Republic F-105

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Republic F-105 Thunderchief
Republic F-105D-30-RE (SN 62-4234) in flight with full bomb load 060901-F-1234S-013.jpg
Eine voll beladene F-105D Thunderchief über Vietnam
Typ: Jagdbomber
Entwurfsland: Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten
Hersteller: Republic Aviation Company
Erstflug: 22. Oktober 1955
Indienststellung: 27. Mai 1958
Produktionszeit: 1957 bis 1964
Stückzahl: 833

Die Republic F-105 Thunderchief (auch Thud genannt) war ein einstrahliges Kampfflugzeug aus US-amerikanischer Produktion, das zur Zeit des Kalten Krieges und während des Vietnamkrieges im Einsatz war.

Entwicklung[Bearbeiten]

Die Entwicklung der F-105 wurde 1951 begonnen. Der Entwurf trug die firmeninterne Bezeichnung AP-63FBX (AP für Advanced Project und FBX für Fighter Bomber (Jagdbomber), Experimental). Das Flugzeug war sehr groß, die Höchstgeschwindigkeit sollte trotzdem Mach 1,5 betragen. Der Flugzeugrumpf war auf Hochgeschwindigkeitseinsätze im Tiefflug ausgelegt. Der verantwortliche Chefkonstrukteur von Republic war Alexander Kartweli, der schon die P-47 Thunderbolt entwickelt hatte. Im März 1952 wurde dem Verteidigungsministerium der Vereinigten Staaten ein Entwurf vorgelegt, der als Antrieb ein Strahltriebwerk vom Typ Allison J71 vorsah. Dieser Vorschlag wurde positiv beurteilt.

Es gab während der Entwicklung eine Reihe von Problemen. Ein Grund dafür war, dass mit dem Aufrüstungsschub zu Beginn des Kalten Krieges viele Neuerungen eingeführt wurden. Die Firma Republic tat sich schwer mit der Umsetzung der komplexen Technik, die bei der F-105 eingesetzt wurde. Und auch die unklare Haltung der US Air Force gegenüber der F-105 führte zu Problemen in der Entwicklung der Maschine. Hier einige Eckdaten der Entwicklung:

  • April 1952: Die US Air Force und Republic schließen einen ersten Vertrag zur Entwicklung.
  • September 1952: Es wird ein Vertrag abgeschlossen, der die Lieferung von 199 Flugzeugen vorsieht, dabei soll das erste Flugzeug 1955 einsatzbereit sein. Die F-105 soll einen internen Bombenschacht für Atombomben erhalten.
  • Oktober 1952: Vertrag mit Republic über die Beschaffung von Werkzeugen und Einrichtungen zu Herstellung der F-105.
  • März 1953: Nachdem sich ein Ende der Kämpfe in Korea abzeichnet, ist sich die Air Force nicht sicher, welche Eigenschaften ein zukünftiger Jagdbomber haben soll. Der Auftrag wird deshalb auf 37 F-105A (Jagdbomber) und neun RF-105A (Photoaufklärer) verringert.
  • Oktober 1953: Die Attrappe des Entwurfes wurde besichtigt und gebilligt, jedoch war der Entwurf so groß und schwer geworden, dass als neues Triebwerk jetzt das Pratt & Whitney J75 gefordert wurde, das ohne Nachbrenner eine Schubkraft von 71,7 kN und mit Nachbrenner eine Schubkraft von 112,1 kN entwickelt. Damit ist die Thunderchief das größte je gebaute einmotorige und einsitzige Kampfflugzeug. Das J75-Triebwerk war jedoch noch nicht so weit in der Entwicklung, und so wurde das J57 als Zwischenlösung für die F-105A eingesetzt und das J75 für die weiterentwickelte F-105B vorgesehen.
  • Dezember 1953: Wegen Leistungsverzug von Republic wird von Seiten der Air Force die Beschaffung vorübergehend eingestellt.
  • Februar 1954: Es sollen jetzt 15 Maschinen (YF-105 mit J57) beschafft werden.
  • August 1954: Von dieser Bestellung sollen vier der Maschinen das J75-Triebwerk bekommen.
  • September 1954: Wegen Verzögerungen in der Entwicklung wird das Beschaffungsprogramm auf drei Maschinen reduziert.
  • Februar 1955: Jetzt sollen wieder 15 Einheiten (zwei YF-105A, vier YF-105B, sechs F-105B und drei YRF-105A) beschafft werden.

Versionen[Bearbeiten]

YF-105A[Bearbeiten]

Republic YF-105A

Der Erstflug des ersten YF-105A-Prototyps (54-098) startete am 22. Oktober 1955 von der Edwards Air Force Base. Der Testpilot von Republic, Russel „Rusty“ Roth, beschleunigte die Maschine dabei auf über Mach 1. Am 16. Dezember 1955 wurde die Maschine so stark beschädigt, dass sich eine Reparatur nicht mehr lohnte.

Der Erstflug der zweiten YF-105A (54-099) fand am 28. Januar 1956 statt.

Insgesamt blieben die Leistungen der Prototypen hinter den Erwartungen zurück, und man überarbeitete den Entwurf grundlegend.

F-105B[Bearbeiten]

F-105B

Die Form des Rumpfes wurde den aerodynamischen Erkenntnissen der Flächenregel angepasst. Die Lufteinläufe erhielten eine neue Form - dies führte zu den charakteristischen Lufteinläufen der Thunderchief. Außerdem wurde das Seitenleitwerk vergrößert. Daraus entstand die F-105B.

Der Erstflug der ersten B-Version (YF-105B-1-RE - 54-0100) startete am 26. Mai 1956. Es wurden 75 Maschinen der B-Version zwischen Mai 1956 und Dezember 1959 in Farmingdale hergestellt. Die F-105B kostete ca. 5,65 Millionen US $.

Im Mai 1958 bekam der erste Einsatzverband der USAF die F-105B. Diese Einheit wurde jedoch mit der Erprobung der F-105 beauftragt, die sich dann sehr lange hinzog; erst Ende 1960 wurde der Typ für einsatzbereit erklärt. Die Probleme lagen dabei in der Störanfälligkeit diverser Systeme und der mangelhaften Ersatzteilversorgung. Die Störanfälligkeit führte dazu, dass bis zu 150 Wartungsstunden auf eine Flugstunde aufgewendet werden mussten. Dies mag ein Grund dafür gewesen sein, dass die B-Version bereits Anfang 1964 aus dem aktiven Dienst der Air Force genommen wurde. Danach war sie nur noch in der Air Force Reserve und in der Air National Guard bis Mai 1981 im Einsatz. Erst die D-Version war allwettertauglich, was einen wichtigen Schritt in der Entwicklung der F-105 bedeutete.

F-105C[Bearbeiten]

Die Republic F-105C wurde als zweisitzige Trainingsversion der F-105B ausgelegt. Die Flugzeugzelle hätte die gleiche Bewaffnung und Ausstattung wie die B-Version erhalten sollen. Ein zweiter Sitz hinter dem ursprünglichen Pilotensitz sollte anstatt des 1264 l-Tanks eingebaut werden, was die Reichweite des Flugzeugs eingeschränkt hätte. Der Ausbilder und sein Schüler sollten unter einer einteiligen Cockpithaube aus Plexiglas Platz finden. Im Jahre 1956 wurde ein Mock-up hergestellt, worauf im Juni 1956 eine Bestellung von fünf Flugzeugen folgte, die jedoch bereits im Oktober 1956 aufgrund der steigenden Kosten des Projektes storniert wurde.

F-105D[Bearbeiten]

F-105F und F-105D der 465 TFS 1979
F-105G der 561 TFS, 388 TFW 1972 über Südostasien

Die F-105D hatte am 9. Juni 1959 ihren Erstflug. Diese Version wies eine stark verbesserte Elektronik auf. Von der F-105D wurden 610 Stück gebaut.

Von 1964 bis 1970 flogen diese beiden Versionen während des Vietnamkrieges 75 % aller Angriffe der USAF auf Nordvietnam. Die F-105D wurden 1970 durch die F-4 Phantom II und die F-111 Aardvark abgelöst, die F-105G „Wild Weasel“ verließen Südostasien jedoch erst 1973. Insgesamt gingen 385 F-105 in Vietnam verloren: 312 wurden von Flugabwehrkanonen oder -raketen abgeschossen, 22 von MiGs, 51 stürzten bei Unfällen ab. Die F-105-Piloten selbst schossen 27,5 nordvietnamesische Flugzeuge ab. Die F-105D wurde in Vietnam im Wesentlichen bis 1970 von den Geschwadern 355.TFW (Tactical Fighter Wing), 366.TFW und 388.TFW von den Basen bei Korat und Takhli in Thailand aus eingesetzt.

Die F-105D war auch bei der USAFE in Deutschland stationiert, von Mai 1961 bis 1966 bei der 36.TFW in Bitburg und ab Oktober 1961 bis 1967 bei der 49.TFW auf der Spangdahlem Air Base. Mit Beginn der Umrüstung auf die F-4D Phantom II (36.TFW: 1966, 49.TFW: 1967) wurden die F-105D und F-105F der beiden Geschwader an Einheiten in Südostasien abgegeben. Die 49.TFW verlegte in die USA.

F-105F/G[Bearbeiten]

Die zweisitzige Version der F-105D wurde als F-105F bezeichnet, von der 143 Stück gebaut wurden. Im Verlauf des Vietnam-Kriegs wurden F-105F zu F-105G-“Wild Weasel“-Maschinen (zur Bekämpfung der feindlichen Radar-Stellungen) umgebaut und blieben bis 1973 im Einsatz.

Nach dem Vietnamkrieg wurden die restlichen Maschinen der Air National Guard übergeben. Die letzten Maschinen wurden am 25. Februar 1984 bei der Air Force Reserve und Anfang 1985 bei der Air National Guard außer Dienst gestellt.

Technische Daten[Bearbeiten]

Republic F-105 variants drawings.png
Cockpit
Kenngröße Daten der F-105B Daten der F-105D
Typ: Jagdbomber
Länge: 19,58 m
Flügelspannweite: 10,65 m
Flügelfläche: 35,80 m²
Flügelstreckung: 3,17
Höhe: 5,99 m
Leergewicht: 12.474 kg 12.980 kg
Maximales Startgewicht: 18.144 kg 23.834 kg
Höchstgeschwindigkeit: Mach 1,9 bzw. 2.018 km/h Mach 2,08 bzw. 2.208 km/h
Dienstgipfelhöhe: 15.850 m
Einsatzradius: 1.252 km
Überführungsreichweite: 3.550 km
Besatzung: 1 Pilot
Bewaffnung: Bombenlast bis zu 6.351 kg
Triebwerk: ein Pratt & Whitney J75-PW-Strahltriebwerk ein Pratt & Whitney J75-PW-19W-Strahltriebwerk
Schubkraft: bis zu 104,57 kN (mit Nachbrenner) bis zu 109,02 kN (mit Nachbrenner)

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Republic F-105 – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien