Lena Headey

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Lena Headey bei den Scream Awards 2007

Lena Headey (* 3. Oktober 1973 in Hamilton, Bermuda) ist eine britische Schauspielerin, die mit Filmen wie Brothers Grimm und 300 sowie mit ihren Rollen in den Fernsehserien Terminator: The Sarah Connor Chronicles und Game of Thrones internationale Bekanntheit erlangte.

Leben[Bearbeiten]

Kindheit und Jugend[Bearbeiten]

Headeys Eltern John und Susan lebten von 1971 bis 1976 auf den Bermudas, wo der Vater als Polizist arbeitete und Lena Headey 1973 zur Welt kam. 1976 zog die Familie für zwölf Monate nach Huddersfield in Nordengland um, woher beide Elternteile stammten. Als Lena Headey vier Jahre alt war, zogen sie nach Somerset um, kehrten jedoch 1982 nach Huddersfield zurück.[1] Dort wuchs Headey mit ihrem jüngeren Bruder Tim in einfachen Verhältnissen auf und besuchte die Shelley High School. Auf den Wunsch ihrer Mutter hin nahm Headey Sprechunterricht, um sich „wie eine Lady“ ausdrücken zu können, was sie jedoch in einer Umgebung der Arbeiterklasse zeitweilig zur Außenseiterin machte.[2] „Seit ich klein war, habe ich einen ausgeprägten Sinn für Unabhängigkeit und einen Überlebensdrang. Als Kind stand ich, emotional gesehen, auf meinen eigenen Füßen“, so Headey 2007.[3] Nachdem sie bei einer Theateraufführung ihrer Schule am Londoner Royal National Theatre für den Film entdeckt worden war,[4] brach Headey, die eigentlich Friseurin werden wollte, im Alter von 17 Jahren ihre Schulausbildung in Huddersfield ab, um sich ganz der Schauspielerei zu widmen.[5]

Film- und Fernsehkarriere[Bearbeiten]

1992 spielte Headey ihre erste Filmrolle in Stephen Gyllenhaals Literaturverfilmung Waterland, die auf einem Roman von Graham Swift beruht. Headey war dabei in Rückblenden als Jeremy Irons’ zukünftige Ehefrau zu sehen. Nach ersten Einsätzen in britischen Fernsehproduktionen folgte 1993 ein Auftritt als Hausmädchen an der Seite von Anthony Hopkins und Emma Thompson in dem preisgekrönten Film Was vom Tage übrig blieb. In Das Dschungelbuch, Disneys Realfilmversion basierend auf Rudyard Kiplings Roman, spielte sie ein Jahr später die weibliche Hauptrolle. 1995 verkörperte sie eine drogensüchtige Raverin in dem Fernsehfilm E wie Ecstasy. Zwei Jahre später war sie in der Virginia-Woolf-Verfilmung Mrs. Dalloway zu sehen, in der Vanessa Redgrave die Titelrolle spielte. Daraufhin stand sie als Königin Guinevere für den Fernsehzweiteiler Merlin neben Sam Neill vor der Kamera, mit dem sie bereits Das Dschungelbuch gedreht hatte. 1999 kam sie in der Puschkin-Verfilmung Onegin – Eine Liebe in St. Petersburg an der Seite von Ralph Fiennes und Liv Tyler in einer Nebenrolle zum Einsatz.

Im Jahr 2000 folgte das College-Drama Tödliche Gerüchte mit James Marsden und Kate Hudson. Noch im selben Jahr gab ihr Hans Petter Moland die Hauptrolle in seinem Film Aberdeen, in dem sie in der Rolle einer Londoner Anwältin, welche ihren alkoholkranken Vater, gespielt von Stellan Skarsgård aus Norwegen, zu ihrer im Sterben liegenden Mutter (Charlotte Rampling) nach Schottland bringen soll. Für ihre Darbietung in Aberdeen erhielt Headey die Silberne Iris beim Brussels European Film Festival sowie eine Nominierung für den Chlotrudis Award. Es folgten Rollen in der Kriminalkomödie Das B-Team: Beschränkt und auf Bewährung (2001), in dem Filmdrama Anazapta – Der schwarze Tod, das während der Pestepidemie des 14. Jahrhunderts spielt, sowie in Besessen, einer Literaturverfilmung mit Gwyneth Paltrow und Jennifer Ehle. 2005 trat Headey in dem Fantasyfilm Brothers Grimm neben Matt Damon und Heath Ledger als furchtlose Fallenstellerin auf. Ebenfalls 2005 stand sie als Wissenschaftlerin in dem Horrorfilm The Cave und als lesbische Floristin in der Liebeskomödie Eine Hochzeit zu dritt jeweils neben Piper Perabo vor der Kamera. Der internationale Durchbruch gelang Headey 2007 als Königin Spartas in der Comicverfilmung 300, die ihr Nominierungen für den MTV Movie Award und den Saturn Award einbrachte. Als belgische Krankenschwester war sie ein Jahr später in der Filmbiografie Der Rote Baron neben den deutschen Schauspielern Matthias Schweighöfer und Til Schweiger in den Kinos zu sehen.

Von Januar 2008 bis Mai 2009 spielte sie die Hauptrolle der Sarah Connor in der Science-Fiction-Serie Terminator: The Sarah Connor Chronicles, die auf James Camerons Terminator-Filmen basiert. Seit 2011 ist sie in der Fantasyserie Game of Thrones, nach der Romanreihe von George R. R. Martin, in der Rolle der hinterhältigen Königin Cersei Lannister zu sehen. Für beide Fernsehserien erhielt Headey weitere Nominierungen für den Saturn Award. In der Comicverfilmung Dredd verkörperte sie 2012 eine brutale, mit einer Narbe entstellte Drogenbaronin.

Privatleben[Bearbeiten]

Headey war neun Jahre lang mit ihrem Schauspielkollegen Jason Flemyng liiert, den sie während der Dreharbeiten zu Das Dschungelbuch kennengelernt hatte. Mit Piper Perabo ist Headey, die während ihrer drehfreien Zeit abwechselnd in Los Angeles und in der Nähe von London lebt, auch privat gut befreundet.[6] Am 19. Mai 2007 heiratete Headey den irischen Musiker Peter Paul Loughran, mit dem sie seit 2010 einen gemeinsamen Sohn hat. Ende 2011 trennte sich das Paar,[7] 2012 reichte Headey die Scheidung ein.[8]

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten]

Lena Headey im März 2007 bei der Premiere von 300 in London

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Brussels European Film Festival

  • 2001: Silberne Iris in der Kategorie Beste Hauptdarstellerin für Aberdeen

Chlotrudis Award

Emmy Award

  • 2014: Nominierung in der Kategorie Beste Nebendarstellerin in einer Dramaserie für Game of Thrones

Festival de Télévision de Monte-Carlo

  • 2012: Nominierung für die Goldene Nymphe in der Kategorie Beste Darstellerin in einer Dramaserie für Game of Thrones

MTV Movie Awards

  • 2007: Nominierung in der Kategorie Bester Newcomer für 300

Saturn Award

  • 2008: Nominierung in der Kategorie Beste Nebendarstellerin für 300
  • 2008: Nominierung in der Kategorie Beste TV-Hauptdarstellerin für Terminator: The Sarah Connor Chronicles
  • 2009: Nominierung in der Kategorie Beste TV-Hauptdarstellerin für Terminator: The Sarah Connor Chronicles
  • 2012: Nominierung in der Kategorie Beste TV-Hauptdarstellerin für Game of Thrones

Screen Actors Guild Award

  • 2012: Nominierung in der Kategorie Bestes Schauspielensemble in einer Fernsehserie – Drama für Game of Thrones

SFX Awards

  • 2008: Nominierung in der Kategorie Beste TV-Hauptdarstellerin für Terminator: The Sarah Connor Chronicles

Teen Choice Award

  • 2007: Nominierung in der Kategorie Choice Movie Actress – Action Adventure für 300

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Lena Headey – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. ‘But you don’t appear to have a Minister for Beer’. In: The Huddersfield Daily Examiner, 4. August 2005.
  2. Jennifer Wolff: She’s beautiful when she’s angry. In: Best Life, Dezember 2007, S. 132–137.
  3. “Since being quite young, I’ve had a very strong sense of independence and survival. As a child, I was on my own two feet emotionally.” Jennifer Wolff: She’s beautiful when she’s angry. In: Best Life, Dezember 2007, S. 137.
  4. Lead villain role for Shelley’s Lena Headey in new Judge Dredd movie. In: The Huddersfield Daily Examiner, 5. Juli 2011.
  5. Lena Headey dreht durch – in Dredd 3D. volt-magazine.com, 9. April 2013.
  6. Michael J. Lee: Piper Perabo. Interview auf radiofree.com, 22. März 2007.
  7. Huddersfield actress Lena Headey on movie stardom, motherhood and making summer blockbuster Dredd – plus read our movie review. In: The Huddersfield Daily Examiner, 8. September 2012.
  8. Lena Headey Files for Divorce. In: People, 25. Juli 2012.