Independence Day (1996)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Filmdaten
Deutscher Titel Independence Day
Originaltitel Independence Day
IndependenceDay-logo.svg
Produktionsland Vereinigte Staaten
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1996
Länge 138 Minuten, 147 (Extended Version) Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie Roland Emmerich
Drehbuch Roland Emmerich,
Dean Devlin
Produktion Dean Devlin
Musik David Arnold
Kamera Karl Walter Lindenlaub
Schnitt David Brenner
Besetzung

Independence Day ist ein US-amerikanischer Science-Fiction-Film des Regisseurs Roland Emmerich aus dem Jahr 1996. Der Film handelt von einem Angriff Außerirdischer auf die Erde und dessen Abwehr durch die Menschen. Hauptdarsteller sind Jeff Goldblum, Will Smith und Bill Pullman.

Handlung[Bearbeiten]

Zwei Tage vor dem US-amerikanischen Unabhängigkeitstag schwenkt ein riesiges außerirdisches Raumschiff in die Erdumlaufbahn ein, das ein Viertel der Größe des Mondes hat. Bald positionieren sich auch kleinere Schiffe über vielen Metropolen der Erde, jeweils mit einem Durchmesser von etwa 30 Kilometern. Der Satellitenempfang überall auf der Welt ist gestört, Panik und Unsicherheit brechen aus.

US-Präsident Thomas Whitmore hofft, mit den Fremden friedliche Beziehungen herstellen zu können, aber der Satellitentechniker David Levinson entdeckt, dass die Satellitenstörungen durch einen geheimen Code verursacht werden, einen Countdown der Aliens, mit dem sie ihre Invasion koordinieren. Gerade noch rechtzeitig kann er seine Ex-Frau Connie, die Whitmores Pressesprecherin ist, und den Präsidenten warnen und zusammen mit ihnen in der Air Force One fliehen, bevor Washington, D.C., samt dem Weißem Haus und weiteren Metropolen wie Berlin, Los Angeles und New York City, in Schutt und Asche gelegt wird, beim Angriff auf L. A. wird infolgedessen die First Lady schwer verletzt. Danach zerstören die Alien-Raumschiffe systematisch Hauptstädte und militärische Einrichtungen überall auf der Welt. Versuche, den Angreifern mit konventionellen und nuklearen Waffen beizukommen, scheitern an ihrer überlegenen Schutzschildtechnologie.

Ziel der Air Force One ist die Geheimbasis Area 51, die zur Überraschung des Präsidenten tatsächlich existiert. Hier treffen bald noch einige weitere Akteure ein: Steven Hiller, ein kaltschnäuziger Pilot des United States Marine Corps, der beim Luftkampf mit den Aliens abgeschossen wurde und dabei einen der Aliens gefangennehmen konnte und dessen Freundin und Sohn bei ihrer Flucht aus L.A. die First Lady gefunden haben, sowie Russell Casse, ein traumatisierter und alkoholabhängiger Vietnamveteran der U.S. Air Force, der mit seinen Stiefkindern gerade noch rechtzeitig der Katastrophe entkommen ist. Er hat mit den Aliens eine Rechnung offen, da er nach eigenen Angaben zehn Jahre zuvor von ihnen für Experimente entführt worden ist. In Area 51 rüsten nun Wissenschaftler und Militärs unter der Führung Whitmores zum Gegenschlag. Es stellt sich heraus, dass beim Roswell-Zwischenfall vor mehr als 50 Jahren ein abgestürztes Raumschiff der Angreifer geborgen und erforscht worden ist, ohne den Wissenschaftlern unter Leitung von Dr. Okun seine Geheimnisse preiszugeben, da die Energieversorgung erst vor kurzem, als das Mutterschiff eintraf, in Gang gesetzt werden konnte. Der Präsident sieht sich den gefangenen Alien an, der mit ihm per Gedankenübertragung kommuniziert. Dabei erfährt Whitmore, dass die Invasoren vorhaben, die Menschheit zu vernichten und anschließend die Ressourcen des Planeten auszubeuten, so wie sie es bereits vielfach nach Art der Wanderheuschrecken mit anderen Planeten durchgeführt haben. Als der Außerirdische Dr. Okun tötet und versucht, den Präsidenten geistig zu übernehmen, wird er erschossen.

Durch eine Bemerkung seines Vaters inspiriert, entwickelt Levinson (der sich mit Hiller anfreundet) in der Nacht zum 4. Juli einen waghalsigen Plan: Um die Invasionsflotte vernichten zu können, soll das Mutterschiff mit einem Computervirus infiziert werden, das durch das Kommunikationsnetz an alle Tochterschiffe weitergeleitet wird und dann die Schutzschilde aller Tochterschiffe ausfallen lässt. Während Hiller und Levinson mit dem erbeuteten Kleinraumschiff der Aliens zum Mutterschiff aufbrechen, organisiert Präsident Whitmore einen weltweiten Luftangriff, der zeitgleich mit dem Zusammenbruch der Schutzschilde beginnen soll. Nach einer flammenden Rede an seine Leute nimmt der Präsident, selbst ehemaliger Kampfflieger, zusammen mit Russell Casse persönlich an der Luftschlacht teil, nachdem seine Frau in seinen Armen gestorben ist.

Hiller (der zuvor seine Freundin geheiratet hat, die er bei den Trümmern seiner Basis abgeholt hat) und Levinson (der bei Hillers Trauung als Trauzeuge anwesend war) gelingt es tatsächlich, unbehelligt in das Mutterschiff einzudringen, wo sie die Vorbereitungen für den Einsatz einer riesigen Invasionstruppe der Außerirdischen beobachten. Nachdem sie angedockt haben, übertragen sie das Virus. Wie geplant fallen nach einiger Zeit die Schutzschilde aller Tochterschiffe der Aliens aus, und die Raketen der irdischen Kampfflugzeuge zeigen endlich Wirkung. Als auch Area 51 angegriffen wird, opfert sich Russell Casse, indem er seinen Kampfjet mit seiner letzten Rakete, die sich nicht abfeuern lässt, direkt in die Primärwaffe des Alien-Raumschiffs steuert, das dadurch explodiert. Inzwischen wurden Hiller und Levinson im Mutterschiff entdeckt und hinterlassen eine Atombombe mit Verzögerungszünder, um sich dann in einer abenteuerlichen Verfolgungsjagd auf den Weg zurück zur Erde zu machen. Die Bombe zerstört das Mutterschiff, während es den Kampfpiloten überall auf der Erde gelingt, sämtliche Schlachtschiffe der Außerirdischen abzuschießen.

Am Ende des Films fahren Hillers und Levinsons Familien mit dem Präsidenten den beiden Piloten entgegen und können beobachten, wie die Trümmer des Mutterschiffs in der Atmosphäre verglühen, während auf der ganzen Welt die Menschen in der Nähe der glühenden Überreste der Alien-Schiffe ihren Sieg feiern.

Vermarktung[Bearbeiten]

Der Filmstart von ID4 (so der Vorabtitel) wurde von einer Marketingkampagne bis dahin nicht gekannten Ausmaßes begleitet, die maßgeblich zum Erfolg des Films beitrug. Die Kampagne wurde von einem Werbespot eingeleitet, welcher während des Super Bowls übertragen wurde. Obwohl der Filmstart in den USA für den 3. Juli 1996 geplant war, wurde er aufgrund des enormen Interesses in vielen Kinos bereits einen Tag früher gezeigt, am selben Tag, an dem auch die Filmhandlung einsetzt. In Deutschland lief der Film am 19. September an.

Kritiken[Bearbeiten]

Obwohl die Spezialeffekte des Films einhellig gelobt wurden, musste Independence Day auch einige Kritik einstecken. Neben den zum Teil dürftigen Leistungen einiger Schauspieler wurde vor allem die in vielerlei Hinsicht unglaubwürdige Handlung kritisiert. So erschien es vielen Kritikern unrealistisch, dass die fremde und fortschrittliche Technologie der Aliens von einem simplen Computervirus überlistet würde. Unter anderem wurde auch stark kritisiert, dass der Film viele Elemente und Szenen aus anderen Filmen gestohlen haben soll.

Außerhalb der Vereinigten Staaten wurde der Film vor allem wegen seines übertriebenen Patriotismus kritisiert. Dass die ganze Welt von US-Amerikanern gerettet wird, und das auch noch an deren höchstem Feiertag, verlieh dem Film den Stempel eines typischen Blockbusters für den US-amerikanischen Durchschnitts-Konsumenten. So sind mehrere Szenen (wie vor allem eine Szene bei einer Ansprache des Präsidenten an seine Kampfflieger, in der er diese auf den bevorstehenden Kampf einschwört) stark „amerikanisiert“.

… furios-frische Mischung aus „Krieg der Welten“, „Krieg der Sterne“ und „Unheimliche Begegnung der dritten Art“ mit den besten Zutaten aus „Top Gun“, „Der Stoff, aus dem Helden sind“ und anderen luftigen Leinwand-Abenteuern der letzten Dekade, sowie schaurig-schönen Reminiszenzen an die großartigen Kommunistenangst-Metaphern der fünfziger Jahre wie etwa Tarantula.“[1]
Im Gegensatz zum Inhalt gibt sich die Form sehr modern, wobei sie aber innerhalb der Konventionen des Actionfilms bleibt. Die Special-Effects, die ganz ausgezeichnet sind, und die große Geschwindigkeit der Bilder lassen den Zuschauer kaum zu Atem kommen. Was dazu führt, dass man hin und wieder die Dämlichkeit der Handlung vergisst.[2]
  • Dagbladet, eine norwegische Zeitung zeigte sich positiver:
Die Effekte und die Szenen des Films sind genial, die Darsteller erfrischend und die Bilder gewaltig. Das Drehbuch hingegen ist völliger Schwachsinn. Aber einen Abstecher ins Kino ist Roland Emmerichs neuester Streich schon wert.

Der Film stieß bei Kritikern und Zuschauern sowohl auf große Zustimmung als auch auf heftige Ablehnung. Der Erfolg des Films gab Emmerich jedoch insofern Recht, als Independence Day bei einem Budget von geschätzten 75 Millionen US-Dollar weltweit über 800 Millionen US-Dollar einspielen konnte.

Sonstiges[Bearbeiten]

Harald Lesch antwortete auf eine Zuschauerfrage in einer fünfminütigen Sendung namens Wie realistisch ist die Darstellung der großen Mutterschiffe in Independence Day? der Sendereihe sci_xpert – Leschs Universum des Pay-TV-Spartenkanals Syfy, dass die im Film gezeigten Raumschiffe aufgrund ihres Volumens durch Luftverdrängung einen so enormen Luftdruck in der Erdatmosphäre erzeugen würden, dass die Großstädte unter ihnen einfach zerbersten würden. Ein großes Mutterschiff mit einem Viertel der Mondmasse in einer geostationären Bahn in etwa 36.000 km Höhe, also einem Zehntel des Erde-Mond-Abstands, die Erde umkreisend, würde Ebbe und Flut auslösen. Laut Lesch wäre die Größe des Mutterschiffes schon möglich und auch nötig, wenn man sich für längere Zeit im Weltraum aufhalten will und so viele Lebewesen an Bord versorgen muss.[3]

Fortsetzung[Bearbeiten]

Im November 2014 gab 20th Century Fox offiziell grünes Licht für eine Fortsetzung des Films. Will Smith wird darin nicht mitspielen. Der Film soll voraussichtlich am 24. Juni 2016 in den US-amerikanischen Kinos starten. [4]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • 1996: Goldene Leinwand: mit einem und zwei Sternen
  • 1997: Oscar: zwei Nominierungen, davon den für Best Visual Effects gewonnen
  • 1997: BMI Film Music Award: Gewonnen (David Arnold)
  • 1997: Grammy: Best Instrumental Composition Written for a Motion Picture or for Television (David Arnold) gewonnen
  • 1997: MTV Movie Awards: fünf Nominierungen, davon den für Best Kiss (Will Smith und Vivica A. Fox) gewonnen
  • Darüber hinaus weitere 35 Nominierungen, von denen 20 gewonnen wurden
  • Außerdem gewann der Film den 1996 einmalig verliehenen Joe Eszterhas Award

Bücher[Bearbeiten]

Das Buch zum Film Independence Day – Der Tag, an dem wir zurückschlagen von Stephen Molstad erschien 1997. Die Vorgeschichte zum Film erschien ebenfalls 1997 (in Deutschland 1998) unter dem Titel Silent Zone – Independence Day (deutscher Titel: Was geschah in Area 51?) vom selben Autor. Es erzählt die Geschichte des Wissenschaftlers Brackish Okun. Ein drittes Buch des Autors, welches in Deutschland nicht veröffentlicht wurde, erschien 1999 unter dem Titel Independence Day – War in the desert und führt die Geschichte um überlebende Außerirdische im Nahen Osten fort.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Independence Day auf kino.de
  2. Independence Day auf artechock.de
  3. Sci Xpert – Leschs Universum – Wie realistisch ist die Darstellung der großen Mutterschiffe in Independence Day? (YouTube-Video)
  4. Arthur Awanesjan: Es war eine schwere Geburt: Independence Day 2 erhält grünes Licht. In: Filmfutter.com. 27. November 2014. Abgerufen am 27. November 2014.