Roland Emmerich

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Roland Emmerich (2013)

Roland Emmerich (* 10. November 1955 in Stuttgart) ist ein deutscher Filmproduzent, Regisseur und Drehbuchautor. Berühmt wurde Emmerich durch seine Katastrophenfilme wie Independence Day, Godzilla, The Day After Tomorrow und 2012 sowie Stargate aus dem Jahr 1994, auf dem auch mehrere Serien und Filme basieren.

Leben[Bearbeiten]

Roland Emmerich wurde in Stuttgart-Obertürkheim geboren und wuchs in Maichingen auf,[1] wo er das Gymnasium in den Pfarrwiesen besuchte. Im Jahr 1977 fing er an, an der Hochschule für Fernsehen und Film München Szenenbild zu studieren.[2] Nachdem er Star Wars gesehen hatte, wechselte er allerdings ins Regiefach.[3]

Sein Abschlussfilm Das Arche Noah Prinzip sprengte dabei in jeder Hinsicht den Rahmen. Größtenteils fremdfinanziert kostete er etwa eine Mio. DM – das Budget für einen Abschlussfilm lag damals bei 20.000 DM. Auch das Genre irritierte, denn opulent ausgestattete Science-Fiction-Filme aus Deutschland waren eher unüblich. Letztendlich wurde der Film, der 1984 auf den Internationalen Filmfestspielen in Berlin uraufgeführt wurde, aber ein beachtlicher Erfolg.

Mit den in Deutschland produzierten, aber in englischer Sprache gedrehten Filmen wie Joey, Hollywood Monster und Moon 44 konnte Emmerich schließlich in Hollywood Aufmerksamkeit erregen. Ein weiteres Resultat des Films Moon 44 war die langjährige Zusammenarbeit mit Dean Devlin, der fortan als Drehbuchautor und Produzent bei Emmerichs Filmen tätig war, sowie Volker Engel, der als VFX-Supervisor für die Spezial-Effekte mehrerer seiner Filme verantwortlich zeichnete. 1992 drehte er dann den Science Fiction-Film Universal Soldier mit Jean-Claude Van Damme und Dolph Lundgren, mit dem ihm der endgültige Durchbruch in Hollywood gelang. Sein langjähriges Interesse an Prä-Astronautik und den Theorien Erich von Dänikens setzte er 1994 mit dem Film Stargate um.[4]

Den vorläufigen Höhepunkt seiner Karriere erreichte er dann 1996 mit Independence Day, einem Blockbuster, der auch heute einen der vordersten Plätze in den Ranglisten der erfolgreichsten Filme belegt. 1998 folgte mit Godzilla eine Neuinterpretation der japanischen Monsterfilme. 1994 war er bei dem Film High Crusade – Frikassee im Weltraum sowie 1999 bei dem Film The Thirteenth Floor als Produzent tätig. 2000 begab sich Emmerich dann auf ernsteres Terrain, als er bei Der Patriot Regie führte, der 1776 zur Zeit der Amerikanischen Revolution spielt, die Hauptrollen in Der Patriot übernahmen Mel Gibson und Heath Ledger. In der Zeit danach beschränkte sich Emmerich hauptsächlich auf das Produzieren, bevor er im Mai 2004 mit The Day After Tomorrow als Regisseur auf die Leinwand zurückkehrte. In einem Interview mit der Zeitschrift Merian[5] gab Emmerich im November 2009 bekannt „… dass 2012 mein letztes Desaster-Movie ist. Es ist die Mutter aller Zerstörungsfilme, mit Effekten, wie man sie noch nie gesehen hat. Ich wüsste wirklich nicht, was ich danach noch zerstören sollte.“

Als Chefin der 1985 gegründeten gemeinsamen Produktionsfirma Centropolis Entertainment (früher Centropolis Film) wirkt seine Schwester Ute Emmerich bei den meisten seiner Filme wie er selbst als Executive Producer mit.

Emmerich lebt offen homosexuell mit seinem Lebensgefährten, mit dem er sich eine Hochzeit vorstellen könne: „Früher hat keiner gewusst, dass ich schwul bin, heute ist mir das wurscht. Ich finde es wichtig, dass man zu politischen Themen wie der Homosexuellen-Ehe Stellung bezieht.“[6][7] Seine Wohnorte sind Los Angeles, London und Berlin.[8]

Am 26. November 2009 erhielt er zusammen mit Florian Henckel von Donnersmarck, Michael Ballhaus, Oliver Hirschbiegel und Caroline Link (alle Oscar-Nominierte bzw. -Gewinner) einen Ehren-Bambi Deutsche in Hollywood. Die Trophäen überreichte Jürgen Prochnow.[9]

Emmerich engagiert sich außerdem für die Menschenrechte. So saß er in der Jury, die bei der Auswahl eines universellen Logos für Menschenrechte half.[10]

Weitere Tätigkeiten und Projekte[Bearbeiten]

Bei der Berlinale 2005 war Emmerich Präsident der Internationalen Jury.

2006 spendete Emmerich 150.000 US-Dollar für das Legacy Project, ein gemeinsames Projekt des Film- und Fernseharchivs der UCLA und des größten Filmfestivals von Los Angeles, Outfest, zur Bewahrung und Restaurierung lesbischer und schwuler Filme.[11]

2007 war Roland Emmerich Gastredner bei der fmx/07 in Stuttgart, einer der wichtigsten internationalen Konferenzen für Animation, Effekte, Spiele und digitale Medien.

Im März 2008 kam Emmerichs Projekt 10.000 B.C. (Drehbuch: Roland Emmerich und Harald Kloser) weltweit in die Kinos; ein Film der, nachdem das Sony-Studio Columbia Pictures zwischenzeitlich sein Interesse daran verloren hatte, von Warner Bros. produziert wurde. Der ca. 110 Millionen US-Dollar teure Streifen hatte schon nach vier Wochen mehr als 200 Mio. US-Dollar eingespielt.

Emmerichs Film 2012 mit John Cusack, Woody Harrelson und Danny Glover in den Hauptrollen startete am 12. November 2009 weltweit in den Kinos und erreichte bereits nach acht Wochen ein weltweites Einspielergebnis von 730 Mio. US-Dollar. 2012 ist somit der zweiterfolgreichste Film seiner Karriere.

Ab März 2010 fanden in den Filmstudios Babelsberg in Potsdam die Dreharbeiten für seinen Film Anonymus (Arbeitstitel: „Soul of the Age“) statt. Das Drama um die Urheberschaft der Werke von William Shakespeare[12] nach einem Script von John Orloff (unter anderem Drehbuchautor von Band of Brothers)[13] startete in Deutschland im November 2011. Auf der Frankfurter Buchmesse wurde Anonymus den Presse- und Medienvertretern vorgestellt. Bei einer anschließenden Podiumsdiskussion diskutierte Emmerich mit dem Publizisten Hellmuth Karasek, dem Präsidenten der Deutschen Shakespeare-Gesellschaft und Uni-Dozent für Anglistik Tobias Döring, dem Shakespeare-Übersetzer Frank Günther und dem Autor des Buches Der Mann, der Shakespeare erfand, Kurt Kreiler. Das Thema der Diskussion war die langjährige Debatte um die William-Shakespeare-Urheberschaft.[14]

Ende 2012 drehte Emmerich den Film White House Down, der im Juni 2013 Premiere feierte. Darin geht es um einen Secret-Service-Mitarbeiter (Channing Tatum), der das Leben des amerikanischen Präsidenten (Jamie Foxx) retten soll, der im Weißen Haus von einer paramilitärischen Gruppe gefangen genommen worden ist.

Bis auf Weiteres verschoben hat Roland Emmerich ein Remake des Kinofilms Die fantastische Reise, One Nation (einen politischen Thriller, geschrieben von The-Day-After-Tomorrow-Drehbuchautor Jeffrey Nachmanoff) und King Tut, einen Film über den ägyptischen Pharao Tutanchamun.

2014 bereitet Roland Emmerich die Verfilmung des Historienepos Maya Lord vor, das auf der Romanvorlage des Schriftsteller John Cue Robbins beruht. Es handelt sich um die Verfilmung der wahren Geschichte des Gonzalo Guerrero, der 1511 nach einem Schiffbruch von Mayas gefangen genommen wurde und schließlich zu ihrem Verbündeten wurde.[15]

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten]

Regisseur[Bearbeiten]

Produzent[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Roland Emmerich – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Biografie von Roland Emmerich. In: Film-Zeit.de. Abgerufen am 27. April 2011.
  2. By Hilary Whiteman: Roland Emmerich, the accidental director, CNN. 7. März 2008. Abgerufen am 27. April 2011. 
  3. The Force Is With Them: The Legacy of Star Wars Star Wars Original Trilogie DVD Box Set: Bonus Material (englisch)
  4. Auf der Suche nach Ausserirdischen. In: swissinfo.org, 14. April 2005. Abgerufen am 15. Oktober 2014.
  5. MERIAN-Artikel: Hausbesuch beim Katastrophenfilmer.
  6. Roland Emmerich: „Schwäbisches Spielbergle“ ARD / Hessischer Rundfunk vom 5. Oktober 2011.
  7. : Powerful Gay Men in Hollywood. In: AfterElton (englisch).
  8. Spielfilm.de: Gespräch mit Roland Emmerich vom 16. November 2009
  9. Preisträger der 61. BAMBI-Verleihung
  10. humanrightslogo.net (nicht mehr erreichbar).
  11. Hollywood director helps save gay and lesbian films | Entertainment News | Advocate.com
  12. http://www.rbb-online.de/nachrichten/kultur/2009_09/emmerich_dreht_in.html
  13. Bericht über Emmerichs Kinoprojekt „Anonymus“ (englisch)
  14. Emmerich-Film „Anonymus“ auf der Buchmesse: Back dir einen Shakespeare. In: Süddeutsche Zeitung vom 15. Oktober 2011
  15. Allgäuer Anzeigeblatt, Wochenblatt-extra vom 7. Mai 2014