Ferrari

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Dieser Artikel behandelt die Automarke Ferrari; für den Familiennamen siehe Ferrari (Familienname), für weitere Bedeutungen siehe Ferrari (Begriffsklärung).
Ferrari S.p.A.[1]
Logo
Rechtsform S.p.A
Gründung 1947
Sitz Maranello, Provinz Modena, Italien[2]
Leitung Luca Cordero di Montezemolo, Chairman und Präsident

Amedeo Felisa, CEO
Italo Valenti, CFO

Mitarbeiter 2926 (2007)
Umsatz 2,25 Mrd. EUR (2011)[3]
Produkte SportfahrzeugeVorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Produkte
Website www.Ferrari.com
Ferrari-Werke in Maranello
Der „klassische“ Ferrari-Schriftzug
Das Emblem

Ferrari ist ein italienischer Automobilhersteller für Sportwagen und Formel-1-Fahrzeuge. Das Unternehmen wurde 1947 vom ehemaligen Rennfahrer Enzo Ferrari gegründet und gehört heute mit 90 Prozent[4] zum Fiat-Konzern. Stammsitz des Unternehmens ist Maranello in Italien.

Die deutsche Niederlassung befindet sich in Wiesbaden, diese ist außerdem für das Mittel- und Osteuropa-Geschäft zuständig.[5]

Geschichte[Bearbeiten]

Die Ursprünge des Unternehmens gehen zurück auf das Rennteam Scuderia Ferrari, das von 1929 bis 1938 unter der Leitung von Enzo Ferrari unter anderem als Werksteam von Alfa Romeo sehr erfolgreich Autorennen fuhr, ohne selbst Fahrzeuge zu bauen. Schon zu diesen Zeiten wurde das heute noch benutzte Logo verwendet: ein sich aufbäumendes Pferd, das cavallino rampante.

1940 wurde die Scuderia in „Auto Avio Costruzioni Ferrari“ umbenannt und zog 1943 nach Maranello um, wo sie bis heute ihren Hauptsitz hat. Die Fabrik wurde 1944 durch einen Bombenangriff zerstört und 1946 wieder aufgebaut.

Der erste „echte“ Ferrari war der 1947 gebaute Ferrari 125 C Sport mit einem 1,5-Liter-V12-Motor. Ferrari baute damals in erster Linie Rennwagen für Sportwagenrennen wie die Mille Miglia, die auch an Kunden verkauft wurden, um Geld zu verdienen.

Daraus entwickelten sich Straßenwagen, die nicht für den Renneinsatz geeignet waren. Für exquisites Styling aus dem Haus Pininfarina bekannt, sind und waren die Autos von Ferrari ein ultimatives Accessoire für die Reichen und Schönen. Neben Pininfarina wurden auch Scaglietti, Bertone und Vignale mit dem Design von Ferraris beauftragt.

Ferrari befand sich öfter in Krisen. Schon in den 1960er Jahren machte Ford ein Übernahmeangebot, das abgelehnt wurde, worauf der Ford GT40 Ferraris bisherige Vorherrschaft bei den Sportwagenrennen brach. Der Einstieg von Fiat 1969 mit 50 Prozent[6] erbrachte die Finanzen für eine teure Antwort auf den Porsche 917 durch den Bau von 25 Exemplaren des Ferrari 512S, aber erst 1972/73 waren die Sportwagen wieder siegreich. Danach stellte Ferrari diese Art von Rennsport ein, zumal das F1-Team 1973 desolat war und einige Rennen aussetzen musste.

In den USA hatten Sicherheits-, Verbrauchs- und Abgas-Vorschriften ab den 1970er Jahren die Sportwagen geradezu „kastriert“ und den Absatz einbrechen lassen. Erst mit dem Tod des Gründers Enzo Ferrari 1988 gab es einen Nachfrage-Boom, insbesondere nach Klassikern, samt Beschwörung des Mythos Ferrari, da sich niemand vorstellen konnte, dass auch ohne Enzo Ferrari weiterhin Ferraris entstehen konnten [7] . Mit den Erfolgen in der Formel 1 bekam ab 1996 die Marke endgültig wieder Oberwasser.

Für sportliche Amateure hatte Ferrari jedoch seit Mitte der 1960er Jahre kaum noch geeignete Wagen im Angebot. Erst in jüngerer Zeit wurden Rennversionen der V8-Modelle (Ferrari 360) entwickelt, mit denen sich Kunden-Teams außer im Ferrari-Markenpokal auch der Konkurrenz bei Langstreckenrennen stellen konnten.

Am 4. November 2010 wurde unter dem Namen Ferrari World im Emirat Abu Dhabi ein 25 Hektar großer Themenpark rund um das schnelle Autofahren eröffnet. Er dient vor allem den Ferrarifreunden und potentiellen Kunden im Nahen Osten als Einstimmung auf die Sportwagenmarke.

Ein Anachronismus ist im Zeitalter der Bemühungen um Lärmschutz und des Einsatzes von Antischall[8] das absichtliche Erzeugen von Motorenlärm durch spezielle Resonanzräume. [9]

Das Cavallino rampante (dt. sich aufbäumendes Pferdchen)[Bearbeiten]

Das Emblem der Marke ist ein schwarzes Pferd auf gelbem Grund, mit den Buchstaben S F für „Scuderia Ferrari“ (deutsch: Rennstall Ferrari). Das Pferd war ursprünglich das Symbol von Baron Francesco Baracca, einem Flieger-As der italienischen Luftwaffe im Ersten Weltkrieg. Baron Baracca wurde am 19. Juni 1918 nach 34 siegreichen Luftkämpfen abgeschossen und avancierte schnell zum Nationalhelden. Er ließ das Pferd auf die Flugzeuge seiner Fliegergruppe malen, weil sie zu einem Kavallerie-Regiment gehörte. Die Militäreinheit, in der Enzo Ferraris Bruder, Dino, im Ersten Weltkrieg kämpfte und fiel, trug das springende Pferd ebenfalls in ihrer Flagge.

Eine weitere unbewiesene Theorie ist die, dass Baracca das Pferd von einem deutschen Piloten, der das sehr ähnliche Wappen der Stadt Stuttgart auf seinem Flugzeug trug, kopierte. Der deutsche Automobilhersteller Porsche hat ebenfalls das Stadtwappen seines Standortes Stuttgart-Zuffenhausen in sein Markenzeichen integriert.

1923 gewann Enzo Ferrari ein Autorennen in Ravenna und traf die Contessa Paolina Biancoli, die Mutter Baraccas. Von ihr erhielt er die Anregung, das Pferd als Emblem zu verwenden. Allerdings durfte das Logo erst ab dem Rennen in Spa-Francorchamps 1932 an den von der Scuderia Ferrari verwendeten Alfa Romeos benutzt werden.

Der gelbe Hintergrund wurde von Enzo Ferrari hinzugefügt, weil es die Farbe seiner Heimatstadt Modena, dem damaligen Sitz des Unternehmens, war. Oft wird jedoch auch behauptet, dass Enzo Ferrari die Farbe wegen seiner Vorliebe für Sonnenblumen verwendete.

Das Pferd steht übrigens nicht nur für Ferrari. Fabio Taglionis Unternehmen Ducati benutzte es ebenfalls für seine Motorräder. Taglionis Vater war ein Freund von Baron Baracca und flog in seiner Gruppe, der 91. Fliegerstaffel. Nachdem Ferrari berühmt geworden war, verschwand das Pferd als Logo für Ducati, und es wird vermutet, dass die beiden Firmen ein Abkommen über die Nutzung eingingen.

Heute ist das Pferd ein eingetragenes Warenzeichen für Ferrari.

Die Tankstellenkette Avanti benutzt in Österreich und Osteuropa ein fast identisches Logo samt schwarz-gelben Farben.

Der schwedische Gitarrist und Ferrari-Fan Yngwie Malmsteen nannte den zweiten Satz seiner Concerto Suite for Electric Guitar nach dem Ferrari-Wappen Cavallino rampante.

Modelle[Bearbeiten]

Nomenklatur[Bearbeiten]

Viele Typen sowohl der Rennwagen als auch der Straßenautos tragen eine Zahl im Namen, die sich verschieden entschlüsseln lässt.

Diese bezeichnet bis zur Ära des „Dino“ im Regelfall den Hubraum eines einzelnen Zylinders, da bis dahin ausschließlich Zwölfzylinder-Ferraris gebaut wurden. 275 heißt dann 12 × 275 cm³ = 3,3 l.

Beim „Dino“ und den Mittelmotor-Ferraris der 1980er wich man davon ab und setzte den Gesamthubraum an die ersten zwei Stellen, die Zylinderzahl an die letzte. Dino 246 ist zu lesen als: Hubraum 2,4 l, 6 Zylinder; Ferrari 308, 328 oder 348 ist dementsprechend ein Achtzylinder mit 3,0, 3,2 bzw. 3,4 l Hubraum. Beim Ferrari 512 wurde nur die erste Stelle für den Hubraum genutzt: 5 l, 12 Zylinder.

Der Ferrari 355 stellt eine Ausnahme und Übergang zur neuen Nomenklatur dar: 3,5 l mit 5 Ventilen. Die Modelle danach (360, 430, 550, 575, 599) geben direkt den Hubraum an: 3,6 bis 5,99 l.

Der Ferrari 458 Italia folgt offenbar wieder der Regel Gesamthubraum an die ersten zwei Stellen, die Zylinderzahl an die letzte - er hat (knapp) 4,5 Liter Hubraum und acht Zylinder.

Zeitleiste[Bearbeiten]

Zeitleiste der Ferrari- und Dino-Serienmodelle von 1967 bis heute
Typ / Motor 60er 70er 80er 90er 2000er 2010er
7 8 9 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 0 1 2 3
Sportwagen mit Mittelmotor V6 206 246
V8 308 308i 308 QV 328 348 F355 360 F430 458
208 GT4 208 208 Turbo 208 Turbo
308 GT4 Mondial 8 Mondial QV Mondial 3,2 Mondial t
(180°)-V12 365 BB 512 BB 512 BBi Testarossa 512TR F512M
Sportwagen mit Frontmotor V8 California
V12 365 365 GTB/4 „Daytona“ 550 575 599 F12berlinetta
365 GT 365 GTC/4 365 GT4 400 400i 412 456 456 M 612 Scaglietti FF
Super- sportwagen V8 288 GTO F40
V12 F50 Enzo Ferrari (F140) LaFerrari (F150)
Rennwagen F40 LM FXX / FXX Evolution
  •  Unter der Marke „Dino“ vertrieben
Ferrari 166 Inter Coupé Touring, 1949
Ferrari 250 GT Berlinetta Comp.
Ferrari 750 Monza Scaglietti Spider, 1954
Ferrari 500 Testa Rossa 1956
Ferrari 275 GTB 4 C (1966)
Ferrari 275 (1967)
Ferrari Daytona Spider (1972)
Ferrari 308 GTB
Ferrari 365 GTC/4
Ferrari 360 Spider
Ferrari Enzo Ferrari

Sechs- und Achtzylinder[Bearbeiten]

Zwölfzylinder[Bearbeiten]

Supersportwagen[Bearbeiten]

Rennsportwagen[Bearbeiten]

Prototypen und Designstudien[Bearbeiten]

Ferrari 512 S Modulo, 1970

Grand-Prix- und Formel-1-Wagen[Bearbeiten]

Formel-2-Wagen[Bearbeiten]

Andere Monoposti[Bearbeiten]

Absatz[Bearbeiten]

Die Jahresproduktion belief sich im Jahr 2008 auf 6452 Fahrzeugeinheiten. 2010 wurden 6500 Fahrzeuge verkauft, soviel wie nie zuvor. 2011 wurde dieser Rekord mit 7000 Fahrzeugen eingestellt. 28 Prozent der verkauften Fahrzeuge gingen in die USA.[10] Das Jahr 2012 war mit 7318 verkauften Fahrzeugen das bisher erfolgreichste in der Geschichte von Ferrari.[11]

Homologation[Bearbeiten]

Für den Einsatz im seriennahen Motorsport sind/waren folgende Modelle homologiert:

Literatur[Bearbeiten]

Ferrari-Präsentation auf der IAA 2005
  • Matthias Braun, Alexander Franc Storz, Ernst Fischer, Manfred Steinert: Ferrari, Straßen- und Rennsportwagen seit 1946. Motorbuch Verlag, Stuttgart 2006, ISBN 3-613-02651-1.
  • Peter Braun/Gregor Schulz: Das grosse Ferrari Handbuch, Alle Serien- und Rennfahrzeuge von 1947 bis heute. Heel, Königswinter 2006, ISBN 3-89880-501-8.
  • Brian Laban: Ferrari, Die Geschichte einer Legende. Vom 166 MM Barchetta bis zum F 430. Motorbuch Verlag, Stuttgart 2005, ISBN 3-613-30535-6.
  • Etienne Cornil, (Dt. Übers.: Dorko M. Rybiczka) Ferrari by Pininfarina, Die komplette Geschichte. Heel, Königswinter 2002, ISBN 3-89365-833-5.
  • Texte Sylvain Reisser. Fotogr. Dominique Fontenat (Dt. Übers.: Dorko M. Rygbiczka): Ferrari. Heel, Königswinter 2003, ISBN 3-89880-155-1.
  • Viele Modelle von Ferrari wurden von der Zeitschrift auto motor und sport getestet
  • Rüdiger Kaufmann, Jens Fichtner: Ferrari – Seriensportwagen seit 1970. 1. Auflage. Motorbuch-Verlag, Stuttgart, 2012. (Typenkompass) ISBN 978-3-613-03430-3

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ferrari – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Auszug aus dem italienischen Handelsregister
  2. Ferrari.com
  3. Ferrari schließt Krisenjahr mit Rekordergebnis ab, Der Standard vom 20. Februar 2012
  4. Struktur der Fiat-Gruppe
  5. Ferrari.com/Standorte
  6. Geschichte von Enzo Ferrari (englisch/italienisch)
  7. Geschichte der Firma Ferrari (deutsch/englisch)
  8. Technik - Antischall sorgt für neuen Motorsound Heise.de Autos, vom 9. Oktober 2009
  9. Lärmschutz ist bei Ferrari kein Ziel
  10. Ferrari verkauft 2011 mehr Fahrzeuge als je zuvor
  11. Geschäftsergebnisse 2012

44.53416666666710.857777777778Koordinaten: 44° 32′ 3″ N, 10° 51′ 28″ O