Narni

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Narni
Wappen
Narni (Italien)
Narni
Staat: Italien
Region: Umbrien
Provinz: Terni (TR)
Koordinaten: 42° 31′ N, 12° 31′ O42.51666666666712.516666666667240Koordinaten: 42° 31′ 0″ N, 12° 31′ 0″ O
Höhe: 240 m s.l.m.
Fläche: 197 km²
Einwohner: 19.870 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 101 Einw./km²
Postleitzahl: 05035 - 05036 Scalo
Vorwahl: 0744
ISTAT-Nummer: 055022
Volksbezeichnung: Narnesi
Schutzpatron: San Giovenale di Narni (3. Mai)
Website: www.comune.narni.tr.it
Panorama von Narni
Panorama von Narni

Narni ist eine italienische Gemeinde in Umbrien mit 19.870 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2012).

Geografie[Bearbeiten]

Lage der Gemeinde Narni in der Provinz Terni

Der Ort befindet sich in 240 m s.l.m. über dem Tal des Flusses Nera in der Provinz Terni. Die Gemeinde erstreckt sich über ca. 197 km². Sie liegt ca. 67 km südlich von Perugia und ca. 10 km südwestlich von Terni in der klimatischen Einordnung italienischer Gemeinden in der Zone D, 1802 GG[2].

Zu den Ortsteilen gehören Borgaria, Capitone, Cigliano, Guadamello, Gualdo, Itieli, Montoro, Nera Montoro, Narni Scalo, Ponte San Lorenzo, San Faustino, San Liberato, Santa Lucia, Sant’Urbano, San Vito, Schifanoia, Stifone, Taizzano, Testaccio und Vigne.[3]

Die Nachbargemeinden sind Amelia, Calvi dell’Umbria, Montecastrilli, Orte (VT), Otricoli, San Gemini, Stroncone und Terni.

Geschichte[Bearbeiten]

Narni Piazza Principale
Kathedrale San Giovenale

Ursprünglich befand sich an dieser Stelle eine Nequinum genannte Siedlung oskisch-umbrischer Stämme, die bereits um 600 v. Chr. erwähnt wird. Im Verlauf der Samnitenkriege gelangte Nequinum unter römische Herrschaft, wobei die Römer den Namen der Stadt nach dem Fluss Nar (heute: Nera) in Narnia (griechisch Ναρνία) umbenannten; der alte Name hatte für die Römer allzu negative Anklänge, da nequeo auf lateinisch ich kann nicht und nequitia Nichtsnutzigkeit bedeutet. Im Rahmen der römischen Expansion ins nördliche Mittelitalien kam Narnia eine besondere strategische Bedeutung zu: Hier überquerte die um 220 v. Chr. vollendete Via Flaminia den Fluss Nar und hier zweigte auch eine weitere Heerstraße nach Spoletium (Spoleto) beziehungsweise Reate (Rieti) ab. 299 v. Chr. wurde Narnia römisches Municipium. Als sich Narnia allerdings im Zweiten Punischen Krieg weigerte, Rom gegen Karthago zu unterstützen, wurde die Stadt zerstört, später allerdings wieder aufgebaut.

Während der Völkerwanderung wurde Narni dann erneut verwüstet. Die Langobarden setzten hier einen örtlichen Statthalter (gastald) ein. Im 10. Jahrhundert war die Stadt Parteigänger Kaiser Ottos I. und kam schließlich in den Besitz der Markgräfin Mathilde. 1112 stand Narni in Opposition zu Papst Paschalis II. und 1167 zu Kaiser Friedrich Barbarossa, woraufhin der Kaiser Vergeltung an der Stadt verübte. Auch in der Folge hielt Narni zur antikaiserlichen Partei der Guelfen und verbündete sich 1242 mit Perugia und Rom.

Im 14. Jahrhundert sorgte Kardinal Albornoz dafür, dass Narni wieder der Herrschaft des Kirchenstaates unterworfen wurde. Aus dieser Zeit stammt nicht nur der Bau der Rocca, sondern auch die Loggia dei Priori und die zur Piazza dei Priori führende Kolonnade.

Später wurde Narni Lehnsbesitz der Orsinis, wurde im 15. Jahrhundert kurzzeitig von König Ladislaus von Sizilien besetzt, kam dann aber dank Braccio da Montone wieder zum Kirchenstaat. Am 15. Juli 1525 erreichten deutsche Landsknechtstruppen des Kaisers Karl V. die Stadt und legten sie in Schutt und Asche – ein Schlag, von dem sich Narni nie mehr wirklich erholte. Von nun an stand Narni stets im Schatten des knapp 10 km nördlich gelegenen Lokalrivalen Terni. Seit 1860 gehörte Narni zum vereinigten italienischen Königreich.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Dom von Narni (Concattedrale di San Giovenale oder Duomo di Narni genannt), 1047 begonnener Bau, der 1145 von Papst Eugen III. konsekriert wurde. Enthält von Vecchietta das Werk Sant’Antonio Abate, eine Holzstatue aus dem Jahr 1474.
  • Chiesa di San Domenico, ehemalige Kirche, die im 12. Jahrhundert entstand. War die erste Kathedrale im Ort und wurde 1304 von den Dominikanern übernommen.
  • Chiesa di San Francesco, Kirche aus dem 14. Jahrhundert.
  • Chiesa di Sant’Agostino, Kirche aus dem 14. Jahrhundert, wurde 1728 erneuert. Enthält von Piermatteo d’Amelia das Fresko Madonna col Bambino sulle ginocchia tra Santa Lucia e Santa Apollonia aus dem Jahr 1492.
  • Chiesa di Santa Maria Impensole, 1175 errichtete Kirche
  • Porta Nuova, Stadttor aus dem 16. Jahrhundert
  • Porta Ternana, Stadttor aus dem 15. Jahrhundert, hieß früher Porta dell’Arvolta.
  • Palazzo del Podestà, Palast aus dem 13. Jahrhundert, heutiges Rathaus
  • Ponte Calamone, Römerbrücke an der Via Flaminia
  • Ponte Cardaro, Römerbrücke an der Via Flaminia
  • Ponte d’Augusto (Teil der Via Flaminia) über den Fluss Nera, steht heute noch ein Brückenbogen; der rund 30 Meter hoch aufragende Bau ist eine der größten von den Römern erbauten Brücken gewesen.
  • Rocca Albornoz, im Auftrag von Gil Álvarez Carillo de Albornoz errichtete Burg aus dem 14. Jahrhundert am höchsten Punkt der Stadt (332 Höhenmeter).
  • Speco di San Francesco, 1213 gegründetert Konvent ca. 13 km südöstlich des Ortes gelegen.

Mittelpunkt von Italien[Bearbeiten]

In der Nähe von Narni befindet sich der geografische Mittelpunkt von Italien bei den Koordinaten 42°30'26.58" Nord und 12°32'16.86" Ost[4]. Diese Lage bezeichnet einen Teil vom alten Aquädukt, den die Römer gebaut haben. Fälschlicherweise wird oft die Piazza San Rufo in Rieti, das sich etwa 35 Kilometer entfernt befindet, als Mittelpunkt Italiens bezeichnet. In Rieti steht in der Piazza San Rufo eine Marmorscheibe, welche diesen Punkt kennzeichnet. Die Berechnungen von 1994 haben Ponte Cadorna an den genannten Koordinaten als "L’ombelicolo d’italia" ergeben.

Bilder[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Via del Campanile in Narni
  • Der Ort liegt mit den Haltepunkten Narni und Narni Montoro an der Bahnlinie RomaAncona im Abschnitt OrteFalconara Marittima.
  • An das Straßennetz ist Narni durch die Staatsstraße (Strada Statale) SS675 angebunden.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Narni – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2012.
  2. Webseite der Agenzia nazionale per le nuove tecnologie, l’energia e lo sviluppo economico sostenibile (ENEA) (PDF; 330 kB), abgerufen am 20. November 2012 (ital.)
  3. Offizielle Webseite des ISTAT (Istituto Nazionale di Statistica) zu den Einwohnerzahlen 2001 in der Provinz Terni, abgerufen am 18. November 2012 (ital.)
  4. Hinweis auf den centro geografico