Lettland beim Eurovision Song Contest

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Bilanz

Flagge Lettlands
Übertragende Rundfunkanstalt
LTV
Erste Teilnahme
2000
Anzahl der Teilnahmen
15 (Stand 2014)
Höchste Platzierung
1 (2002)
Höchste Punktzahl
176 (2002)
Niedrigste Punktzahl
5 (2003)
Punkteschnitt (seit erstem Beitrag)
52,13 (Stand 2014)
Punkteschnitt pro abstimmendem Land im 12-Punkte-System
1,50 (Stand 2014)

Dieser Artikel befasst sich mit der Geschichte Lettlands als Teilnehmer am Eurovision Song Contest.

Regelmäßigkeit der Teilnahme und Erfolge im Wettbewerb[Bearbeiten]

Lettland ist mit seiner erstmaligen Teilnahme 2000 eines der jüngeren Mitglieder der Eurovisions-Familie. 2002 gewann Marie N für Lettland und holte 2003 die Veranstaltung nach Riga. Seit dem Debüt hat das Land jedes Jahr am ESC teilgenommen, 2005-2008 erreichte man das Finale.

Bei seiner ersten Teilnahme 2000 erreichte Lettland mit der Band Brainstorm den dritten Platz, dabei handelte es sich um eines der erfolgreichsten Debüts im Wettbewerb. Zwei Jahre später war Marie N trotz schlechter Wettquoten Überraschungssiegerin mit dem selbst komponierten Titel I wanna. Im darauffolgenden Jahr fand der Wettbewerb in Riga statt, Gastgeber waren die Vorjahressiegerin sowie Brainstorm-Sänger Reynars Cowper. 2003 erzielte Lettland eines der schlechtesten Ergebnisse eines Gastgebers: Die Gruppe F.L.Y. erreichte mit nur fünf Punkten - alle aus Estland - den drittletzten Platz.

2005 erreichten Valters & Kaža im Finale den fünften Platz. Im Halbfinale hatte sich das Duo knapp auf dem zehnten Platz für das Finale qualifiziert, in dem es dann unter den Halbfinalisten jedoch das dritterfolreichste Land war und während der Wertung lange Zeit führte. Hätten nur die 15 Länder abgestimmt, die im Halbfinale ausgeschieden waren, hätte Lettland gewonnen.

2007 erreichte Lettland erneut die Finalrunde mit der Band Bonaparti.lv. Zwischen Halbfinale und Finale kam das Gerücht auf, die Gruppe hätte das Halbfinale gewonnen[1]. Tatsächlich erreichte die Gruppe nur den fünften Platz und im Finale sogar nur den sechzehnten und war damit der am wenigsten erfolgreiche Halbfinalqualifikant.

2009 und 2010 wurde Lettland das erste Land, welches zweimal hintereinander Letzter in seinen Halbfinals wurde. Dieses Schicksal ereilte das Land 2011 und 2012 nochmals, jedoch nur im Juryvoting. 2013 wurde man wiederum auch insgesamt Letzter im Semifinale und ist seit Einführung der beiden Halbfinals das mit Abstand erfolgloseste Land. Auch 2014 schied das Land im Halbfinale aus und ist damit das Land, das derzeit am längsten auf eine Finalqualifikation wartet und immer teilnahm.

Liste der Beiträge[Bearbeiten]

Farblegende:   – Siege.   – Punktgleichheit mit dem letzten Platz.   – Beiträge ohne Finalteilnahme.

Jahr Interpret Titel
(Musik / Text)
Übersetzung Platz Punkte
2000 Brainstorm My Star
(Renārs Kaupers)
Mein Stern 03 / 24 136
2001 Arnis Mednis Too Much
(Arnis Mednis / Arnis Mednis, Gustavs Terzens)
Zu viel 18 / 23 16
2002 Marie N I Wanna
(Marie N / Marie N, Marats Samauskis)
Ich will 01 / 24 176
2003 F.L.Y. Hello From Mars
(Mārtiņš Freimanis, Lauris Reiniks)
Hallo vom Mars 24 / 26 5
2004 Fomins & Kleins Dziesma par laimi
(Tomass Kleins / Guntars Račs)
Ein Lied über das Glück 17 / 22
(SF)
23
2005 Valters & Kaža The War Is Not Over
(Mārtiņš Freimanis)
Der Krieg ist nicht vorbei 05 / 24
SF: 10 / 25
153
2006 Cosmos I Hear Your Heart
(Andris Sējāns, Reinis Sējāns / G. Račs, Molly-A. Leikin)
Ich höre dein Herz 16 / 24 30
2007 Bonaparti.lv Questa notte
(Kjell Jennstig / Francesca Russo, Torbjörn Wassenius, K. Jennstig)
Diese Nacht 16 / 24
SF: 05 / 28
54
2008 Pirates of the Sea Wolves of the Sea
(Jonas Liberg, Johan Sahlen, Claes Andreasson & Torbjorn Wassenius)
Seewölfe 12 / 25
SF: 06 / 19
83
2009 Intars Busulis Probka
(Kārlis Lācis / Jānis Elsbergs, Sergej Timofejev)
Stau 19 / 19
(SF)
7
2010 Aisha What For? (Only Mr God Knows Why)
(Jānis Lūsēns / Guntars Račs)
Wozu? (Bloß der Herrgott weiß warum) 17 / 17
(SF)
11
2011 Musiqq Angel In Disguise
(Marats Ogļezņevs)
Engel in Gestalt 17 / 19
(SF)
25
2012 Anmary Beautiful Song
(Ivars Makstnieks & Rolands Ūdris)
Schönes Lied 16 / 18
(SF)
17
2013 PeR Here We Go
(Ralfs Eilands & Arturas Burke)
Hier kommen wir 17 / 17
(SF)
13
2014 Aarzemnieki Cake To Bake
(Guntis Eilands)
Einen Kuchen backen 13 / 16
(SF)
33

Sprachen[Bearbeiten]

Marie N, Siegerin 2002
Die Gruppe PeR, 2013 in Malmö
Aarzemnieki, 2014 in Kopenhagen

Die meisten lettischen Beiträge wurden in Englisch gesungen, so auch die drei erfolgreichsten Beiträge 2000, 2002 und 2005. Der im Halbfinale 2004 ausgeschiedene Beitrag Dziesma pa laimi des Duos Fomins & Kleins war der einzige lettische Beitrag, der komplett in der Landessprache vorgestellt wurde. Dieser Titel wurde von den Originalinterpreten in neun weiteren Sprachen aufgenommen, nämlich Englisch, Finnisch, Russisch, Polnisch, Niederländisch, Ukrainisch, Estnisch, Litauisch und Weißrussisch[2]. Dies stellt einen Rekord unter Eurovision Song Contest-Beiträgen dar.

Der Beitrag Questa notte aus dem Jahr 2007 wurde komplett auf italienisch gesungen. Bereits andere nicht-italienischsprachige Länder haben sich nach dem Rückzug Italiens dieser Sprache bedient, so wurden der zypriotische Beitrag 2000 und der rumänische Beitrag 2006 teilweise in dieser Sprache gesungen. Dieser Titel wurde auch auf Spanisch aufgenommen.

Der Beitrag Probka im Jahr 2009 wurde komplett auf russisch vorgetragen. Außerdem waren zwei Verse sowie ein Teil des Refrains von Cake To Bake im Jahr 2014 auf Lettisch.

Nationale Vorausscheidungen[Bearbeiten]

Alle bisherigen lettischen Teilnehmer wurden in einem nationalen Vorentscheid, der Dziesma (früher Eirodziesma), ausgewählt. In den ersten beiden Jahren wurde bereits Telefonvoting zur Entscheidung mitverwendet, es zählte aber 2000 nur 1/15 sowie 2001 1/5. Seit 2002 wird ausschließlich per Telefon abgestimmt. Ab 2005 wurde der Vorentscheid durch zwei Halbfinalrunden mit je 10 Teilnehmern erweitert, im Finale treten seitdem jeweils die fünf Besten an.

Kommerzielle Erfolge[Bearbeiten]

Die Gruppe Brainstorm ist, ebenso wie Marie N, nach wie vor sehr erfolgreich in Lettland. Der Siegertitel I wanna war jedoch ein geringer Erfolg und wurde nur in Lettland veröffentlicht, demzufolge war der Titel der kommerziell am wenigsten erfolgreiche Siegertitel aller Zeiten.

Verschiedenes[Bearbeiten]

  • Es war Zufall, dass Lettland 2002 überhaupt teilnahm. Eigentlich wäre das Land wegen des schlechten Abschneidens 2001 nicht teilnahmeberechtigt gewesen, durch den Rückzug Portugals schloss Lettland auf.
  • Lettland hat im Wettbewerb am meisten Punkte von Litauen erhalten, im Durchschnitt 10,0. Am meisten Punkte gegeben hat Lettland seinem anderen baltischen Nachbarn Estland: 9,6.
  • 2001 erhielt Lettland genau 16 Punkte, davon acht aus Estland und acht aus Litauen.
  • I wanna hieß beim Vorentscheid noch I wonna, der gesamte Text wie auch der Titel wurden für die Studiofassung aber nochmals überarbeitet.
  • In den Jahren 2010 bis 2012 war Lettland immer Letzter im Juryvoting. 2013 wurde man Drittletzter, aber insgesamt doch wiederum auf Platz 17 Letzter.

Belege[Bearbeiten]

  1. http://www.esctoday.com/news/read/8646
  2. http://www.diggiloo.net/?2004