Höhenberg (Köln)

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Wappen von Köln
Höhenberg
Stadtteil 804 von Köln
Lage von Höhenberg im Stadtbezirk Köln-Kalk
Koordinaten 50° 56′ 28″ N, 7° 1′ 37″ O50.9411111111117.0269444444444Koordinaten: 50° 56′ 28″ N, 7° 1′ 37″ O
Fläche 2,1959 km²
Einwohner 12.113 (31. Dez. 2013)
Bevölkerungsdichte 5516 Einwohner/km²
Eingemeindung 1. Jan. 1927 (selbständiger Stadtteil)
Postleitzahl 51103
Vorwahl 0221
Stadtbezirk Kalk (8)
Verkehrsanbindung
Autobahn A3 A4
Bundesstraße B8 B55 B55a
Stadtbahnlinie 1
Buslinien 151 152 153
Quelle: Kölner Stadtteilinformationen – Zahlen 2013
Höhenberg, Germaniasiedlung

Höhenberg ist ein östlicher Stadtteil von Köln im rechtsrheinischen Stadtbezirk Kalk. Über Jahrhunderte war Höhenberg lediglich eine Flurbezeichnung für eine Geländeerhöhung der rheinischen Niederterrasse, an der die Grenze zwischen Kurköln und dem Herzogtum Berg verlief. Erst mit der fortschreitenden Industrialisierung der benachbarten Städte Kalk und Mülheim am Rhein am Ende des 19. Jahrhunderts wurde das Gebiet städtebaulich erschlossen. Nachdem die städtische Gemeinnützige Aktiengesellschaft für Wohnungsbau (GAG) die großflächige Germaniasiedlung gebaut hatte, wurde Höhenberg im Jahre 1927 zum selbständigen Stadtteil von Köln. Das Stadtteilgebiet umfasst ehemalige Flächen der Stadtteile Buchheim, Kalk, Merheim und Vingst.

Im Stadtteilgebiet, das zu über 50 Prozent aus Grünflächen besteht, wurden nach dem Zweiten Weltkrieg zahlreiche Mehrfamilienhäuser gebaut, sodass sich die Einwohnerzahl zwischen 1950 und 1980 fast verdoppelte. Durch zahlreiche Werksschließungen in den benachbarten Industriestandorten und mangels neuer Arbeitsplätze lag die Arbeitslosenquote im Stadtteil über Jahre bei mehr als 22 Prozent. Durch Fördermaßnahmen des Landes Nordrhein-Westfalen und der Stadt werden viele Familien bei ihrem täglichen Lebensunterhalt finanziell unterstützt. Zusätzlich wurde von den Kirchengemeinden unter Beteiligung vieler Bürger das soziale Netzwerk HöVi-Land initiiert, welches ebenfalls den sozialschwachen Familien hilft. Außerdem werden durch dieses Projekt vielfältige Aktionen zur Verschönerung und Sauberkeit des Stadtteils veranlasst und durchgeführt.

Geographie[Bearbeiten]

Der Stadtteil liegt an einer heute trockenen Rinne im früher sumpfigen Gebiet der Niederterrasse des Rheins westlich eines eiszeitlichen Rheinarms. Der Boden des ehemals meist bewaldeten Gebietes ist stark löss- und lehmhaltig, die Höhe des größtenteils ebenen Ortsgebietes liegt um die 50 m ü. NN. Der geographisch höchste Punkt liegt mit etwa 55 Meter in unmittelbarer Nähe der Kirche St. Elisabeth.

Höhenberg grenzt im Norden mit der Bundesstraße 55a an Buchheim, im Osten mit dem rechtsrheinischen Grüngürtel an Merheim und Ostheim, im Süden verläuft fließend die Grenze zu Vingst. Mit den Bahnanlagen des Rangierbahnhofes Köln-Kalk Nord grenzt Höhenberg im Westen an Kalk.

Geschichte[Bearbeiten]

Hochmittelalter bis zur Frühen Neuzeit[Bearbeiten]

In einer Aufzählung der Besitzungen des Vingster Hofs aus dem Jahre 1683 ist die Lage zweier Felder mit „auf dem Höhenberg“ aufgelistet. Dabei handelt es sich um eine Flurbezeichnung, denn besiedelt war das Gebiet nicht. In diesem Bereich verlief von 1147 bis 1803 die Grenze zwischen dem Herzogtum Berg und Kurköln. Das Herzogtum errichtete auf seinem Gebiet im Bereich der heutigen Straßenkreuzung Frankfurter-/Olpener Straße einen Beobachtungspunkt, der einen großflächigen Überblick über das kurkölnische Gebiet gewährleistete. Die Brücker Straße (heutige Olpener Straße), ein als Handelsstraße zwischen Köln und dem Bergischen Land genutzter breiter Feldweg, durchquerte die Felder grenzüberschreitend. [1]

Am oberen Bildrand der neue Verlauf der Frankfurter Chaussee, die gestrichelte Linie zeigt den alten Verlauf.

Die zum heutigen Stadtteil Höhenberg zusammengefassten Gebiete südlich der Olpener Straße gehörten zur Gemeinde Vingst, die nördlich gelegenen zu Kalk. Die Gebiete östlich der Höhenberger Straße waren der Gemeinde Merheim zugeordnet. Ein kleinerer Bereich im Nordosten, rund um den heutigen Mülheimer Friedhof, gehörte zu Buchheim. Der Verlauf der Frankfurter Chaussee (heutige Frankfurter Straße), die von Kaufleuten zur Umgehung des Kölner Stapelrechts genutzt wurde, entsprach der heutigen Wegführung der Germania- und der Oranienstraße. Da dieser Verlauf kurkölnisches Gebiet berührte, mussten die Kaufleute Wegezoll entrichten. Die Zahlung des Wegezolls war für die Kaufleute günstiger als die defizitäre Feilbietung ihrer Waren im Kölner Stapelhaus.

Im Jahre 1768 begradigte das Herzogtum Berg die Straße, sodass sie parallel zur Landesgrenze verlief. Durch diese Begradigung war ein zollfreier Weg zwischen den zum Herzogtum gehörenden Rheinhäfen Mülheim und Zündorf geschaffen worden. Nach der 1803 im Reichsdeputationshauptschluss festgelegten Säkularisierung des kurkölnischen Gebietes wurden die rechtsrheinischen Besitztümer an das Herzogtum Nassau-Usingen übertragen. Nach dem Wiener Kongress erhielt Preußen alle Gebiete des heutigen Stadtteils. Trotz der verkehrsgünstigen Lage des Gebietes an der Kreuzung Frankfurter Chaussee/Brücker Weg siedelten sich dort keine Menschen an – erst auf Karten des Jahres 1863 ist das einzelne Chausseehaus Hohenberg verzeichnet.

Erste Bebauung des Gebietes[Bearbeiten]

Gründerzeithäuser an der Olpener Straße
St. Elisabeth um 1910

Auf Buchheimer Gebiet nahm um 1870 das Hochofenwerk Germania den Betrieb auf. Als sich die Stahlindustrie unmittelbar nach der Firmengründung wegen der geringeren Transportwege der Rohstoffe Erz und Kohle im Ruhrgebiet konzentrierte, war die dezentrale Produktion von Stahl durch die damit verbundenen hohen Eisenbahntransportkosten nicht mehr konkurrenzfähig, sodass das Werk schon wenige Jahre später den Betrieb einstellen musste und in Konkurs ging.[2] Die preußische Verwaltung erbaute im Zuge der Anlage des Äußeren Festungsrings Köln kurz hinter der heutigen Stadtteilgrenze zu Merheim am Nohlenweg das Fort X. Der Umkreis von 600 Metern dieses Forts musste deshalb nach den preußischen Rayonbestimmungen unbebaut bleiben. Im Jahre 1896 enteignete die preußische Regierung das Gebiet der Merheimer Heide, um dort einen Truppenübungsplatz für die Soldaten der Hacketäuerkaserne und der Kronprinzenkaserne anzulegen. In den Garnisonsstandorten Mülheim und Kalk war, bedingt durch die fortschreitende Industrialisierung, keine ausreichende zu diesem Zweck nutzbare Fläche vorhanden.[3]

Zur Jahrhundertwende fand die erste nennenswerte Bebauung auf Merheimer Gebiet statt. Dort wurden einige mehrstöckige Mietshäuser als Wohnraum für die Beschäftigten der Mülheimer und Kalker Fabriken errichtet. Die zuständige Kreisstadt Mülheim am Rhein richtete 1904 an der Frankfurter Straße eine provisorische, aus Holzbaracken bestehende Schule für 125 Schüler ein. Auf dem gegenüberliegenden 20 Hektar großen Grundstück legte die Stadtverwaltung den Mülheimer Friedhof an, der am 30. November 1904 eröffnet wurde. Die katholischen Gläubigen erhielten im Jahre 1905 trotz Widerstands der Nachbargemeinde Vingst, die deutlich größer war und nur eine Notkirche hatte, die Genehmigung für den Bau eines Gotteshauses. Nachdem die Finanzierung gesichert war, wurde die Backstein-Hallenkirche St. Elisabeth zwischen 1908 und 1910 erbaut. Die Kirchenweihung erfolgte am 18. Dezember 1910. Im Juni 1911 wurde aus Teilen der umliegenden Pfarrgemeinden die Gemeinde St. Elisabeth gegründet, zunächst als Rektorat der Pfarre St. Mauritius in Buchheim, ab 1918 dann als eigenständige Pfarre.

Mit der Vorortbahnlinie B von Köln nach Brück (1906) der Kölner Verkehrsbetriebe, welche die Olpener Straße befuhr und der O nach Opladen der Mülheimer Kleinbahn (1909), die an der Frankfurter Straße ihre Starthaltestelle hatte, wurde das Gebiet an das Nahverkehrsnetz angeschlossen, sodass für die Bewohner ein gute Verbindung zu den benachbarten Industriestandorten entstand. Die Kalker und Vingster Gebiete zählten ab dem 1. April 1910 zum Kölner Stadtgebiet, am 1. April 1914 wurden die Merheimer und Buchheimer Flächen ebenfalls ins Kölner Stadtgebiet eingegliedert.

Während des Ersten Weltkrieges pachtete der Sport- und Spielverein 05 Köln e. V. (später SSV Vingst 05) ein Brachgelände an der heutigen Germaniastraße und legte dort sein Vereinsgelände mit einem Sportplatz an.[4]

Entwicklung zum Stadtteil[Bearbeiten]

Germaniasiedlung, Erfurter Str.

Nach dem Ersten Weltkrieg übernahm die Gemeinnützige Wohnungsgesellschaft AG das 17,7 Hektar große Gelände des ehemaligen Hochofenwerks. Die Planungen der GAG sahen vor, dort eine reine Einfamilienhaussiedlung mit rund 1000 Wohneinheiten zu bauen. Während der Fertigstellung des ersten Bauabschnitts zwischen Meininger- und Germaniastraße (1919) stellte der Bauherr angesichts des zu erwartenden Bevölkerungszuwachses die Planungen um und beschloss, ab dem zweiten Bauabschnitt vorwiegend Mehrfamilienhäuser in zwei- bis dreigeschossiger Bauweise zu errichten, sodass bis 1928 insgesamt 1500 Wohneinheiten entstanden. Neben einigen kleineren Geschäften für den täglichen Lebensbedarf wurde an der Weimarer Straße die Jung-Siegfried-Schule erbaut, die neben einer katholischen Volksschule auch eine damals umstrittene Freie Schule für konfessionslose Kinder beherbergte. Die Straßen innerhalb der Siedlung wurden alle nach Städten in Thüringen benannt, der Heimat der Höhenberger Schutzpatronin Elisabeth. Die Germaniasiedlung war zu diesem Zeitpunkt eine der größten zusammenhängenden Wohnsiedlungen Deutschlands. Bedingt durch den mit dem Großsiedlungsprojekt zusammenhängenden Bevölkerungszuwachs, wurde vom Rat der Stadt Köln beschlossen, Höhenberg ab 1927 als eigenständigen Stadtteil zu führen.[5]

Ab 1920 wurden östlich der Frankfurter Straße mehrere Sportanlagen für Leichtathletik und Fußball angelegt. Dem damals in der höchsten westdeutschen Fußballklasse spielenden VfR Köln 04 rrh. wurde von der Stadt ein Stadion mit einem Fassungsvermögen von 30.000 Zuschauern zur Verfügung gestellt. Auch der TuS Köln rrh. fand auf dem neuen Gelände seine Heimat.[6] Das östlich des Sportanlage liegende Gelände der Merheimer Heide, welches die preußische Armee vor dem Ersten Weltkrieg militärisch nutzte, wurde auf Initiative des Kölner Oberbürgermeisters Konrad Adenauer am Ende der 1920er-Jahre zu einer Grünanlage umgestaltet.[7]

Häuserzeile Münchener Straße

Neben der Germaniasiedlung entstanden an der Olpener Straße zahlreiche Wohngebäude mit verschiedenen Ladenlokalen sowie einem Lichtspieltheater. Die Sparkasse zu Köln eröffnete am 25. Februar 1930 eine Filiale an der Ecke Olpener-/Fuldaer Straße. Die Gebrüder Oebel gründeten in den 1920er-Jahren die Großbäckerei Rheinbrot an der Oranienstraße. Die Fabrikationsgebäude der ehemaligen Apfelkrautfabrik Müller an der Höhenberger Straße wurden 1932 durch die Firma Postel übernommen, die patentierte Spritzgussteile für Reißverschlüsse herstellte. Dort waren in den 1930er-Jahren bis zu 120 Mitarbeiter beschäftigt. Auf den ehemaligen Baumplantagen der Apfelkrautfabrik an der Münchener Straße errichtete der Schausteller Ernst Hartkopf mehrere Häuserzeilen in dreigeschossiger Bauweise mit ausgebauten Dachstühlen.

NS-Zeit[Bearbeiten]

Im Jahre 1933 übernahmen die Kölner Verkehrsbetriebe die Mülheimer Kleinbahn. Ein Jahr später wurde der Betrieb der Vorortbahnlinie O, im Volksmund auch „Müllemer Schöckelpäd“ (hochdeutsch: Mülheimer Schaukelpferd) genannt, zwischen Mülheim und Höhenberg eingestellt und durch eine Buslinie ersetzt.

Durch die Nähe zum Güterbahnhof und damaligen Bahnbetriebswerk Kalk-Nord waren viele Höhenberger als Beamte bei der Deutschen Reichsbahn-Gesellschaft beschäftigt. Im Gegensatz zu den benachbarten Arbeitervororten hatte die NSDAP durch diese mehrheitliche Bevölkerungsgruppe hohen politischen Rückhalt. Die Freie Schule an der Jung-Siegfried-Schule wurde 1933 von der Schulverwaltung aufgelöst, die Schüler der katholischen Volksschule wurden nach Geschlechtern separiert. [8] Von 1939 bis 1941[9] wurde das Stadion am Höhenberger Ring umgebaut, dabei wurde die Kapazität auf 12.000 Zuschauer reduziert. Das Gelände wurde mit sechs Tennisplätzen erweitert und in Sportpark Höhenberg umbenannt.

Trotz der Nähe zu den Bahnanlagen von Kalk-Nord war die Germaniasiedlung im Zweiten Weltkrieg nur bedingt von Bombenzerstörungen betroffen. In unmittelbarer Nähe des Bahndamms wurden einige Häuser völlig zerstört. Im Ortszentrum an der Olpener Straße waren die von englischen und amerikanischen Bombern verursachten Schäden deutlich größer. Die Jung-Siegfried-Schule wurde zerstört, die Kirche St. Elisabeth so schwer beschädigt, dass sie nicht mehr nutzbar war. Auf der zum Stadtteil gehörenden Merheimer Heide wurde 1941 ein große Flakstellung eingerichtet. [10]

Nachkriegszeit[Bearbeiten]

sanierte Nachkriegshäuser an der Koburger Straße

Die zerstörten Gebäude der Germaniasiedlung ersetzte die GAG mit moderneren viergeschossigen Neubauten, die im Aussehen dem Erscheinungsbild der bestehenden Häuser angepasst wurden. Das Gebiet der bereits in den 1930er-Jahren erbauten Schultheis-Siedlung zwischen Bahndamm und Oranienstraße wurde ab 1950 dem Stadtteil Höhenberg zugerechnet – zuvor hatte diese Fläche zu Vingst gehört. Diese Siedlung, die nach mittelschweren Kriegsschäden zu diesem Zeitpunkt bereits wieder aufgebaut war, bestand aus viergeschossigen Mietshäusern in Schlichtbauweise. In dieser Siedlung wurden meist Heimatvertriebene aus ehemaligen deutschen Gebieten untergebracht. Da in den Zweiraumwohnungen keine Badezimmer oder Duschgelegenheiten zur Verfügung standen, richtete der Vermieter das Gemeinschaftsbadehaus Oranienbad an der Dinkelsbühler Straße ein.

Am Rande der Merheimer Heide errichtete die Stadt Köln eine Siedlung für städtische Angestellte, die aus Ein- und Zweifamilienhäusern bestand. Nachdem ab 1949 zunächst eine Baracke, das sogenannte Schweizerhäuschen, als Ersatzschule für ein Teil der Höhenberger Schüler gedient hatte, wurde 1955 ein modernes Schulgebäude an der Weimarer Straße eingeweiht. Zu Beginn der 1950er-Jahre hatte die Stadt bereits ein weiteres Volksschulgebäude an der Schulstraße gebaut. Den katholischen Gläubigen stand die Kirche St. Elisabeth erst nach umfangreicher Reparatur und Umgestaltung ab 1957 wieder zur Verfügung.

1960er und 1970er Jahre[Bearbeiten]

Grundschule Schulstraße
Hochhausblock Höhenberger Straße

Nachdem die Überreste des ehemaligen Gastronomiebetriebes Katharinenburg an der Ecke Olpener Straße/Burgstraße abgerissen worden waren, baute die Deutsche Bundespost 1962 dort eine moderne Wohnsiedlung, die anfänglich nur von Postbediensteten besiedelt wurde. Wenige Jahre später wurden von der Central Krankenversicherung mehrere Wohnblocks an der Erlanger Straße erbaut. Die einfachen Wohneinheiten der Schultheis-Siedlung wurden ab der Mitte der 1960er-Jahre zunehmend von italienischen Gastarbeitern bezogen, deshalb wurde die Siedlung im Volksmund „Klein-Italien“ genannt. An der Augsburger Straße eröffnete die Stadt ein Übergangsheim für deutschstämmige Spätaussiedler aus polnischen und russischen Gebieten.

Auf einem Freigelände am Ende der Adalbertstraße an der Stadtteilgrenze zu Vingst baute die Stadt Köln 1964 einen zweiflügeligen Schulkomplex, in dem die Käthe-Kollwitz-Realschule für Mädchen und die Albert-Schweitzer-Realschule für Jungen einzog. Infolge der Bildungsreform wandelte die Schulverwaltung die Volksschulen Schulstraße und Weimarer Straße im Jahre 1968 in Grundschulen um. Gleichzeitig wurde eine Hauptschule gegründet, deren 995 Schüler in 27 Klassen übergangsweise in einem separaten Schulgebäude an der Schulstraße sowie in Räumlichkeiten an der Weimarer Straße unterrichtet wurden. Zwei Jahre später konnte die Gemeinschaftshauptschule in ein neues Gebäude an der Nürnberger Straße umziehen. [11]

Am Anfang der 1960er-Jahre wurde die Strecke der Vorortbahnlinie B auf eine eigene Trasse verlegt, die etwa 150 Meter nördlich der Olpener Straße am Rand der Germaniasiedlung angelegt wurde. Die Linie B wurde 1967 in das numerische System der Kölner Verkehrsbetriebe übernommen und erhielt die Liniennummer 1. In den frühen 1970er-Jahren wurde mit dem Bau des ersten rechtsrheinischen U-Bahnteilstückes zwischen Frankfurter Straße und dem Bahndamm des Rangierbahnhofes begonnen. Die 650 Meter lange Strecke mit dem U-Bahnhof Fuldaer Straße wurde 1976 eröffnet. Die ehemalige Gleistrasse wurde anschließend zu einem parkähnlichen Spazierweg umgestaltet.[12]

Das Spritzgusswerk Postel, welches nach dem Krieg die Produktion auf Baubeschläge, Scharniere und Spielzeugautos umgestellt hatte, sah auf ihrem Werksgelände an der Höhenberger Straße keine Expansionsmöglichkeiten mehr und verlagerte das Werk nach Porz. Nach Abriss der Fabrikationsgebäude baute man dort einen zwölfgeschossigen Hochhausblock im typischen Baustil der 1970er-Jahre. Die Großbäckerei Rheinbrot hatte sich bei der Modernisierung und Erweiterung der Fabrikationsanlagen finanziell übernommen und wurde 1975 vom Würselener Brotfabrikanten Kronenbrot übernommen.[13]

1980 bis heute[Bearbeiten]

modernisiertes Wohnhaus der Schultheis-Siedlung am Bennoplatz

Seit den 1980er-Jahren fand in Höhenberg kein großflächiger Wohnsiedlungsbau mehr statt. Die Schultheis-Siedlung wurde mehrfach als Spekulationsobjekt verkauft, ohne dass die jeweiligen Besitzer Modernisierungsmaßnahmen durchführten, sodass die Siedlung in einen fortschreitend schlechten Zustand gelangte. Infolgedessen konnten die Wohneinheiten lange Zeit nur noch an Gastarbeiter und Hilfebedürftige nach Zwölftes Buch Sozialgesetzbuch vermietet werden. Erst nachdem einzelne Privatinvestoren zumeist türkischer Abstammung mehrere Wohnblocks gekauft hatten, wurden dringende Sanierungsarbeiten an einigen Häusern durchgeführt. Ein Hochbunker aus dem Zweiten Weltkrieg innerhalb des Siedlungsgebietes wurde Anfang der 1990er-Jahre zu einem Wohnheim für Asylsuchende umgebaut. Die Mieteinheiten der Siedlungen an der Erlanger, Höhenberger und Münchener Straße wurden größtenteils als Eigentumswohnungen an die vorherigen Mieter oder an private Investoren verkauft.

Auf gemeinsame Initiative von Petra Kempe, der Jugendleiterin der evangelischen Gemeinde Höhenberg/Vingst, und des damaligen katholischen Kaplans Ansgar Puff wurde 1994 erstmals die Ferienfreizeit HöVi-Land für Kinder und Jugendliche aus sozialschwachen Familien veranstaltet, die jeweils in den ersten drei Wochen der Sommerferien in der Nähe des Vingster Freibades durchgeführt wird. Das HöVi-Land wurde somit, auch aufgrund steigender Nachfrage, der Nachfolger der lange bestehenden Ferienspiele auf evangelischer Seite, dessen Grundkonzept übernommen wurde. HöVi-Land wird zu 50 Prozent durch die Stadt Köln finanziert, 30 Prozent durch Spenden und 20 Prozent durch die Teilnahmegebühren von 15 Euro pro Woche je Kind. Im Jahre 2008 nahmen über 500 Kinder und Jugendliche an der Ferienfreizeit teil.

Aus dieser Initiative entwickelten sich mehrere Langzeitprojekte für den Sozialraum Höhenberg/Vingst, in dem über 40 % der Familien nicht über selbst erwirtschaftetes Einkommen verfügen. Beispielsweise wurden eine Kleiderkammer, eine Lebensmittelausgabe sowie eine Berufsstarthilfestelle und eine Drogenberatung eingerichtet. Zur Verschönerung der beiden Stadtteile pflanzt die Initiative Blühendes HöVi-Land jährlich über 45.000 Osterglocken in den Grünflächen. Über beide Stadtteile verteilt wurden mehrere hundert Tütenspender platziert, aus denen Hundehalter kostenlos Beutel für die Exkremente ihrer Vierbeiner entnehmen können. Die Pflege der Blumenbeete und die Befüllung der Tütenspender werden von freiwilligen Paten durchgeführt.[14] [15]

Die GAG begann 2004 mit einer Komplettsanierungsmaßnahme der unter Denkmalschutz stehenden Germaniasiedlung, bei der das ursprüngliche äußere Erscheinungsbild der Siedlung nicht verändert werden darf. Aufgrund der mangelhaften Bausubstanz wurden einige Wohnblocks an der Frankfurter Straße und Erfurter Straße nach Gehnemigung durch die Stadtkonservatorin abgerissen und durch Neubauten ersetzt. An der Weimarer Straße wurden acht kleine Häuser zu günstigen Preisen verkauft, allerdings mussten die neuen Eigentümer sich verpflichten, die Sanierung auf eigene Rechnung durchzuführen. Ebenfalls werden fertiggestellte Wohneinheiten den Mietern zum Kauf angeboten. Die Gesamtkosten für die Sanierungsmaßnahme budgetierte der Bauträger mit 55 Millionen Euro.[16]

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

 1828   1840   1850   1871   1890   1910   1950  1980 1990 2000 2005 2006 2007 2008 2009
   0    4   10   61  251  425 [17] 6800 13.081 [18] 12.736 12.381 11.981 11.892 11.924 11.911 11.936 [19]

Bis zum Jahre 1910 beziehen sich die Angaben nur auf die Merheimer Gebiete des heutigen Stadtteils. Nachdem sich Einwohnerzahl zwischen dem Zweiten Weltkrieg und 1980 fast verdoppelte, verringert sie sich seitdem stetig. Der Anteil ausländischer Bürger lag 2009 bei 30,9 % (Vergleich: Ø 16,9 % im Stadtgebiet Köln). Im Dezember 2009 waren 44,6 % der erwerbsfähigen Höhenberger Bürger im Stadtgebiet Köln sozialversicherungspflichtig beschäftigt und 16,5 % arbeitslos. Das Durchschnittsalter lag bei 40,4 Jahren, 171 Bürger hatten Höhenberg als ihren Zweitwohnsitz angemeldet.[19]

Religionen[Bearbeiten]

33,8 % der Höhenberger Bürger sind katholisch, 12,3 % evangelisch und zirka 14,2 % sind Muslime. Die übrigen Menschen sind entweder konfessionslos oder gehören anderen Religionen und Weltanschauungen an. Die katholische Gemeinde St. Elisabeth wurde 2001 mit der Vingster Gemeinde St. Theodor zur Pfarrei St. Theodor und St. Elisabeth zusammengelegt. Pfarrer ist Kölns alternativer Ehrenbürger Franz Meurer. Der evangelischen Gemeinschaftsgemeinde Höhenberg/Vingst steht seit 1957 die Erlöserkirche in Vingst zur Verfügung. Den Muslimen steht zum Gebet die Mevlana-Moschee an der Olpener Straße 73 zur Verfügung.[20]

Politik[Bearbeiten]

Kommunalpolitisch werden die Höhenberger Bürger durch die Bezirksvertretung Köln-Kalk vertreten.

Bei der Kommunalwahl am 30. August 2009 erhielt die SPD 42,8 %, die CDU 19,9 %, Bündnis 90/Die Grünen 12 %, pro Köln 10,1 %, Die Linke 7,5 % und die FDP 5,7 %. In den Rat der Stadt Köln wurde Michael Neubert von der SPD gewählt. Die Wahlbeteiligung der 7773 Wahlberechtigten lag bei 34 %.[21]

Zur Bundestagswahl am 27. September 2009 erhielt die SPD 35,5 % der Zweitstimmen, die CDU 20,3 %, Bündnis 90/Die Grünen 12,3 %, Die Linke 14,7 % und die FDP 10,6 %. Martin Dörmann, der direkt in den Bundestag gewählte SPD-Kandidat des Kölner Wahlkreises 1, erhielt in Höhenberg 42,5 %.[22]

Wohnverhältnisse und Bebauung[Bearbeiten]

Im Flächennutzungsplan sind nur 44 % des 2,2 Quadratkilometer großen Stadtteilgebietes als Wohnbaufläche ausgewiesen, über 52 % als Grünfläche, knapp 3 % als Gemeinbedarfsfläche und 1 % als Gewerbefläche. [23]

Die Größe der 6586 in Höhenberg vorhandenen Wohnungen liegt bei durchschnittlich 58,9 Quadratmetern. Im Jahre 2008 wurden in der Statistik des Amtes für Stadtentwicklung 259 Ein- und Zweifamilienhäuser und 708 Mehrfamilienhäuser aufgeführt. Die durchschnittliche Wohnfläche je Bürger lag bei 32,5 Quadratmetern. Bei vielen älteren Mehrfamilienhäusern ist die soziale Bindung nach 40 Jahren abgelaufen, sodass nur noch 6 Prozent der Wohnungen als öffentlich gefördert ausgewiesen wurden. Viele Wohnungen der Germaniasiedlung und anderer Wohngebiete wurden in den letzten 10 Jahren in Eigentumswohnungen umgewandelt und den Mietern zum Kauf angeboten.

Infrastruktur und Wirtschaft[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Stadtbahn-Haltestelle Fuldaer Str.
Jugendwohnheim St. Gereon

Mit der Frankfurter Straße (B 8), der Olpener Straße (B 55) und der autobahnähnlich ausgebauten Bundesstraße 55a, einer Verbindungsstraße zwischen dem Autobahnkreuz Köln-Ost und Zoobrücke, ist der Ort an das Kölner Straßennetz angeschlossen. An der Frankfurter Straße besteht ein Anschluss an die Bundesautobahnen 3 und 4.

Höhenberg verfügt über zwei Haltestellen zur Stadtbahnlinie 1. Die Stadtbahnlinie verbindet den Stadtteil innerhalb von 12 Minuten mit der Kölner Innenstadt. Mit den Stadtteilgebiet querenden KVB-Buslinien 151, 152 und 153 können viele rechtsrheinische Stadtteile ohne weiteres Umsteigen erreicht werden.

Bildung und Betreuung[Bearbeiten]

Nachdem beide Realschulen Mitte der 1980er-Jahre in andere Schulgebäuden nach Brück und Ostheim verlegt worden waren, ist seit 1992 die Städtische Katharina-Henoth-Gesamtschule im Ort ansässig. Im Schuljahr 2007/2008 besuchten 902 Schüler diese Schule. Die Gemeinschafts-Hauptschule Nürnberger Straße besuchten im gleichen Zeitraum 493 Schüler. An den beiden Grundschulen an der Schulstraße und Weimarer Straße waren 228 Schüler gemeldet. Das Schulgebäude der Gemeinschaftsgrundschule Schulstraße musste 2007 wegen gesundheitsgefährdender Bausubstanz gesperrt werden. Die Schüler wurden ersatzweise in einem Schulgebäude im benachbarten Vingst untergebracht. Neben sechs Kindergärten existiert ein Schulhort für sechs- bis elfjährige Kinder an der Augsburger Straße.

Bereits seit den 1960er-Jahren besteht das Seniorenheim Oranienhof an der Olpener Straße. Es bietet Platz für 70 ältere Menschen, die kurzzeitige tägliche Pflege benötigen. Nach Sparmaßnahmen des Erzbistums Köln konnte der Betrieb des Pfarrheims St. Elisabeth finanziell nicht mehr sichergestellt werden, deshalb entschloss sich die Gemeinde, das Gebäude abzureißen, um einen Bauplatz für einen Neubau des Jugendwohnheims St. Gereon bereitzustellen. Die alten Räumlichkeiten des Jugendwohnheimes in Kalk waren so stark sanierungsbedürftig, dass sich ein Neubau an anderer Stelle als wirtschaftlicher darstellte. Im Frühjahr 2008 eröffnete das neue Jugendwohnheim in unmittelbarer Nachbarschaft der Kirche St. Elisabeth, das unter der Trägerschaft des Vereins zur Förderung Kath. Heimstatt- und Jugendsozialarbeit e. V. betrieben wird. [24]

Öffentliche Sicherheit und Rettung[Bearbeiten]

Das Höhenberger Gebiet wird durch die Polizeiinspektion Südost betreut. Bei Bränden und Rettungseinsätzen kann Höhenberg von den drei Feuerwachen in Deutz, Mülheim und Ostheim innerhalb weniger Minuten erreicht werden. Eine Freiwillige Feuerwehr ist aufgrund des guten Brandschutzes der Berufsfeuerwehr Köln nicht erforderlich. Die Krankenhäuser in den benachbarten Stadtteilen Merheim und Kalk sind bei Notfällen binnen fünf Minuten zu erreichen.

Geschäftswelt und Gewerbe[Bearbeiten]

Olpener Straße, das Ortszentrum Höhenbergs

Das Geschäftszentrum des Stadtteils befindet sich an der Olpener Straße auf einem zirka 500 Meter langen Teilstück zwischen Germaniastraße und Höhenberger Straße. Dort sind neben einer Post und der Filiale der Sparkasse KölnBonn drei Supermärkte und diverse kleinere Einzelhandelsgeschäfte unterschiedlicher Branchen angesiedelt. Am Bennoplatz betreibt die Hotelkette Best Western ein Haus der Vier-Sterne-Kategorie mit 92 Zimmern. Neben drei Restaurants mit internationaler Küche werden im Ortsgebiet derzeit neun Gastwirtschaften betrieben. Außerdem sind auf Höhenberger Gebiet zwei Autohäuser, drei Tankstellen sowie eine Filiale einer Werkstattkette ansässig.

Nachdem die Spritzgussfabrik Postel und auch das Drahtwerk Colonia ihre Fertigungsanlagen stillgelegt hatten, ist die Großbäckerei Kronenbrot das einzige noch produzierende Unternehmen des Stadtteils. Hinter dem für das rechtsrheinische Köln traditionsreichen Namen Chemische Fabrik Kalk verbirgt sich kein Produktionsbetrieb mehr, sondern die Handelsgesellschaft für Chemikalien und Düngemittel der K+S AG, die an der Olpener Straße ihren Sitz hat. An die Postfiliale ist die einzige Briefverteilstelle für den Stadtbezirk Köln-Kalk angegliedert.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Vereine[Bearbeiten]

Der im Sportpark Höhenberg beheimatete TuS Köln rrh. bietet verschiedene Möglichkeiten des Breitensports. Unter anderem verfügt der Verein über Abteilungen im Fußball, Tennis, Schwimmen und in der Leichtathletik. Vom Verein werden Sportangebote in 13 rechtsrheinischen Hallen organisiert. In unmittelbarer Nähe des TuS ist der ehemalige Fußballzweitligist und heutige Verbandsligist SCB Viktoria Köln beheimatet, der über eine große Jugendabteilung mit 19 Mannschaften verfügt. Der Tennisclub Viktoria Köln, der organisatorisch nichts mehr mit dem Fußballverein zu tun hat, hat über 300 Mitglieder, denen sieben Sandplätze zur Verfügung stehen. Als weiterer Fußballverein ist DJK Siegfried Kalk an der Merheimer Heide ansässig. Die St. Sebastianus Schützenbruderschaft Köln-Höhenberg von 1924 e. V. verfügt über eine vereinseigenen Anlage am Höhenberger Ring.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Ein Wochenende vor Karneval organisieren die KG Höhenberger Junge mehrere karnevalistische Veranstaltungen, für die ein großes Zelt am Höhenberger Ring aufgestellt wird. Neben einer Discoveranstaltung und einer Damensitzung, wird auch eine Kindersitzung durchgeführt, bei der die Kosten für das Programm, das Essen und die alkoholfreien Getränke von Sponsoren übernommen werden. Jährlich zieht Karnevalssamstag ein Narrenumzug durch die Höhenberger Straßen – da der Zug nicht sonderlich lang ist, werden einige Straßen zweimal abgelaufen. Die Höhenberger Schützen veranstalten jeweils am ersten Augustwochenende ihr Schützenfest am Höhenberger Ring, nur einige Wochen später feiern die Bewohner der Germaniasiedlung und zahlreiche Besucher ein Straßenfest an der Weimarer Straße.

Freizeit, Sport und Erholung[Bearbeiten]

Höhenbergbad

Auf dem bis 1964 vom SSV Vingst 05 als Vereinsgelände genutzten Grundstück baute die Stadt Köln nach dem Entwurf von Johannes Mronz ein kombiniertes Hallen- und Freibad, das 1975 eröffnete. Nach umfangreichen Sanierungsarbeiten und der Anlage einer Saunalandschaft wurde das Bad 2007 wiedereröffnet und in Höhenbergbad umbenannt. In der von der Grundfläche her dreieckigen Schwimmhalle werden den Schwimmern eine 83 Meter lange Wasserrutschbahn sowie zwei Sprungbretter angeboten. Das um 1920 fertiggestellte große Naherholungsgebiet Merheimer Heide besteht aus Waldgebieten und großflächigen Wiesen. Im westlichen Teil der Heide wurde der Sportpark Höhenberg angelegt, in dem mehrere Sportvereine ihre Heimat fanden. Die größte Sportanlage ist das nach dem Hauptsponsor des SCB Viktoria Köln benannte Flughafenstadion mit einer aktuellen Aufnahmekapazität für 12.000 Zuschauer. Im Norden der Merheimer Heide sowie entlang der Bahnanlagen im Westen des Ortes wurden Schrebergartensiedlungen angelegt. Für nicht von Vereinen organisierten Sport hat die Stadt im Ortsgebiet mehrere Bolzplätze, ein Außenbasketballplatz sowie eine Skateranlage angelegt.

Bauwerke und Denkmäler[Bearbeiten]

St. Elisabeth[Bearbeiten]

St. Elisabeth

Die dreischiffigen Backstein-Hallenkirche St. Elisabeth wurde zwischen 1908 und 1910 erbaut und am 18. Dezember 1910[25] zu Ehren der heiligen Elisabeth von Thüringen von Dechant Martin Köllen geweiht. Die Architektur des Gotteshauses verbindet spätgotische und romanische Bauformen. Der Innenraum wurde mit einer thematischen Verglasung, Nebenaltären und Heiligenfiguren ausgestattet. Den Turmhelm, die Orgel sowie eine heute nicht mehr vorhandene Turmuhr erhielt die Kirche erst nach der Weihe in der Zeit bis zum Zweiten Weltkrieg. Nachdem Bomber die Kirche im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt hatten, wurde sie erst 1956/57 nach Plänen von Dominikus Böhm und seinem Sohn Gottfried Böhm repariert und dabei gleichzeitig erweitert. Der Altar, der Tabernakel, die sechs Altarleuchter sowie das sechs Meter hohe Standkreuz wurden im Jahre 1956 von Hanns Rheindorf gefertigt. Zwischen 1959 und 1968 gestaltete derselbe Kölner Künstler ein marmornes Taufbecken, die Kreuzwegstationen aus Emaille sowie einen Osterleuchter. St. Elisabeth erhielt im Jahre 1968 eine neue Orgel. Ein Großteil der von Dominikus Böhm entworfenen Kirchenverglasung wurde zwischen 1982 und 1988 mit Scheiben ersetzt, die von dem Maler Hans Rolf Maria Koller gestaltet wurden.[26]

Mülheimer Friedhof[Bearbeiten]

Der am 30. September 1904 eröffnete parkähnliche Mülheimer Friedhof an der Frankfurter Straße hat eine nahezu dreieckige, fast 20 Hektar große Grundfläche. Der Friedhof wurde von der damals noch selbständigen Stadt Mülheim am Rhein als Stadtfriedhof angelegt, auf dem sowohl evangelische als auch katholische Christen beerdigt werden sollten. Das dicht mit Efeu bewachsene dreiteilige Eingangstor wurde nach Plänen des Mülheimer Regierungsbaumeisters Raabe im Jahre 1903 gebaut und steht unter Denkmalschutz. Der mit altem Baumbestand umgebene breite Hauptweg führt zu einem Rondell, auf dem das zentrale Hochkreuz errichtet wurde. An diesem zentralen Punkt des Friedhofs befinden sich auch die Trauerhalle sowie mehrere große Familiengrabstätten. Hinter der Trauerhalle liegt ein Ehrengräberfeld für Gefallene des Zweiten Weltkrieges.[27]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Franz Meurer, seit 1992 katholischer Pfarrer der Gemeinde Vingst/Höhenberg, wurde für sein soziales Wirken im Jahre 2001 die Alternative Kölner Ehrenbürgerschaft verliehen. Auf Vorschlag der Gemeinde spendete er im März 2007 die Kollekte einer Sonntagsmesse, trotz Widerstandes des Erzbistums Köln, der DİTİB, um zur Ausstattung der neuen Zentralmoschee Köln in Ehrenfeld beizutragen. Von der Bevölkerung wird er aufgrund seines für einen Geistlichen unüblichen Verhaltens oft Don Camillo aus dem HöVi-Land“ benannt.[28]

Literatur[Bearbeiten]

  • Johann Bendel, Heimatbuch des Landkreises Mülheim am Rhein, Geschichte und Beschreibung, Sagen und Erzählungen. Köln-Mülheim 1925.
  • Gereon Roeseling: Zwischen Rhein und Berg – Die Geschichte von Kalk, Vingst, Humboldt/Gremberg, Höhenberg. Bachem-Verlag, Köln 2003, ISBN 3-7616-1623-6.
  • Franz Meurer, Peter Otten, Silvana Becker (Hrsg.): Ort Macht Heil. Ein Lese- und Praxisbuch über lebensraumorientierte Pastoral in Köln-HöVi (Höhenberg-Vingst). LIT-Verlag, Münster 2006, ISBN 978-3-8258-8238-9.
  • Christian Schuh: Kölns 85 Stadtteile: Geschichte, Daten, Fakten, Namen; von A wie Altstadt bis Z wie Zündorf. Emons, Köln 2003, ISBN 3-89705-278-4.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Geschichts- und Heimatverein Rechtsrheinisches Köln e. V.: Jahrbuch für Geschichte und Landeskunde Band 22, Eigenverlag, Köln, 1996, S. 39
  2. Heinrich Bützler: Geschichte von Kalk und Umgebung. Bilder aus alter und neuer Zeit. Eigenverlag, Köln 1910, S. 58
  3. Gereon Roeseling: Zwischen Rhein und Berg. Bachem, Köln 2003, S. 104
  4. Vereinschronik des SSV Vingst 05, Zugriffsdatum 20. August 2008
  5. Gereon Roeseling: Zwischen Rhein und Berg. Bachem, Köln 2003, S. 130ff
  6. Geschichts- und Heimatverein Rechtsrheinisches Köln e. V.: Jahrbuch für Geschichte und Landeskunde Band 16, Eigenverlag, Köln, 1990, S. 134 mit Luftbild aus dem Jahre 1926
  7. Webseite der Stadt Köln Auf den Spuren des preußischen Kölns im Rechtsrheinischen, Zugriffsdatum 8. März 2009
  8. Richard Schroeder: Höhenberger Chronik, Geschichte eines rechtsrheinischen Kölner Vorortes, Eigenverlag, Köln, 1986, S. 99
  9. Webseite der Sportstätten Köln zum Sportpark Höhenberg, Zugriffsdatum 29. September 2009
  10. Geschichts- und Heimatverein Rechtsrheinisches Köln e. V.: Jahrbuch für Geschichte und Landeskunde Band 19, Eigenverlag, Köln, 1993, S. 90ff
  11. Schulchronik der GHS Nürnberger Str., Zugriffsdatum 8. August 2008
  12. Webseite der Kölner Verkehrsbetriebe, Zugriffsdatum 8. August 2008
  13. Gereon Roeseling: Zwischen Rhein und Berg. Bachem, Köln 2003, S. 172
  14. Artikel des evangelischen Kirchenverbandes Köln über das HöVi-Land, Zugriffsdatum 11. August 2008
  15. Webseite von HöVi-Land, Zugriffsdatum 11. August 2008
  16. Artikel Idylle zwischen alten Häusern im Kölner Stadtanzeiger vom 12. Juni 2008, Zugriffsdatum 11. August 2008
  17. Bericht über den Stand der Gemeindeangelegenheiten der Bürgermeisterei Merheim für das Jahr 1910, Köln, 1911, S.2
  18. Strukturdaten 2006 der Stadt Köln
  19. a b Stadt Köln Amt für Stadtentwicklung und Statistik: Die Kölner Stadtteile in Zahlen, 2. Jahrgang 2010 (pdf; 1,7 MB), abgerufen am 10. August 2010
  20. Auflistung der Kölner Moscheen auf www.moscheensuche.de, Zugriffsdatum 14. August 2008
  21. Wahlpräsentation der Stadt Köln zur Kommunalwahl 2009, abgerufen am 17. Oktober 2009
  22. Wahlpräsentation der Stadt Köln zur Bundestagswahl 2009, abgerufen am 17. Oktober 2009
  23. Flächennutzungsplan der Stadt Köln auf www.koelnarchitektur.de, abgerufen am 30. September 2009
  24. Pfarrbrief aus April 2006 der Gemeinde Höhenberg/Vingst (pdf), Zugriffsdatum 10. August 2008
  25. Geschichts- und Heimatverein Rechtsrheinisches Köln e. V.: Jahrbuch für Geschichte und Landeskunde Band 13. Eigenverlag, 1987, S. 76
  26. Kirchenportrait auf www.kirchenkoeln.de, abgerufen am 12. Aug. 2008 (offline am 29. Sept. 2009)
  27. Webseite der Stadt Köln über den Mülheimer Friedhof, Zugriffsdatum 9. März 2009
  28. Artikel vom 4. Juni 2002 über Franz Meurer in Die Tagespost, Zugriffsdatum 13. August 2008
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