Monaco beim Eurovision Song Contest

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Bilanz

Flagge Monacos
Übertragende Rundfunkanstalt
TMC
Erste Teilnahme
1959
Bisher letzte Teilnahme
2006
Anzahl der Teilnahmen
24 (Stand 2006)
Höchste Platzierung
1 (1971)
Höchste Punktzahl
128 (1971)
Niedrigste Punktzahl
0 (1966)
Punkteschnitt (seit erstem Beitrag)
32,67 (Stand 2006)
Punkteschnitt pro abstimmendem Land im 12-Punkte-System
1,89 (Stand 2006)

Dieser Artikel beschäftigt sich mit der Geschichte Monacos als Teilnehmer am Eurovision Song Contest.

Regelmäßigkeit der Teilnahme[Bearbeiten]

Monaco nahm erstmals 1959 und bis einschließlich 1979 jedes Jahr am Wettbewerb teil. 1980 zog man sich aus Desinteresse vom Song Contest zurück und kehrte erst 2004 wieder zurück. Nach drei erfolglosen Teilnahmen – man scheiterte jeweils an der Finalqualifikation – wurde 2007 kein Beitrag mehr eingereicht. Als Grund nannte das monegassische Fernsehen schlechte Erfolgsaussichten sowie die Unausgeglichenheit des Wertungssystems.[1] Seither verzichtete Monaco auf eine Teilnahme am Song Contest.

Erfolge im Wettbewerb[Bearbeiten]

Bei seiner ersten Teilnahme erreichte Monaco nur den letzten Platz, war aber in den Folgejahren deutlich erfolgreicher: Bisher konnte Monaco einmal den Sieg beim Eurovision Song Contest erlangen, nämlich 1971 mit der Sängerin Séverine und dem Lied Un banc, un arbre, une rue. Zudem erreichte das Land einmal den zweiten, je drei Mal den dritten und vierten sowie zweimal den fünften Platz. Nach der Rückkehr zum Wettbewerb 2004 blieb Monaco aber ohne weitere Erfolge. Alle Beiträge von 2004 bis 2006 kamen auf die hintersten vier Ränge im Halbfinale und verfehlten damit den Sprung in die Samstagabendshow. Insgesamt landeten dennoch 14 der 24 vorgestellten Lieder, also fast 60 %, in der vorderen Hälfte der Wertungstabelle.

Liste der Beiträge[Bearbeiten]

Farblegende:   – Siege.   – Punktgleichheit mit dem letzten Platz.   – Beiträge ohne Finalteilnahme.

Jahr Interpret Titel
(Musik / Text)
Übersetzung Platz Punkte
1959 Jacques Pills Mon ami Pierrot
(Florence Veran / Raymond Bravard)
Mein Freund Pierrot 11 / 11 1
1960 François Deguelt Ce soir-là
(Hubert Giraud / Pierre Dorsey)
An jenem Abend 03 / 13 15
1961 Colette Deréal Allons, allons les enfants
(Hubert Giraud / Pierre Delanoë)
Auf, auf, Kinder 10 / 16 6
1962 François Deguelt Dis rien
(Henri Salvador / René Rouzaud)
Sage nichts 02 / 16 13
1963 Françoise Hardy L'amour s'en va
(Françoise Hardy)
Die Liebe vergeht 05 / 16 25
1964 Romuald Où sont-elles passées?
(Francis Lai / Pierre Barouh)
Wohin sind sie gegangen? 03 / 16 15
1965 Marjorie Noël Va dire à l'amour
(Raymond Bernard / Jacques Mareuil)
Geh und sage es der Liebe 09 / 18 7
1966 Tereza Bien plus fort
(Gérard Bourgeois / Jean-Max Rivière)
Viel stärker 17 / 18 0
1967 Minouche Barelli Boum Badaboum
(Serge Gainsbourg)
Bumm-badabumm 05 / 17 10
1968 Line & Willy A chacun sa chanson
(Jean-Claude Oliver / Rolande Valade)
Jedem sein Lied 07 / 17 8
1969 Jean-Jacques Maman, maman
(Jo Perrier)
Mama, Mama 06 / 16 11
1970 Dominique Dussault Marlène
(Eddie Barclay, Jimmy Walter / Henri Dijan)
Marlene (Dietrich) 08 / 12 5
1971 Séverine Un banc, un arbre, une rue
(Jean-Pierre Bourtayre / Yves Dessca)
Eine Bank, ein Baum, eine Straße 01 / 18 128
1972 Anne-Marie Godart
& Peter McLane
Comme on s'aime
(Raymond Bernard / Jean Drejac)
Wie wir uns lieben 16 / 18 65
1973 Marie Un train qui part
(Bernard Liamis / Boris Bergman)
Ein Zug, der abfährt 08 / 17 85
1974 Romuald Celui qui reste et celui qui s'en va
(Jean-Pierre Bourtayre / Michel Jourdan)
Der, der geht und der, der bleibt 04 / 17 14
1975 Sophie Une chanson c'est un lettre
(André Popp / Boris Bergman)
Ein Lied ist ein Brief 13 / 19 22
1976 Mary Cristy Toi, la musique et moi
(Georges Costa / Gilbert Sinoué)
Du, die Musik und ich 03 / 18 93
1977 Michèle Torr Une petite Française
(Paul de Senneville, Olivier Toussaint / Jean Albertini)
Eine kleine Französin 04 / 18 96
1978 Caline &
Olivier Toussaint
Dans les jardins de Monaco
(Paul de Senneville, Olivier Toussaint / Jean Albertini, Didier Barbelivien)
In Monacos Gärten 04 / 20 107
1979 Laurent Vaguener Notre vie c'est la musique
(Paul de Senneville, Jean Baudlot / Jean Albertini, Didier Barbelivien)
Unser Leben ist die Musik 16 / 19 12
1980
bis
2003
Auf Teilnahme verzichtet
2004 Maryon Notre planète
(Philippe Bosco / Patrick Sassier)
Unser Planet 19 / 22
(SF)
10
2005 Lise Darly Tout de moi
(Philippe Bosco)
Alles von mir 24 / 25
(SF)
22
2006 Séverine Ferrer La Coco-Dance
(J. Woodfeel, Iren Bo)
Der Coco-Tanz 21 / 24
(SF)
14
seit
2007
Auf Teilnahme verzichtet

Anmerkung: Siege sind gelb, Jahre ohne Finalteilnahme hellrot gekennzeichnet.

Teilnehmer[Bearbeiten]

Marjorie Noël, 1965 in Neapel
Maryon, 2004 in Istanbul

Kaum einer der monegassischen Vertreter kam wirklich aus dem rund 30.000 Einwohner umfassenden Fürstentum, die meisten stammten vielmehr aus Frankreich. Bekannte Ausnahmen sind die monegassische Sängerin Maryon und die aus dem damaligen Jugoslawien stammende Tereza. Die einzige Siegerin, die – ebenfalls aus Frankreich stammende – Sängerin Séverine, sagte später, vor dem Wettbewerb nie in Monaco gewesen zu sein und auch nach ihrem Sieg nie vom Fernsehsender dorthin eingeladen worden zu sein.

Sprachen[Bearbeiten]

Monaco war auch in Jahren, in denen offiziell keine Sprachregelung herrschte (1973 bis 1976 sowie seit 1999), seiner Landessprache Französisch sehr treu: Alle Beiträge wurden zumindest teilweise, die meisten sogar ganz auf Französisch gesungen. Lediglich 1970 waren in dem Lied Marlène - das von Marlene Dietrich handelte - einige Worte auf Englisch und Deutsch enthalten[2]. Der bisher letzte Beitrag 2006 enthielt einige Worte auf Tahitisch[3]. Von vielen Liedern wurden auch Fassungen in anderen Sprachen aufgenommen, vornehmlich Deutsch, Englisch, Spanisch und Italienisch.[4]

Verschiedenes[Bearbeiten]

  • Françoise Hardy war 1963 die erste Frau im Wettbewerb, die einen selbst komponierten und getexteten Beitrag vorstellte.
  • Sowohl Romuald als auch Michèle Torr haben außer Monaco auch den Kleinstaat Luxemburg vertreten – beide Interpreten stammen ursprünglich aus Frankreich
  • Alle monegassischen Vertreter wurden intern vom nationalen Fernsehsender ausgewählt.
  • Monaco ist das einzige Land, das den Wettbewerb zwar gewonnen, aber nie ausgetragenen hat: Da Monaco keine Möglichkeit sah, 1972 den Eurovision Song Contest zu veranstalten, wurde die Gastgeberrolle an die BBC und damit an Großbritannien abgegeben.

Literatur[Bearbeiten]

  • Jan Feddersen: Ein Lied kann eine Brücke sein, Hoffmann und Campe 2002
  • Eurovision Song Contest Athens 2006: The official Fanbook

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.esctoday.com/news/read/7007
  2. http://www.diggiloo.net/?1970mc
  3. http://www.diggiloo.net/?2006mc
  4. http://www.diggiloo.net/?mc