Polei-Minze

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Dieser Artikel befasst sich mit einer Pflanzenart. Polei ist auch der historische deutsche Name der Ortschaft Pula in Istrien, Kroatien.
Polei-Minze
Polei-Minze (Mentha pulegium)

Polei-Minze (Mentha pulegium)

Systematik
Familie: Lippenblütler (Lamiaceae)
Unterfamilie: Nepetoideae
Tribus: Mentheae
Untertribus: Menthinae
Gattung: Minzen (Mentha)
Art: Polei-Minze
Wissenschaftlicher Name
Mentha pulegium
L.

Die Polei-Minze (Mentha pulegium), auch Polei oder Flohkraut genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Minzen (Mentha) innerhalb der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae).

Beschreibung[Bearbeiten]

Viele zygomorphe Blüten stehen in einem Scheinquirl zusammen

Die Polei-Minze ist eine ausdauernde, krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 10 bis 50 Zentimetern erreicht.[1] Sie besitzt unter- und oberirdische Ausläufer, sie kahl bis kurz zerstreut behaart sind.[1] Sie ist häufig rot überlaufen. Die Pflanzenteile riechen scharf aromatisch.[1] Der niederliegende bis aufsteigende[1] und verzweigte Stängel ist fast kahl.

Die gegenständig am Stängel angeordneten Laubblätter sind kurz gestielt.[1] Die einfache Blattspreite ist bei einer Breite von 0,8 bis 3 Zentimetern und einer Breite von 0,3 bis 1 Zentimetern eiförmig bis schmal elliptisch und am Grund verschmälert. Die hellgrüne,[1] einfache Blattspreite ist von einem oder zwei bis drei Paaren[1] bogiger Fiedernerven durchzogen und an der Unterseite behaart. Der Blattrand ist undeutlich gezähnt bis annähernd ganzrandig.

Die Blütezeit reicht Mai bis September. Viele Blüten stehen in 5 bis 15 Scheinquirlen, die deutlich voneinander getrennt und 10 bis 15 Millimeter breit sind. Die Tragblätter der Scheinquirle sind den Stängelblättern ähnlich und knapp doppelt so lang wie die Blüten.

Die zwittrigen Blüten sind zygomorph und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die 2,5 bis 3 Millimeter langen Kelchblätter sind röhrig verwachsen und schwach zweilippig (darin unterscheidet sich diese Art von allen anderen Mentha-Sippen, bei denen der Kelch in mehr oder weniger gleichen fünf Kelchzähnen endet)[1] mit zehn Nerven. Außen ist der Kelch dicht und kurz behaart und zur Fruchtreife durch einen Haarkranz verschlossen. Die ungleichen Kelchzähne sind ein Drittel bis ein Fünftel so lang wie die Kelchröhre und mit Wimpern versehen. Der obere Zahn ist größer als die anderen. Die rosafarbene und selten weiße[1] Krone ist 4,5 bis 7 Millimeter lang und endet in etwa gleich langen, verkehrt-eiförmigen Kronzipfeln. Die Kronröhre hat innen einen leichten Haarkranz. Die vier fertilen Staubbeutel sind 0,4 Millimeter lang.

Die Teilfrüchte sind 0,7 bis 0,8 Millimeter lang, glatt und hellbraun.

Ökologie[Bearbeiten]

Bei der Polei-Minze handelt es sich um einen Hemikryptophyten.[1] Die Polei-Minze ist auch ein Ausläuferpionier.

Blütenökologisch handelt es sich um Trichterblumen, die duften und Nektar bilden. Die Geschlechtsverteilung ist gynodiözisch oder gynomonözisch. Neben proterandrischen Zwitterblüten gibt es auch weibliche Blüten mit verkümmerten Staubblättern. Als Bestäuber fungieren Dipteren, auch Apoiden und Coleopteren.

Vorkommen und Gefährdung[Bearbeiten]

Die Polei-Minze ist von Makaronesien über Europa und den Mittelmeerraum bis zum nördlichen Iran verbreitet.[2] In Europa ist sie ein meridionales bis subtemperates, ozeanisches Florenelement.

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Sie kommt in Deutschland besonders in den Hauptstromtälern vor und ist ansonsten selten bis zerstreut.[3]

Die Polei-Minze wurde in der Roten Liste der gefährdeten Pflanzenarten Deutschlands 1996 in die Kategorie 2 = stark gefährdet eingetragen.[1] In den meisten deutschen Bundesländern ist sie stark gefährdet oder vom Aussterben bedroht.

Die Polei-Minze wächst auf feuchten Wiesen, an Fluss- und Seeufern. Sie kommt auf nährstoffreichen, kalkarmen, humosen, eher sandigen Tonböden vor und ist salzertragend. Sie ist auf die colline Höhenstufe beschränkt.

Verwendung[Bearbeiten]

Heutzutage wird die Polei-Minze nur noch wenig in der Küche verwendet, weil sie einen sehr strengen Geschmack hat. Ein Tee, aus ihren Blättern zubereitet, soll verdauungsfördernd wirken. Auch als Mundwasser zum Gurgeln kann er verwendet werden.

Die Polei-Minze enthält das Gift Pulegon, weshalb diese Minzen-Art nur mit Vorsicht für innerliche Zwecke einsetzbar ist. Als Abwehrmittel gegen Insekten, insbesondere gegen Flöhe, genießt die Polei-Minze einen besonderen Ruf. Das Artepitheton pulegium ist vom lateinischen Wort pulex für Floh abgeleitet.

Quellen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Siegmund Seybold (Hrsg.): Schmeil-Fitschen interaktiv. CD-ROM, Version 1.1, Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2002, ISBN 3-494-01327-6.
  •  Ramón Morales: Mentha. In: Santiago Castroviejo, Ramón Morales, Alejandro Quintanar, Francisco José Cabezas, Antonio José Pujadas, Santos Cirujano (Hrsg.): Flora Ibérica. Plantas Vasculares de la Península Ibérica e Islas Baleares. Vol. XII. Verbenaceae − Labiatae − Callitrichaceae, Real Jardín Botánico, CSIC, Madrid 2010, ISBN 978-84-00-09041-8, Mentha pulegium, S. 339–340 (PDF-Datei).
  • Avril Rodway: Kräuter und Gewürze. Die nützlichsten Pflanzen der Natur – Kultur und Verwendung. Tessloff, Hamburg 1980, ISBN 3-7886-9910-8.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f g h i j k Polei-Minze. In: FloraWeb.de.
  2. Rafael Govaerts u. a.: Mentha pulegium. In: World Checklist of Selected Plant Families. Royal Botanic Gardens, Kew, abgerufen am 6. Juli 2014 (englisch, die vielen Synonyme siehe dort).
  3.  Rudolf Schubert, Klaus Werner, Hermann Meusel (Hrsg.): Exkursionsflora für die Gebiete der DDR und der BRD. Begründet von Werner Rothmaler. 13. Auflage. Band 2: Gefäßpflanzen, Volk und Wissen, Berlin 1987, ISBN 3-06-012539-2 (Areal).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Polei-Minze (Mentha pulegium) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien