Philipp Grubauer

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DeutschlandDeutschland Philipp Grubauer Eishockeyspieler
Philipp Grubauer
Personenbezogene Informationen
Geburtsdatum 25. November 1991
Geburtsort Rosenheim, Deutschland
Größe 185 cm
Gewicht 84 kg
Spielerbezogene Informationen
Position Torwart
Nummer #31
Fanghand Links
Draftbezogene Informationen
NHL Entry Draft 2010, 4. Runde, 112. Position
Washington Capitals
Spielerkarriere
2004–2008 Starbulls Rosenheim
2008–2009 Belleville Bulls
2009–2010 Windsor Spitfires
2010–2011 Kingston Frontenacs
2011–2012 South Carolina Stingrays
2012–2013 Reading Royals
Hershey Bears
seit 2013 Washington Capitals
Hershey Bears

Philipp Grubauer (* 25. November 1991 in Rosenheim) ist ein deutscher Eishockeytorwart, der seit 2010 bei den Washington Capitals in der NHL unter Vertrag steht. Grubauer begann seine Karriere in seiner Heimatstadt bei den Starbulls Rosenheim, ehe er in der Saison 2008/09 nach Kanada zu den Belleville Bulls wechselte. Nach einem Jahr bei den Windsor Spitfires wurde er im NHL Entry Draft des Jahres 2010 an 112. Position in der vierten Runde von den Washington Capitals gedraftet und spielte im Anschluss für die Kingston Frontenacs sowie die Farmteams der Capitals. Sein NHL-Debüt gab er im Februar 2013.

Auf internationaler Ebene nahm Philipp Grubauer mit den deutschen Juniorennationalmannschaften an mehreren Weltmeisterschaften teil.

Karriere[Bearbeiten]

Jugend[Bearbeiten]

Grubauer wurde in Rosenheim geboren und begann dort bei den Starbulls seine Eishockeykarriere. Bereits im Alter von 16 Jahren vertrat er die erste Mannschaft der Starbulls in fünf Spielen in der Oberliga und erreichte dort einen Gegentorschnitt von 2.73.[1] Zudem stand er 23 Mal für die U18 des Vereins auf dem Eis. Im Anschluss an die Saison 2007/08 wechselte er in die kanadische OHL zu den Belleville Bulls, da ihn die Bulls im CHL Import Draft an 25. Position wählten.[2]

Ontario Hockey League[Bearbeiten]

In seiner ersten Spielzeit in Kanada war er zu Beginn der Ersatzmann für Mike Murphy. Am 20. September 2008 gab er sein OHL-Debüt für die Bulls im Spiel gegen die Peterborough Petes, parierte 94 % aller Schüsse und wurde zum First Star des Spiels gewählt.[1] Im Verlauf der Debütsaison gelang es Grubauer, unter anderem durch eine Siegesserie von drei Spielen im Januar 2009, Murphy aus dem Startaufgebot zu verdrängen, sodass er insgesamt auf 17 Einsätze kam. In der Folgesaison 2009/10 stieg er zum Stammtorhüter auf und absolvierte bis Januar 2010 31 Spiele für die Bulls und erreichte eine Fangquote von 91,3 %. Im Januar wurde er dann in einem sieben Spieler umfassenden Tauschgeschäft zu den Windsor Spitfires getradet.[3] Auch bei den Spitfires stieg er direkt in das Ligageschehen ein und gewann mit der Mannschaft schließlich den J. Ross Robertson Cup als Sieger der OHL-Play-offs. Damit qualifizierte sich das Team auch für den Memorial Cup 2010 und blieb im Verlauf des Turniers ohne Niederlage. Durch einen 9:1-Sieg im Finale über die Brandon Wheat Kings sicherten sich die Spitfires auch den Memorial Cup. Grubauer führte mit einer Fangquote von 93 % und einem Gegentorschnitt von 2.14 die jeweiligen Statistiken im Turnier an.

Grubauers Leistungen sorgten dafür, dass ihn das NHL Central Scouting Bureau, das jedes Jahr eine Rangliste der vielversprechendsten Entry-Draft-Anwärter erstellt, zwischenzeitlich auf Position neun der nordamerikanischen Nachwuchstorhüter listete.[4] Im eigentlichen Draft wurde er von den Washington Capitals in der vierten Runden an insgesamt 112. Position ausgewählt.

Kurz nach dem NHL-Draft transferierten die Windsor Spitfires den Deutschen im Tausch für mehrere Spieler und Draftrechte für das nächste Jahr an den OHL-Ligakonkurrenten aus Kingston.[5]

Zu Beginn der Spielzeit 2010/11 unterschrieb er bei den Washington Capitals einen auf drei Jahre befristeten Entry Level Contract.[6] Bei den Frontenacs stand er in 38 Spielen zwischen den Pfosten, ehe er aufgrund des Pfeiffer-Drüsenfiebers im Februar 2011 für den Rest der Saison ausfiel, die Play-offs verpasste und vorerst zur Behandlung nach Deutschland zurückkehrte.[1]

Washington Capitals[Bearbeiten]

Erst ein halbes Jahr später kehrte Grubauer auf das Eis zurück und nahm an den Trainings für Nachwuchsspieler der Capitals im Sommer 2011 teil. Nachdem er durch die Erkrankung 10 Kilo Körpergewicht verloren hatte[7], wurde er, um zu alter Stärke zurückzufinden, zu den South Carolina Stingrays in die ECHL transferiert[8], die bis Juli 2012 ein Farmteam der Capitals waren. Bei den Stingrays absolvierte er in der Saison 2011/12 43 Spiele und wies einen Gegentorschnitt von 2.22 auf. Zudem erhielt er in der Saison zahlreiche persönliche Auszeichnungen; so wurde er zum ECHL Torhüter des Monats November (mit 1.73 Gegentorschnitt und 93,5 % Fangquote in dieser Zeit) und Januar sowie in das ECHL All-Rookie Team gewählt.[9][10] Die Play-offs verpasste er allerdings auf Grund einer Handverletzung erneut.[1]

Die erste Hälfte der folgenden Saison verbrachte Grubauer zu gleichen Teilen bei den Farmteams der Capitals, den Reading Royals in der ECHL und den Hershey Bears in der AHL. Ende Februar 2013 wurde Grubauer für den kranken Michal Neuvirth in den NHL-Kader der Capitals als Ersatzmann von Braden Holtby berufen. Am 27. Februar kam er im Spiel gegen die Philadelphia Flyers zu seinem NHL-Debüt und blieb bei seinem 25-minütiger Einsatz ohne Gegentor.[11] Zehn Tage später kam er gegen die New York Islanders zu seinem ersten Spiel von Beginn an und wehrte bei der 2:5-Niederlage insgesamt 40 Schüsse ab.[12]

Zu Beginn der Saison 2013/14 musste sich Grubauer in der Hierarchie erwartungsgemäß hinter Holtby und Neuvirth einordnen und verbrachte den überwiegenden Teil des Zeit bei den Bears in der AHL. Als Neuvirth sich jedoch Ende November eine Knöchelverletzung zuzog, bekam Grubauer seine Chance und sicherte sich mit seinen Leistungen einen Stammplatz. Den bisherigen Gegentor-Schnitt von 3,04 senkten die Capitals mit ihm auf 2,06 pro Spiel; zudem erreichte er eine Fangquote von 93,6 % in 14 Spielen, womit er Platz fünf aller 80 in dieser Saison bis zu diesem Zeitpunkt eingesetzten Torhüter belegt.[13][14]

International[Bearbeiten]

Erste internationale Erfahrung sammelte Grubauer mit der deutschen U17-Nationalmannschaft bei der World U-17 Hockey Challenge 2008. Obwohl die Mannschaft nur den vorletzten Platz erreichte, wurde Grubauer mit einer Fanquote von 90,9 % in das All-Star-Team gewählt.[15] Nach dem fünften Platz bei der U18-WM 2008 folgten die U20-Weltmeisterschaften der Jahre 2009 und 2011, bei denen die Mannschaft jeweils in die Division I abstieg.

Erfolge und Auszeichnungen[Bearbeiten]

Karrierestatistik[Bearbeiten]

Stand: Ende der Saison 2013/14

    Reguläre Saison   Play-offs
Saison Team Liga Sp S N U Min. GT SO GTS Sv% Sp S N Min. GT SO GTS Sv%
2007/08 Starbulls Rosenheim Oberliga 5 307 14 1 2.73 7 420 12 1.71
2008/09 Belleville Bulls OHL 17 7 8 947 62 0 3.93 88,8 1 0 0 56 4 0 4.29 90,2
2009/10 Belleville Bulls OHL 31 10 14 5 1717 90 0 3.14 91,3
2009/10 Windsor Spitfires OHL 19 13 1 2 1011 40 2 2.37 90,6 18 16 2 1094 49 2 2.69 90,9
2010/11 Kingston Frontenacs OHL 38 22 13 3 2239 135 2 3.62 90,3
2011/12 South Carolina Stingrays ECHL 43 23 13 5 2536 94 1 2.22 91,8
2012/13 Reading Royals ECHL 26 19 5 1 1542 59 0 2.30 91,2
2012/13 Hershey Bears AHL 28 13 13 2 1685 73 3 2.25 91,9 5 2 3 301 19 0 3,79 90,1
2012/13 Washington Capitals NHL 2 0 1 0 84 5 0 3.57 91,5
2013/14 Hershey Bears AHL 28 15 9 2 1624 61 2 2.60 91,6
2013/14 Washington Capitals NHL 17 6 5 5 883 35 0 2.38 92,5
OHL gesamt 105 52 36 10 5914 327 4 3.27 90,3 19 16 2 1150 53 2 2.77 90,8
ECHL gesamt 69 42 18 6 4078 153 1 2.26 91,5
AHL gesamt 56 28 22 4 3309 134 5 2.43 91,7 5 2 3 301 19 0 3,79 90,1
NHL gesamt 19 6 6 5 967 40 0 2.48 92,4

(Legende zur Torhüterstatistik: GP oder Sp = Spiele insgesamt; W oder S = Siege; L oder N = Niederlagen; T oder U oder OT = Unentschieden oder Overtime- bzw. Shootout-Niederlage; Min. = Minuten; SOG oder SaT = Schüsse aufs Tor; GA oder GT = Gegentore; SO = Shutouts; GAA oder GTS = Gegentorschnitt; Sv% oder SVS% = Fangquote; EN = Empty Net Goal; 1 Play-downs/Relegation)

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d hockeysfuture.com: Prospect zu Grubauer (englisch, abgerufen am 15. Mai 2013)
  2. leaguestat.com: Ergebnisse der 1. Runde des CHL Import Drafts 2008 (englisch, abgerufen am 15. Mai 2013)
  3. openicehockey.com: „Spitfires and Bulls complete trade“ (englisch, 5. Januar 2010, abgerufen am 15. Mai 2013)
  4. nhl.com: Draft Prospect 2010, sortiert nach Midterm Rank (abgerufen am 15. Mai 2013)
  5. canada.com: „Spits trade Grubauer“ (englisch, 29. Juni 2010, abgerufen am 15. Mai 2013)
  6. washingtonpost.com: „Caps sign Philipp Grubauer to entry-level deal“ (englisch, 4. Oktober 2010, abgerufen am 15. Mai 2013)
  7. washingtonpost.com: „Prospect Philipp Grubauer could be Washington Capitals’ next great hope in goal“ (englisch, 15. Juli 2011, abgerufen am 15. Mai 2013)
  8. stingrayshockey.com: „Stingrays Receive Six from Hershey; Acquire Rights to Higgins“ (englisch, abgerufen am 15. Mai 2013)
  9. stingrayshockey.com: „Grubauer Named ECHL Goaltender of the Month“ (englisch, abgerufen am 15. Mai 2013)
  10. echl.com: „ECHL All-Rookie Team announced“ (englisch, 28. März 2012, abgerufen am 15. Mai 2013)
  11. nhl.com: Spielbericht Capitals – Flyers (englisch, 27. Februar 2013, abgerufen am 16. Mai 2013)
  12. nhl.com: Spielbericht Capitals – Islanders (englisch, 9. März 2013, abgerufen am 15. Mai 2013)
  13. nhl.com: Torhüterstatistik mit Stand vom 17. Januar 2014
  14. kicker.de: „Grubauer überzeugt nicht nur Ovechkin“ (16. Januar 2014, abgerufen am 17. Januar 2014)
  15. hockeycanada.ca: „Team Ontario Wins Gold Medal at 2008 World Under-17 Hockey Challenge Team West Takes Bronze“ (englisch, 4. Januar 2008, abgerufen am 15. Mai 2013)