The Day After Tomorrow

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Filmdaten
Deutscher Titel The Day After Tomorrow
Originaltitel The Day After Tomorrow
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Produktionsland Vereinigte Staaten
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 2004
Länge 118 Minuten
Altersfreigabe FSK 12[1]
JMK 10[2]
Stab
Regie Roland Emmerich
Drehbuch Roland Emmerich
Jeffrey Nachmanoff
Produktion Roland Emmerich
Mark Gordon
Musik Harald Kloser
Kamera Ueli Steiger
Schnitt David Brenner
Besetzung

The Day After Tomorrow ist ein Katastrophenfilm von Roland Emmerich, der die Gefahren und Folgen der globalen Erwärmung zum Thema hat. Er ist eine Produktion von 20th Century Fox aus dem Jahre 2004. Als Vorlage für das Drehbuch diente unter anderem der Roman The Coming Global Superstorm (deutscher Titel: „Sturmwarnung“) von Art Bell und Whitley Strieber.

Handlung[Bearbeiten]

Der US-amerikanische Paläoklimatologe Jack Hall kommt bei einer Antarktis-Expedition mit seinen Kollegen Frank und Jason fast ums Leben, als sich eine Eisscholle vom Larsen-Schelfeis löst. Nach der Rückkehr präsentiert er seine Forschungsergebnisse auf der Klimakonferenz in Neu-Delhi, aber der US-Vizepräsident Raymond Becker ignoriert seine eindringlichen Warnungen vor einem dramatischen Klimawandel. Der schottische Forscher Terry Rapson glaubt ihm hingegen, dass der Golfstrom wegen der schmelzenden Polkappen drastisch abkühlen könnte, was eine neue Eiszeit zur Folge hätte. Ein neues Modell, das die beiden Wissenschaftler gemeinsam mit der NASA-Meteorologin Janet Tokada erstellen, prognostiziert die Katastrophe schon für einen Zeitpunkt, der nur noch wenige Wochen entfernt ist. Mehrere Bojen melden rasant sinkende Temperaturen vor der amerikanischen Küste.

Innerhalb kürzester Zeit treffen immer mehr meteorologische Katastrophenmeldungen aus aller Welt ein. Neu-Delhi versinkt im Schnee, Tokio leidet unter heftigen Hagelschauern und Los Angeles wird von gewaltigen Tornados zerstört. Satellitenbilder zeigen drei Superstürme in Form von Hurrikans mit enormen Ausmaßen über den USA, Nordeuropa und Russland, in deren Auge blitzschnell dreistellige Minustemperaturen entstehen.

Jacks Sohn Sam gerät in New York, wo er sich wegen einer Wissensolympiade gemeinsam mit seiner Freundin Laura und seinem Mitschüler Brian aufhält, in akute Lebensgefahr, als eine riesige Flutwelle in die Stadt einbricht. Gemeinsam mit ihrem neuen Bekannten J.D. und vielen anderen Einwohnern retten sie sich in die New York Public Library, wo sie zunehmend vom Schnee eingeschlossen werden.

Mittlerweile hat der Sturm die britischen Inseln erreicht. Bei einem Telefonat informiert Rapson Jack über die Ereignisse und rät ihm, eine Evakuierung zu veranlassen und verabschiedet sich in dem Wissen, dass es für ihn selbst keine Hoffnung mehr gibt. Als Jack die Aufmerksamkeit des Präsidenten gewinnt, sieht er für die Menschen in den nördlichen Bundesstaaten bereits keine Hoffnung mehr. Die Einwohner aus dem südlichen Teil werden nach Mexiko evakuiert. Der Präsident selbst überlebt die Flucht allerdings nicht. Jack entschließt sich, mit seiner Polarausrüstung nach New York zu gehen, um seinen Sohn zu retten, und seine beiden Kollegen begleiten ihn. Frank opfert unterwegs sein Leben, als er durch ein Glasdach bricht.

In der New Yorker Bibliothek befinden sich außer Sam und seinen Freunden mittlerweile nur noch die Bibliothekarin, ein Obdachloser, eine weitere Frau und ein in Bücher vernarrter Mann. Alle anderen Menschen haben trotz Sams Warnungen vor der Kälte das Gebäude verlassen. Die Gruppe hält sich durch das Verbrennen von Büchern warm, aber dann spitzt sich die Lage zu, als Laura wegen einer offenen Wunde eine Blutvergiftung erleidet. Sam und seine beiden Freunde gehen nach draußen, um von einem gestrandeten Schiff das dringend nötige Penicillin zu holen, wobei sie von Wölfen angegriffen werden. Die jungen Männer kommen gerade rechtzeitig zurück in die Bibliothek, bevor die Temperaturen im vorbeiziehenden Auge des Supersturms drastisch sinken.

Als Jack und Jason schließlich in New York ankommen, beruhigt sich das Wetter. Die beiden Männer finden die Überlebenden in der Bibliothek. Der neue US-Präsident Becker bedauert in einer Fernsehansprache die Folgen des Klimawandels und veranlasst die Gruppe mit einem UH-60-Hubschrauber auszufliegen. In einer Totale über die Stadt sieht man, dass noch mehr Menschen die Katastrophe überlebt haben. Auch Jacks Ehefrau Lucy, die als Ärztin mit einem jungen Patienten im Krankenhaus geblieben ist, wird gerettet. Astronauten in der ISS betrachten die beginnende Eiszeit vom All aus.

Wissenschaftlicher Hintergrund[Bearbeiten]

In diesem Spielfilm wird eine Klimakatastrophe dargestellt, die in dieser Form in der Wissenschaft nicht diskutiert wird. Jack Hall vertritt die Ansicht, dass die globale Erwärmung zu einem Abschmelzen der Polkappen und damit zu einer Aussüßung des Nordatlantiks führen könnte. Dadurch würde der Golfstrom versiegen und das Klima der Nordhalbkugel stark abkühlen. Wissenschaftler halten ein solches Abreißen des Golfstromes zwar für denkbar, glauben aber, dass es sich mindestens über mehrere Jahrzehnte, wenn nicht Jahrhunderte hinziehen würde. Zumindest für Europa, das im Film „schockgefroren“ wird, ist eher zu erwarten, dass die allgemeine Erwärmung den schwächeren Golfstrom überwiegen wird.[3]

Eine Abkühlung auf unter −100 °C ist unmöglich. Es gibt in der Erdatmosphäre zwar in etwa 100 km Höhe eine derart kalte Schicht wie sie im Film postuliert wird, jedoch ist diese so dünn (unter 1/10.000 der Dichte am Boden) und hat eine entsprechend geringe Wärmekapazität, dass sie keine katastrophale Kühlwirkung entfalten kann. Zudem würde sie sich beim Absinken verdichten und adiabatisch erwärmen (siehe auch Schichtungsstabilität der Erdatmosphäre). Es wird sogar im Film kurz erwähnt, dass es durch ein mysteriöses Phänomen beim Absinken der extrem kalten Luft aus der großen Höhe zu keiner adiabatischen Erwärmung gekommen ist.

Es gibt des Weiteren eine Theorie, wonach die Jüngere Dryas, eine etwa 1200 Jahre dauernde Kälteperiode am Beginn des Holozäns, ebenfalls durch ein Versiegen des Golfstroms infolge des Zustroms einer gewaltigen Süßwassermenge ausgelöst wurde. In der heutigen Hudson Bay hatte sich zu Beginn der derzeitigen Warmzeit eine große Menge Schmelzwasser angestaut, die jedoch vom Laurentidischen Eisschild am Abfluss in den Atlantik gehindert wurde. Als diese Barriere im sogenannten „Hudson-Bay-Ereignis“ brach, ergoss sich das Süßwasser in den Nordatlantik und störte dort den Golfstrom. Diese Theorie wird noch diskutiert; sie ist nur eine von mehreren möglichen Erklärungen für die Jüngere Dryas.

Der Expertenrat, alle Menschen in den betroffenen Gebieten aufzugeben, ist fragwürdig, da auch große Kälte nur langsam durch Festkörper dringt. Jene wären bereits in geschlossenen Gebäuden, Kellern oder U-Bahn-Schächten für längere Zeit relativ sicher gewesen. Allenfalls gilt als Argument, dass man weder Ressourcen, noch Platz für eine Umsiedlung, noch langfristig für die Versorgung aller mit Nahrung hat.

Sonstiges[Bearbeiten]

  • Das Motiv einer Eiszeit, die durch die Umlenkung des Golfstromes ausgelöst wird, findet sich etwa auch in dem Zukunftsroman von Hans Dominik Atlantis aus den Jahren 1924/1925 sowie im bereits 1913 erschienenen Roman Der Golfstrom von Hans Ludwig Rosegger.
  • Szenen des Fluges über das antarktische Eis (das aus Styropor im Studio nachgebaut wurde) verwendete Davis Guggenheim in dem Dokumentarfilm Eine unbequeme Wahrheit (2006) über Al Gores Engagement gegen den Klimawandel.[4]
  • Der im Film von Kenneth Welsh dargestellte Vizepräsident weist große Ähnlichkeit mit Dick Cheney auf, der zur Zeit der Produktion ebenfalls Vizepräsident der Vereinigten Staaten war.
  • In einer Szene, in der Sam Hall an einem öffentlichen Telefon mit seinem Vater telefoniert, steht neben ihm (kaum sichtbar) Kirsten Dunst, die Jake Gyllenhaal an diesem Tag am Film-Set besuchte und spontan bei dieser Szene mitspielte.[5]
  • Tamlyn Tomita, welche die NASA-Meteorologin Janet Tokada darstellt, spielte bereits 1990 mit Dennis Quaid zusammen im Film Komm und sieh das Paradies.

Kritiken[Bearbeiten]

„Eine Bewertung von ‚The Day After Tomorrow‘ fällt nicht einfach aus. Das Maximum für die visuelle Umsetzung, das Minimum für die Rahmenhandlung. Die Zeit zwischen den Verwüstungen ist oft recht lang – um nicht zu sagen langweilig, so dass der Film lediglich ein zweifelhaftes Vergnügen bietet und den Ärger auf sich zieht, weil mit einem vernünftigen Drehbuch ein richtig guter Katastrophen-Actioner möglich gewesen wäre. So ist ‚The Day After Tomorrow‘ ein gigantischer, funkelnder Hohlkörper von Film: äußerlich tadellos, brillant und sehenswert, innerlich leer und ereignislos.“

Filmstarts[6]

„Bombastischer Katastrophenfilm mit umwelt-politischen Ambitionen, der die Stereotypen des Genres in eine geschickte Spannungsdramaturgie mit ausgeklügelten Trickeffekten und faszinierenden Bilderwelten einbindet.“

Film-Dienst[7]

The Day after Tomorrow ist Roland Emmerichs eigenständigster und bester Film geworden, was nicht nur an der Kraft seiner Bilder liegt, sondern auch einem erstklassigen Dennis Quaid, der dem Spektakel eine glaubwürdige Erdung verleiht.“

TV Spielfilm[8]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Freigabebescheinigung (PDF-Datei; 70 kB) der FSK
  2. Freigabe der Jugendmedienkommission
  3. Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) Ergebnisse des Fourth Assessment Report (AR4)
  4. Karen Goulekas, special effects supervisor lt. ABC News
  5. Audio-Kommentar der DVD
  6. http://www.filmstarts.de/kritiken/36975-The-Day-After-Tomorrow.html
  7. The Day After Tomorrow im Lexikon des Internationalen Films
  8. http://www.tvspielfilm.de/filmlexikon/?type=filmdetail&film_id=445642