Seirei shitei toshi

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Lage der seit 2012 20 seirei shitei toshi in Japan.

Seirei shitei toshi (jap. 政令指定都市, dt. etwa „durch Regierungsverordnung bestimmte [Groß-]Stadt“, kurz seirei-shi (政令市) oder shitei toshi (指定都市); engl. unter anderem city designated by government ordinance, decree-designated cities, government-appointed major cities) sind kreisfreie Städte (shi) in Japan, die bestimmte Verwaltungsaufgaben unter anderem bei Sozialleistungen, Stadtplanung, Bildung und Straßenbau übernehmen, für die in anderen Gemeinden die jeweiligen Präfekturverwaltungen verantwortlich sind. Außerdem gliedern sich seirei shitei toshi in [Stadt-]Bezirke (ku), an die sie wiederum einige Verwaltungsaufgaben wie zum Beispiel Meldeangelegenheiten delegieren. Unter den besonderen Formen für große Städte haben seirei-shi vor den chūkaku-shi („Kernstädte“; 1994 eingeführt) und den tokurei-shi („Ausnahmestädten“; 1999 eingeführt) die umfangreichsten Verwaltungskompetenzen.

Voraussetzung für die Ernennung einer seirei-shi durch das Kabinett ist eine Einwohnerzahl von mindestens 500.000. Das Verfahren zur Ernennung ist nicht gesetzlich geregelt, beginnt aber üblicherweise mit einem Beschluss im Stadtparlament, gefolgt von Beratungen von Gouverneur und Parlament der betroffenen Präfektur; nach einem entsprechenden Antrag an den Innenminister (Sōmu-daijin) beraten Ministerien und Behörden der Zentralregierung, bevor das Kabinett die Verordnung zur Ernennung beschließt.

Geschichte[Bearbeiten]

Eingeführt wurde der Status 1956 und zunächst den fünf verbliebenen der sechs größten Städte Japans (die Stadt Tokio war 1943 in der Präfektur Tokio aufgegangen) verliehen, die bereits im Kaiserreich über Jahrzehnte mehr Kompetenzen von den [im Kaiserreich nicht gewählten] Zentral- und Präfekturregierungen eingefordert hatten und für die schon vor dem Krieg bestimmte Sonderregelungen galten: Ōsaka, Kyōto, Yokohama, Nagoya und Kōbe. In der Besatzungszeit wurde im „Gesetz über lokale Selbstverwaltung“ (chihō-jichi-hō) 1947 für diese Städte der Status von tokubetsu-shi („Sonderstädten“) festgehalten, solche wären aus den Präfekturen herausgelöst worden und hätten selbst auf Präfekturebene gestanden; die Umsetzung dieser Reform wurde aber von der nationalen Politik und den Präfekturverwaltungen durch zusätzliche Bestimmungen, insbesondere die Einführung einer präfekturweiten Volksabstimmung als Voraussetzung, praktisch verhindert. 1956 änderte das nationale Parlament das Gesetz und ersetzte den eigentlich für die Großstädte vorgesehenen Status von tokubetsu-shi durch seirei-shi, der den Großstädten zwar zusätzliche Verwaltungskompetenzen verleiht, sie aber nicht ganz von den Präfekturen unabhängig macht.

Die sechste seirei-shi wurde 1963 Kitakyūshū und seit den 1970er Jahren folgten bis 2012 14 weitere Städte, so dass es heute 20 seirei-shi gibt.

Liste[Bearbeiten]

Liste der seirei shitei toshi
Stadt Präfektur Ernennungsjahr Einwohnerzahl
Sapporo Hokkaidō 1972 1.919.684 (Stand: 31. März 2014)
Sendai Miyagi 1989 1.071.947 (Stand: 1. Juli 2014)
Saitama Saitama 2003 1.250.407 (Stand: 1. Juli 2014)
Chiba Chiba 1992 0.965.264 (Stand: 1. Juli 2014)
Yokohama Kanagawa 1956 3.709.777 (Stand: 1. Juli 2014)
Kawasaki Kanagawa 1972 1.459.191 (Stand: 1. Juli 2014)
Sagamihara Kanagawa 2010 0.722.733 (Stand: 1. Juli 2014)
Niigata Niigata 2007 0.808.281 (Stand: 1. Juli 2014)
Shizuoka Shizuoka 2005 0.707.126 (Stand: 1. Juli 2014)
Hamamatsu Shizuoka 2007 0.791.222 (Stand: 1. Juli 2014)
Nagoya Aichi 1956 2.273.947 (Stand: 1. Mai 2014)
Kyōto Kyōto 1956 1.469.912 (Stand: 1. Juli 2014)
Ōsaka Ōsaka 1956 2.685.218 (Stand: 1. Juli 2014)
Sakai Ōsaka 2006 0.840.091 (Stand: 1. Juli 2014)
Kōbe Hyōgo 1956 1.538.281 (Stand: 1. Juli 2014)
Okayama Okayama 2009 0.714.092 (Stand: 1. Juli 2014)
Hiroshima Hiroshima 1980 1.184.785 (Stand: 1. Juni 2014)
Kitakyūshū Fukuoka 1963 0.964.032 (Stand: 1. Juli 2014)
Fukuoka Fukuoka 1972 1.516.575 (Stand: 1. Juli 2014)
Kumamoto Kumamoto 2012 0.739.666 (Stand: 1. Juli 2014)

Weblinks[Bearbeiten]