Schlitz (Vogelsbergkreis)
| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Hessen | |
| Regierungsbezirk: | Gießen | |
| Landkreis: | Vogelsbergkreis | |
| Höhe: | 245 m ü. NN | |
| Fläche: | 142,09 km² | |
| Einwohner: |
9701 (31. Dez. 2011)[1] |
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| Bevölkerungsdichte: | 68 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 36110 | |
| Vorwahlen: | 06642, 06648 (Ützhausen), 06653 (Unter-Schwarz) | |
| Kfz-Kennzeichen: | VB | |
| Gemeindeschlüssel: | 06 5 35 015 | |
| LOCODE: | DE SIZ | |
| Stadtgliederung: | 17 Stadtteile | |
| Adresse der Stadtverwaltung: |
An der Kirche 4 36110 Schlitz |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Hans-Jürgen Schäfer (CDU) | |
| Lage der Stadt Schlitz im Vogelsbergkreis | ||
Schlitz ist eine Kleinstadt im Vogelsbergkreis in Osthessen.
Inhaltsverzeichnis |
Geografie [Bearbeiten]
Geografische Lage [Bearbeiten]
Die Stadt Schlitz liegt am Fluss Schlitz, kurz vor deren Mündung in die Fulda. Flächenmäßig ist sie mit 142,09 km² die drittgrößte Stadt in Hessen nach Frankfurt und Wiesbaden.
Nachbargemeinden [Bearbeiten]
Schlitz grenzt im Norden an die Gemeinden Breitenbach und Niederaula (beide Landkreis Hersfeld-Rotenburg), im Osten an die Gemeinden Haunetal (Landkreis Hersfeld-Rotenburg) und Burghaun sowie die Stadt Hünfeld (beide Landkreis Fulda), im Südosten an die Stadt Fulda (Landkreis Fulda), im Süden an die Gemeinden Großenlüder und Bad Salzschlirf (beide Landkreis Fulda), im Nordwesten an die Stadt Grebenau, im Südwesten an die Gemeinde Wartenberg sowie im Westen an die Kreisstadt Lauterbach (alle drei Vogelsbergkreis).
Stadtgliederung [Bearbeiten]
Schlitz untergliedert sich in die folgenden Stadtteile: Bernshausen, Fraurombach, Hartershausen, Hemmen, Hutzdorf, Nieder-Stoll, Ober-Wegfurth, Pfordt, Queck, Rimbach, Sandlofs, Stadtgebiet Schlitz, Üllershausen, Ützhausen, Unter-Schwarz, Unter-Wegfurth und Willofs.
Nach der Volkszählung von 1840 hatte Schlitz selbst 3135 Einwohner in 549 Wohngebäuden.
Klima [Bearbeiten]
| Schlitz | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| Klimadiagramm | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Monatliche Durchschnittstemperaturen für Schlitz
Quelle: [2]
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Geschichte [Bearbeiten]
Der Name Schlitz wurde 812 erstmals urkundlich erwähnt. Durch die fünf Burgen der Stadt ist Schlitz über Hessen hinaus bekannt und wird daher auch als Romantische Burgenstadt Schlitz bezeichnet.
Eine Besonderheit bildet der sog. Burgenring - der Innenstadtbereich der Stadt Schlitz, der auf einem Hügel liegend, mit seiner Ansammlung von Burgen, Türmen, Herrenhäusern, der Stadtkirche und vielen Fachwerkhäusern ein gut erhaltenes, geschlossenes historisches Ensemble darstellt. Wegen des Burgenringes und der landschaftlichen Lage der Stadt wurde Schlitz in früheren Zeiten als das „hessische Rothenburg“ bezeichnet.
Die Herren von Schlitz hatten im Mittelalter eine Herrschaft in Lehnsabhängigkeit der Abtei Fulda aufgebaut, ab 1404 nannten sie sich von Schlitz genannt von Görtz (in Dokumenten auch: Gurz oder Görz). Nach Einführung der Reformation 1546 und als Folge des Dreißigjährigen Krieges lösten sie sich jedoch von Fulda. 1677 wurden sie Reichsfreiherren und 1726 Reichsgrafen.
1806 fiel die Landeshoheit der Herrschaft Schlitz im Zuge der Bildung des Rheinbunds und der Mediatisierung der Grafen von Schlitz an das neu gebildete Großherzogtum Hessen. In der Folge war die Herrschaft Schlitz eine hessische Standesherrschaft, zu der neben der Stadt Schlitz 16 Dörfer gehörten.[3]
Einen bedeutenden Handwerkszweig bildete bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts die Leinenweberei, im Jahr 1823 wurden 176 Leinenweber gezählt.
siehe auch Burg Niederschlitz
Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]
Einwohnerentwicklung [Bearbeiten]
| Datum | Einwohnerzahl |
|---|---|
| 1939 | 6889 |
| 1961 | 9635 |
| 1970 | 10027 |
| 31.12.1999 | 10286 |
| 31.12.2000 | 10319 |
| 31.12.2001 | 10294 |
| 31.12.2002 | 10272 |
| 31.12.2003 | 10264 |
| 31.12.2004 | 10243 |
| 31.12.2005 | 10191 |
| 31.12.2006 | 10134 |
| 31.12.2007 | 10045 |
| 31.12.2008 | 9947 |
| 31.12.2009 | 9833 |
| 31.12.2010 | 9731 |
| 31.12.2011 | 9701 |
| 30.06.2012 | 9669 |
Fluss-Station Schlitz [Bearbeiten]
Von 1951 bis 2006 war in Schlitz die Fluss-Station Schlitz angesiedelt, eine Arbeitsgruppe des Max-Planck-Instituts für Limnologie, die die Ökologie des Breitenbachs in den zwei Naturschutzgebieten Breitenbachtal und Breitecke erforscht. Der Breitenbach wurde durch eine Vielzahl von Untersuchungen und Veröffentlichungen eines der am besten erforschten und dokumentierten Fließgewässer der Welt. Im Jahr 2006 wurde diese Forschungsstation mit der Emeritierung des wissenschaftlichen Leiters von der Max-Planck-Gesellschaft geschlossen.
Politik [Bearbeiten]
Stadtverordnetenversammlung [Bearbeiten]
Die Kommunalwahl am 27. März 2011 lieferte folgendes Ergebnis:[7]
| Parteien und Wählergemeinschaften | % 2011 |
Sitze 2011 |
% 2006 |
Sitze 2006 |
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|---|---|---|---|---|---|
| CDU | Christlich Demokratische Union Deutschlands | 44,2 | 14 | 47,8 | 18 |
| SPD | Sozialdemokratische Partei Deutschlands | 38,2 | 12 | 36,4 | 13 |
| BLS | Bunte Liste Schlitzerland | 10,7 | 3 | – | – |
| FDP | Freie Demokratische Partei | 6,9 | 2 | 7,7 | 3 |
| UBL | Unabhängige Bürgerliste Schlitz | – | – | 8,2 | 3 |
| Gesamt | 100 | 31 | 100 | 37 | |
| Wahlbeteiligung in % | 52,6 | 53,4 | |||
Bürgermeister [Bearbeiten]
- 1919–: Friedrich Niepoth, DVP
- 1933: Alfred Klostermann, NSDAP
- 1960–1970: Hanns-Heinz Bielefeld, FDP
- 1970–1994: Siegfried Klee, SPD
- seit 1995: Hans-Jürgen Schäfer, CDU - Ergebnis der letzten Wahl (Direktwahl): 28. Oktober 2012 mit 60,4 % bei einer Wahlbeteiligung von 57,3 %, wurde 1995 erstmals direkt gewählt.
Ortsvorsteher des Ortsteils Schlitz ist Thomas Landgraf (Stand April 2012).
Städtepartnerschaften [Bearbeiten]
Städtepartnerschaften gibt es mit folgenden Städten:
Bogyiszló, Ungarn
Museen [Bearbeiten]
Heimatmuseum
Bauwerke [Bearbeiten]
- Ev. Stadtkirche (ehem. St. Margarethen), 812 geweiht[8]
- Vorderburg
- Hinterburg
- Hinterturm (36m Höhe) mit Turmauffahrt per Aufzug, in der Adventszeit: größte „Kerze“ der Welt. Dabei wird der Hinterturm in ein rotes seidenes Tuch gehüllt und eine Kerzenspitze aus mehreren hunderten Glühbirnen aufgesetzt, die schon von weitem sichtbar ist.
- Schachtenburg
- Ottoburg
- Marktbrunnen
- Rathaus
- Auerhahn-Brauerei
- Schlitzer Kornbrennerei
- Burg Seeburg (beim Stadtteil Hartershausen)
- Kath. Pfarrkirche Christkönig
- Sandkirche auf dem städt. Friedhof, 1612
- Schloss Hallenburg
- Burg Niederschlitz
Kultur [Bearbeiten]
Sport [Bearbeiten]
Örtliche Sportvereine sind unter anderem die TSG-Schlitz, der FSV Pfordt und der SV Queck.
Vereine (Kultur) [Bearbeiten]
- 1. Ützhäuser Bauwagen - Club
- Backhuss-Jonge Willofs
- Egerländer Gmoi
- Freunde und Förderer der Hess. Akademie für musisch-kulturelle Bildung e.V.
- Förderverein Heraklius-Wandmalereien in der Evangelischen Kirche Fraurombach e.V. 'Buisch ahl Huss'
- Heimat- und Trachtenfestverein Schlitzerland e.V.
- Hutzeljonge Hutzdorf
- Jugendfeuerwehr Rimbach
- Karnevalsverein Ützhausen
- Kirmesburschenschaften
- Kulturbund Queck
- Landfrauenverein Schlitz
- Schenne-Verein Hutzdorf
- Schlitzerländer Trachten- und Volkstanzkreis e.V.
- VHC Zweigverein Schlitz
- Geflügelzuchtverein Schlitz und Schlitzerland e.V..
- Rad-Wander-Ski-Club Ützhausen e.V.
Freizeit- und Sportanlagen [Bearbeiten]
Hallenbad, Freibad, Campingplatz, 3-Felder-Sporthalle, 2 Baggerseen (Stadtteil Pfordt).
Durch Schlitz verlaufen folgende Radwanderwege:
- Der verlängerte Vulkanradweg, der auf der ehemaligen Trasse der Vogelsbergbahn von Altenstadt in der Wetterau bis Lauterbach führt und später bis Schlitz verlängert wurde.
- Der Vulkanradweg ist inzwischen Teil des BahnRadwegs Hessen, der von Hanau auf ehemaligen Bahntrassen ca. 250 km durch den Vogelsberg und die Rhön führt.
- Der Hessischer Radfernweg R7 verbindet Werra und Taunus über den Vogelsberg.
- Bis ins Fuldatal sind es auf dem R7 noch zwei Kilometer, wo der Hessische Radfernweg R1 (Fulda-Radweg) und die D-Route 9 (Weser-Romantische-Straße) verlaufen. Der R1 führt über 250 km von den Höhen der Rhön entlang der Fulda bis Bad Karlshafen an der Weser. Die D-Route 9 führt von der Nordsee über Bremen, Kassel, Fulda und das Taubertal nach Füssen im Allgäu (1.197 km).
Regelmäßige Veranstaltungen [Bearbeiten]
- Das Schlitzerländer Trachtenfest findet immer in ungeraden Jahren am zweiten Juliwochenende statt.
- Das Schlitzer Altbierfest, welches immer in den geraden Jahren im Juli stattfindet.
- Der Schlitzerländer Weihnachtsmarkt. Hierfür wird der Hinterturm durch Dekoration in eine „rote Kerze“ verwandelt.
- Das Schlitzer Rünkelrübenfest, bei dem die ganze Stadt mit Runkelrüben verziert wird.
Wirtschaft und Infrastruktur [Bearbeiten]
In Schlitz sind zahlreiche Firmen vertreten. Mit einer der großen Arbeitgeber ist die bekannte Elektroindustrie Firma Eichhoff GmbH, die hier ihren Firmensitz mit etwa 130 Beschäftigten hat. Eichhoff muss jedoch demnächst geschlossen werden[9][10]. Arbeitsplätze gibt es auch in einer Niederlassung der KEP AG die in der Logistikbranche als Kurierdienst tätig sind. Weitere Arbeitsplätze sind in der von Georg Gottlieb Langheinrich 1832 gegründeten Textil Firma Langheinrich mit 120 Beschäftigten. Die Schlitzer Leinen-Industrie Driessen GmbH & Co. KG wurde 1933 gegründet und beschäftigt etwa 30 Mitarbeiter in Weberei, Ausrüstung und Konfektion. Im Jahr 1997 wurde die Holzindustrie Schlitz GmbH & Co. KG von der Pfeifer Gruppe übernommen und ist in Schlitz einem Komplettanbieter im Bereich Schalungsplatten und Schalungsträger.
Verkehr [Bearbeiten]
Schlitz ist für den Fernverkehr über die A 7 über die Abfahrt Hünfeld/Schlitz erreichbar. In der Nähe liegen die Städte Fulda und Lauterbach.
Öffentliche Einrichtungen [Bearbeiten]
Leihbücherei, Bürgerhaus
Bildung [Bearbeiten]
In Schlitz befindet sich:
- Hessische Akademie für musisch-kulturelle Bildung gGmbH (Landesmusikakademie) im Schloss Hallenburg.
- Gesamtschule Schlitzerland
- Dieffenbachschule (Grundschule)
Persönlichkeiten [Bearbeiten]
Söhne und Töchter der Stadt [Bearbeiten]
in chronologischer Sortierung nach Geburtsjahr
- Friedrich Wilhelm von Schlitz (1647–1728), Geheimrat und Kammerpräsident
- Heinrich Schäfer (1794–1869), Historiker
- Georg Christian Dieffenbach (1822–1901), Pfarrer und Dichter
- Ernst Süffert (1863–1933), Verwaltungsjurist, Präsident der Oberrechnungskammer und des hessischen Verwaltungsgerichtshofs
- Friedrich Niepoth (1888–1963), Bürgermeister von Schlitz und Landtagsabgeordneter (DVP)
- Jost Trier (1894–1970), Altgermanist
- Bianca Döring (* 1957), Schriftstellerin, Musikerin und Malerin
- Volker Jung (Theologe) (* 1960), Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau
- Florian Illies (* 1971), Journalist, Schriftsteller, der in Schlitz aufgewachsen ist und in seinem Buch Ortsgespräch das deutsche Landleben am Beispiel seines Heimatortes beschreibt.
Weitere Persönlichkeiten [Bearbeiten]
in chronologischer Sortierung nach Geburtsjahr
- Cyriacus Spangenberg (1528–1604), evangelischer Theologe, Kirchenlieddichter und Historiker. War von 1581–1595 Pfarrer in Schlitz.
- Gudrun Pausewang (* 1928), Autorin, lebt seit 1972 in der Stadt. Ihre erfolgreichen Bücher Die Wolke und Die letzten Kinder von Schewenborn spielen zum Teil in Schlitz.
Literatur [Bearbeiten]
- Karl Wagner, Gustav Georg Lange, Johann Wolfgang Appell: Das Großherzogtum Hessen, Darmstadt 1849, Bd. 2, S. 99 ff.
- Gudrun Pausewang: Die Wolke: jetzt werden wir nicht mehr sagen können, wir hätten von nichts gewusst. Ravensburger Buchverlag, Ravensburg 2006, ISBN 3-473-58240-9.
- Florian Illies: Ortsgespräch. Karl Blessing Verlag, München 2006, ISBN 3-89667-262-2.
- Heinrich Sippel: Ein Streifzug durch die Schlitzer Geschichte, Schlitz 1987
Weblinks [Bearbeiten]
- Offizielle Seite der Stadt Schlitz
- www.in-schlitz.de – Unterhaltsames und Informatives aus der Burgenstadt
- Schlitz im Historischen Ortslexikon des Hessischen Landesamtes für geschichtliche Landeskunde
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Bevölkerung der hessischen Gemeinden am 31. Dezember 2011 (Hilfe dazu)
- ↑ klima.org: [1]
- ↑ Johann Andreas Demian: Beschreibung oder Statistik und Topographie des Großherzogthums Hessen, Le Roux, 1825, S. 361 (Google Books)
- ↑ Hessisches Landesamt für geschichtliche Landeskunde: [2]
- ↑ Hessisches Statistisches Landesamt: [3]
- ↑ www.statistik-hessen.de: [4]
- ↑ Endgültiges Ergebnis der Gemeindewahl am 27. März 2011, Schlitz, Hessisches Statistisches Landesamt. Abgerufen am 11. April 2011.
- ↑ http://www.kirche-schlitz.de Website der Evangelischen Kirchengemeinde Schlitz
- ↑ Schließt Insolvenzverwalter „Eichhoff“-Werk - Bürgermeister: „Katastrophe“
- ↑ Firma Eichhoff in Schlitz meldet Insolvenz an
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