Hünfeld

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Hünfeld
Hünfeld
Deutschlandkarte, Position der Stadt Hünfeld hervorgehoben
50.6733333333339.7661111111111261Koordinaten: 50° 40′ N, 9° 46′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Kassel
Landkreis: Fulda
Höhe: 261 m ü. NHN
Fläche: 119,77 km²
Einwohner: 15.861 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 132 Einwohner je km²
Postleitzahl: 36088
Vorwahlen: 06652, 06672 (Malges)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: FD
Gemeindeschlüssel: 06 6 31 015
Stadtgliederung: 15 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Konrad-Adenauer-Platz 1
36088 Hünfeld
Webpräsenz: www.huenfeld.de
Bürgermeister: Stefan Schwenk (CDU)
Lage der Stadt Hünfeld im Landkreis Fulda
Eiterfeld Burghaun Rasdorf Hünfeld Nüsttal Bad Salzschlirf Großenlüder Fulda Petersberg (Hessen) Hofbieber Tann (Rhön) Hilders Dipperz Künzell Poppenhausen (Wasserkuppe) Ehrenberg (Rhön) Gersfeld (Rhön) Ebersburg Eichenzell Kalbach Flieden Hosenfeld Neuhof (bei Fulda) Main-Kinzig-Kreis Bayern Thüringen Landkreis Hersfeld-Rotenburg VogelsbergkreisKarte
Über dieses Bild
Rathaus Hünfeld 2009
Rathaus Hünfeld im Advent

Hünfeld ist eine Stadt im Landkreis Fulda in Osthessen, Deutschland.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Die Konrad-Zuse-Stadt Hünfeld liegt an dem Fluss Haune nahe dem Naturpark Hessische Rhön (Hessisches Kegelspiel). Die nächstgrößere Stadt im Süden ist Fulda, etwa 16 Kilometer weit entfernt und im Norden Bad Hersfeld, etwa 26 km weit entfernt.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Hünfeld grenzt im Norden an die Gemeinde Eiterfeld, im Osten an die Gemeinden Rasdorf und Nüsttal, im Südosten an die Gemeinde Hofbieber, im Süden an die Gemeinde Petersberg und die Stadt Fulda (alle im Landkreis Fulda), sowie im Westen an die Stadt Schlitz (Vogelsbergkreis) und die Gemeinde Burghaun (Landkreis Fulda).

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Neben dem Stadtkern (Hünfeld-Mitte) besteht Hünfeld aus den Stadtteilen Dammersbach, Großenbach, Kirchhasel, Mackenzell, Malges, Michelsrombach, Molzbach, Nüst, Oberfeld, Oberrombach, Roßbach, Rudolphshan, Rückers und Sargenzell.

Geschichte[Bearbeiten]

Stadtbild

Erstmals urkundlich erwähnt wurde Hünfeld als Campus Unofelt (Bedeutung: Feld an der Hunaha - gemeint ist der Fluss Haune) in einer Urkunde aus dem Jahr 781. Darin wurde das Gebiet des mittleren Hauneeinzugsgebietes durch den späteren Kaiser Karl den Großen der Abtei Fulda übereignet. Die Abtei Fulda gründete spätestens zu Beginn des 9. Jahrhunderts eine cella in Huniofelt, die am 27. März 815 zum ersten Mal erwähnt wurde. In dieser Urkunde erhielt die Abtei Fulda das Zehntrecht an der Zelle und einigen weiteren Orten der näheren Umgebung.

Hier überquerte die Heer- und Handelsstraße Antsanvia, vermutlich an einer Furt, die Haune. Die Zelle entstand an dieser Furt, an der sich früher vermutlich schon ein fränkischer Königshof befunden hatte. Die Zelle entwickelte sich schnell zu einem Kloster; bereits am 20. Februar 825 wird Hünfeld als monasterium schriftlich erwähnt. Die erste Siedlung entwickelte sich um das Kloster. Das Kloster hatte um 883 einen Konvent von 33 Mönchen und 13 Schülern. Vermutlich wurde das Kloster bei einem Einfall der Ungarn im Jahre 915 zerstört. Der Wiederaufbau erfolgte durch Kanoniker als Kollegiatstift. In der evangelischen Pfarrkirche in Hünfeld sind noch Reste aus der damals neu errichteten gotischen Stiftskirche erhalten (Chorabschluss, in der Nordwand und am Turm). Der erste Propst ist im Jahr 1128 beurkundet.

Unter anderem durch die verkehrsgünstige Lage bekam Hünfeld 1244 das Marktrecht. Am 27. Juli 1310 folgten die Gelnhäuser Stadtrechte, die von König Heinrich VII. verliehen wurden.[2] Die Heerstraße brachte jedoch nicht nur Segen für die Stadt: Durch Kriege wurde sie oft in Mitleidenschaft gezogen; Napoleon zog zum Beispiel neunmal durch die Stadt an der Haune.

Auch der Dichter Goethe besuchte die Stadt und schrieb 1814 das Gedicht Jahrmarkt zu Hünfeld über seine Eindrücke.

Am 29. Oktober 1888 fiel der gesamte Stadtkern einem verheerenden Großbrand zum Opfer. In der Folgezeit entstanden zahlreiche Bauten, wie das Rathaus oder das Bonifatiuskloster der 1895 auf Bitten der Bürger nach Hünfeld gekommenen Oblatenmissionare.

Bis zur Gebietsreform 1972 war Hünfeld Kreisstadt des gleichnamigen Landkreises. Im Jahr 2000 war Hünfeld „Hessentagsstadt“, 2011 erhielt die Stadt zusammen mit ihrer französischen Partnerstadt Landerneau den Europapreis des Europarates für ihre herausragenden Bemühungen um die Europäische Integration.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Februar 1971 wurden die bisher selbständigen Gemeinden Mackenzell, Malges, Michelsrombach, Molzbach, Oberfeld, Oberrombach, Roßbach, Rudolphshan, Rückers und Sargenzell eingegliedert. Am 31. Dezember 1971 kamen Dammersbach, Großenbach, Kirchhasel und Nüst hinzu.[3]

Die Einwohnerzahl wuchs von damals 7.500 auf heute 16.000 Einwohner. Durch diese Gebiets- und Verwaltungsreform wurde Hünfeld auch eine der größten Flächenstädte in Hessen. Die Gemarkungsfläche stieg von 12 auf fast 120 Quadratkilometer.

Politik[Bearbeiten]

Stadtverordnetenversammlung[Bearbeiten]

Kommunalwahl 2011 in Hünfeld
 %
70
60
50
40
30
20
10
0
61,6 %
18,7 %
14,4 %
5,3 %
n. k.
n. k.
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2006
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
-2,7 %p
+4,7 %p
+1,8 %p
+1,1 %p
-3,1 %p
-1,9 %p

Die Kommunalwahl am 27. März 2011 ergab folgende Sitzverteilung:[4]

Parteien und Wählergemeinschaften %
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 61,6 20 64,3 24 59,0 22
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 18,7 6 14,0 5 16,4 6
CWE Christliche Wähler-Einheit 14,4 5 12,6 5 13,3 5
FDP Freie Demokratische Partei 5,3 2 4,2 1 3,2 1
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 3,1 1 3,6 1
HüLi Hünfelder Liste 1,9 1 4,4 2
gesamt 100,0 31 100,0 37 100,0 37
Wahlbeteiligung in % 52,9 50,3 61,2

Wappen[Bearbeiten]

Logo der Stadt Hünfeld

Blasonierung: Das Wappen besteht aus einem mäßig barockisierten Schild auf blauem Grund mit weißer Umrandung. Auf dem blau-weißen Grund des Schildes befindet sich ein weißes durchgehendes Kreuz, das in schwarzen Linien doppelt gefasst ist. Dieses Kreuz geht abgewandelt auf das schwarze Fuldaer Stiftskreuz zurück.[5]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bonifatiuskloster Hünfeld
Grab von Konrad Zuse

Bäder[Bearbeiten]

Hünfeld besitzt ein Freibad und ein Hallenbad.[6] Das Freibad ist im Frühling und im Sommer geöffnet. Das Hallenbad ist im Herbst und Winter geöffnet.

Bauwerke[Bearbeiten]

Museen[Bearbeiten]

Am Kirchplatz in Hünfeld gibt es das Stadt- und Kreisgeschichtliche Museum Hünfeld. Es wurde im Jahr 2007 auf eine Ausstellungsfläche vom 1200 m² erweitert und in Konrad-Zuse-Museum umbenannt.

Auf dem Gelände eines ehemaligen Gaswerkes befindet sich das Museum Modern Art Hünfeld. Es wird vom Künstler Gerhard Jürgen Blum-Kwiatkowski geleitet und stellt internationale Werke der Konkreten und Intelligiblen Kunst aus. Das ebenfalls von Blum-Kwiatkowski initiierte Projekt Das offene Buch, bei dem Texte der Konkreten Poesie an Hauswänden angebracht werden, gehört mit seinen inzwischen über 120 Werken zum Stadtbild Hünfelds. Die Stiftung Museum Modern Art errichtete 22 Tafeln mit typische Redewendungen in Rhöner Mundart entlang des Kegelspielradweges, wobei drei Tafeln auf Hünfelder Strecke Angebracht sind. Ferner gestalten zahlreiche Skulpturen den öffentlichen Raum der Stadt.

Sport[Bearbeiten]

Der örtliche Sportverein ist der Hünfelder SV. Der derzeitige Trainer der 1.Herren-Fußballmannschaft (Hessenliga) ist Dominik Weber. Der Verein spielt im heimischen Stadion Rhönkampfbahn. Der Trainer der 2. Mannschaft (Gruppenliga Fulda) ist Mario Rohde.

Im Hünfelder Bürgerpark befinden sich 8 Tennisplätze des 1950 gegründeten Tennisclub Blau-Weiß Hünfeld. Seit 1995 findet alljährlich ein nationales Jugend- und Erwachsenenturnier statt.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Frühlingsmarkt (…)
  • Reitturnier, Freilandturnier, zweite Wochenende im August
  • Nationales Tennisturnier am vorletzten Wochenende der Hessischen Sommerferien
  • Lange Nacht mit geöffneten Geschäften, Straßengastronomie und Livemusik von drei Bühnen
  • Gaalbernfest (nach den Sommerferien)
  • Martinsmarkt (immer am Wochenende Samstag und Sonntag um den 11.11.)
  • Jubilatekonzert (meist Mitte November an einem Sonntagabend in der Klosterkirche des Bonifatiusklosters)
  • Weihnachtsmarkt (im Dezember vor dem Rathaus)
  • Silvesterkonzert mit Hünfelder Neujahrslied am Silvesterabend vor dem Rathaus
  • Wochenmarkt (Freitag von 8 bis 13 Uhr am Anger)
  • Kirmes (Im Herbst in nahezu sämtlichen Gemeinden Hünfelds)
  • Schützenfest des Schützenvereins Wilhelm Tell Hünfeld
  • Klosterparkfest im St. Bonifatiuskloster (an einem Sonntag im August)

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Hünfelds wirtschaftlicher Aufschwung begann nach dem Zweiten Weltkrieg. Hier siedelten sich Maschinenbau- und metallverarbeitende Betriebe an. Der größte Arbeitgeber ist die weltbekannte Haarkosmetikfirma Wella, die hier in ihrer Produktionsstätte mehr als 1.000 Mitarbeiter beschäftigt. Wella wurde vom US-amerikanischen Konzern Procter & Gamble übernommen. Weitere Arbeitsplätze gibt es im Verwaltungsbereich. In den letzten Jahren wurden zentrale hessische Verwaltungsstellen nach Hünfeld verlagert.

Verkehr[Bearbeiten]

Durch die Stadt führen die Bundesstraßen 27 und 84. Die Bundesautobahn 7 führt ebenfalls durch die Gemeindegemarkung und die Stadt ist über die Anschlussstelle 90, Hünfeld/Schlitz zu erreichen.

Die Stadt hat einen Bahnhof an der Linie Fulda–Bad HersfeldBebraKassel/Erfurt (siehe auch: Bahnstrecke Bebra–Fulda). Auf einer ehemaligen Bahnstrecke, Bahnstrecke Hünfeld–Wenigentaft-Mansbach die durch Hünfeld führt, ist ein Radwanderweg am 27. April 2007 eröffnet worden.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Die Justizvollzugsanstalt Hünfeld ist die erste teilprivatisierte Justizvollzugsanstalt (JVA) Deutschlands, die im Dezember 2005 fertiggestellt wurde. In diesem Zuge wurde auch an der Konrad-Zuse-Schule die Möglichkeit geschaffen, Justizvollzugsbeamte auszubilden.

In Hünfeld befindet sich mit dem Amtsgericht Hünfeld das zentrale Mahngericht für das Bundesland Hessen.

Hünfeld ist Sitz einer Bundespolizeiabteilung der Bundesbereitschaftspolizei sowie seit 1990 einer Außenstelle der Hessischen Zentrale für Datenverarbeitung.

Bildung[Bearbeiten]

Hünfeld hat insgesamt vier Grundschulen, zwei im Stadtkern und zwei weitere in den Ortschaften Mackenzell und Michelsrombach. Dazu kommt eine Sonderschule für Lernbehinderte und eine Schule für Praktisch Bildbare. Die zwei Grundschulen im Stadtkern, sowie die Sonderschulen sind:

  • Paul-Gerhardt-Schule (Grundschule)
  • Johann-Adam-Förster-Schule (Grundschule)
  • Christian-Andersen-Schule (Schule für Lernhilfe)
  • Vinzenz-von-Paul-Schule (Schule für Geistige Entwicklung)

Bei den weiterführenden Schulen gibt es ein Gymnasium und eine Haupt- und Realschule sowie eine Berufliche Schule.

  • Wigbertschule (Gymnasium)
  • Jahnschule (Haupt- und Realschule)
  • Konrad-Zuse-Schule (Berufliche Schule des Landkreises Fulda)

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Denkmal des Konrad Zuse im Stadtpark Hünfeld

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben bzw. wirken[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • August Weber: Die Geschichte der Stadt Hünfeld, Hrsg. in Verb. mit d. Geschichts- u. Heimatmuseumsverein Hünfeld, Hünfeld, 1951.
  • Otto Helmer, Peter Krahulec, Günther Becker: Hünfeld, das Tor zur Rhön : Porträt einer Kreisstadt und ihrer Landschaft. Schneider u. Weber, Kassel, 1969.
  • August Weber: Die Geschichte des Kreises Hünfeld. Parzeller, Fulda, 1960.
  • Armin Sieburg [Hrsg.]: Stadtarchiv Hünfeld : ältere Akten und Amtsbücher. Hessisches Staatsarchiv Marburg, Marburg, 1996. ISBN 3-88964-172-5

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hünfeld – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Hünfeld – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerung der hessischen Gemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Hessisches Staatsarchiv Marburg, Urkunden 75, Nr. 207.
  3.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 399.
  4. Stadt Hünfeld: Vollständiges Wahlergebnis
  5. Satzung zum Schutze des Stadtwappens der Stadt Hünfeld und des Stadtsiegels einschließlich Änderungen der Artikelsatzung vom 07.11.2001 §1
  6. Bäder in Hünfeld