Bundesstraße 23

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Dieser Artikel beschreibt die Bundesstraße 23 in Deutschland. Zur gleichnamigen Straße in Österreich siehe Lahnsattel Straße.

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Bundesstraße 23 in Deutschland
Bundesstraße 23
 European Road 533 number DE.svg
Karte
Verlauf der B 23
Basisdaten
Betreiber: Bundesrepublik Deutschland
Straßenbeginn: Peiting
(47° 47′ N, 10° 56′ O47.77938610.934942)
Straßenende: Garmisch-Partenkirchen
(47° 28′ N, 10° 56′ O47.46980310.930072)
Gesamtlänge: 59,2 km

Bundesland:

Ausbauzustand: zweistreifig[1]
Bundesstraße 23 bei Bad Bayersoien
Bundesstraße 23 bei Bad Bayersoien


Die Bundesstraße 23 (Abkürzung: B 23) ist eine deutsche Bundesstraße in Bayern. Sie führt von Peiting an die deutsch-österreichische Grenze bei Griesen, gehört streckenweise zur Deutschen Alpenstraße und zwischen Peiting und Rottenbuch zur Romantischen Straße. Sie bildet zusammen mit der Bundesstraße 17 und der Bundesstraße 472 die schnellste Verbindung von Augsburg nach Garmisch-Partenkirchen und weiter über die Bundesstraße 2 nach Mittenwald und Innsbruck sowie zum Brennerpass. Sie entspricht in ihrem Verlauf zwischen Peiting und Oberau weitgehend der mittelalterlichen Reichsstraße Via Imperii.

Verlauf[Bearbeiten]

Die B 23 beginnt an der Bundesstraße 472 (Umgehungsstraße Schongau–Peiting) Ausfahrt Peiting Süd im Landkreis Weilheim-Schongau und führt zunächst nach Rottenbuch. Dieser Streckenabschnitt war bis vor wenigen Jahren in einem schlechten Ausbauzustand, wodurch sich mehrere teils schwere Unfälle ereigneten. In den letzten Jahren wurde dieser Teilbereich ausgebaut.

B 23 auf der Echelsbacher Brücke

Nach der Ortsdurchfahrt Rottenbuch erreicht man die Echelsbacher Brücke. Die 183 m lange und 76 m hohe Bogenbrücke überspannt die Ammer. Auf der Brücke befindet sich auch die Grenze zum Landkreis Garmisch-Partenkirchen.

An Bad Bayersoien vorbei gelangt man nach Saulgrub. Zurzeit (Mai 2013) wird um Saulgrub eine Umgehungsstraße gebaut, deren nördlicher Bauabschnitt im Herbst 2011 dem Verkehr übergeben wurde. In Saulgrub trifft die B 23 zum ersten Mal auf die Ammergaubahn (Murnau/Oberammergau).

Über Unterammergau und an Oberammergau vorbei erreicht die B 23 Ettal. Nachdem die B 23 den Ort durchquert hat, erreicht die Bundesstraße mit dem Ettaler Sattel (869 NHN) den höchsten Punkt der Strecke. Nun geht es über Serpentinen hinunter ins Loisachtal. Hier erreicht die Strecke Oberau und mündet in die B 2. Auf etwa sechs Kilometer verläuft die B 23 nun gemeinsam mit der B 2 Richtung Süden. Nach der Ortsumfahrung Farchant trennt sich die B 23 von der B 2 und verläuft in südwestlicher Richtung nach Garmisch-Partenkirchen.

Nachdem die B 23 den Ortsteil Griesen durchquert hat, endet die B 23 an der Staatsgrenze zu Österreich (Tirol), wo sie in die österreichische B 187 übergeht (Richtung Lermoos, Fernpassstraße, Inntal).

Geschichte[Bearbeiten]

Ursprung[Bearbeiten]

Kaiser Septimius Severus ließ im 2. Jahrhundert n. Chr. den Handelsweg über den Brenner und Seefelder Sattel zur Römerstraße Via Raetia ausbauen. Durch die Verkürzung der Strecke zwischen Augsburg (Augusta Vindelicorum) und Bozen um zwei bis drei Tagesreisen löste sie die Via Claudia Augusta als wichtigste Verbindung über die Ostalpen ab. Auf ihrer Grundlage entstand im Mittelalter die nach Norden weitergeführte Reichsstraße Via Imperii, die spätestens zur Zeit Ludwigs IV. über Schongau, Oberammergau und Partenkirchen verlief.[2]

Die jetzige Straßenführung am Ettaler Sattel wurde zwischen 1887 und 1889 errichtet. Die Baukosten lagen bei 365.000 M.[3]

Der schwierigste Abschnitt dieser Route führte von Rottenbuch bis Bad Bayersoien durch die Echelsbacher Schlucht (Lage47.7064510.97139). Deshalb wurde vom 8. November 1928 bis 27. April 1930 die Echelsbacher Brücke für 900.000 RM gebaut.

Frühere Strecken und Bezeichnungen[Bearbeiten]

Die bayerische Staatsstraße Nr. 13 verlief von Augsburg über Landsberg nach Oberau.

Die Bundesstraße 23 ging 1949 aus der Reichsstraße 23 hervor. Damals begann die R 23 in Peiting an der Kreuzung Schongauer Straße/Obere Straße/Guggenbergerstraße an der damaligen R 17 und endete in Oberau an der Einmündung in die R 2. Mit der Einführung der Bundesstraßen wurde die B 23 über Farchant nach Garmisch-Partenkirchen verlängert. Dort mündete sie in die B 24.[4]

Ersetzungen[Bearbeiten]

Die Umgehungsstraße Oberammergau wurde 1989 dem Verkehr übergeben.[5]

Die Erweiterung der Strecke von Garmisch-Partenkirchen zur österreichischen Grenze bei Griesen erfolgte 1991. Dazu wurde die B 24 bis dorthin integriert. Der verbleibende Rest im Garmisch-Partenkirchener Gemeindegebiet wurde abgestuft.

1991 wurde im Zuge der Verkehrsfreigabe eines Teilstücks der Umgehungsstraße Schongau–Peiting der Beginn der B 23 an die B 17 Ausfahrt Peiting West verlegt. Die Ortsdurchfahrt Peiting wurde zur Staatsstraße abgestuft. Die Verlegung an die heutige Stelle erfolgte nach Fertigstellung der gesamten Umgehungsstraße 1997.

Im Mai 2000 wurde der Farchanter Tunnel eröffnet.[6]

Weiterer Ausbau[Bearbeiten]

Umfahrung Saulgrub[Bearbeiten]

Östlich von Saulgrub entsteht eine Ostsumfahrung. Am 23. November 2000 wurde der Bebauungsplan beschlossen. Die Gesamtkosten betragen 23,6 Millionen Euro, wobei 5,6 Millionen Euro auf den ersten Bauabschnitt und 18 Millionen Euro auf den zweiten entfallen.

Der Bau ist in zwei Bauabschnitte aufgeteilt. Die Arbeiten am ersten Bauabschnitt (nördlich der Staatsstraße 2062) begannen im Februar 2009 und konnten im Herbst 2011 abgeschlossen werden.[7] Mit dem Bau des zweiten Bauabschnitts wurde am 6. Mai 2013 begonnen.[8] Im Bundesverkehrswegeplan 2003 ist diese Maßnahme im vordringlichen Bedarf eingestuft.[9]

Umfahrung Oberau[Bearbeiten]

Zur Entlastung der Ortsdurchfahrt Oberau vom Durchgangsverkehr soll die B 23 nördlich und westlich am Ort vorbeigeführt werden. Derzeit (Dezember 2011) wird der technische Vorentwurf dazu erarbeitet.[10] Diese Maßnahme ist im Bundesverkehrswegeplan 2003 mit vordringlichen Bedarf eingestuft.[9]

Umfahrung Garmisch-Partenkirchen[Bearbeiten]

Derzeit entsteht eine 5,6 km lange Umfahrung westlich von Garmisch-Partenkirchen. Mit der Umfahrung wird auch der 3,6 km lange Kramertunnel gebaut. Die Kosten des Projektes werden mit 133 Millionen Euro veranschlagt. Das Raumordnungsverfahren und das Planfeststellungsverfahren wurden 2007 durchgeführt. Der Planfeststellungsbeschluss erging am 30. November 2007 durch die Regierung von Oberbayern. Eine Klage gegen diesen Beschluss wies der Bayerische Verwaltungsgerichtshof am 23. Juni 2009 ab. Die Baufreigabe erteilte das Bundesverkehrsministerium am 29. Januar 2010. Der feierliche Baubeginn fand am 27. Juli 2010 unter Teilnahme des bayerischen Ministerpräsident Horst Seehofer mit dem parlamentarischen Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium Andreas Scheuer statt. Im Frühjahr 2011 begannen die Bauarbeiten für den Erkundungsstollen des Kramertunnel, der später als Rettungsstollen dienen soll. Im Juli 2011 erreichten die Bauarbeiten nach 700 Metern einen Lockergesteinsbereich, was die Einstellung des Nordvortriebs aus Sicherheitsgründen und wirtschaftlichen Erwägungen zur Folge hatte.[11][12] Wann die Hauptröhre des Kramertunnels gebaut werden kann, steht aufgrund fehlender Finanzmittel noch nicht fest.[13] Dennoch wird der Erkundungsstollen von Süden bis an den etwa 200 m breiten Lockergesteinsbereich weiter vorangetrieben.[14][15]

Tourismus[Bearbeiten]

Ferienstraßen[Bearbeiten]

Zwischen der St2059 (bei Rottenbuch) und Garmisch-Partenkirchen führt die Deutsche Alpenstraße entlang der B 23. Außerdem ist die Straße zwischen Peiting und der St2059 Teil der Romantischen Straße.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Zu den Sehenswürdigkeiten an der Strecke zählen:

Landschaftlich reizvolle Strecken[Bearbeiten]

Die gesamte Strecke ist landschaftlich reizvoll. Die Strecke unterteilt sich:

Kurorte[Bearbeiten]

An der Strecke befinden sich die Heilbäder Bad Bayersoien und Bad Kohlgrub, der Luftkurort Ettal sowie der Heilklimatische Kurort Garmisch-Partenkirchen.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Hildebrand Dussler, erweitert und neu herausgegeben von Peter Bitzl, Laurentius Koch und Heinz Schelle: Geschichte der Ettaler Bergstraße. Verein für Geschichte, Kunst- und Kulturgeschichte im Landkreis Garmisch-Partenkirchen e.V., Garmisch-Partenkirchen 1997, ISBN 3-9803980-0-8 (formal falsche ISBN).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bundesstraße 23 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Umfahrung von Farchant vierstreifig autobahnähnlich
  2. vgl. die Landstraßenkarte von 1501 von Erhard Etzlaub, Liechtenstein Map Collection (Houghton Library), Harvard University Library
  3.  Hildebrand Dussler, erweitert und neu herausgegeben von Peter Bitzl, Laurentius Koch und Heinz Schelle: Geschichte der Ettaler Bergstraße. Verein für Geschichte, Kunst- und Kulturgeschichte im Landkreis Garmisch-Partenkirchen e.V., Garmisch-Partenkirchen 1997, ISBN 3-9803980-0-8 (formal falsche ISBN), S. 95–98.
  4. Carsten Wasow: Bundesstraßen Nr. 11 bis 110. In: Die Bundes- und ehemaligen Reichsstraßen in Deutschland. Abgerufen am 11. Dezember 2011 (Private Webseite).
  5. Oberammergau – Ortsgeschichte – 20. Jahrhundert. Historischer Verein Oberammergau, 8. Februar 2012, archiviert vom Original am 19. September 2011, abgerufen am 3. November 2012.
  6. Joseph Brandner: Farchanter Ortschronik. In: farchant.de. Gemeinde Farchant, abgerufen am 6. April 2013.
  7. B 23, Ortsumfahrung Saulgrub. In: stbawm.bayern.de. Staatliches Bauamt Weilheim, abgerufen am 11. Dezember 2011.
  8. Ludwig Hutter: Umfahrung Saulgrub: Licht am Ende des Tunnels. In: merkur-online.de. Münchner Merkur, 6. Mai 2013, abgerufen am 12. Mai 2013 (Zeitungsartikel).
  9. a b  Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (Hrsg.): Bundesverkehrswegeplan 2003. Berlin 2. Juli 2003 (Online bei bmvbs.de (PDF; 2,4 MB), abgerufen am 11. Dezember 2011).
  10. B 23, Ortsumfahrung Oberau. In: stbawm.bayern.de. Staatliches Bauamt Weilheim, abgerufen am 11. Dezember 2011.
  11. B 23 Verlegung westlich Garmisch-Partenkirchen mit Kramertunnel. In: stbawm.bayern.de. Staatliches Bauamt Weilheim, abgerufen am 11. Dezember 2011.
  12. Pressemeldung der Bayerischen Staatskanzlei vom 23. Juli 2010.
  13. Ilka Trautmann: Verkehrsprojekte liegen auf Eis. In: kreisbote.de. Kreisbote Garmisch-Partenkirchen / Murnau, 8. September 2011, abgerufen am 2. November 2012 (Zeitungsartikel).
  14. Erstes Etappenziel am Kramer ist erreicht. (Nicht mehr online verfügbar.) In: stbawm.bayern.de. Staatliches Bauamt Weilheim, ehemals im Original, abgerufen am 2. November 2011.
  15. Kramertunnel in Garmisch-Partenkirchen: Erkundungsstollen vorerst ohne Durchbruch. Merkur-Online, 21. Oktober 2011, abgerufen am 14. Mai 2013.
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