Saulgrub

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Saulgrub
Saulgrub
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Saulgrub hervorgehoben
47.66611111111111.025555555556859Koordinaten: 47° 40′ N, 11° 2′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Garmisch-Partenkirchen
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Saulgrub
Höhe: 859 m ü. NHN
Fläche: 35,49 km²
Einwohner: 1613 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 45 Einwohner je km²
Postleitzahl: 82442
Vorwahl: 08845
Kfz-Kennzeichen: GAP
Gemeindeschlüssel: 09 1 80 129
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Kohlgruber Str. 2
82442 Saulgrub
Webpräsenz: gemeinde-saulgrub.de
Bürgermeister: Rupert Speer (Wählergemeinschaft)
Lage der Gemeinde Saulgrub im Landkreis Garmisch-Partenkirchen
Ettaler Forst Wallgau Unterammergau Uffing am Staffelsee Spatzenhausen Seehausen am Staffelsee Saulgrub Riegsee (Gemeinde) Oberau Oberammergau Murnau am Staffelsee Mittenwald Krün Großweil Grainau Garmisch-Partenkirchen Farchant Ettal Bad Bayersoien Bad Kohlgrub Ohlstadt Eschenlohe Schwaigen Landkreis Ostallgäu Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen Landkreis Weilheim-Schongau ÖsterreichKarte
Über dieses Bild

Saulgrub ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Garmisch-Partenkirchen und bildet zusammen mit der Gemeinde Bad Bayersoien die Verwaltungsgemeinschaft Saulgrub.

Geographie[Bearbeiten]

Saulgrub aus der Nähe Sonnen/Kraggenau
Ortsteil Altenau

Saulgrub liegt in der Region Oberland.

Die Saulgrub selbst ist eine Zusammenfassung der drei eigenständigen Dörfer Saulgrub (Hauptort), Altenau und Wurmansau, die als Ortsteile geführt werden. Weitere amtlich benannte Gemeindeteile sind der Weiler Achele und die Einöden Saulgruber Mühle und Unternogg.

Es existieren die Gemarkungen Saulgrub und Unterammergauer Forst.

Geschichte[Bearbeiten]

Saulgrub, damals sulgrain genannt, wurde 1280 erstmals urkundlich erwähnt. Es gehörte lange Zeit bis zur Säkularisation 1803 zum Kloster Ettal. Saulgrub war Bestandteil des Herrschaftsgerichts Murnau des ehemals reichsunmittelbaren Klosters. Grundherr war teils das Kloster Ettal, teils das Kloster Rottenbuch. Im Zuge der Verwaltungsreformen im Königreich Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde. Im Jahre 1840 wurde in einer Dorfchronik von einer Burg berichtet, die nahe dem "Obermoosfilz" gestanden habe und deren Mauerreste von den Saulgrubern zum Bau ihrer Häuser verwendet wurden. Ende des 19. Jahrhunderts wurde in Saulgrub ein etruskischer Bronzehelm aus dem 6. Jahrhundert vor Christus gefunden. Außerdem führte nachweislich die Rottstraße von Augsburg nach Verona durch das heutige Ortsgebiet.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

1840 wurden auf dem Gebiet der Gemeinde 401 Einwohner gezählt, 1900 595, 1950 1.171 und 1987 dann 1.469 und im Jahr 2000 bereits 1.618 Personen.

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister ist Rupert Speer (Wählergemeinschaft), er wurde 2008 Nachfolger von Michael Mangold jun. und 2014 wiedergewählt.

Dem Gemeinderat gehören zwölf Mitglieder und der Bürgermeister an, die alle bei der Wählergemeinschaft aktiv sind.

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 2012 835 T€, davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen (netto) 210 T€. Außerdem hat Saulgrub seit 2010 keine Schulden mehr.[2]

Wappen[Bearbeiten]

Die Wappenbeschreibung lautet: Unter von Silber und Blau geteiltem Schildhaupt in Silber ein wachsender roter Greifenlöwe.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

St. Franziskus mit Blick auf Saulgrub
St. Anton im Ortsteil Altenau
St. Josef im Ortsteil Wurmansau
  • Das hervorgehobenste Bauwerk in Saulgrub selbst, ist die auf einem Hügel über dem Ort liegende Kirche St. Franziskus.
  • Auf einer Anhöhe nahe dem Wetzsteinrücken befindet sich die Fatima-Kapelle, welche 1954 nach einem Gelübde gebaut wurde.
  • Mehrere Bauernhäuser und Stadel, teilweise mit aufwändigem Holzschnitzwerk, stehen unter Denkmalschutz wie auch der Bahnhof Saulgrub.
  • Ein weiterer sehenswerter Sakralbau, die Kirche St. Anton, ist Mittelpunkt des Ortsteils Altenau.
  • Auch in Wurmansau steht eine Kirche, die Kapelle St. Josef.
  • Das an der Ammer liegende, in den Jahren 1898/99 errichtete Kraftwerk Kammerl ist das älteste Bahnkraftwerk der Welt für Einphasenwechselstrom.

Naturerscheinungen[Bearbeiten]

Scheibum[Bearbeiten]

In unmittelbarer Nähe des Kraftwerkes Kammerl findet der Naturliebhaber die „Scheibum“, wie die Drehbewegung des Wassers im Felskessel genannt wird. Ab dort fließt die Ammer durch die Ammerleite, eine Schlucht, die nur mit dem Kanu befahrbar ist.

Schleierfälle[Bearbeiten]

Weiter flussabwärts kann man von dem linken Hochufer der Ammer zu dem Naturschauspiel der „Schleierfälle“ hinabsteigen. Vor mehreren tausend Jahren entstanden diese Wasserfälle[3]. Durch Ablagerungen von Kalk findet ein ständiges Wachstum statt. Das Wasser eines Quellbachs rieselt wie ein durchsichtiger Vorhang vor einer Höhle mehrere Meter herab. Dieses Naturdenkmal mit seinen bemoosten Felsen ist sehr empfindlich und dankbar für Wanderer, welche sich an die Hinweistafeln halten. Aus Sicherheitsgründen ist das Naturschauspiel bis auf unbestimmte Zeit nicht mehr zugänglich.[4] Trotzdem musste Naturschutzwächter Gerhard Schauberger auf der angegeben Website erneut darauf hinweisen: „Als zuständiger Naturschutzwächter muß ich Ihnen leider mitteilen das die Schleierfälle aus Gründen der Sicherheit und des Naturschutzes schon seit 2 Jahren gesperrt sind.“[5]

Tiefsee[Bearbeiten]

Das Altenauer Moor liegt zwischen Saulgrub und Altenau. Es ist ein Hochmoor und an seiner höchsten Stelle noch offen. Vom Naturfreundehaus in Saulgrub ist der Tiefsee durch ein Spirkenfilz zu erreichen.[6]: 20, 21 Der Wanderer wird über einen mit Holzbalken befestigten Pfad sicher geleitet.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wirtschaft sowie Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten]

Es gab 2011 im Bereich der Land- und Forstwirtschaft und im Bereich Handel und Verkehr keine und im Produzierenden Gewerbe 189 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 132 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 618. Im verarbeitenden Gewerbe gab es einen Betrieb, im Bauhauptgewerbe sechs Betriebe.

Zudem bestanden im Jahr 2010 29 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 702 ha.[2]

Verkehr[Bearbeiten]

Saulgrub ist mit einem Haltepunkt an der Ammergaubahn an das Netz der Deutschen Bahn angeschlossen. Dort halten stündlich Züge in Richtung Oberammergau bzw. Murnau am Staffelsee. Außerdem führt die Buslinie 9606 des RVOs durch den Ort.

Durch den Ort führt die Bundesstraße 23 von Peiting nach Garmisch-Partenkirchen. Aktuell wird der südliche Teil der Ortsumfahrung gebaut, der voraussichtlich Ende 2016 fertiggestellt werden wird.[7] Der nördliche Teil der Umgehungsstraße ist seit 2013 befahrbar.

Bildung[Bearbeiten]

Im Jahr 2012 gab es folgende Einrichtungen:[2]

  • Kindergärten: 50 Kindergartenplätze mit 38 Kindern
  • Volksschule: 1 mit 4 Lehrern und 60 Schülern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 18. September 2014 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. a b c Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung – Statistik kommunal 2012: Saulgrub (PDF-Datei; 1,67 MB)
  3. Die Schleierfälle bei Saulgrub: Naturschönheit wie aus dem Märchen. Bayerische Staatsforsten AöR, 2012, abgerufen am 25. November 2012.
  4. Lebensgefahr für Wanderer: Schleierfälle gesperrt. merkur-online.de, 17. März 2010, abgerufen am 25. November 2012.
  5. Ammerschlucht und Schleierfälle. Frank Steiner, 18. September 2012, abgerufen am 26. November 2012.
  6.  Heinfried Barton: Die Ammergauer Alpen. 2 Auflage. Frankh’sche Verlagshandlung W. Keller & Co., Stuttgart 1989, ISBN 3-440-04817-9.
  7. Ein Tag für die Geschichtsbücher. Merkur-online, abgerufen am 6. Mai 2013.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Saulgrub – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien