FC Viktoria Köln

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FC Viktoria Köln
Vereinswappen von Viktoria Köln
Voller Name Fußballclub Viktoria Köln 1904 e. V.
Ort Köln, Nordrhein-Westfalen
Gegründet 22. Juni 2010
Vereinsfarben schwarz-weiß-rot
Stadion Sportpark Höhenberg
Plätze 6331[1]
Präsident Günter Pütz
Trainer Claus-Dieter Wollitz
Homepage www.viktoria1904.de
Liga Regionalliga West
2012/13 6. Platz
Heim
Auswärts

Der FC Viktoria Köln (vollständiger Name: Fußballclub Viktoria Köln 1904 e. V.)[2] ist ein Fußballverein aus dem rechtsrheinischen Stadtteil Höhenberg. Der Verein wurde am 22. Juni 2010 gegründet, nachdem zuvor der unmittelbare Vorläuferverein SCB Viktoria Köln in die Insolvenz gegangen war. Die erste Fußballmannschaft spielt seit dem Aufstieg im Jahr 2012 in der viertklassigen Regionalliga West. Heimspielstätte ist der Sportpark Höhenberg mit einer Kapazität von 12.000 Plätzen.

Die Wurzeln des Vereins reichen zurück ins Jahr 1904, als mit dem FC Germania Kalk der älteste Stammverein gegründet wurde. Es kam zu zahlreichen Fusionen - unter den Vereinsnamen Preußen Dellbrück und SC Viktoria Köln spielte man in der damals noch erstklassigen Oberliga West bzw. zwischen 1978 und 1981 in der 2. Bundesliga Nord, ehe der Anschluss an den höherklassigen Fußball verloren ging.

Geschichte[Bearbeiten]

Wie alle größeren Kölner Fußballvereine ist auch die Viktoria das Ergebnis mehrerer Fusionen. Die ursprünglichen Stadtteilmannschaften sollten zu großen Vereinen heranwachsen mit dem Anspruch, Vereine für die ganze Stadt zu werden. Die Viktoria und ihre Vorläufervereine blieben allerdings im Bewusstsein der Kölner immer Repräsentanten der rechten Rheinseite. Die linksrheinischen Fußballvereine sind bzw. waren der 1. FC, die Fortuna und der VfL 1899 bzw. deren Vorläufer.

Strukturelle Entwicklung[Bearbeiten]

Am 29. Juli 1904 wurde mit dem FC Germania Kalk der älteste Stammverein der heutigen Viktoria gegründet. Dieser fusionierte 1909 mit dem 1905 gegründeten FC Kalk zum SV Kalk 04. Zwei Jahre später folgte die Fusion mit dem 1906 gegründeten Mülheimer FC zum VfR 1904 Mülheim-Kalk. Nachdem 1910 bzw. 1914 die bisher selbständigen Städte Kalk und Mülheim nach Köln eingemeindet worden waren, erfolgte 1918 die Umbenennung in VfR Köln 04 rrh.[3]

Ein weiterer Stammverein ist der Mülheimer SV 06. Dieser wurde 1906 als Mülheimer Ballspiel-Club gegründet und fusionierte später mit dem FC Union Mülheim zum Mülheimer SV 06. Am 29. Juli 1949 fusionierten der Mülheimer SV 06 und der VfR Köln 04 rrh. zum SC Rapid Köln, der sich im heutigen Sportpark Höhenberg niederließ. Am 10. Juli 1957 fusionierte der SC Rapid dann mit Preußen Dellbrück zum SC Viktoria Köln. Preußen Dellbrück wurde am 6. April 1912 als FK Preußen Dellbrück gegründet. Im Januar 1919 erfolgte die Umbenennung in FV 1912 Dellbrück und 1926 die in SC Preußen Dellbrück.

Am 1. Juli 1994 fusionierte der SC Viktoria Köln mit dem 1930 gegründeten SC Brück zum SCB Preußen Köln. Der Name Preußen sollte dabei an den Stammverein Preußen Dellbrück erinnern. Am 11. Juni 2002 wurde die Umbenennung von SCB Preußen Köln in SCB Viktoria Köln wirksam. Der SCB Viktoria Köln musste am 1. August 2010 Insolvenz anmelden. Der heutige FC Viktoria Köln wurde gegründet, um die Jugendarbeit des SCB Viktoria Köln zu retten.

Sportliche Entwicklung[Bearbeiten]

Der VfR Köln 04 rrh. errang im Jahre 1926 die Westdeutsche Meisterschaft und scheiterte in der ersten Runde der Deutschen Meisterschaft mit 1:2 am Berliner Verein SV Norden-Nordwest.[4] In den Jahren 1935 und 1937 sicherte sich der VfR die Meisterschaft der erstklassigen Gauliga Mittelrhein, scheiterte auf Reichsebene aber beide Male bereits in der Gruppenphase. 1947 belegte die Mannschaft durch einen 4:1-Sieg über Rot-Weiß Oberhausen in der Meisterschaftsrunde der Britischen Zone den dritten Platz.[5] Die Rechtsrheinischen waren für die 1947 eingeführte Oberliga West qualifiziert. Als Tabellenvorletzter musste die Mannschaft absteigen, ein Jahr später verfehlte sie die Qualifikation für die neu eingeführte II. Division.

Ähnlich erfolgreich war der Mülheimer SV 06, der 1934 und 1940 die mittelrheinische Gaumeisterschaft gewinnen konnte. Bei den Ausscheidungsspielen zur Deutschen Meisterschaft kam das Aus jeweils in der Gruppenphase. Nach dem Krieg qualifizierten sich die Mülheimer für die neu geschaffene II. Division, der Verein nahm nach der Fusion mit dem VfR 04 rrh. dort unter dem Namen SC Rapid Köln teil. Der als Hoffnungsträger gegründete SC Rapid konnte während seines knapp achtjährigen Bestehens die Erwartungen nicht erfüllen. Nach drei Jahren stieg die Mannschaft aus der II. Division ab und kehrte nicht mehr zurück.

Preußen Dellbrück war vor dem Zweiten Weltkrieg sportlich unbedeutend, preschte nach Kriegsende aber urplötzlich nach vorne. Erst nach dem vierten Entscheidungsspiel mussten die Preußen aus der Oberliga West absteigen. Nach dem direkten Wiederaufstieg wurden sie 1950 sensationell Vizemeister. Bei der Deutschen Meisterschaft verhinderte Kickers Offenbach durch einen 3:0-Sieg im Wiederholungsspiel den Dellbrücker Einzug ins Finale.[6]

Am 10. Juli 1957 fusionierten Preußen Dellbrück und der SC Rapid Köln zum SC Viktoria Köln, um der Dominanz des 1. FC Köln Einhalt zu gebieten. Doch auch die Viktoria rangierte nur im Mittelfeld der Oberliga. Ihr gelang es nicht, sportlich zum linksrheinischen FC aufzuschließen, obwohl sie in dieser Zeit so namhafte Trainer und Spieler wie Hennes Weisweiler, Erich Ribbeck, Gero Bisanz oder Jean Löring beschäftigte.[3] In der Saison 1962/63 nahm die Viktoria am Messepokal teil, scheiterte aber bereits in der ersten Runde an Ferencváros Budapest.[7]

Von 1963 bis 1972 sowie in der Saison 1973/74 spielte die Viktoria in der damals noch zweitklassigen Regionalliga West. In der Saison 1974/75 sorgte sie im DFB-Pokal für Furore, als sie nach Siegen über die Stuttgarter Kickers, die Usinger TSG und Eintracht Braunschweig das Achtelfinale erreichten, in dem sich Borussia Dortmund erst in einem Wiederholungsspiel durchsetzen konnte. Von 1978 bis 1981 spielte der SC Viktoria in der 2. Bundesliga, danach bis 1994 in der drittklassigen Oberliga Nordrhein.

In der Saison 1994/95 spielte der SCB Preußen Köln in der neu geschaffenen Regionalliga West/Südwest; qualifiziert hatte sich der SC Brück. Trotz sofortigem Abstieg stellte der Verein mit Jörg Beyel den Torschützenkönig. In den folgenden Jahren pendelte die Mannschaft zwischen der Oberliga Nordrhein und der Verbandsliga Mittelrhein. 2010 musste sie in die Landesliga absteigen, der inzwischen insolvente Verein trat dort jedoch nicht mehr an.

FC Viktoria Köln[Bearbeiten]

Bereits am 22. Juni 2010 wurde mit dem FC Viktoria Köln 1904 ein Nachfolgeverein gegründet. In der Spielzeit 2010/11 übernahm dieser Verein sämtliche Jugendmannschaften des SCB Viktoria inklusive deren Ligazugehörigkeit.[8] Der neu gegründete Verein sollte eigentlich in der Landesliga starten, wurde vom Verband jedoch in die Kreisliga D zurückgestuft. Am 24. Februar 2011 beschlossen die Mitglieder des FC Viktoria einstimmig die Aufnahme der ausgegliederten Seniorenfußballabteilung des FC Junkersdorf in ihren Verein.[9] Da dieser in der Saison 2010/11 Meister der Mittelrheinliga geworden war, konnte der FC Viktoria Köln ab der Spielzeit 2011/12 in der NRW-Liga antreten. Ab diesem Zeitpunkt engagierte sich der Unternehmer und Mäzen des TSV Germania Windeck, Franz-Josef Wernze, der den Verein von der Kreisliga C in die Regionalliga führte, zusätzlich bei der Viktoria.

Die mit zahlreichen Windecker Spielern verstärkte Mannschaft wurde mit einem Punkt Vorsprung auf die Sportfreunde Siegen Meister der NRW-Ligasaison 2011/12 und stellte mit Mike Wunderlich auch den Torschützenkönig. Im Saisonverlauf wurde z.B. Rot Weiss Ahlen mit 9:0 geschlagen. Die erste Saison in der Fußball-Regionalliga West beendete Viktoria Köln nach einer Startphase mit acht Siegen in Folge und nach zwei Trainerwechseln (Wolfgang Jerat für Heiko Scholz, Ralf Aussem für Jerat) auf dem 6. Tabellenplatz.

Stadion[Bearbeiten]

Haupttribüne des Stadions

Heimspielstätte der Viktoria ist der Sportpark Höhenberg, der auch unter dem Namen Flughafen-Stadion bekannt ist. Das Stadion wurde zwischen 1929 und 1931 komplett umgebaut. Das erste Spiel nach dem Umbau fand am 20. September 1931 statt, Gegner war der FC Schalke 04.[10] Die Haupttribüne bietet 3000 überdachte Sitzplätze.

Für die Regionalliga-Saison 2012/13 wurden umfangreiche Modernisierungsarbeiten durchgeführt. Von Mai bis August 2012 wurde der Sportpark Höhenberg für 1,1 Mio. saniert.[11][12] Unter anderem wurde eine Flutlichtanlage installiert, die auch den Ansprüchen für Begegnungen in höheren Spielklassen genügen soll. Das Stadion bietet nach dem Umbau Platz für 6.214 Zuschauer.

Während des Konföderationenpokal 2005 und während der Weltmeisterschaft 2006 nutzten die Fußball-Nationalmannschaften von Tunesien, Japan und Frankreich den Sportpark für Trainingseinheiten. Neben dem Stadion befindet sich außerdem ein Kunstrasenplatz, auf dem die Nachwuchsmannschaften der Viktoria spielen und trainieren.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Die folgenden Persönlichkeiten waren bei der Viktoria bzw. deren Vorläufern als Spieler oder Trainer aktiv:

Kader Saison 2013/2014[Bearbeiten]

Nummer Spieler Nationalität im Verein seit letzter Verein
Tor
1 Raphael Koczor PolePole 2013 Sportfreunde Siegen
21 Maurice Gillen DeutscherDeutscher FranzoseFranzose 2011 TSV Germania Windeck
27 Michael Vogel DeutscherDeutscher 2013 1. FC Köln
40 Nico-Stéphàno Pellatz DeutscherDeutscher 2014 Dynamo Dresden

Abwehr

2 Markus Brzenska DeutscherDeutscher 2014 Energie Cottbus
3 Jannik Löhden DeutscherDeutscher 2013 Hannover 96
4 Marius Schultens DeutscherDeutscher 2011 TSV Germania Windeck
5 Henrik Giese DeutscherDeutscher 2013 VfR Neumünster
12 Sebastian Spinrath DeutscherDeutscher 2013 1. FC Köln U23
13 Daniel Reiche DeutscherDeutscher 2013 SV Babelsberg 03
14 Marcel Deelen DeutscherDeutscher 2014 Borussia Dortmund U23
18 Eugen Tschumakow DeutscherDeutscher RusseRusse 2011 TSV Germania Windeck
23 Andreas Schäfer DeutscherDeutscher 2013 FC Ingolstadt 04
26 Stefan Hickl DeutscherDeutscher 2013 SV Darmstadt 98
29 Dennis Weis DeutscherDeutscher 2013 eigene U19
32 Cataldo Cozza DeutscherDeutscher ItalienerItaliener 2012 Eintracht Trier

Mittelfeld

6 Timo Staffeldt DeutscherDeutscher 2013 VfL Osnabrück
8 Mike Wunderlich (C)Kapitän der Mannschaft DeutscherDeutscher 2011 FSV Frankfurt
10 Christian Schlösser DeutscherDeutscher 2012 Sportfreunde Lotte
11 David Müller Deutscher - 22 U17-Länderspiele (3 Tore)Deutscher - 22 U17-Länderspiele (3 Tore) 2011 TSV Germania Windeck
13 Lukas Nottbeck DeutscherDeutscher 2013 SC Fortuna Köln
14 Florian Mager DeutscherDeutscher 2011 FC Junkersdorf
20 Claus Costa DeutscherDeutscher 2013 VfL Osnabrück
30 Silvio Pagano DeutscherDeutscher ItalienerItaliener 2013 SC Fortuna Köln
28 Joshua Schmitt DeutscherDeutscher 2013 eigene U19
36 Johannes Jahn DeutscherDeutscher 2013 eigene U19

Angriff

17 Lucas Musculus DeutscherDeutscher 2013 1. FC Köln U23
19 Marcus Steegmann DeutscherDeutscher 2013 SV Darmstadt 98
22 Fatih Candan DeutscherDeutscher TürkeTürke 2012 Rot-Weiß Oberhausen
31 Masatoshi Hamanaka JapanerJapaner 2012 Cerezo Osaka
33 Sebastian Glasner DeutscherDeutscher 2013 Arminia Bielefeld

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Viktoria und Fortuna: Kein Stadion-Ausbau für Dritte Liga, Kölner Stadtanzeiger, 28. November 2012
  2. lt. Vereinsregister Amtsgericht Köln, Registernummer VR 16443
  3. a b  Hardy Grüne, Christian Karn: Das große Buch der deutschen Fußballvereine. AGON-Sportverlag, Kassel 2009, ISBN 978-3-89784-362-2, S. 275.
  4.  Hardy Grüne: Vom Kronprinzen bis zur Bundesliga. 1890 bis 1963. Enzyklopädie des deutschen Ligafußballs. Band 1. AGON Sportverlag, Kassel 1996, ISBN 3-928562-85-1, S. 91.
  5. Grüne (1996), Seite 276
  6. Grüne (1996), Seite 301
  7. rsssf.com: Fairs' Cup 1962-63
  8. fvm.de: FC Viktoria Köln: Ligazugehörigkeit Jugendmannschaften
  9. viktoria1904.de: Aufnahme der Seniorenfussballabteilung des FC Junkersdorf
  10. Quelle: Rapid Köln-Chronik von 1954, Seite 23
  11. Sanierung: Zwei Stadien steigen auf, Kölnische Rundschau, 22. Juni 2012
  12. Umbauten in Köln zu Saisonbeginn abgeschlossen, Stadionwelt, 18. Juli 2012