Ruwer

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Ruwer (Begriffsklärung) aufgeführt.
Ruwer
Vorlage:Infobox Fluss/KARTE_fehlt
Ruwerquelle

Ruwerquelle

Daten
Gewässerkennzahl DE: 2656
Lage westlicher Hunsrück, Rheinland-Pfalz, Deutschland
Flusssystem Rhein
Abfluss über Mosel → Rhein → Nordsee
Quelle Ruwerspring am Rösterkopf bei Osburg
49° 40′ 12″ N, 6° 49′ 37″ O49.676.8269444444444650
Quellhöhe ca. 650 m ü. NHN[1]
Mündung Bei Trier-Ruwer/Eitelsbach in die Mosel49.7855555555566.7051388888889123Koordinaten: 49° 47′ 8″ N, 6° 42′ 19″ O
49° 47′ 8″ N, 6° 42′ 19″ O49.7855555555566.7051388888889123
Mündungshöhe ca. 123 m ü. NHN[1]
Höhenunterschied ca. 527 m
Länge 48,7 km[2]
Einzugsgebiet 237,3 km²[2]
Abfluss am Pegel Hentern[3]
AEo: 102,3 km²
Lage: 27 km oberhalb der Mündung
NNQ (31.08.1991)
MNQ 1973/2007
MQ 1973/2007
Mq 1973/2007
MHQ 1973/2007
HHQ (23.01.1995)
87 l/s
253 l/s
1,73 m³/s
16,9 l/(s km²)
21 m³/s
68,7 m³/s
Linke Nebenflüsse Benninger Bach, Klinkbach, Großbach, Burkelsbach
Rechte Nebenflüsse Riveris, Entergraben, Rauruwer, Flonterbach, Lehbach
Steinbrücke über die Ruwer

Steinbrücke über die Ruwer

Unteres Ruwertal

Unteres Ruwertal

Oberlauf

Oberlauf

Ruwermündung

Ruwermündung

Die Ruwer (lat.: Erubris, Rubora) ist ein orografisch rechtsseitiger Nebenfluss der Mosel. Sie entspringt am Rösterkopf im Osburger Hochwald, fließt durch Kell am See, Niederkell, Zerf, Hentern (Hochwasserpegel), vorbei an Burg Heid, Hinzenburg, Schöndorf, Pluwig, Gusterath-Tal, Sommerau (Wasserfall), Waldrach, Kasel und Mertesdorf und mündet in Trier, Bezirk Ruwer-Eitelsbach.

Die Ruwer ist der wasserreichste Hunsrücknebenfluss der Mosel. Sie fließt im Oberlauf durch ein einsames Tal. Am Unterlauf ist die Ruwer im Frühjahr und nach starken Regenfällen auch mit dem Kajak fahrbar. An gewissen Steillagen der Ruwer wird der Ruwerwein angebaut.

Geschichte[Bearbeiten]

Über die Römische Ruwerwasserleitung erhielt die römische Stadt Trier (Augusta Treverorum) bis zu 25.000 Kubikmeter Wasser pro Tag.

Die Ruwer wurde 371 von dem römischen Dichter Ausonius in dem Gedicht Mosella wie folgt erwähnt: „Die Ruwer dreht in schwindelnden Wirbeln die kornzermahlenden Steine und zieht die kreischenden Sägen durch glatte Marmorblöcke.“

Ruwer und Nebenbäche[Bearbeiten]

FGKZ Name[2] Länge
(km)
Einzugsgebiet
(km²)
265600000 Ruwer 48,72 237,300
265694000 Parkbach (Avel) 2,40 3,593
265692000 Benninger Bach 2,65 1,931
265678000 Korlingerbach 0,84 0,711
265676000 Waldbach 2,41 2,563
265671200 Geizenburger Waschbach 1,51 1,810
265659200 Alkenbach 1,03 0,889
265654000 Klinkbach 5,37 10,627
265654400 Reiperterbach 2,15 1,708
265654200 Ronnerwiesbach 1,35 1,697
265640000 Großbach 7,67 27,769
265642000 Eselsbach 6,69 8,628
265644000 Ellerborn (Kittelbach) 1,54 1,533
265636000 Waldbach (Weiherbach) 4,22 5,513
265636200 Bach am Willemskopf 0,96 1,214
265634000 Burkelsbach 5,28 18,867
265634200 Aalbach 1,44 3,285
265634420 Siebenborn 2,43 3,801
265634422 Sternhausbach 1,22 1,434
265634400 Winkelbach (Pehlbach) 1,59 8,893
265634440 Hinzerter Bach 2,21 3,771
265614000 Kahlbach (Mühlscheider Bach) 2,09 8,027
265614200 Rothbach 2,73 3,923
265612000 Gimpelswiesenbach 1,87 2,476
265620000 Lehbach (Spalbach) 6,60 12,794
265622000 Ellersbach (Kreidbach) 3,21 2,374
265624000 Marscheiderbach (Gondersbach) 2,57 4,175
265624220 Bach vom Kellergebrüche 0,66 0,389
265624200 Bach vom Lindenhof 0,86 0,808
265632000 Flonterbach 2,67 3,173
265656000 Burg Heid-Bach 2,07 2,938
265656200 Bach am Heidkopf 0,97 1,041
265662000 Neukreutzbach 2,85 2,365
265660000 Rauruwer 6,13 10,042
265672200 Kieweringsbach 1,14 1,005
265672000 Entergraben und Grindelbach 6,52 10,043
265673200 Rotegraben 2,71 3,987
265674200 Scheisingsgraben 1,02 0,824
265674000 Starkelsgraben 1,92 1,620
265686000 Kallerbach 1,19 0,889
265683200 Edriesbach 1,18 1,881
265682000 Altweiherbach 1,78 2,532
265680000 Riveris und Eschbach 13,28 28,866
265684000 Misselbach 3,23 3,693
265687200 Thielenbach 2,91 3,720
265688000 Bausbach 3,76 7,455

Weitere Nebenbäche der Ruwer sind Apfelbach, Borgraben, Eitelsbach, Gusterather Waschbach, Kundelbach, Labach, Moertschelbach, Rimperterbach, Wenigbach, Wenzelbach, Wilzenburger Waschbach und andere.[4]

Mühlen[Bearbeiten]

Im Bereich der Ruwer gibt es oder gab es einige Mühlen: Alte Mühle Kell am See, Mühlscheider Hof am Kahlbach, Schillinger Mühle am Lehbach, Mühle Niederkell, Unterste Mühle am Burkelsbach, Sägemühle am Burkelsbach, Mühle Waldweiler, Niederzerfer Mühle an der Ruwer, Mühle Hauser an der Ruwer, Mühle am Großbach in Zerf, Kramesmühle Hentern, Mühle Hentern, Lampadener Mühle am Reiperter Bach, Benrather Mühle am Klinkbach, Burg Heider Mühle, Hinzenburger Mühle, Hedderter Mühle an der Rauruwer, Geizenburger Mühlchen, Pluwiger Hammer, Mühle am Enterbach, Raulsmühle bei Lonzenburg, Mühle in Sommerau und weitere Mahlmühle, Korlinger Mühle, Herrgottsmühle (Morscheider Mühle), Studentenmühle, Lichtenthalsmühle, Schleifmühle an der Riverismündung in Waldrach, Schmelzmühle Waldrach, Schneidemühle Riveris, Feilensmühle Riveris, Osburger Mühle an der Riveris, Alte Dorfmühle Waldrach (Scherfsmühle), Ölmühle[5], Welschmühle Waldrach, Mühle in Kasel, Karlsmühle Mertesdorf, Reisenmühle, Grünhäuser Mühle, Hüstermühle Trier-Ruwer, Lambertysmühle, Felsenmühle, u.a.

Gewässerrandstreifenprogramm[Bearbeiten]

Im März 1993 wurde die Ruwer mit Nebenbächen in das seit 1989 bestehende Gewässerrandstreifenprogramm des Bundesumweltministeriums (BMU) aufgenommen. Das Ziel des Projektes war es, das Gewässersystem zu einer weitgehend naturnahen Gewässer- und Auenlandschaft zu entwickeln und dauerhaft zu sichern. Das Projekt lief bis zum Jahre 2004, die Kosten des Projektes beliefen sich auf etwa 6,8 Mio. Euro und wurden vom BMU, dem Land Rheinland-Pfalz, dem Landkreis Trier-Saarburg, den Verbandsgemeinden Kell am See und Ruwer sowie der Stadt Trier getragen.[6]

Biologie[Bearbeiten]

In und an der Ruwer leben zahlreiche seltene und geschützte Arten, wie beispielsweise Wasseramsel [7] oder Großer Schillerfalter. Bis in die 40er Jahre des 20. Jahrhunderts wurden noch Lachse in der Ruwer gefangen.[8]

Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen und Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Topografische Karte 1:25.000
  2. a b c Geoexplorer der Wasserwirtschaftsverwaltung Rheinland-Pfalz
  3. Pegel Hentern Landesamt für Umwelt, Wasserwirtschaft und Gewerbeaufsicht Rheinland-Pfalz
  4. Gebietskarte Gewässerprojekt Ruwer (Version vom 7. Oktober 2007 im Internet Archive)
  5. Chronik von Waldrach mit Informationen über die Mühlen in Waldrach
  6. Gewässersystem Ruwer und Nebenbäche
  7. Wasseramsel an der Ruwer
  8. Bericht zum Lachsvorkommen in der Ruwer (PDF; 138 kB)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ruwer – Sammlung von Bildern