Uzwil

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Uzwil
Wappen von Uzwil
Basisdaten
Staat: Schweiz
Kanton: Kanton St. Gallen (SG)
Wahlkreis: Wilw
BFS-Nr.: 3408i1f3f4
Postleitzahl: 9240
UN/LOCODE: CH UZW (Uzwil)
CH HNA (Henau)
CH NRL (Niederuzwil)
Koordinaten: 727813 / 25542747.437229.13306564Koordinaten: 47° 26′ 14″ N, 9° 7′ 59″ O; CH1903: 727813 / 255427
Höhe: 564 m ü. M.
Fläche: 14.49 km²
Einwohner: i12'726 (31. Dezember 2012)[1]
Einwohnerdichte: 878 Einw. pro km²
Website: www.uzwil.ch
Karte
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Über dieses Bild
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Uzwil (bis 1964 offiziell Henau genannt) ist eine politische Gemeinde im Wahlkreis Wil des Kantons St. Gallen in der Schweiz.

Geographie[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Dorf Einwohner
(1. Januar 2012)[2]
Niederuzwil 5749
Uzwil 4465
Henau 1428
Algetshausen 591
Niederstetten 140
Oberstetten 112
Stolzenberg 63

Geografie[Bearbeiten]

Die einwohnermässig grösste Toggenburger Gemeinde liegt am Fluss Thur und besteht aus den Dörfern Niederuzwil, Uzwil, Henau, Algetshausen, Niederstetten, Oberstetten und Stolzenberg.

Der höchste Punkt liegt auf dem Vogelsberg mit 700 m ü. M., der tiefste an der Mündung des Flusses Glatt in die Thur mit 490 m ü. M.. Dort befand sich die historische Grenze zwischen dem Fürstenland und dem Toggenburg. Der Bahnhof ist auf 564 m ü. M..[2]

Die Gemeindefläche beträgt 14.5 km². Davon sind 9.6 km² Äcker und Wiesen, 2.4 km² Wald sowie 0.2 km² Gewässer.[2]

Ortsteile[Bearbeiten]

Uzwil[Bearbeiten]

Uzwil ist der Hauptort der Gemeinde Uzwil. Die durch die Industrie geprägte Ortschaft hat 4465 Einwohner und dient der Bevölkerung vorwiegend als Arbeits- und Geschäftsort, es gilt als wirtschaftliches Zentrum der Gemeinde[3]. Neben der 1978 eröffneten Migros am «Steinacker»[4] und dem auf 1999[5] neu erbautem Coop, mit dem der «Allgemeine Konsumverein Uzwil und Umgebung» 1971 fusionierte[6], an der Wattstrasse existieren in Uzwil verschiedene Detailhandelsgeschäfte. Deren Anzahl nahm in den letzten 20 Jahren stark ab.

In Uzwil befindet sich die von Mackay Hugh Baillie Scott im Stil der Arts and Crafts Movement erbaute Villa Waldbühl, ein Kulturgut nationaler Bedeutung.

Niederuzwil[Bearbeiten]

Geburtshaus von Oswald Heer

Das mit 5749 Einwohnern bevölkerungsmässig grösste Dorf der Gemeinde dient vorwiegend als Wohnquartier. Das Wahrzeichen des Dorfes, durch das die Uze fliesst, ist der im 17. Jahrhundert erbaute Kornspeicher. In Niederuzwil existieren verschiedene Freizeitanlagen, wie eine Tennishalle oder das Schwimmbad, Filialen der Coop, Denner (seit 1974[7]), Aldi (seit 2008) und Lidl (seit 2009). Eine Migros existierte von 1957[8] bis 2001[9] an der Ochsenkreuzung. Niederuzwil besitzt seit 1872[10] eine Poststelle. In der Oswald-Heer-Gasse steht das Geburtshaus des 1809 geborenen Botanikers Oswald Heer[11]

Henau[Bearbeiten]

Kirche Henau

Henau ist das älteste Dorf der Gemeinde und bis 1964 der Namensgeber der Gemeinde. Es besitzt 1428 Einwohner und befindet sich an der Thurebene. In Henau befindet sich das älteste Bauwerk der Gemeinde, der Kirchturm, welcher vor 1463 errichtet worden ist. Wie Niederuzwil hat es eine Post. Die Gemeindesportanlage «Rüti» befindet sich hier.[12]

Algetshausen[Bearbeiten]

Algetshausen befindet sich oberhalb Henau. Das 591 Einwohner umfassende Wohndorf besitzt seit 1927 einen eigenen Bahnhof, welcher von den Zügen der S-Bahn St. Gallen bedient wird. Er wird auf Dezember 2013 eingestellt. Es hatte von 1873[13] bis zu deren Aufhebung im Jahre 2010 eine eigene Poststelle[14]. Algetshausen hat eine alljährliche Chilbi.

Niederstetten[Bearbeiten]

Niederstetten mit seinen 140 Einwohnern befindet sich an der Gemeindestrasse zwischen Henau und Schwarzenbach. Am westlichen Ende von Niederstetten an der Gemeindegrenze zu Jonschwil befindet sich der Hauptsitz sowie das regionale Verteilzentrum der Aldi Suisse. Davor wurde dort seit Jahrzehnten Kies abgebaut.[15]

Oberstetten[Bearbeiten]

Oberstetten befindet sich an der Strasse zwischen Algetshausen und Schwarzenbach, oberhalb von Niederstetten. Die durch dieses Dorf führende Strasse bekam 2001 den amtlichen Namen Oklahomastrasse, da die Einwohner das 112-Einwohner-Dorf ihr Dorf in der Umgangssprache schon vorher Oklahoma nannten.[16]

Ober- und Niederstetten sind ländlich geprägt.

Stolzenberg[Bearbeiten]

Das mit 63 Einwohnern kleinste Dorf der Gemeinde befindet sich auf einer Anhöhe zwischen Uzwil und der Strasse Oberuzwil-Flawil. In der Nähe des Dorfes befindet sich der Stolzenbergerweiher. Von Uzwil oder Niederuzwil aus sieht man gut die Pappel-Allee, welche sich vor Stolzenberg oberhalb der Bahnlinie befindet.[17]

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

  • Oberuzwil (zusammengewachsen, südlich)
  • Oberbüren (ca. 1 km nordöstlich von Niederuzwil)
  • Zuzwil SG (ca. 4 km nördlich von Henau)
  • Wil SG (ca. 6 km westlich von Henau)
  • Jonschwil (ca. 4 km südwestlich von Uzwil)

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1850 2264
1900 4898
1950 6885
1980 9724
1990 10980
2000 11957
2010 12655

Uzwil hat 12'726 Einwohner (31. Dezember 2012) und ist einwohnermässig die fünftgrösste Gemeinde des Kantons St. Gallen, der Ausländeranteil beträgt 26.6 %[2].

Altersklasse Anteil[2]
0-19 Jahre 23.4 %
20-39 Jahre 26.3 %
40-59 Jahre 29.5 %
60-79 Jahre 17.0 %
Über 80 Jahre 3.9 %

41 % der Gemeindebewohner bezeichnen sich als katholisch, 24 % als evangelisch-reformiert (2012).[2] Die Muttersprachen sind wie folgt verteilt: 86.2 % Deutsch, 4.3 % Serbokroatisch, 3.0 % Albanisch, 2.6 % Italienisch. Die restlichen Sprachen sind untervertreten (2000)[18].

Wirtschaft[Bearbeiten]

Das im Wirtschaftsraum Wil-Uzwil-Flawil gelegene Uzwil ist von der Industrie geprägt (siehe auch Abschnitt Geschichte).

Der grösste Arbeitgeber ist die Bühler AG (Technologieunternehmen im Bereich Lebensmittel und Druckguss) mit rund 2500 Mitarbeitern am Hauptsitz in Uzwil und 10'000 Mitarbeitern weltweit. Deren Umsatz betrug 2011 rund 2.1 Milliarden Franken.[19]. Die nächstgrössten Arbeitergeber sind die Behindertenwerkstätten Buecherwäldli mit 200 Mitarbeitern, die Alters- und Pflegeheime mit 190 Mitarbeitern, die Benninger AG mit 145 Beschäftigten und die Benninger Guss AG, Cleanfix Reinigungssysteme AG und SwissPrimePack AG mit je 110 Mitarbeitern.[2] Zwei Drittel der Gemeindeflächen werden landwirtschaftlich betrieben.

Insgesamt existieren in Uzwil 6544 Arbeitsplätze, davon 4082 Plätze in 104 Betrieben im sekundären Sektor sowie 2341 Plätze in 301 Betrieben im tertiären Sektor. In der Landwirtschaft, Forst und im Gartenbau gibt es in 44 Betrieben 121 Arbeitsplätze (2008).[2] Total zählt Uzwil 6'069 Erwerbstätige, wovon 2'833 in der Gemeinde Uzwil arbeiten (2000)[2]. Die Gemeinde hat 3698 Zupendler und 3236 Wegpendler (Stand 2000)[20].

Verkehr[Bearbeiten]

Maillart-Brücke am Felsegg

Uzwil liegt an der Autobahn A1/E 60 Zürich-St. Margrethen (Ausfahrt Oberbüren-Uzwil) und an der Hauptstrasse 7. Die ehemalige, 1935 gebaute Schnellstrasse[21] zwischen Gossau und Wil wurde auf Gemeindegebiet bis auf einem Reststück und der von Robert Maillart gebauten 72 Meter langen Thurbrücke am Felsegg bei Henau[22][23] komplett abgetragen und durch die darauf erbaute und 1969 eröffnete Autobahn ersetzt[24].

Die Kantonsstrasse Nr. 38[25] (Hauptstrasse 444[26]) von der Kantonsgrenze zwischen Bischofszell und Niederbüren nach Oberuzwil verläuft als die Bahnhofstrasse durch Niederuzwil und Uzwil. Die Kantonsstrasse Nr. 54[27] verbindet Niederuzwil mit Flawil und die Kantonsstrasse Nr. 119[28] führt von Henau aus über die Maillart-Brücke nach Zuzwil.

Mit dem Bau der Autobahn wurde 1968 als Autobahnzubringer eine vierspurige Strasse mit getrennten Fahrbahnen zwischen Oberbüren und dem Lindenplatz in Uzwil gebaut[29], ursprünglich war eine Weiterführung nach Oberuzwil geplant, die aber vom Volk mehrfach verworfen worden ist. Seit Ende der 1990er-Jahre ist die Strasse nach und nach auf zwei Spuren reduziert worden.

Uzwil liegt an der SBB-Bahnlinie Wil–St. Gallen. Auf Gemeindegebiet befinden sich die Bahnhöfe Uzwil und Algetshausen-Henau. Der Bahnhof Uzwil, der von den Gemeinden Uzwil und Oberuzwil getragen wird, wird stündlich von InterCitys der Relation GenfSt. Gallen bedient. Dazu halten stündlich und zu Hauptverkehrszeiten an Werktagen halbstündlich die S1 der S-Bahn St. Gallen in Uzwil. Diese S-Bahnen halten auch in der 1927[30] eröffnete Haltestelle Algetshausen-Henau. Diese Haltestelle wird durch das neue S-Bahn-Konzept des Kantons auf 2013 eingestellt und durch den Busverkehr ersetzt.

Politik und Gemeindeorganisation[Bearbeiten]

Das oberste Organ ist die Bürgerversammlung, welche im April und im November stattfinden.

Der Gemeinderat besteht aus sieben Mitgliedern, zwei davon sind vollamtlich eingestellt. Der Gemeinderat ist in einem Ressortsystem organisiert. Von den Gemeinderäten gehören in der aktuellen Periode (bis Ende 2012) drei Mitglieder der CVP, sowie jeweils zwei der SP und der FDP an. Gemeindepräsident ist Lucas Keel (CVP).[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Frühgeschichte[Bearbeiten]

Der Name Gill, ein Weiler Uzwils an der Thur, hat keltischen Ursprung.

Alemannische Grabfunde in Niederuzwil aus dem 3. Jahrhundert weisen auf eine damalige Siedlung hin.

Vorindustrielle Geschichte der heutigen Siedlung[Bearbeiten]

Henau (Villa Aninauva) wurde 754 in der so genannten Henauer Urkunde erstmals erwähnt und gilt als Ursprung der Gemeinde. In dieser Urkunde sind auch naheliegende Dörfer erstmals erwähnt worden, so unter anderem Wil SG oder Wilen bei Wil (ist nicht geklärt), Rickenbach TG, Züberwangen, Weieren oder Dussnang. In der besagten Urkunde vermachte ein Rotphald seine Besitztümer dem Kloster St. Gallen. Er wollte dadurch sicherstellen, dass seine Seele in den Himmel kommt. Zu dieser Zeit existierte höchstwahrscheinlich bereits ein Gotteshaus in Henau. Belegt ist ein Neubau um 800 und eine Urkunde von 893.

Der Name Uzwil kommt vom Namen Uzzinwilare, was in etwa «Hof vom Uzzo» bedeutet. Dieser Name tauchte erstmals 819 auf. Uzzinwilare umfasste damals das weite Gebiet des heutigen Niederuzwil bis Oberuzwil. In der Frakturschrift wurde Uzwil als Utzwyl bezeichnet.

Algetshausen ist 854 erstmals urkundlich erwähnt. Die älteste Erwähnung von Niederuzwil ist auf 1277 datiert, diejenige von Oberstetten 1322 und von Niederstetten 1324. Ober- und Niederstetten wurden während der Appenzellerkriege 1403 durch die Appenzeller verwüstet.

Die jetzige Henauer Kirche ist um das 15. Jahrhundert errichtet worden. In der Reformationszeit durften die katholischen Pfarrer in Henau, nachdem die Bauern sich gegen den Zehnten wehrten, zwischen 1527 und 1541 keine Gottesdienste mehr abhalten. Anschliessend durften beide Konfessionen die Kirche bis zum Bau der eigenen reformierten Kirche in Niederuzwil im Jahre 1871 verwenden. Dennoch sind mehrere Konflikte zwischen den Katholiken und Reformierten bekannt, welche teilweise gewalttätig wurden. So gab es 1707 bei Auseinandersetzungen an einem Kirchweihabend einen Todesfall und zwei Schwerverletzte. 1709 kam der evangelische Schulmeister um, im Gegenzug wurde der katholische Pfarrer gefangengenommen, das Pfarrhaus geplündert und der katholische Schulmeister ermordet. Zwei weitere Männer verloren ihr Leben. Während des Toggenburgerkriegs 1712 wurde Henau geplündert und verbrannt.

Niederuzwil erhielt 1556, Niederstetten 1559 und Algetshausen 1571 das Dorfrecht.

Die Pest erforderte 1611 und 1629 viele Opfer. Durch Missernten gab es Auswanderung, so sind 1771 Auswanderungen nach Pommern bekannt. Um ca. 1820 ist nach mehreren Missernten ein Teil der Bevölkerung an Hunger gestorben, andere wiederum wanderten nach Amerika aus.

Mit Gründung der Helvetischen Republik 1798 wurde die Gemeinde Henau erschaffen. 1803, mit der Gründung des Kantons St. Gallen, entstand die heutige politische Gemeinde Henau, zu der die fast unbesiedelte Gegend des heutigen Uzwil umfasste. Um diese Zeit war die Landwirtschaft fast die einzige Einnahmequelle gewesen.

Industrialisierung und neuere Geschichte[Bearbeiten]

Der Niederuzwiler Industrielle Mathias Naef (1792-1846) eröffnete 1821 eine mechanische Weberei, die Mathias Naef & Cie. Dies gilt als Grundstein für die Industrialisierung Uzwils.

Am 25. Dezember 1855 wurde die Bahnlinie der Sankt Gallisch-Appenzellische Eisenbahn Wil–Flawil mit dem Bahnhof «Uzwil» eingeweiht. Ursprünglich war ein Bahnverlauf von Schwarzenbach über den Bettenauerweiher und Oberuzwil nach Flawil geplant. Matthias Naef konnte jedoch seine Pläne für einen anderen Bahnverlauf durchsetzen, so dass die Linie jetzt über Algetshausen und zwischen Nieder- und Oberuzwil verläuft und so der Niederuzwiler Industrie Auftrieb gab.

Eisengiesserei Adolf Bühler, ca. 1860

Die neu gebaute Eisenbahnlinie sowie die Wasserkraft des Flusses Uze bewegten 1859 die Gebrüder Benninger, sich dort niederzulassen. 1860 kaufte Adolf Bühler sen. aus der Hombrechtiker Industriellenfamilie Bühler von Benninger ein Grundstück ab und eröffnete dort eine Eisengiesserei. Die Naefsche Weberei, die Eisenbahnlinie, sowie die Industrien von Benninger und Bühler verursachten einen Einwohnerschub in Uzwil.

Die Bahnhofstrasse als Verbindung zwischen dem Bahnhof Uzwil und der Wasserheilanstalt Bad Buchenthal bei Oberbüren, welche 1843 bis 1907 existierte, wurde aufgewertet und es entstanden Restaurants und Hotels zur Beherbergung dortiger Gäste, welche «… zwar gar nicht von Schweizern, die aus dortiger Gegend alle nach Buchenthal gehen, wohl aber von Ausländern aus weiterer Ferne in hinlänglicher Anzahl besucht»[31] wurde. Die Bahnhofstrasse wurde, wie entsprechende Ansichtskarten belegen,[32] durch Besuche Adliger auch als Kaiserstrasse bezeichnet.[33]

Die drei grossen Uzwiler Firmen gingen im Laufe der Zeit unterschiedliche Wege. Die Naefsche Weberei hatte um die Jahrhundertwende 1900 noch rund 1000 Mitarbeiter, wurde aber schon 1914 von Peter Zweifel übernommen. Die Peter Zweifel AG, Weberei Felsegg wurde 1971 stillgelegt. Dagegen sind Benninger und Bühler heute zwei global tätige Unternehmen.

Die heutige Katholische Kirche in Niederuzwil wurde 1934 auf dem ehemaligen Firmengelände der Mathias Naef & Cie. errichtet, nachdem das katholische Pfarramt 1932 das Gelände von Peter Zweifel abkaufen konnte.

Namen[Bearbeiten]

Vor dem Bau der Bahnlinie gab es Uzwil an sich nicht. Von 1850 bis rund 1880 wurde zunächst nur der Bahnhof als Uzwil bezeichnet. Es war die erste Erwähnung Uzwils, denn vorher war nur von Niederuzwil und Oberuzwil die Rede. Bis dato wurden die Siedlungen nach den Weilern Gupfen, Hub, Zahnershub oder Vogelsberg genannt.

Im Laufe der Jahrzehnte wurde Uzwil mit seiner exportorientierten Maschinenindustrie zur geläufigen Ortsbezeichnung. Um 1880-1885 war schliesslich erstmals von einem Dorf namens «Uzwil» die Rede. Mit der weiteren Expansion des Dorfes Uzwil änderte die Gemeinde schliesslich 1962 ihren Namen von Henau in Uzwil.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bildung[Bearbeiten]

Neben Kindergarten, Primarschulen und Oberstufenangeboten hat Uzwil ein Berufsbildungszentrum. Der Schwerpunkt dieses Zentrum liegt in gewerblich-industriellen, kaufmännischen und Verkaufsberufen.

Zusätzlich liegt die zentrale Ausbildungsstätte des Schweizerischen Verbandes für Wand- und Dachwirtschaftliche Schulen in Uzwil.

Sport[Bearbeiten]

Eishockey[Bearbeiten]

Das Elite-Team des lokalen Clubs EHC Uzwil spielt momentan in der 2. Liga. Der 1941 gegründete Klub qualifizierte sich 1971/72 für die Aufstiegsrunde in die Nationalliga A. In den 1980er-Jahren nahmen sie mehrere Jahre am Spielbetrieb der Nationalliga B teil, mussten dann aus finanziellen Gründen absteigen. Zur Jahrtausendwende wurden sie Amateur-Schweizermeister, verzichteten aber auf den Aufstieg in die NLB.

Die Nachwuchsabteilung des EHC Uzwil gehört zu den besten der Schweiz und aus ihr sind wiederholt Nationalspieler hervorgegangen (Sven Leuenberger, Mathias Seger, Andy Ton, Vjeran Ivankovic). In zwei Alterskategorien ist Uzwil in der höchsten Spielklasse vertreten.

Gespielt wird in der 1961 gebauten und 1984 überdachten Kunsteisbahnhalle «Uzehalle». Zu der Eishalle gehört auch eine Curlinghalle. Dort begann unter anderem Ralph Stöckli seine Karriere.

Andere Sportarten[Bearbeiten]

Neben dem Eishockey ist Uzwil auch durch seinen Badmintonclub geprägt, welcher bis 2011 in der Nationalliga A vertreten war. Daneben gibt es einen Skiclub und einen Radsportverein.

In Henau befindet sich ein Leichtathletikplatz, das Rüti, wo unter anderem der FC Uzwil Fussball in der 2. Liga spielt. Rasensportanlagen hat es mehrere in der Gemeinde verteilt.

Zusätzlich befinden sich auf Gemeindegebiet eine Bocciahalle, eine Tennishalle sowie Tennisplätze.

Freizeit und Vereine[Bearbeiten]

Das Uzwiler Schwimmbad entstand in den 1930er-Jahren im Rahmen eines Beschäftigungsprogramms. Dieses wurde in den 1980er-Jahren grundlegend renoviert. 2006 wurde ein Nachbau des Schwimmbades Uzwil im Pishina-Europark in Zllakuqan, Kosovo, eröffnet.[34]

Für das Vergnügen gibt es das Kino City mit zwei Sälen. Daneben gibt es eine Freizeitwerkstatt, eine Bibliothek, eine Galerie (Galerie zur alten Bank). Es existieren zwei Pfadfinderabteilungen und drei Musikvereine.

Soziales[Bearbeiten]

Für die Vorsorge existieren die Alters- und Pflegeheime Sonnmatt und Marienfried. Die Werkstätten Buecherwäldli beschäftigen Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen oder Beeinträchtigungen. In Niederuzwil ist die von den Pallottinerinnen (Missionsschwestern vom Katholischen Apostolat) gegründete Privatklinik Marienfried tätig, welche sich vor allem auf Geburtshilfe und Frauenheilkunde spezialisiert hat.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Uzwil – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Schweiz – STAT-TAB: Ständige und Nichtständige Wohnbevölkerung nach Region, Geschlecht, Nationalität und Alter (Ständige Wohnbevölkerung)
  2. a b c d e f g h i j uzwil.ch: 2012: Zahlen - Daten - Fakten
  3. www.uzwil.ch: Uzwil
  4. http://www.uzwil.ch/de/portrait/geschichte/welcome.php?action=showinfo&info_id=3120
  5. http://www.uzwil.ch/de/portrait/geschichte/welcome.php?action=showinfo&info_id=3187
  6. http://www.uzwil.ch/de/portrait/geschichte/welcome.php?action=showinfo&info_id=3100
  7. http://www.uzwil.ch/de/portrait/geschichte/welcome.php?action=showinfo&info_id=3105
  8. http://www.uzwil.ch/de/portrait/geschichte/welcome.php?action=showinfo&info_id=3050
  9. http://www.uzwil.ch/de/portrait/geschichte/welcome.php?action=showinfo&info_id=2699
  10. http://www.uzwil.ch/de/portrait/geschichte/welcome.php?action=showinfo&info_id=2741
  11. www.uzwil.ch: Niederuzwil
  12. www.uzwil.ch: Henau
  13. http://www.uzwil.ch/de/portrait/geschichte/welcome.php?action=showinfo&info_id=2744
  14. www.uzwil.ch: Algetshausen
  15. www.uzwil.ch: Niederstetten
  16. www.uzwil.ch: Oberstetten
  17. www.uzwil.ch: Stolzenberg
  18. Atlas der Schweiz 2.0
  19. Bühler AG - 2011, in Partnerschaft mit unseren Kunden. Geschäftsbericht
  20. Atlas der Schweiz 2.0
  21. Autostrassenteilstück wird fertig gestellt, uzwil.ch, abgerufen am 25. Mai 2011
  22. Maillartbrücke, uzwil.ch, abgerufen am 25. Mai 2011
  23. Thurbrücke, Felsegg, swiss-timber-bridges.ch
  24. Gemeinde an das Nationalstrassennetz angeschlossen, uzwil.ch, abgerufen am 25. Mai 2011
  25. Verkehrsbehinderungen zwischen Niederbüren und Bischofszell, sg.ch, abgerufen am 25. Mai 2011. (Nachweis der Kantonsstrassennummer)
  26. SR 741.272 Durchgangsstrassenverordnung, Anhang 2, Art. 3, B. Hauptstrassen, die nicht mit der «Nummerntafel für Hauptstrassen» (4.57) gekennzeichnet sind, admin.ch, abgerufen am 25. Mai 2011.
  27. Kantonsstrasse Nr. 54, Uzwil: Knotenausbau, easymonitoring.ch, abgerufen am 25. Mai 2011. (Nachweis der Kantonsstrassennummer)
  28. Kantonsstrasse Nr. 119, Zuzwil und Uzwil: Abbruch Betonfahrbahn und Einbau Beläge, beschaffungswesen.sg.ch, abgerufen am 25. Mai 2011. (Nachweis der Kantonsstrassennummer)
  29. Lindenplatz: Erster Schritt zur Zentrumsaufwertung, infowilplus.ch, abgerufen am 25. Mai 2011
  30. Halt im Niemandsland, tagblatt.ch, abgerufen am 25. Mai 2011
  31. Dr. Schildbach: Dr. Schildbach in Leipzig: Ein Besuch in einigen Kurorten der Schweiz. 1861, In: Balneologische Zeitung. Bd. XI. 16. September 1861. Nr. 12, S. 187–189
  32. Staatsarchiv St. Gallen: W 238/09.03-15 Uzwil, Detailbilder: Bad Buchenthal, Spinnerei, Hauptstrasse, Kaiserstrasse Kirche und Schule, 1901 (Dokument)
  33. Glattblatt: Ausgabe 2010 (PDF; 3,6 MB), S. 15, durch angebliche Besuche des bulgarischen Kaiser, anderen Adligen oder hochstehende Personen wie Otto von Bismarck.
  34. Wiler Zeitung, 31. Juli 2013, Seite 37: Uzwiler Badi gibt es zweimal
  35. Menschen und Horizonte. In: drs1.ch. Abgerufen am 15. Oktober 2012.
Panoramabild Uzwil-Oberuzwil vom Eppenberg aus. Im Vordergrund von links nach rechts: Bichwil, Riggenschwil; im Hintergrund: Oberuzwil, Uzwil, Industrie Uzwil, Niederuzwil.