Verbandsgemeinde Ruwer

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Verbandsgemeinde Ruwer
Verbandsgemeinde Ruwer
Deutschlandkarte, Position der Verbandsgemeinde Ruwer hervorgehoben
49.750276.74288Koordinaten: 49° 45′ N, 6° 45′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Trier-Saarburg
Fläche: 126,6 km²
Einwohner: 17.915 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 142 Einwohner je km²
Verbandsschlüssel: 07 2 35 5004
Verbandsgliederung: 20 Gemeinden
Adresse der
Verbandsverwaltung:
Untere Kirchstraße 1
54320 Waldrach
Webpräsenz: www.ruwer.de
Bürgermeister: Bernhard Busch (FWG e.V.)
Lage der Verbandsgemeinde Ruwer im Landkreis Trier-Saarburg
Luxemburg Saarland Eifelkreis Bitburg-Prüm Landkreis Birkenfeld Trier Bescheid (Hunsrück) Beuren (Hochwald) Damflos Geisfeld Grimburg Gusenburg Hermeskeil Hinzert-Pölert Naurath (Wald) Neuhütten (Hochwald) Rascheid Reinsfeld Züsch Baldringen Greimerath (bei Trier) Heddert Hentern Kell am See Lampaden Mandern Paschel Schillingen Schömerich Vierherrenborn Waldweiler Zerf Kanzem Konz Nittel Oberbillig Onsdorf Pellingen Tawern Temmels Wasserliesch Wawern (Saar) Wellen (Mosel) Wiltingen Bonerath Farschweiler Gusterath Gutweiler Herl Hinzenburg Holzerath Kasel (bei Trier) Korlingen Lorscheid Mertesdorf Morscheid Ollmuth Osburg Pluwig Riveris (Gemeinde) Schöndorf (an der Ruwer) Sommerau (an der Ruwer) Thomm Waldrach Ayl Fisch (Saargau) Freudenburg Irsch (bei Saarburg) Kastel-Staadt Kirf Mannebach (bei Saarburg) Merzkirchen Ockfen Palzem Saarburg Schoden Serrig Taben-Rodt Trassem Wincheringen Bekond Detzem Ensch Fell (Mosel) Föhren Kenn Klüsserath Köwerich Leiwen Longen Longuich Mehring (Mosel) Naurath (Eifel) Pölich Riol Schleich Schweich Thörnich Trittenheim Aach (bei Trier) Franzenheim Hockweiler Igel (Mosel) Kordel (Eifel) Langsur Newel Ralingen Trierweiler Welschbillig ZemmerKarte
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeindeverband in Deutschland/Wartung/Wappen

Die Verbandsgemeinde Ruwer liegt im Landkreis Trier-Saarburg in Rheinland-Pfalz, südöstlich von Trier, der ältesten römischen Stadt Deutschlands. Das Gebiet der Verbandsgemeinde im moselfränkischen Sprachraum ist geprägt durch die jahrtausendealte Weinkulturlandschaft des unteren Ruwertals sowie die links und rechts der Ruwer bis in den Osburger Hochwald und die Schöndorfer Pfarrei ansteigenden waldreichen Ausläufer des Hunsrücks.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Ruwertal

Die Verbandsgemeinde Ruwer liegt hauptsächlich im Bereich der naturräumlichen Landschaftseinheiten Unteres Ruwertal, Ruwerengtal, Osburger Hunsrück und Osburger Hochwald, teilweise auch im Bereich der Pellinger Hochflächen, dem Tarforster Plateau und der Leiwener Moselrandhöhen.[2]

Die Höhenlage des Verbandsgemeindegebietes reicht von etwa 135 Meter über NN bei Mertesdorf bis zu 708 Meter über NN auf dem Rösterkopf bei Osburg. Am Fuße des Rösterkopfes entspringt der rechte Moselzufluss Ruwer.

Die Verbandsgemeinde liegt überwiegend im Wassereinzugsgebiet der Ruwer mit ihren Nebenbächen, insbesondere der Riveris. Der östliche Teil der Verbandsgemeinde liegt im Einzugsgebiet des Feller Baches mit Nebengewässern, kleinere Gebiete liegen im Bereich der Wadrill (Prims) im südöstlichen Teil der Gemarkung Osburg, im Bereich des Olewiger Baches bei Ollmuth und im Bereich des Meierbaches (Mosel) bei Mertesdorf.[3]

Benachbarte Kommunen[Bearbeiten]

Nachbarkommunen sind im Uhrzeigersinn (beginnend im Norden):

Verbandsangehörige Gemeinden[Bearbeiten]

Name Fläche
(km²)
Mittlere
Höhe (m)
1563
(Feuerst.)
1684
(Feuerst.)
1815
(Einwohner)
1950
(Einwohner)
2000
(Einwohner)
31. Dezember 2012[4]
(Einwohner)
coat of arms Bonerath 4,25 424 6 6 151 221 246 249
coat of arms Farschweiler 7,45 433 13 8 197 531 748 788
coat of arms Gusterath 4,41 301 5 9 141 339 1.915 1.894
coat of arms Gutweiler 2,51 305 7 7 100 291 711 642
coat of arms Herl 2,83 420 5 7 140 199 231 276
coat of arms Hinzenburg 2,87 328 3 3 82 163 158 142
coat of arms Holzerath 6,79 427 6 5 186 326 472 429
coat of arms Kasel 4,53 166 25 21 255 1.029 1.272 1.266
coat of arms Korlingen 2,08 287 9 6 97 194 843 762
coat of arms Lorscheid 5,09 439 11 12 187 444 580 591
coat of arms Mertesdorf 6,47 199 20 14 287 990 1.681 1.643
coat of arms Morscheid 5,48 282 17 18 227 526 822 952
coat of arms Ollmuth 3,92 330 4 4 91 174 162 161
coat of arms Osburg 32,92 456 23 17 515 1.227 1.938 2.391
coat of arms Pluwig 4,87 310 9 9 250 657 1.163 1.416
coat of arms Riveris 2,11 209 4 4 133 286 366 414
coat of arms Schöndorf 10,03 309 12 12 296 716 820 750
coat of arms Sommerau 1,04 194 1 1 29 111 70 76
coat of arms Thomm 4,49 462 16 12 327 707 997 1.060
coat of arms Waldrach 12,46 159 53 41 533 1.649 2.043 2.013
Coat of arms VG Ruwer 126,60 ⌀ 322 249 216 4.224 10.780 17.238 17.915

Zu den verbandsangehörigen Gemeinden gehören auch die Gemeindeteile [5]

Klima[Bearbeiten]

Diagramm Der Jahresniederschlag an der Messstation des Deutschen Wetterdienstes in Mertesdorf im Ruwertal beträgt 760 mm. Die Niederschläge liegen im mittleren Drittel der in Deutschland erfassten Werte. Der trockenste Monat ist der April, die meisten Niederschläge fallen im November.

Raumplanung[Bearbeiten]

Das nächstgelegene Oberzentrum ist die kreisfreie Stadt Trier. Die Gemeinden Waldrach und Osburg bilden einen grundzentralen Versorgungsbereich mit Funktionsteilung. Umliegende Grund- oder Mittelzentren sind Reinsfeld, Kell am See, Zerf, Schweich und Hermeskeil.

Geschichte[Bearbeiten]

Verwaltungsgebäude der VG Ruwer bis zum Jahre 2005 in Trier-Ruwer
Neues Rathaus in Waldrach

Die Orte der Verbandsgemeinde gehörten in kurtrierischer Zeit zum Amt Pfalzel, zum Amt St. Maximin, zum Amt St. Paulin, zum Amt Grimburg oder zu weiteren Herrschaften. Diese Ämter waren in Pflegen unterteilt. Zum Ende des 18. Jahrhunderts umfasste die Pflege Waldrach im Amt Pfalzel die Orte Bonerath, Eitelsbach, Farschweiler, Filsch, Gutweiler mit Sommerau, Hinzenburg, Hockweiler, Irsch, Kasel, Korlingen, Morscheid, Osburg, Riveris, Schöndorf, Thomm und Waldrach.[6]

In französischer Zeit entstanden die Mairien in Ruwer, Farschweiler, Schöndorf und Irsch. Diese wurden in preußischer Zeit zu den Bürgermeistereien Ruwer, Farschweiler, Schöndorf und Irsch umfunktioniert. Ende des 19. Jahrhunderts wurden die Bürgermeistereien Irsch und Schöndorf zur Bürgermeisterei Irsch-Schöndorf in Wilzenburg vereinigt. Anfang des 20. Jahrhunderts wurden die Bürgermeistereien zu Ämtern umbenannt.

Bei Neuorganisation der Ämter in der Region Trier wurde 1934 das Amt Waldrach in Ruwer gebildet. Das frühere Amt Ruwer, welches aus nur sieben Gemeinden bestand, bekam 14 neue Gemeinden hinzu. 1954 wurde das Amt wieder zu Amt Ruwer umbenannt und am 1. Oktober 1968 in eine Verbandsgemeinde umgewandelt.[7] Die Gemeinden Ruwer und Eitelsbach wurden im Rahmen einer kommunalen Neugliederung am 7. Juni 1969 in die Stadt Trier eingemeindet und bilden seit 1974 den Stadtbezirk Ruwer/Eitelsbach. Die Gemeinde Hinzenburg kam am 7. November 1970 von der Verbandsgemeinde Kell zur Verbandsgemeinde Ruwer.

Der Bau des neuen Rathauses der Verbandsgemeinde Ruwer wurde im März 2004 in Waldrach begonnen und im November 2005 offiziell in Betrieb genommen. Die neue Touristinformation der Verbandsgemeinde in Kasel wurde im Sommer 2006 ihrer Bestimmung übergeben und im Jahre 2009 vom rheinland-pfälzischen Fachbeirat der Initiative ServiceQualität Deutschland als „Qualitätsbetrieb Stufe 1“ sowie als „Qualitätsbetrieb der Dachmarke Mosel“ ausgezeichnet.

Religionen[Bearbeiten]

77 Prozent der Bevölkerung der Verbandsgemeinde gehören der römisch-katholischen Kirche in der Diözese Trier an, 9 Prozent der evangelischen in der Evangelischen Kirche im Rheinland, 1 Prozent einer sonstigen Religionsgemeinschaft und 12 Prozent sind ohne Angabe oder gemeinschaftslos.[8]

Kirchen

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Im Gebiet der Verbandsgemeinde Ruwer gab es nach dem Trierer Feuerbuch von 1563 249 Feuerstellen (entspricht etwa fünf bis sechs Einwohnern je Feuerstelle) und im Jahre 1684 216 Feuerstellen.

Die Entwicklung der Einwohnerzahl bezogen auf das Gebiet der heutigen Verbandsgemeinde Ruwer; die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[9][1]

Jahr Einwohner
1815 4.224
1835 6.019
1871 6.953
1905 8.073
1939 10.405
1950 10.780
Jahr Einwohner
1961 11.642
1970 12.773
1987 16.005
1997 16.888
2005 17.690
2012 17.915

Politik[Bearbeiten]

Die Verbandsgemeinde gehört zum Bundestagswahlkreis Trier und zum Landtagswahlkreis Trier/Schweich. Weitere regionale und institutionelle Zuordnungen sind das Amtsgericht Trier, das Landgericht Trier, das Oberlandesgericht Koblenz, das Finanzamt Trier, die Industrie- und Handelskammer Trier, die Handwerkskammer Trier, das Vermessungs- und Katasteramt Westeifel-Mosel, Servicestelle Trier und die Arbeitsagentur Trier. Die Verbandsgemeinde und alle Ortsgemeinden der Verbandsgemeinde sind Mitglied im Gemeinde- und Städtebund Rheinland-Pfalz.

Verbandsgemeinderat[Bearbeiten]

Der Verbandsgemeinderat Ruwer besteht aus 32 ehrenamtlichen Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem hauptamtlichen Bürgermeister als Vorsitzenden.

Die Sitzverteilung im Verbandsgemeinderat:[10]

Wahl SPD CDU GRÜNE FWG Gesamt
2014 9 12 3 8 32 Sitze
2009 9 12 3 8 32 Sitze
2004 8 14 2 8 32 Sitze
1999 10 15 2 5 32 Sitze
1994 12 15 - 5 32 Sitze
  • ;FWG = Freie Wählergruppe Verbandsgemeinde Ruwer e.V.

Nach der Hauptsatzung der Verbandsgemeinde Ruwer sind Ausschüsse des Verbandsgemeinderates der Haupt- und Finanzausschuss, der Bau- und Planungsausschuss, der Rechnungsprüfungsausschuss, der Jugend-, Sport- und Sozialausschuss, der Fremdenverkehrs- und Weinbauausschuss, der Werksausschuss Abwasserwerk, der Kulturausschuss, der Schulträgerausschuss und der Umwelt- und Naturausschuss.[11]

Bürgermeister[Bearbeiten]

Liste der Amtsbürgermeister bzw. Bürgermeister:

  • 1917 - 1937 Eduard Voss
  • 1937 - 1945 Josef Jost
  • 1945 - 1946 Josef Koster
  • 1946 - 1961 Karl Rittel
  • 1961 - 1965 Walter Steffens
  • 1965 - 1996 Hermann Feldges, Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande
  • seit 1996 Bernhard Busch

Die erste Direktwahl eines Bürgermeisters fand statt am 22. Oktober 1995. Klaus Longen (CDU) erzielte 42,85 % der Stimmen, Helmut Striethorst (SPD) erhielt 14,29 % und Bernhard Busch (FWG) bekam 42,86 %. Die Wahlbeteiligung lag bei 60,57 %. Bei der erforderlichen Stichwahl am 5. November 1995 setzte sich Bernhard Busch mit 68,33 % gegen Klaus Longen (31,67 %) durch bei einer Wahlbeteiligung von 65,12 %. Damit war Bernhard Busch für die Amtszeit vom 1. März 1996 bis zum 29. Februar 2004 gewählt.

Am 29. Juni 2003 fand die nächste Bürgermeisterwahl statt. Wolfgang Annen (CDU) bekam 26,55 % der Stimmen, Jürgen Breiling (SPD) 10,43 % und Bernhard Busch (FWG) 63,02 %. Die Wahlbeteiligung lag bei 58,89 %. Somit war Bernhard Busch für weitere acht Jahre gewählt.

Bei der Bürgermeisterwahl am 19. Juni 2011 gewann Amtsinhaber Bernhard Busch (FWG) mit 66,5 % der Stimmen vor Mechthild Michels (GRÜNE) mit 19,4 % und Sascha Hermes (CDU) mit 14,1 % und wurde dadurch für weitere acht Jahre im Amt bestätigt. Die Wahlbeteiligung betrug 41,2 %.[12]

Beigeordnete[Bearbeiten]

Stellvertreter des Bürgermeisters waren bis Juni 2014 die Beigeordneten Günter Jakobs (CDU) und Karl-Heinrich Ewald (SPD). Am 18. Juni 2014 wurden Karl-Heinrich Ewald (SPD) zum ersten Beigeordneten und Josef Kruft (FWG) zum weiteren Beigeordneten der VG Ruwer gewählt.

Wappen und Flagge[Bearbeiten]

Wappen

Wappenbeschreibung: Das Wappen ist geteilt. Oben in Gold ein halber, doppelköpfiger schwarzer, rot bewehrter Adler mit einem Herzschild. In ihm in Blau ein nach rechts schreitender silberner Bär, links oben begleitet von einem sechsstrahligen silbernen Stern. Unten in Grün ein schräglinkes Wellenband, rechts oben begleitet von einem silbernen Rebstiel mit einer silbernen Traube und einem silbernen Blatt, links unten begleitet von einer silbernen Axt und einer silbernen Schaufel, die sich kreuzen.

Wappenbegründung: Der Ort Ruwer, der bis Oktober 2005 Sitz der Verbandsgemeinde Ruwer war, gehörte seit dem Mittelalter bis Ende des 18. Jahrhunderts zu dem Besitz der Abtei St. Maximin in Trier, die als Zeichen ihrer Reichsunmittelbarkeit den doppelköpfigen Reichsadler mit einem Herzschild im Wappen führte. In dem Herzschild erscheint ein Bär mit einem Stern, der in der Ikonografie des Hl. Maximin eine Rolle spielt. In der unteren Wappenhälfte deutet das Wellenband auf die Ruwer als beherrschenden Fluss der Landschaft hin, in welcher der Weinbau - verkörpert durch die Traube - die Landwirtschaft - verkörpert durch die Schaufel - und die Forstwirtschaft - verkörpert durch die Axt - die wirtschaftlichen Hauptrollen spielen.

Europaflagge Landesflagge von Rheinland-Pfalz Hissflagge der Verbandsgemeinde Ruwer Seit Anfang 2006 führt die Verbandsgemeinde eine Hissflagge in den kurtrierischen Farben Rot und Weiß mit dem Wappen im oberen Drittel. Sie steht zusammen mit der Europaflagge und der Landesflagge von Rheinland-Pfalz vor dem Rathaus in Waldrach.

Kommunalpartnerschaft[Bearbeiten]

Seit Mai 2013 unterhält die Verbandsgemeinde eine Kommunalpartnerschaft mit der polnischen Gemeinde Kosakowo im Landkreis Pucki, Pommern.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Relief Winzer im Weinkontor
  • Zeugnisse aus der Römerzeit sind die Reste des Originals der Römischen Ruwerwasserleitung in Waldrach und der Nachbau der römischen Wasserleitung in Waldrach an der Straße der Römer, die Reste einer römischen Gesteinsmühle in Mertesdorf, das Relief Winzer im Weinkontor in Mertesdorf und das Römerlager bei Holzerath.
  • Südöstlich von Osburg befindet sich in der Nähe der Bundesstraße 52 an der Grünbrücherschneise ein Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg.

Veranstaltungen[Bearbeiten]

Ruwertal aktiv

Der im Jahre 1989 gegründete Ruwer-Riesling e. V. führt verschiedene Veranstaltungen durch wie zum Beispiel die Tage der offenen Weinkeller im Ruwertal, den Ruwertaler Frühling am Pfingstsonntag in den Weinbergen zwischen Kasel und Mertesdorf, das Ruwerweinfest oder das Oktoberweinfest.

Neben den Karnevalsveranstaltungen, Kirmessen, Pfarrei- und Vereinsfesten, Weihnachtsmärkten und weiteren Veranstaltungen sind hervorzuheben die Karl-May-Festspiele in Pluwig oder der Ruwer-Riesling-Lauf auf dem Radweg zwischen Mertesdorf und Waldrach.

Eine motorsportliche Veranstaltung ist die Wertungsprüfung Ruwertal-Fell der ADAC-Rallye Deutschland, die seit 2002 als Lauf zur Rallye-Weltmeisterschaft ausgetragen wird. Von 1971 bis 2011 wurde das Trierer Bergrennen zwischen Fell und Thomm durchgeführt.

Der autofreie Sonntag Ruwertal aktiv wurde von Anfang der 1990er Jahre bis 2012 im unteren Ruwertal veranstaltet.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Weinbergslage Kaseler Nies'chen

Die Wirtschaft ist durch Land- und Forstwirtschaft, Weinbau und Tourismus geprägt, historisch auch durch Schieferabbau im Ruwer-, Riveris- und Noßertal sowie Erzabbau (bei Pluwig). Den Bedürfnissen älterer und kranker Menschen kommt die DRK-Sozialstation in Waldrach entgegen, die auch die Aufgaben eines Pflegestützpunktes wahrnimmt. Seniorenheime befinden sich in Lorscheid und seit 2013 auch in Pluwig.[14]

Ansässig sind verschiedene Industrie-, Handwerks-, Handels- und Dienstleistungsunternehmen sowie mehrere landwirtschaftliche und Weinbau-Betriebe. Weingüter sind beispielsweise das Weingut Maximin Grünhaus, das Weingut Erben von Beulwitz, das Weingut Karlsmühle, das Dominikaner-Weingut C. von Nell-Breuning oder das Weingut Reichsgraf von Kesselstatt.

Industrie- und Gewerbegebiete befinden sich in Gusterath-Tal, Osburg-Neuhaus, Waldrach u. a. Bei Mertesdorf befindet sich an der Bundesstraße 52 die Zentraldeponie des Zweckverbandes Abfallwirtschaft im Raum Trier mit der im Jahre 2007 fertig gestellten mechanisch-biologischen Mülltrocknungsanlage.

Zwischen Mertesdorf und Trier-Kürenz liegt am Grüneberg die Wehrtechnische Dienststelle 41 der Bundeswehr.

Durch das Gebiet der Verbandsgemeinde verläuft die Bundesstraße 52 (Trier-EhrangHermeskeil) sowie mehrere Landes-, Kreis- und Gemeindestraßen. Nächstgelegene Autobahnen sind die A 602 (TrierAD Moseltal) bei Kenn, die A 64 bei Trier-Ehrang, die nach Luxemburg führt, und die A 1 mit den Anschlussstellen AD Moseltal und Reinsfeld (Hochwald).

Die Orte der Verbandsgemeinde liegen im Bereich des Verkehrsverbundes Region Trier, der nächstgrößere Bahnhof ist Trier Hbf. Ein Moselhafen befindet sich in Trier-Ehrang. Die nächsten Flughäfen sind in Luxemburg, Hahn und Saarbrücken.

In verschiedenen Gemeinden der Verbandsgemeinde befinden sich Geschäftsstellen bzw. Filialen der Sparkasse Trier, der Volksbank Trier, der Volksbank Hochwald-Saarburg und der Postbank.

Flächennutzung: Die Bodenfläche beträgt insgesamt 126,6 km², davon Landwirtschaftsfläche 33,2 %, Waldfläche 54,8 %, Wasserfläche 0,6 %, Siedlungs- und Verkehrsfläche 11,3 %, Sonstige Flächen 0,2 %.

Windenergieanlagen befinden sich auf den Höhen zwischen Gusterath und Trier-Irsch (Kuppensteiner Wild) sowie zwischen Waldrach und Fell (an der Bundesstraße 52).[15]

Tourismus[Bearbeiten]

  • Orte mit Fremdenverkehrsprädikaten sind die Erholungsorte Mertesdorf und Waldrach sowie die Fremdenverkehrsorte Gusterath und Holzerath. Weitere neun Gemeinden werden vom Statistischen Landesamt hinsichtlich des Fremdenverkehrs als Sonstige Gemeinde geführt.
  • Freizeitmöglichkeiten sind neben den ausgeschilderten Wanderwegen im Ruwer- und Riveristal und im Osburger Hochwald die Barfußpfade an einem Wanderweg zwischen Pluwigerhammer und der Raulsmühle sowie in Riveris am Wassertretbecken, Bouleplätze in Gusterath, Holzerath, Kasel, Korlingen und Morscheid, die Falkenstation in Schöndorf, Fitnessstudios in Mertesdorf und Osburg-Neuhaus, das Freibad "Ruwertal" in Mertesdorf oder die Freizeitanlage bei Holzerath am Stausee am Grindelbach. Grillhütten befinden sich in Gusterath, Holzerath, Lorscheid, Ollmuth, Osburg, Pluwig, Riveris und Thomm, Kegelbahnen in Gusterath-Tal, Korlingen, Osburg, Pluwig, Riveris, Schöndorf und Thomm, Sportplätze in den Ortsgemeinden Farschweiler, Gutweiler, Kasel, Lorscheid, Mertesdorf, Morscheid, Osburg, Pluwig, Schöndorf, Thomm und Waldrach. Tennisplätze sind in Gusterath, Gutweiler, Kasel, Mertesdorf, Osburg und Waldrach. In Kasel gibt es darüber hinaus eine Tennishalle. Volleyballanlagen befinden sich in Kasel, Korlingen, Mertesdorf, Osburg und Pluwig. Wassertretbecken sind in Farschweiler an der Hauptstraße/Unterm Wehlenkopf, in Holzerath bei der Freizeitanlage am Stausee, in Morscheid bei der Praßwies und in Riveris unterhalb der Talsperre am Waldfestplatz. Für das Hobby des Geocaching gibt es im Bereich der Verbandsgemeinde zahlreiche Verstecke (Geocaches).

Medien[Bearbeiten]

Örtliche Medien sind der Trierische Volksfreund, historisch auch die Trierische Landeszeitung (bis 1974), und der Mosel-Ruwertaler Wochenspiegel (seit 1984). Das Mitteilungsblatt der Verbandsgemeinde Ruwer erschien 1971 und ab 1974 als Amtsblatt der Verbandsgemeinde Ruwer. Es enthält seit 1999 auch die Mitteilungen, Informationen und amtlichen Bekanntmachungen der Kreisverwaltung Trier-Saarburg.[17] Ein weiteres Medium ist seit 1998 die Website der Verbandsgemeinde Ruwer, ruwer.de.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Im Bereich der Verbandsgemeinde gibt es 20 örtliche Feuerwehreinheiten mit etwa 400 Aktiven und 13 Jugendfeuerwehren mit etwa 200 Jugendlichen. Wehrleiter der Verbandsgemeinde Ruwer war von 1987 bis 2013 Josef Hartmann, dem im November 2009 das Goldene Feuerwehr-Ehrenzeichen am Bande von Landrat Günther Schartz verliehen worden war.[18] Neuer Wehrleiter der Verbandsgemeinde Ruwer ist Christian Kühn aus Pluwig.

Die Feuerwehreinsatzzentrale der Verbandsgemeinde Ruwer ist im Feuerwehrhaus der Freiwilligen Feuerwehr Waldrach eingerichtet. In Waldrach stehen die Fahrzeuge ELW 1, LF 8, LF 20/16 und DLK 16/4 zur Verfügung.[19]

Weitere öffentliche Einrichtungen sind die Schulturnhallen in Gusterath, Osburg, Schöndorf und Waldrach sowie die Altenberghalle in Gutweiler, die Ruwertalhalle in Mertesdorf und die Sporthalle Pluwig. Der Grundstein für die neue Mehrzweck-Sporthalle in Osburg wurde am 8. Dezember 2010 gelegt,[20] die Einweihung der Halle erfolgte am 31. März 2012.[21]

Die Versorgung mit Trinkwasser nach der Trinkwasserverordnung erfolgt durch den Zweckverband Wasserwerk Ruwer für alle Gemeinden der Verbandsgemeinde bis auf Gutweiler, Korlingen und Sommerau, die durch die Stadtwerke Trier versorgt werden. Darüber hinaus erhalten die Trierer Stadtteile Ruwer und Eitelsbach sowie die Gemeinden Franzenheim und Hockweiler im Bereich der Verbandsgemeinde Trier-Land und Pellingen (in der Verbandsgemeinde Konz) das Wasser durch das Wasserwerk Ruwer. Von den vier Wasseraufbereitungsanlagen in Holzerath, Lorscheid, Osburg und Riveris wird das Wasser zu den 14 Wasserhochbehältern mit insgesamt 8.830 m³ Gesamtspeichervolumen geleitet und dann in die Ortsnetze verteilt. Der Wasserhärtegrad im Bereich des Wasserwerks ist weich. Für die Abwasserbeseitigung im Bereich der Verbandsgemeinde ist der Eigenbetrieb Abwasserwerk Ruwer zuständig. Die Klärung der Abwässer erfolgt im Klärwerk Ruwertal sowie in den Klärteichen Farschweiler/Herl und Lorscheid.

Der Zweckverband Freibad Ruwertal hat die Aufgabe, das seit 1967 bestehende Freibad in Mertesdorf zu betreiben und zu unterhalten. Ihm gehören an die Verbandsgemeinde Ruwer und die Stadt Trier. Das Freibad verfügt über ein 50-m-Schwimmerbecken mit Sprungturm, ein Nichtschwimmerbecken mit Rutsche und Wasserfall, ein Planschbecken mit Spielgeräten und ein Gartenrestaurant.[22]

Die Friedhofszweckverbände Gutweiler (für die Gemeinden Gutweiler, Korlingen und Sommerau) und Schöndorf (für die Gemeinden Bonerath, Hinzenburg, Holzerath, Ollmuth und Schöndorf) werden von der Verbandsgemeinde verwaltet und erfüllen die Aufgaben nach dem Bestattungsrecht.

Bildung[Bearbeiten]

In der Verbandsgemeinde befinden sich die Grundschulen Farschweiler, Gusterath, Mertesdorf, Osburg, Schöndorf und Waldrach sowie die Realschule plus in Waldrach. Die Schulen sind teilweise als Ganztagsschule eingerichtet. Außenstellen der Volkshochschule sind in Gusterath, Gutweiler, Kasel, Mertesdorf, Osburg und Waldrach. Gemeindliche oder kirchliche Kindertagesstätten gibt es in Gusterath, Gutweiler, Holzerath, Kasel, Lorscheid, Mertesdorf, Morscheid, Osburg, Pluwig, Thomm und Waldrach. Weiterführende Schulen befinden sich in den umliegenden Städten Trier, Schweich und Hermeskeil.

Bilder[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Vom Caseler Pitt und der Hütten Marei - Geschichten und Geschichte aus dem Ruwertal und dem vorderen Hochwald, Herausgeber: Volkshochschule Verbandsgemeinde Ruwer, 1991
  • Ewald Wegner (Bearbeiter): Kulturdenkmäler in Rheinland-Pfalz. Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Band 12.2: Kreis Trier-Saarburg. Verbandsgemeinden Ruwer, Schweich und Trier-Land. Werner, Worms 1994. ISBN 3-88462-110-6
  • Willi Blum: Natur- und Kulturdenkmale in der Verbandsgemeinde Ruwer, Herausgeber: Volkshochschule, Trier 1978
  • Literatur über Verbandsgemeinde Ruwer in der Rheinland-Pfälzischen Landesbibliographie

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Verbandsgemeinde Ruwer – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. a b Naturschutzverwaltung Rheinland-Pfalz
  3. Wasserwirtschaftsverwaltung Rheinland-Pfalz
  4. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011)
  5. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile (PDF; 2,3 MB)
  6. Trierische Chronik / Zeitschr. d. Gesellschaft für Trierische Geschichte und Denkmalpflege
  7. Durch das Landesgesetz zur Änderung kommunalverfassungsrechtlicher Vorschriften und zur Vorbereitung der Neugliederung von Gemeinden vom 16. Juli 1968 wurde die neue Verbandsgemeindeordnung erlassen und gleichzeitig die seit 1948 geltende Amtsordnung aufgehoben. Das Gesetz trat mit Wirkung vom 1. Oktober 1968 in Kraft.
  8. Gemeindestatistik Stichtag: 31. Dezember 2012
  9. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  10. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Verbandsgemeinderatswahlen
  11. Hauptsatzung der Verbandsgemeinde Ruwer vom 20. Juni 2014
  12. Ergebnis Wahl Bürgermeister/in VG Ruwer 2011
  13. Trierischer Volksfreund
  14. Seniorenzentrum Pluwig
  15. Informationen der Deutschen Gesellschaft für Sonnenenergie
  16. Saar-Hunsrück-Steig: Etappen
  17. Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
  18. Pressemeldung der Kreisverwaltung Trier-Saarburg
  19. Feuerwehr Waldrach
  20. Trierischer Volksfreund
  21. Trierischer Volksfreund: Hochwaldhalle in Osburg eingeweiht
  22. Freibad Ruwertal