Jürgen Barth (Rennfahrer)

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Jürgen Barth 2010
Jürgen Barth 1980 im Porsche 908.3 Turbo auf dem Nürburgring

Jürgen Barth (* 10. Dezember 1947 in Thum) ist ein ehemaliger deutscher Automobilrennfahrer.

Karriere[Bearbeiten]

Jürgen Barth ist der Sohn des deutschen Rennfahrers Edgar Barth und war in den 1970er- und 1980er-Jahren einer der weltbesten Sportwagenpiloten. Während seiner gesamten Karriere war er mit der Marke Porsche eng verbunden. Er fuhr bei seinen Renneinsätzen fast ausschließlich Fahrzeuge aus dem Hause Porsche, stand dem Unternehmen auch als Testfahrer der Straßenfahrzeuge und späterer Rennleiter für dessen Automobilsport-Werkseinsätze zur Verfügung. Seine größten Erfolge feierte er bei Langstreckenrennen, u. a. gewann er 1977 die 24 Stunden von Le Mans (gemeinsam mit Jacky Ickx und Hurley Haywood im Werks-Porsche 936/77) und 1980 zusammen mit Rolf Stommelen die 1000 km auf dem Nürburgring. Auf der Nordschleife des Nürburgrings fuhren die beiden Deutschen einen Porsche 908/3[1].

Sein erstes Rennen fuhr Barth 1969 am Hockenheimring, wo er bei einem nationalen GT-Rennen am Start war und dieses als Sechster beendete[2]. Sein ersten Sieg feierte er 1972 in Diepholz[3].

Zusammen mit den beiden Franzosen Stéphane Ratel und Patrick Peter gründete Barth 1994 die BPR-Rennserie (BPR für Barth, Peter, Ratel) für GT- respektive Grand-Tourismo-Rennwagen, aus der 1997 die FIA-GT-Meisterschaft hervorging. Seit 2007 organisiert Barth gemeinsam mit dem ADAC das ADAC GT Masters, eine Rennserie für Sportwagen, die nach dem FIA-GT3-Reglement ausgetragen wird.

Jürgen Barth verfasste gemeinsam mit Koautor Gustav Büsing das dreibändige Nachschlagwerk „Das neue große Buch der Porschetypen“ (2005, ISBN 3613024381; die Erstauflage von Lothar Boschen und Jürgen Barth erschien bereits im Jahre 1977) und zusammen mit Patrick Albinet und Bernhard Weigel das Buch „Porsche 904“ (ISBN 3898801152).

Le-Mans-Ergebnisse[Bearbeiten]

Jahr Team Fahrzeug Teamkollege Teamkollege Platzierung Ausfallgrund
1971 FrankreichFrankreich René Mazzia Porsche 911S FrankreichFrankreich René Mazzia Rang 8
1972 FrankreichFrankreich Louis Mezanarie Porsche 911S FrankreichFrankreich Sylavain Garant Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Michael Keyser Rang 13 und Klassensieg
1973 DeutschlandDeutschland Gelo Racing Team Porsche Carrera RSR DeutschlandDeutschland Georg Loos Rang 10
1974 DeutschlandDeutschland Polifac Gelo Racing Team Porsche Carrera RSR DeutschlandDeutschland Franz Pesch Ausfall Motorschaden
1975 DeutschlandDeutschland Joest Racing Ovoro Porsche 908/03 DeutschlandDeutschland Reinhold Joest ItalienItalien Mario Casoni Rang 4
1976 DeutschlandDeutschland Martini Racing Joest Porsche 936 Spider DeutschlandDeutschland Reinhold Joest Ausfall Motorschaden
1977 DeutschlandDeutschland Martini Racing Porsche 936/77 BelgienBelgien Jacky Ickx Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Hurley Haywood Gesamtsieg
1978 DeutschlandDeutschland Martini Racing Porsche 936/78 BelgienBelgien Jacky Ickx FrankreichFrankreich Bob Wollek Rang 2 und Klassensieg
1979 DeutschlandDeutschland Essex Motorsport Porsche AG Porsche 936 BelgienBelgien Jacky Ickx Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Brian Redman Ausfall Disqualifiziert
1980 DeutschlandDeutschland Porsche System Engineering Porsche 924 Carrera LiechtensteinLiechtenstein Manfred Schurti Rang 6
1981 DeutschlandDeutschland Porsche System Engineering Porsche 944LM DeutschlandDeutschland Walter Röhrl Rang 7 und Klassensieg
1982 DeutschlandDeutschland Rothmans Porsche AG Porsche 956 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Al Holbert Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Hurley Haywood Rang 3
1993 MonacoMonaco Monaco Media International Porsche Carrera RSR FrankreichFrankreich Joël Gouhier FrankreichFrankreich Dominique Dupuy Rang 15 und Klassensieg

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. 1000-km-Rennen am Nürburgring 1980
  2. Nationales GT-Rennen am Hockenheimring 1969
  3. GT-Rennen Diepholz 1972