Island beim Eurovision Song Contest

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Bilanz

Flagge Islands
Übertragende Rundfunkanstalt
RÚV
Erste Teilnahme
1986
Anzahl der Teilnahmen
27 (Stand 2014)
Höchste Platzierung
2 (1999, 2009)
Höchste Punktzahl
218 (2009)
Niedrigste Punktzahl
0 (1989)
Punkteschnitt (seit erstem Beitrag)
55,74 (Stand 2014)
Punkteschnitt pro abstimmendem Land im 12-Punkte-System
1,92 (Stand 2014)

Dieser Artikel befasst sich mit der Geschichte Islands als Teilnehmer am Eurovision Song Contest.

Regelmäßigkeit der Teilnahme[Bearbeiten]

Island konnte erst ab 1986 teilnehmen, da vorher die Datenfernübertragung auf die entlegene Insel technisch nicht realisierbar war. Seitdem setzte das Land nie freiwillig aus, musste aufgrund schlechter Vorjahresplatzierungen aber in den Jahren 1998 und 2002 pausieren. Seit es 2004 Halbfinalrunden beim ESC gibt, konnte sich Island nur in den Jahren 2005 bis 2007 nicht für das Finale qualifizieren.

Erfolge im Wettbewerb[Bearbeiten]

Mit 24 Finalteilnahmen gelang es Island erst fünf Mal, eine Platzierung unter den ersten zehn zu erreichen. Das beste Ergebnis erzielten bisher die Sängerinnen Selma im Jahr 1999 mit All out of Luck und Yohanna im Jahr 2009 mit Is it True?. Beide konnten jeweils den zweiten Platz erreichten. Auf den letzten Platz kamen der Sänger Daníel Agúst 1989 mit null Punkten sowie das Duo 2 Tricky 2001 auf einen geteilten letzten Platz mit Norwegen. Dagegen ist das Land seit 2008 ununterbrochen im Finale vertreten, was ansonsten nur Dänemark, Rumänien, Aserbaidschan, Griechenland, der Ukraine und Russland gelang.

Sprachen[Bearbeiten]

[1] In den Jahren 1986 bis 1997 wurden die isländischen Beiträge regelkonform in der Landessprache vorgetragen, auch wenn von allen Liedern eine englische Fassung aufgenommen wurde. Nach dem Fall der Sprachregel änderte sich das Bild, seitdem wurden bis auf 2013 alle Beiträge komplett auf Englisch gesungen (2010: Französischsprachige Titelzeile). In den Jahren, in denen ein nationaler Vorentscheid stattfand, mussten bei diesem jeweils alle Beiträge auf isländisch vorgestellt werden, sodass in diesen Jahren auch isländische Fassungen existieren (2000, 2001, 2003, 2006 und 2007). 2013 hat Island zum ersten Mal mit einem Beitrag in der Landessprache teilgenommen, ohne dass die Regeln dies vorschreiben.[2]

Liste der Beiträge[Bearbeiten]

Farblegende:   – Siege.   – Punktgleichheit mit dem letzten Platz.   – Beiträge ohne Finalteilnahme.

Jahr Interpret Titel
(Musik / Text)
Übersetzung Platz Punkte
1986 ICY Gleðibankinn
(Magnús Eiríksson)
Freudenbank 16 / 20 19
1987 Halla Margrét Hægt og hljótt
(Valgeir Guðjónsson)
Langsam und leise 16 / 22 28
1988 Beathoven Þú og þeir (Sókrates)
(Sverrir Stormsker)
Du und sie (Sokrates) 16 / 21 20
1989 Daníel Ágúst Það sem enginn sér
(Valgeir Guðjónsson)
Was niemand sieht 22 / 22 0
1990 Stjórnin Eitt lag enn
(Hörður G. Ólafsson / Aðalsteinn Ásberg Sigurðsson)
Noch ein Lied 04 / 22 124
1991 Stefán & Eyfi Draumur um Nínu
(Eyjólfur Kristjánsson)
Der Traum über Nina 15 / 22 26
1992 Heart 2 Heart Nei eða já
(Friðrik Karlsson, Grétar Örvarsson / Stefán Hilmarsson)
Nein oder ja 07 / 23 80
1993 Inga Þá veistu svarið
(Jon Kjell Seljeseth / Friðrik Sturluson)
Dann wirst du die Antwort kennen 13 / 25 42
1994 Sigga Nætur
(Friðrik Karlsson / Stefán Hilmarsson)
Nächte 12 / 25 49
1995 Bo Halldórsson Núna
(Bo Halldórsson, Ed Welch / Jón Örn Marinósson)
Jetzt 15 / 23 31
1996 Anna Mjöll Sjúbídú
(Anna Mjöll Ólafsdóttir, Ólafur Gaukur Þórhallsson)
Schubidu 13 / 23 51
1997 Paul Oscar Minn hinsti dans
(Paul Oscar, Trausti Haraldsson / Paul Oscar)
Mein letzter Tanz 20 / 25 18
1998 Nicht qualifiziert
1999 Selma All out of Luck
(Þorvaldur Bjarni Þorvaldsson, Sveinbjörn I. Baldvinsson, Selma Björnsdóttir / Þorvaldur Bjarni Þorvaldsson)
Vom Glück verlassen 02 / 23 146
2000 August & Telma Tell me!
(Örlygur Smári / Örlygur Smári, Sigurður Örn Jónsson)
Sag es mir! 12 / 24 45
2001 Two Tricky Angel
(Einar Bárðarson, Magnús Þór Sigmundsson / Einar Bárðarson)
Engel 22 / 23 3
2002 Nicht qualifiziert
2003 Birgitta Open your heart
(Birgitta Haukdal / Hallgrímur Óskarsson)
Öffne Dein Herz 08 / 26 81
2004 Jónsi Heaven
(Sveinn Rúnar Sigurðsson / Magnús Þór Sigmundsson)
Himmel 19 / 24 16
2005 Selma If I had your love
(Þ. Þorvaldsson, Vignir Vigfusson / Selma, Linda Thompson)
Wenn Du mich lieben würdest 16 / 25 (SF) 52
2006 Silvía Nótt Congratulations
(Þorvaldur Bjarni Þorvaldsson / Silvia Night)
Herzlichen Glückwunsch 13 / 24 (SF) 62
2007 Eiríkur Hauksson Valentine lost
(Sveinn Rúnar Sigurðsson / Peter Fenner)
Verlorenes Valentinstagsgeschenk 13 / 28 (SF) 77
2008 Euroband This is My Life
(Örlygur Smári / Paul Oscar & Peter Fenner)
Das ist mein Leben 14 / 25
SF: 08 / 19
64
2009 Yohanna Is it True ?
(Óskar Páll Sveinsson, Chris Neil, Tinatin)
Ist es wahr? 02 / 25
SF: 01 / 18
218
2010 Hera Björk Je ne sais quoi
(Örlygur Smári & Hera Björk)
Ich weiß nicht was 19 / 25
SF: 03 / 17
41
2011 Sjonni's Friends Coming Home
(Sigurjón Brink / Þórunn Erna Clausen)
Heimkehren 20 / 25
SF: 04 / 19
61
2012 Gréta Salóme & Jónsi Never Forget
(Gréta Salóme)
Vergesse nie 20 / 26
SF: 08 / 18
46
2013 Eythor Ingi Ég á Líf
(Örlygur Smári, Pétur Örn Gudmundsson)
Ich habe ein Leben 17 / 26
SF: 06 / 17
47
2014 Pollapönk No Prejudice
(Heiðar Örn Kristjánsson, Haraldur F. Gíslason)
Keine Vorurteile 15 / 26
SF: 08 / 16
58
2015

Nationale Vorentscheide[Bearbeiten]

Yohanna, Zweite 2009 in Moskau
Eythor Ingi, 2013 in Malmö
Pollapönk, 2014 in Kopenhagen

[3] Bis einschließlich 1994 wurden alle isländischen Beiträge in einem nationalen Vorentscheid gewählt, 1990 gab es zudem zwei Halbfinalrunden. Oft wurden die Auswahl nach der Entscheidung noch verändert: 1986 wurde der Beitrag ursprünglich nur von Pálmi Gunnarsson vorgetragen, die Gruppe Icy wurde erst später gebildet. 1994 war der Fernsehsender RUV unzufrieden und ersetzte zum Einen die Sängerin Sigrún Eva Ármannsdóttir durch Sigríður Beinteinsdóttir (mit der sie zwei Jahre zuvor noch das Duo Heart2Heart gebildet hat) und zum anderen wurde das Lied Nætur von Frank McNamara neu arrangiert.

In der Phase 1995 bis einschließlich 1999 wurden alle Beiträge intern ausgewählt, bevor bis 2003 wieder ein Vorentscheid nach altem Konzept eingeführt wurde, der aber 2004 und 2005 erneut der internen Auswahl weichen musste. 2006 wurde ein neuer Vorentscheidmodus eingeführt, der drei Halbfinalrunden mit je acht Titeln umfasste. Das Konzept erzielte hohe Quoten, sodass es 2007 erneut durchgeführt wurde.

2008 wurde ein neuer Modus eingeführt. Damals gab es elf Viertelfinals mit jeweils drei Liedern, von denen jeweils eines direkt weitergewählt wurde. Eine Jury wählte aus den anderen Liedern drei Beiträge für ein zwölftes Viertelfinale aus.[4] Die zwölf Gewinner wurden auf vier Halbfinals verteilt. Von drei Liedern wurden jeweils zwei per Telefonvoting in das Finale gewählt. Auch im Finale entschieden ausschließlich die Zuschauer über den Sieger.[5]

2009 wurde dieses komplizierte System entschlankt. Seitdem gibt es keine Viertelfinals mehr, nur noch zwei Halbfinals und ein Finale. Die Entscheidung über die Finalteilnehmer und des Gewinners fällt nach wie vor durch Telefonvoting.

Verschiedenes[Bearbeiten]

  • Die englischen Versionen sowohl der Beitrages von 1987 als auch von 1990 heißen One more song.
  • Bevor er 1995 intern als Vertreter ausgewählt wurde, hatte Bo Halldórsson bereits sechs Mal an der isländischen Vorentscheidung teilgenommen.
  • Island hat seit der ersten Teilnahme durchschnittlich am meisten Punkte an Dänemark vergeben - immerhin 10,7. Andererseits hat Island auch am meisten Punkte aus Dänemark erhalten - im Durchschnitt 7,9.
  • In der Studiofassung des Beitrages von 2006, die auch auf der Compilation-CD des Eurovision Song Contest enthalten ist, ist die Zeile "I'll fucking win" enthalten, es ist das erste und bisher einzige Mal, dass ein "schmutziges Wort" auf einer offiziellen CD des Wettbewerbs enthalten ist. In der Live-Version ersetzte Silvia Night die Zeile nach Drohungen durch die EBU, sie zu disqualifizieren, durch das ähnlich klingende "I'll freaking win". Bei den Proben hatte sie zuvor auf der Originalversion beharrt.
  • Manche Beträge wurden zwar in Isländisch im nationalen Vorentscheid präsentiert, wurden aber im internationalen Wettbewerb in Englisch aufgeführt.

Belege[Bearbeiten]

  1. http://www.diggiloo.net/?is
  2. Iceland: Videoclip released - entry to be performed in Icelandic bei esctoday.com
  3. http://www.geocities.ws/national_finals_90s_00s/
  4. http://natfinals.50webs.com/90s_00s/Iceland2008QF.html
  5. http://natfinals.50webs.com/90s_00s/Iceland2008.html