Verbandsgemeinde Ruwer

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Verbandsgemeinde Ruwer Deutschlandkarte, Position der Verbandsgemeinde Ruwer hervorgehoben49.7455555555566.7447222222222Koordinaten: 49° 45′ N, 6° 45′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Trier-Saarburg
Fläche: 126,57 km²
Einwohner: 17 825 (31. Dez. 2007)
Bevölkerungsdichte: 141 Einwohner je km²
Verbandsgliederung: 20 Gemeinden
Adresse der Verbandsverwaltung: Untere Kirchstraße 1
54320 Waldrach
Webpräsenz:
Bürgermeister: Bernhard Busch (FWG)
Lage der Verbandsgemeinde Ruwer im Landkreis Trier-Saarburg
Karte
Ruwertal

Die Verbandsgemeinde Ruwer ist eine Gebietskörperschaft im Landkreis Trier-Saarburg in Rheinland-Pfalz. Sie liegt südöstlich von Trier im moselfränkischen Sprachraum.

Sie ist ein Zusammenschluss von 20 Ortsgemeinden und geprägt durch die Jahrtausende alte Weinkulturlandschaft des unteren Ruwertals sowie die links und rechts der Ruwer bis in den Osburger Hochwald und die Schöndorfer Pfarrei ansteigenden waldreichen Ausläufer des Hunsrücks. Die höchste Erhebung ist der Rösterkopf (708 m), dort entspringt auch der Fluss Ruwer. Im Ruwertal entstand auf der Trasse der ehemaligen Hochwaldbahn der Ruwer-Hochwald-Radweg.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geografie

[Bearbeiten] Benachbarte Kommunen

VG Trier-Land VG Schweich an der
Roemischen Weinstrasse
VG Neumagen-Dhron
VG Thalfang am Erbeskopf
Stadt Trier Bild:Windrose klein.svg VG Hermeskeil
VG Konz VG Kell am See Gde. Nonnweiler

[Bearbeiten] Geschichte

Rathaus Waldrach

Bei Neuorganisation der Ämter in der Region Trier wurde 1934 das Amt Waldrach in Ruwer gebildet. Das frühere Amt Ruwer, welches aus nur sieben Gemeinden bestand, bekam 14 neue Gemeinden hinzu. 1954 wurde das Amt wieder zu Amt Ruwer umbenannt, bevor schließlich bei der Gebietsreform 1969 die Umwandlung in eine Verbandsgemeinde erfolgte.

Dabei wurden die Gemeinden Ruwer und Eitelsbach vereinigt und unter dem Namen Ruwer/Eitelsbach einer der 19 Bezirke der Stadt Trier. Hinzenburg kam von der Verbandsgemeinde Kell am See zur Verbandsgemeinde Ruwer.

Der Bau des neuen Rathauses der Verbandsgemeinde Ruwer wurde im März 2004 in Waldrach begonnen und im November 2005 offiziell in Betrieb genommen. Die neue Touristinformation der Verbandsgemeinde in Kasel wurde im Sommer 2006 ihrer Bestimmung übergeben.

[Bearbeiten] Ortsgemeinden

Name Fläche
(km²)
1563
(Feuerstellen)
1684
(Feuerstellen)
1815
(Einwohner)
1950
(Einwohner)
2000
(Einwohner)
31. Dez. 2008
(Einwohner)
coat of arms Bonerath 4,25 6 6 151 221 246 261
coat of arms Farschweiler 7,45 13 8 197 531 748 750
coat of arms Gusterath 4,41 5 9 141 339 1915 1887
coat of arms Gutweiler 2,51 7 7 100 291 711 635
coat of arms Herl 2,83 5 7 140 199 231 261
coat of arms Hinzenburg 2,87 3 3 82 163 158 138
coat of arms Holzerath 6,76 6 5 186 326 472 446
coat of arms Kasel 4,53 25 21 255 1029 1272 1237
coat of arms Korlingen 2,08 9 6 97 194 843 775
coat of arms Lorscheid 5,09 11 12 187 444 580 612
coat of arms Mertesdorf 6,47 20 14 287 990 1681 1674
coat of arms Morscheid 5,48 17 18 227 526 822 937
coat of arms Ollmuth 3,93 4 4 91 174 162 162
coat of arms Osburg 33,92 23 17 515 1227 1938 2407
coat of arms Pluwig 4,87 9 9 250 657 1163 1407
coat of arms Riveris 2,11 4 4 133 286 366 425
coat of arms Schöndorf 10,03 12 12 296 716 820 782
coat of arms Sommerau 1,04 1 1 29 111 70 78
coat of arms Thomm 4,49 16 12 327 707 997 1103
coat of arms Waldrach 12,45 53 41 533 1649 2043 2037
Coat of arms Σ VG Ruwer 127,57 249 216 4224 10780 17238 18014

[Bearbeiten] Bevölkerung

Im Gebiet der Verbandsgemeinde Ruwer gab es im Jahre 1563 249 Feuerstellen (entspricht etwa fünf bis sechs Einwohnern je Feuerstelle) und im Jahre 1684 216 Feuerstellen.

Entwicklung der Einwohnerzahl (31. Dezember):

  • 1815 – 4.224
  • 1835 – 6.019
  • 1871 – 6.953
  • 1905 – 8.073
  • 1939 – 10.405
  • 1950 – 10.780
  • 1961 – 11.642
  • 1965 – 12.338
  • 1970 – 12.773
  • 1975 – 14.108
  • 1980 – 15.733
  • 1985 – 16.174
  • 1987 – 16.005
  • 1990 – 16.294
  • 1995 – 16.821
  • 2000 – 17.238
  • 2005 – 17.690

Datenquelle: Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz, bezogen auf das Gebiet der heutigen Verbandsgemeinde

[Bearbeiten] Politik

[Bearbeiten] Verbandsgemeinderat

Der Verbandsgemeinderat Ruwer besteht aus 32 gewählten Mitgliedern und Bürgermeister Busch als Vorsitzenden. Stellvertreter des Bürgermeisters sind die Beigeordneten Günter Jakobs (CDU) und Karl-Heinrich Ewald (SPD).

Sitzverteilung im gewählten Verbandsgemeinderat:

SPD CDU WG Grüne Gesamt
2004 8 (–2) 14 (–1) 8 (+3) 2 (=) 32 Sitze
2009 9 (+1) 12 (–2) 8 (=) 3 (+1) 32 Sitze

(Stand: Kommunalwahl am 13. Juni 2004 / 7. Juni 2009)

[Bearbeiten] Wirtschaft und Verkehr

Weinbergslage Kaseler Nies'chen

Die Wirtschaft ist durch Land- und Forstwirtschaft, Weinbau und Tourismus geprägt, historisch auch durch Schieferabbau im Ruwer-, Riveris- und Noßertal sowie Erzabbau (bei Pluwig). Den Bedürfnissen älterer und kranker Menschen kommt die DRK-Sozialstation in Waldrach entgegen.

Ansässig sind verschiedene Industrie-, Handwerks-, Handels- und Dienstleistungsunternehmen. Industrie- und Gewerbegebiete befinden sich in Gusterath-Tal und Osburg-Neuhaus. Bei Mertesdorf befindet sich an der Bundesstraße 52 die Zentraldeponie des Zweckverbandes Abfallwirtschaft im Raum Trier mit der neu errichteten mechanisch-biologischen Mülltrocknungsanlage.

Durch das Gebiet der Verbandsgemeinde verläuft die Bundesstraße 52 (Trier-Ehrang - Hermeskeil) sowie mehrere Landes-, Kreis- und Gemeindestraßen. Nächstgelegene Autobahnen sind die A602 (Trier - AD Moseltal) bei Kenn, die A64 bei Trier-Ehrang, die nach Luxemburg führt, und die A1 mit den Anschlussstellen AD Moseltal und Reinsfeld (Hochwald).

Die Orte der Verbandsgemeinde liegen im Bereich des Verkehrsverbundes Region Trier, der nächste ICE-Bahnhof ist der Hbf Trier. Ein Moselhafen befindet sich in Trier-Ehrang. Die nächsten Flughäfen sind in Luxemburg, Hahn und Saarbrücken.

Flächennutzung: Die Bodenfläche beträgt insgesamt 126,57 km², davon Landwirtschaftsfläche 34,4%, Waldfläche 53,6%, Wasserfläche 0,6%, Siedlungs- und Verkehrsfläche 10,8%, Sonstige Flächen 0,6%.

[Bearbeiten] Sehenswürdigkeiten

[Bearbeiten] Zeugnisse aus der Vor- und Frühgeschichte

Hinkelstein bei Thomm (Menhir), Hünengrab "Drei Mörder" bei Bonerath/Holzerath, Fürstengrab von Thomm, Fliehburg auf dem Naumeter Kopf bei Waldrach/Korlingen, Burgkopf bei Lorscheid.

[Bearbeiten] Zeugnisse aus der Römerzeit

Römische Wasserleitung in Waldrach, Reste einer römischen Gesteinsmühle in Mertesdorf, Relief Winzer im Weinkontor in Mertesdorf, Römerlager bei Holzerath.

[Bearbeiten] Historische Gebäude

Burgruine Sommerau aus dem 13. Jahrhundert, Schloss Marienlay bei Morscheid, Schloss Grünhaus bei Mertesdorf, Kloster- und Stiftshöfe in Kasel, Heimat- und Bürgerhaus Gusterath, Pluwiger Hammer.

[Bearbeiten] Kunsthistorische Sehenswürdigkeiten

Tabernakelaltar (Holzaltar) in Kasel, Seitenaltar in Waldrach, Vesperbild in Pluwig, Passionsbilder in Osburg, Kreuzweg bei Farschweiler, Gotische Kirche in Gutweiler, Kapelle in Korlingen mit der Darstellung der 14 Nothelfer, Kapelle mit Tabernakelaltar in Ollmuth, Klassizistische Kirche in Schöndorf, Kirche in Thomm (Devonschiefer).

[Bearbeiten] Quarzitfelsen

Herler Wacken, Herler Felsen, Langenstein bei Riveris, Seiferingstein bei Hinzenburg, Spitzenstein und die Fischhuffelsen bei Hinzenburg.

[Bearbeiten] Neuzeit

Riveristalsperre bei Riveris, Platz unserer Deutschen Weinkönigin in Waldrach, Weinlagen-Skulpturen-Wanderweg im Ruwertal.

[Bearbeiten] Veranstaltungen

Ruwertal aktiv

Ruwertal aktiv - autofreier Sonntag im Ruwertal am dritten Augustwochenende zwischen Trier-Ruwer und Riveris.

Veranstaltungen des im Jahre 1989 gegründeten Ruwer-Riesling e. V. sind die Tage der offenen Weinkeller im Ruwertal (Mai), die Jungweinprobe im Bürgerhaus Mertesdorf, der Ruwertaler Frühling am Pfingstsonntag in den Weinbergen zwischen Kasel und Mertesdorf, die Vergleichsweinprobe im Bürgerhaus Kasel, das Ruwerweinfest in Kasel (Juni), das Ruwertaler Weinstraßenfest (August), die kulinarischen Ruwer-Riesling-Abende und der Weinmarkt im Bürgerhaus in Kasel (November).

Von den zahlreichen Karnevalsveranstaltungen, Kirmessen, Pfarrei- und Vereinsfesten, Weihnachtsmärkten und weiteren Veranstaltungen sind hervorzuheben das Osburger Dorf- und Heimatfest (Mai) mit dem Auftritt international bekannter Interpreten, der mittelalterliche Weihnachtsmarkt in Mertesdorf und die Karl-May-Festspiele in Pluwig.

Motorsportliche Veranstaltungen sind das Trierer Bergrennen bei Thomm und die ADAC-Rallye Deutschland im Ruwertal.

[Bearbeiten] Bildung

Regionalschule in Waldrach

Die Verbandsgemeinde unterhält sechs Grundschulen, die Regionalschule Waldrach/Osburg und mehrere Außenstellen der Volkshochschule Ruwer.

[Bearbeiten] Kirchen

[Bearbeiten] Katholisch

Maria Heimsuchung, Farschweiler; St. Cosmas und Damian, Gutweiler; St. Nikolaus, Kasel; St. Gertrud, Lorscheid; St. Martin, Mertesdorf; St. Martin, Morscheid; St. Clemens, Osburg; St. Johannes der Täufer, Pluwig; St. Andreas, Schöndorf; St. Pauli Bekehrung, Thomm; St. Laurentius, Waldrach;

[Bearbeiten] Evangelisch

Ev. Gemeindehaus Gusterath, St. Johanneskapelle Grünhaus;

[Bearbeiten] Neuapostolisch

Neuapostolische Gemeinde Mertesdorf;

[Bearbeiten] Bilder

[Bearbeiten] Literatur

  • Das Buch Vom Caseler Pitt und der Hütten Marei - Geschichten und Geschichte aus dem Ruwertal und dem vorderen Hochwald - erschien 1991, herausgegeben von der Volkshochschule Verbandsgemeinde Ruwer.
  • Buch "Kulturdenkmäler in Rheinland-Pfalz" (ISBN 3-88462-110-6)

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Weblinks

Commons Commons: Verbandsgemeinde Ruwer – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
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