur Gegenwart, München 2006. ISBN 3-406-55120-3
  • Ernst Kausen: Die indogermanischen Sprachen. Von der Vorgeschichte bis zur Gegenwart. Helmut Buske Verlag, Hamburg 2012, ISBN 978-3-87548-612-4
  • William B. Lockwood: Überblick über die indogermanischen Sprachen. G. Narr, Tübingen 1979. ISBN 3-87808-100-6
  • Michael Meier-Brügger: Indogermanische Sprachwissenschaft. 9. Auflage. de Gruyter, Berlin 2010, ISBN 978-3-11-025143-2
  • Oswald Szemerényi: Einführung in die vergleichende Sprachwissenschaft. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1989, 1990 (4. Auflage). ISBN 3-534-04216-6

archäologisch[Bearbeiten]

  • David Anthony: The Kurgan culture. Indo-european origins and the domestication of the horse, a reconsideration. in. Current Anthropology. University of Chicago, Chicago Illinois, 27.1986, S. 291–313. ISSN 0011-3204
  • David Anthony, Dorcas Brown: The origins of horseback riding. in: Antiquity. Oxford University Press, Oxford 65.1991, S. 22–38. ISSN 0003-598X
  • David Anthony: The Horse, the Wheel, and Language: How Bronze-Age Riders from the Eurasian Steppes Shaped the Modern World Princeton University Press, Princeton 2007 ISBN 978-0-691-14818-2
  • Elizabeth W. Wayland Barber: The Mummies of Ürümchi. W. W. Norton & Company, New York, Mc Millan, London 1999. ISBN 0-333-73024-0 – wissenschaftlicher Ansatz: Webtechniken
  • Marija Gimbutas: Die Ethnogenese der europäischen Indogermanen. Institut für Sprachwissenschaft, Innsbruck 1992, ISBN 3-85124-625-X.
  • Marija Gimbutas: Das Ende Alteuropas. Der Einfall von Steppennomaden aus Südrussland und die Indogermanisierung Mitteleuropas. in: Archeolingua. Series minor 6., jointly edited by the Archaeological Institute of the Hungarian Academy of Sciences and the Linguistic Institute of the University of Innsbruck. Archaeolingua Alapítvány, Budapest 1994 (auch als Buch). ISSN 1216-6847, ISBN 3-85124-171-1
  • Marija Gimbutas: The Kurgan Culture and the Indo-Europeanization of Europe. Selected Articles From 1952 to 1993. Institute for the Study of Man, Washington DC 1997. ISBN 0-941694-56-9
  • Marija Gimbutas: The Civilization of the Goddess. Deutsch: Die Zivilisation der Göttin. Die Welt des Alten Europa. Zweitausendeins, Frankfurt/M 1996, ISBN 3-86150-121-X
  • Alexander Häusler: Zum Ursprung der Indogermanen. Archäologische, anthropologische und sprachwissenschaftliche Gesichtspunkte. in: Ethnographisch-Archäologische Zeitschrift (EAZ). Berlin 39.1998, S. 1–46. ISSN 0012-7477
  • Abenteuer Archäologie. Spektrum der Wissenschaft Verl.-Ges., Heidelberg 2004, 1, S. 9. ISSN 1612-9954
  • Alexander Häusler: Ursprung und Ausbreitung der Indogermanen. Alternative Erklärungsmodelle. Indogermanische Forschungen. in: Zeitschrift für Indogermanistik und allgemeine Sprachwissenschaft. de Gruyter, Berlin 107.2002, S. 47–75. ISSN 0019-7262
  • Alexander Häusler: Nomaden, Indogermanen, Invasionen, zur Entstehung eines Mythos. In: Orientwissenschaftliche Hefte 5, 2003, ISSN 1617-2469 (PDF-Download, 6MB)
  • George Cardona (Hrsg.): Indo-European and Indo-Europeans. University of Pennsylvania Press. Philadelphia 1968, 1970.
  • James P. Mallory: In Search of the Indo-Europeans. Language, Archaeology and Myth. Thames und Hudson, London 1989, 1991, 1997. ISBN 0-500-27616-1
  • James Mallory, D. Q. Adams (Hrsg.): Encyclopedia of Indo-European Culture. Fitzroy Dearborn, London 1997. ISBN 1-884964-98-2
  • Marcel Otte: Diffusion des langues modernes en Eurasie préhistorique. In: Comptes rendus de l’Académie des Sciences. Serie 2 A. Elsevier, Paris 321.1995, 1219–1226. ISSN 0764-4450
  • Colin Renfrew: Die Indoeuropäer – aus archäologischer Sicht. In: Spektrum der Wissenschaft. Dossier. Die Evolution der Sprachen. Heidelberg 2000, 1, S. 40–48. ISSN 0947-7934
  • Colin Renfrew.: Archaeology and Language. The Puzzle of Indo-European Origins. Jonathan Cape, London 1987, Cambridge 1990. ISBN 0-521-38675-6
  • C. Renfrew, K. Boyle (Hrsg.): Archaeogenetics. DNA and the population prehistory of Europe. McDonald Institute, Cambridge 2000. ISBN 1-902937-08-2
  • C. Renfrew, A. McMahone, Larry Trask (Hrsg.): Time Depth in Historical Linguistics. McDonald Institute for Archaeological Research, Cambridge 2000. ISBN 1-902937-06-6
  • Hamel, Elisabeth 2007, Das Werden der Völker in Europa, Rottenbücher Verlag. ISBN 978-3-00-027516-6

historisch[Bearbeiten]

  • Jahanshani Derakshani: Die Arier in den nahöstlichen Quellen des 3. und 2. Jahrtausends v. Chr. Teheran 1998. ISBN 964-90368-1-4
  • Bernard Sergent: Les Indo-Européens, Paris, Payot, 2005

religionswissenschaftlich[Bearbeiten]

  • Marija Gimbutas: The Living Goddesses. University of California Press. Berkeley and Los Angeles 1999. ISBN 978-0520229150
  • Marija Gimbutas: The Goddesses and Gods of Old Europe. Deutsch: Göttinnen und Götter im Alten Europa. Uhlstädt-Kirchhasel 2010. ISBN 978-3-86663-043-7

allgemein[Bearbeiten]

  • Harald Haarmann: Die Indoeuropäer. Herkunft, Sprachen, Kulturen. C. H. Beck oHG, München 2010, ISBN 978-3-406-60682-3
  • Hans J. Holm: The new Arboretum of Indo-European ‚Trees‘. Can new Algorithms reveal the Phylogeny and even Prehistory of IE? In Journal of Quantitative Linguistics 14–2, 2007, S. 167–214. (englisch; linguistische, archäologische, und mathematische Auseinandersetzung mit den derzeitigen Stammbaumkonstruktionen)
  • Martin Kuckenburg: Auf den Spuren der Indoeuropäer. in: Abenteuer Archäologie. Spektrum der Wissenschaft Verl.-Ges., Heidelberg 2006, 2, S. 48ff. ISSN 1612-9954 (gute aktuelle Einführung)
  • Reinhard Schmoeckel: Die Indoeuropäer. Aufbruch aus der Vorgeschichte. Bastei-Lübbe-Taschenbuch 64162. Bastei-Lübbe, Bergisch Gladbach 1999. ISBN 3-404-64162-0 (jeder Abschnitt ist hier in ein illustrierendes belletristisches und ein konkret wissenschaftliches Kapitel aufgeteilt)

Führende Zeitschrift:

  • Journal of Indo-European Studies. University of Southern Mississippi, Hattiesburg Miss 1.1973ff. ISSN 0092-2323
  • Journal of Indo-European Studies. Monograph. Institute for the Study of Man. Washington DC 1975,1ff. ISSN 0895-7258

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Harald Haarmann: Weltgeschichte der Sprachen. Von der Frühzeit des Menschen bis zur Gegenwart. München 2006
  2. David W. Anthony, Dorcas R. Brown: The origins of horseback riding. In: Antiquity 65, 1991, p. 22-38
  3. vgl. David Anthony: The Horse, the Wheel, and Language, Preinceton 2001, S. 215
  4. vgl. David Anthony: The Horse, the Wheel, and Language, Preinceton 2001, S. 216-224
  5. Luigi Cavalli-Sforza: Gene, Völker und Sprachen. Die biologischen Grundlagen unserer Zivilisation. 1999. ISBN 3-423-33061-9
  6. Alexander Häusler (2003), Nomaden, Indogermanen, Invasion. Zur Entstehung eines Mythos. (Difference and Integration, Vol. 3 Nr. 1)