Rumänien beim Eurovision Song Contest

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Bilanz

Flagge Rumäniens
Übertragende Rundfunkanstalt
TVR
Erste Teilnahme
1993
Anzahl der Teilnahmen
17 (Stand 2014)
Höchste Platzierung
3 (2005, 2010)
Höchste Punktzahl
172 (2006)
Niedrigste Punktzahl
6 (1998)
Punkteschnitt (seit erstem Beitrag)
70,06 (Stand 2014)
Punkteschnitt pro abstimmendem Land im 12-Punkte-System
2,08 (Stand 2014)

Dieser Artikel befasst sich mit der Geschichte Rumäniens als Teilnehmer am Eurovision Song Contest.

Regelmäßigkeit der Teilnahme[Bearbeiten]

Rumänien nahm bereits 1993 an der osteuropäischen Vorentscheidung zum Eurovision Song Contest teil, konnte sich aber mit der Sängerin Dida Drăgan und deren Lied Nu pleca nicht für Millstreet qualifizieren. Die erste Finalteilnahme fand somit 1994 statt, wegen schlechter Platzierung musste aber bereits im Folgejahr eine Pause eingelegt werden. 1996 wurde der von Monica Anghel & Sincron gesungene Beitrag Rugă pentru pacea lumii eingereicht, der sich aber in der internen EBU-Vorauswahl nicht für das Finale qualifizieren konnte. 1997 verzichtete Rumänien auf die Teilnahme, 1999 und 2001 durfte wegen schlechter Vorjahresplatzierungen kein Beitrag eingereicht werden.

Erfolge im Wettbewerb[Bearbeiten]

Rumänien war anfangs wenig erfolgreich und platzierte sich bei den ersten drei Teilnahmen immer im hinteren Drittel. Dies änderte sich 2002, als die 1996 an der Vorauswahl gescheiterte Monica Anghel zusammen mit Marcel Pavel mit ihrem neunten Platz die ersten Platzierung unter den ersten zehn holten. Von nun an war Rumänien deutlich erfolgreicher und schaffte es nur 2004, 2007 und 2008 nicht in die vordere Tabellenhälfte. Am erfolgreichsten war das Land bisher 2005, als Luminița Anghel & Sistem das Halbfinale gewannen und im Finale den dritten Platz erreichten. 2010 gelang die gleiche Platzierung im Finale Paula Seling & Ovi mit dem Titel Playing With Fire.

Liste der Beiträge[Bearbeiten]

Farblegende:   – Siege.   – Punktgleichheit mit dem letzten Platz.   – Beiträge ohne Finalteilnahme.

Jahr Interpret Titel
(Musik / Text)
Übersetzung Platz Punkte
1993 Dida Drăgan[1] Nu pleca
(Dida Drăgan / Adrian Ordean)
Geh nicht weg 07 / 7 (SF) 38
1994 Dan Bittman Dincolo de nori
(Antonio Furtuna, Dan Bittman)
Jenseits der Wolken 21 / 25 14
1995 Nicht qualifiziert
1996 Monica Anghel & Sincron Rugă pentru pacea lumii
(Cornel Fugaru / Mirela Voiculescu Fugaru)
Gebet für den Frieden der Welt 29 / 29
(Qfkr.)
11
1997 Auf Teilnahme verzichtet
1998 Mălina Olinescu Eu cred
(Adrian Romcescu / Liliana Ștefan)
Ich glaube 22 / 25 6
1999 Nicht qualifiziert
2000 Taxi The moon
(Dan Teodorescu)
Der Mond 17 / 24 25
2001 Nicht qualifiziert
2002 Monica Anghel & Marcel Pavel Tell me why
(Ionel Tudor / Mirela Voiculescu Fugaru)
Sag mir warum 09 / 24 71
2003 Nicola Don't break my Heart
(Mihai Alexandru / Nicola)
Brich mein Herz nicht 10 / 26 73
2004 Sanda Ladoși I admit
(George Popa / Irina Gligor)
Ich gestehe 18 / 24 18
2005 Luminița Anghel & Sistem Let me try
(Cristian Faur)
Lass es mich versuchen 03 / 24
SF: 01 / 25
158
2006 Mihai Trăistariu Tornerò
(Eduard Cîrcotă / Cristian Hriscu, Mihaela Deac)
Ich werde zurückkehren 04 / 24 172
2007 Todomondo Liubi liubi, I love you
(Mister M, Ghedi Kamara, Vlad Crețu)
Liebe, Liebe, ich liebe dich 13 / 24 84
2008 Nico & Vlad Miriță Pe-o margine de lume
(Andrei Tudor / Andreea Andrei & Adina Șute)
Am Rand der Welt 20 / 25
SF: 07 / 19
45
2009 Elena Gheorghe The Balkan Girls
(Laurentiu Duta)
Die Mädchen vom Balkan 19 / 25
SF: 09 / 18
40
2010 Paula Seling & Ovi Playing With Fire
(Ovi Martin)
Mit dem Feuer spielen 03 / 25
SF: 04 / 17
162
2011 Hotel FM Change
(Gabriel Băruță / Gabriel Băruță & Alexandra Ivan)
Verändern 17 / 25
SF: 04 / 19
77
2012 Mandinga Zaleilah
(Ioniţă Costi / Elena Ionescu & Omar Secada Dihigo)
12 / 26
SF: 03 / 18
71
2013 Cezar It's My Life
(Cristian Faur)
Es ist mein Leben 13 / 26
SF: 05 / 17
65
2014 Paula Seling & Ovi Miracle
(Ovidiu Cernăuțeanu, Phillip Halloun, Victor Forberg Skoberg, Frida Amundsen)
Wunder 12 / 26
SF: 02 / 15
72
2015

Nationale Vorentscheide[Bearbeiten]

Cezar, 2013 in Malmö
Paula Seling & Ovi, 2014 in Kopenhagen

Alle rumänischen Beiträge zum Eurovision Song Contest wurden im Rahmen eines nationalen Vorentscheids gewählt, wobei die Auswahlverfahren wechselten.

1993 bis 2002 und 2005[Bearbeiten]

1993 bis 2002 wurde der rumänische Vertreter jeweils im Rahmen eines „klassischen“ Vorentscheids gewählt, wobei jedes Jahr im Rahmen einer Show zwischen elf und 20 Beiträge vorgestellt. Dabei stellte auch öfters ein Sänger zwei oder mehrere Beiträge vor. Auch 2005 wurde dieses System angewandt.

2003 und 2004 sowie 2006 und 2007[Bearbeiten]

2003 wurde ein neuer Vorentscheid-Modus entwickelt, wobei vor dem Finale noch zwei Halbfinalrunden stattfinden sollten. Insgesamt sollten sich je Halbfinale (mit in etwa zwölf Teilnehmern) sechs Kandidaten für die Endrunde qualifizierten, was nicht immer auch so im Endeffekt passierte: 2003 nahmen am Finale nur zehn Sänger teil, nachdem ein Beitrag disqualifiziert und ein zweiter zurückgezogen wurde[2]. 2007 erwies sich Vorausscheidung als besonders skandalträchtig: Nach zwei Disqualifikationen nahmen bereits in den Halbfinals statt 24 nur 22 Sänger teil. Vor dem Finale wurden drei weitere Titel disqualifiziert und ein vierter freiwillig zurückgezogen, sodass nur noch acht Lieder übrigblieben[3].

Seit 2008[Bearbeiten]

2008 und 2009 gab es zwei Halbfinalrunden, aus denen sich jeweils sechs Teilnehmer für das Finale qualifizierten. Abgestimmt wurde zu 50% per Jury und zu 50% durch Televoting. 2010 bis 2012 wurden die Halbfinals gestrichen und es gab ein Finale an einem einzigen Abend mit 16 (2010), 13 (2011) bzw. 15 (2012) Teilnehmern. Für 2013 wurden die Halbfinalrunden wieder eingeführt, diesmal jedoch mit jeweils 16 Teilnehmern. 2014 fand wiederum nur eine einzige Show statt, jedoch nicht wie üblich in der Hauptstadt Bukarest, sondern im kulturellen Zentrum Siebenbürgens, in Brașov.

Abstimmungsmodi[Bearbeiten]

1993 wurde der Sieger durch eine Umfrage bei 1100 Haushalten ermittelt, wobei nicht nur rumänische sondern auch moldawische Haushalte befragt wurden. 1994 und 1996 wurde der Sieger durch regionale Jurys ermittelt,[4][5] 1998 wurden die Jurys durch Televoting ergänzt.[6] 2000 wurde erstmals und bisher zum einzigen Mal ausschließlich per Telefon abgestimmt, was zu einem Skandal führte: Die Komponisten des zweitplatzierten Titels Why verklagten den rumänischen Fernsehsender, da sie, nachdem die Telefonleitungen geöffnet waren, in Führung lagen, und die Abstimmung nur eine Stunde dauern sollte. Aus unbekannten Gründen waren die Leitungen zwei weitere Stunden geöffnet, sodass Taxi an die Spitze kamen.[7]

Häufige Teilnehmer[Bearbeiten]

Einige Sängerinnen und Sänger hatten, bevor sie ihr Land vertreten durften, schon häufig an der Vorentscheidung teilgenommen, allen voran Monica Anghel 2002 (fünf Mal mit insgesamt sieben Beiträgen), Nicola 2003 (sechs Mal) und Mihai Trăistariu (fünf Mal). Mit insgesamt acht Beiträgen führt Monica Anghel damit die Liste der häufigsten Vorentscheid-Teilnehmer an.

Kommerzielle Erfolge[Bearbeiten]

Einige rumänische Beiträge wurden nationale Hits: 1994 wurde Dincolo de nori trotz schlechten Abschneidens zum beliebtesten Lied des Jahres gewählt[8]. Weitere Hits wurden 2003, 2005 und 2006 erzielt. International war vor allem Tornerò erfolgreich und erzielte unter anderem in Malta, Island und Griechenland hohe Verkaufszahlen; der Sänger alleine verdiente an dem Lied rund eine Million Euro[9]. Playing With Fire, der Beitrag von 2010, erreichte die Top 50 der Charts in Finnland, der Schweiz, Norwegen und Schweden.

Sprachen[Bearbeiten]

Nach dem Fall der Sprachregel 1999 wurde kein rumänischer Beitrag ganz in der Landessprache vorgetragen, meist wurde auf Englisch zurückgegriffen. 2006 wurde Tornerò mit englischer Strophe und italienischem Refrain gesungen; 2007 wurde Liubi liubi, I love you in sechs Sprachen gesungen: Englisch, Italienisch, Spanisch, Russisch, Französisch und Rumänisch tauchten alle im gleichen Umfang auf. Ferner wurde von den Beiträgen 1994 und 1998 englische Fassungen, vom Beitrag 2000 und vom Beitrag 2006 eine englisch-italienisch-griechische Fassung eingesungen[10].

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Schied im osteuropäischen Vorentscheid in Ljubljana aus und durfte nicht am Finale in Irland teilnehmen.
  2. http://www.geocities.ws/national_finals_90s_00s/Romania2003.html
  3. http://www.geocities.ws/national_finals_90s_00s/Romania2007.html
  4. http://www.geocities.ws/national_finals_90s_00s/Romania1994.html
  5. http://www.geocities.ws/national_finals_90s_00s/Romania1996.html
  6. http://www.geocities.ws/national_finals_90s_00s/Romania1998.html
  7. http://www.geocities.ws/national_finals_90s_00s/Romania2000.html
  8. http://www.geocities.ws/national_finals_90s_00s/Romania1994.html
  9. http://www.esctoday.com/news/read/8964
  10. http://www.diggiloo.net/?ro