Slowenien beim Eurovision Song Contest

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Bilanz

Flagge Sloweniens
Übertragende Rundfunkanstalt
RTVSLO
Erste Teilnahme
1993
Anzahl der Teilnahmen
20 (Stand 2014)
Höchste Platzierung
7 (1995, 2001)
Höchste Punktzahl
96 (2011)
Niedrigste Punktzahl
5 (2004 SF)
Punkteschnitt (seit erstem Beitrag)
36,75 (Stand 2014)
Punkteschnitt pro abstimmendem Land im 12-Punkte-System
1,15 (Stand 2014)

Dieser Artikel befasst sich mit der Geschichte Sloweniens als Teilnehmer am Eurovision Song Contest.

Teilnahme und Erfolge im Wettbewerb[Bearbeiten]

Slowenien nahm zum ersten Mal 1993 als unabhängiges Land am Eurovision Song Contest teil. Wegen einer schlechten Platzierung musste das Land bereits 1994 aussetzen. 1995 gelang es Darja Švajger den siebten Platz zu erreichen, in den darauf folgenden Jahren konnte sich Slowenien nur 1997 unter den ersten zehn platzieren und musste deshalb 2000 erneut aussetzen. 2001 wiederholte Nuša Derenda den siebten Platz, ein besseres Ergebnis konnte seitdem nicht mehr erzielt werden. Seit 2004 schafften es nur drei Beiträge in die Endrunde, die 2007 den 15. Platz, 2011 den 13. Platz sowie 2014 den 25. (und in diesem Fall vorletzten) Platz erreichten. Insgesamt endeten nur vier der 13 Teilnahmen – also weniger als ein Drittel – in der vorderen Tabellenhälfte, womit Slowenien zu den weniger erfolgreichen Ländern beim Wettbewerb zählt. Im Jahr 2013 verpasste Slowenien zum insgesamt achten Mal seit Einführung des Halbfinales den Finaleinzug; damit teilt sich das Land nun mit Bulgarien und den Niederlanden den Negativrekord für das häufigste Scheitern im Halbfinale. Da Bulgarien aber nur in neun von elf Fällen am Semifinale teilgenommen hat, haben Slowenien und die Niederlande mit drei Finalteilnahmen jedoch eine bessere Qualifikationsquote.

Teilnahmen vor 1993[Bearbeiten]

Vor 1993 nahm Slowenien indirekt als Teilrepublik Jugoslawiens am Wettbewerb teil. Dabei wurden insgesamt sechs jugoslawische Beiträge vom slowenischen Sender TV Ljubljana gestellt.

  1. 1961 erreichte der erste jugoslawische Beitrag Neke davne zvezde von Ljiljana Petrović den 8. Platz.
  2. 1962 kam Lola Novaković mit Ne pali svetla u sumrak auf den 4. Platz.
  3. 1966 Berta Ambrož mit Brez besed auf dem 7. Platz,
  4. 1967 Lado Leskovar mit Vse rože sveta auf den 8. Platz,
  5. 1970 Eva Sršen mit Pridi dala ti bom cvet auf den 11. Platz, sowie
  6. 1975 Pepel in Kri mit Dan ljubezni auf dem 13. Platz.

Von diesen sechs Beiträgen waren die ersten beiden in serbokroatischer, der 3. bis 6. in slowenischer Sprache.

Nationale Vorentscheide[Bearbeiten]

Alle slowenischen Beiträge (bis auf 2013) wurden im Rahmen einer Vorentscheidung gewählt, die jährlich unter dem Titel EMA stattfindet. In der Regel fand die Vorausscheidung an einem Abend mit einer Teilnehmerzahl zwischen 12 und 17 statt. 2001 und 2002 fand vor dem nationalen Finale ein Halbfinale statt, 2004 bestanden vier Halbfinalrunden und 2007 zwei Halbfinalrunden.

2012 wurde erstmals eine Castingshow ähnlich dem deutschen System "Unser Star für..." abgehalten, die Misija Evrovizija (Mission Eurovision) hieß und sich über mehrere Wochen erstreckte. Nach einer internen Auswahl für 2013 kehrt die Vorentscheidung EMA 2014 wieder zurück, obwohl man sich eigentlich wegen finanzieller Engpässe erst im letzten Moment für eine Teilnahme entschieden hatte.[1]

Kontroversen über die Abstimmung gab es 2006: Mit einer Wichtung von je 1/3 entschieden eine Jury, alle Anrufer per Telefon und alle Stimmen per SMS. Saša Lendero erhielt die meisten Telefon- und SMS-Stimmen, aber keinen einzigen Punkt von der Jury. Die Gruppe Atomik Harmonik war bei Tele- und SMS-Voting auf dem zweiten Platz, erhielt aber ebenfalls keinen Punkt von der Jury.[2]

Sprachen[Bearbeiten]

Bis einschließlich 1998 wurden alle slowenischen Beiträge den Regeln gemäß auf Slowenisch vorgestellt. Zwar wurde 1999, 2001 und nochmals 2003 und 2004 mit Texten in Englisch gesungen, aber seither wurde 2002, 2005, 2007, 2008, 2010 und 2012 wieder auf die Landessprache zurückgegriffen. 2009 war der Teilnehmertitel mit wenig Text, aber sowohl Slowenisch als auch Englisch. 2014 wird der Beitrag erstmals zur Hälfte auf Englisch und zur Hälfte auf Slowenisch gesungen. Lange Zeit galt eine Regel, dass bei der Vorentscheidung alle Beiträge auf Slowenisch gesungen werden mussten, sodass von allen Liedern auch eine slowenische Fassung existiert, umgekehrt gibt es von allen anderen Beiträgen eine englische Fassung. 1998, 2002, 2004 und 2010 wurden auch deutsche Versionen veröffentlicht[3].

Von den slowenischen Beiträgen aus jugoslawischer Zeit waren die Texte 1961 und 1962 in serbokroatischer und die von 1966, 1967, 1970 und 1975 in slowenischer Sprache verfasst.

Liste der Beiträge[Bearbeiten]

Farblegende:   – Siege.   – Punktgleichheit mit dem letzten Platz.   – Beiträge ohne Finalteilnahme.

Jahr
Interpret
Titel
(Musik / Text)
Übersetzung
Platz
Punkte
1993 1 x Band Tih deževen dan
(Cole Moretti / Tomaž Kosec)
Ein leiser, verregneter Tag 22 / 25 9
1994 Nicht qualifiziert
1995 Darja Švajger Prisluhni mi
(Primož Peterca, Sašo Fajon / Primož Peterca)
Hör mir zu 07 / 23 84
1996 Regina Dan najlepših sanj
(Aleksander Kogoj)
Der Tag des schönsten Traumes 21 / 23 16
1997 Tanja Ribič Zbudi se
(Saša Lošić / Zoran Predin)
Wach auf 10 / 25 60
1998 Vili Resnik Naj bogovi slišijo
(Matjaž Vlašič / Urša Vlašič)
Lass es die Götter hören 18 / 25 17
1999 Darja Švajger For a thousand years
(Sašo Fajon / Primož Peterca)
Tausend Jahre lang 11 / 23 50
2000 Nicht qualifiziert
2001 Nuša Derenda Energy
(Matjaž Vlašič / Urša Vlašič, Lucienne Lonchina)
Energie 07 / 23 70
2002 Sestre Samo ljubezen
(Robert Pešut / Barbara Pešut)
Nur Liebe 13 / 24 33
2003 Karmen Stavec Nanana
(Martin Štibernik / Karmen Stavec)
Na na na 23 / 26 7
2004 Platin Stay forever
(Simon Gomilšek / Diana Lečnik)
Bleib für immer 21 / 22
(SF)
5
2005 Omar Naber Stop
(Omar Naber, Urša Vlašič / Omar Naber)
Stop 12 / 25
(SF)
69
2006 Anžej Dežan Mr. Nobody
(Matjaž Vlašič / Urša Vlašič)
Herr Niemand 16 / 24
(SF)
49
2007 Alenka Gotar Cvet z juga
(Andrej Babić)
Blume des Südens 15 / 24
SF: 07 / 28
66
2008 Rebeka Dremelj Vrag naj vzame
(Josip Miani-Pipi / Amon)
Zur Hölle damit 11 / 19
(SF)
36
2009 Quartissimo feat. Martina Love Symphony
(Andrej Babić & Aleksandar Valenčić / Andrej Babić)
Liebessymphonie 16 / 19
(SF)
14
2010 Roka Žlindre & Kalamari Narodnozabavni rock
(Marino Legović / Leon Oblak)
Populärer Folkrock 16 / 17
(SF)
6
2011 Maja Keuc No One
(Matjaž Vlašič / Urša Vlašič)
Niemand 13 / 25
SF: 03 / 19
96
2012 Eva Boto Verjamem
(Vladimir Graić / Igor Pirković)
Ich glaube 17 / 18
(SF)
31
2013 Hannah Mancini Straight Into Love
(Hannah Mancini)
Gradewegs in die Liebe 16 / 16
(SF)
8
2014 Tinkara Kovač Spet (Round and Round)
(Raay / Tinkara Kovač, Hannah Mancini, Tina Piš)
Wieder (Rund und rund) 25 / 26
SF: 10 / 15
9
2015

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.esctoday.com/73917/slovenia-ema-national-selection-back/
  2. http://www.geocities.ws/national_finals_90s_00s/Slovenia2006.html
  3. Dihhiloo