S-Bahn St. Gallen

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Netzplan der S-Bahn im Dezember 2013
Der Hauptbahnhof St. Gallen von Westen.

Die S-Bahn St. Gallen ist ein als S-Bahn ausgestaltetes Eisenbahnnetz im Kanton St. Gallen mit zentralem Knotenpunkt im Bahnhof St. Gallen. Die S-Bahn St. Gallen wurde im Jahr 2001 eingeführt und ist Teil des Ostwind Tarifverbunds (OTV), worin alle Ostschweizer Bus- und Bahngesellschaften zusammengeschlossen sind. Bis Dezember 2013 wurde unter dem Projektnamen S-Bahn St. Gallen 2013 das Angebot erheblich ausgebaut. Ziel des Ausbaus war die Verwirklichung des 30-Minuten-Takts an allen grösseren Bahnhöfen im Kanton St. Gallen sowie des 15-Minuten-Takts in der Agglomeration St. Gallen. Analog zur S-Bahn Zürich soll das Angebot in kleineren Schritten, sogenannten Teilergänzungen, kontinuierlich erweitert werden.

Einführung der S-Bahn St. Gallen[Bearbeiten]

Stadler GTW von THURBO auf der S1 zwischen Schwarzenbach und Algetshausen-Henau

Geschichte[Bearbeiten]

Der Begriff S-Bahn St. Gallen wurde 2001 hauptsächlich zu Marketingzwecken eingeführt und brachte nur wenige Verbesserungen. So wurden das vorhandene Rollmaterial wie auch die Strecken übernommen. Als einzige Infrastrukturmassnahme wurde der neue Halt Rorschach Stadt eingeführt. Fahrplanseitig konnte eine Verdichtung des Angebots im Bereich St. Gallen HaggenHeerbrugg erreicht werden. Insgesamt wurde so im Bahnverkehr zwischen dem Rheintal und der Stadt St. Gallen ein Wachstum der Passagierzahlen um 40 % erzielt.[1]

Die einzelnen Strecken und deren Betrieb verteilen sich auf die vier Unternehmen Schweizerische Bundesbahnen (SBB), Südostbahn (SOB), Thurbo und Appenzeller Bahnen (AB), wobei Thurbo ein 90%iges-Tochterunternehmen der SBB ist. Bei der Gründung der S-Bahn St. Gallen waren mit der Trogenerbahn (TB), die heute Teil der AB sind, fünf Unternehmen beteiligt. Alle vier beteiligten Bahnunternehmen sind mehrheitlich im Eigentum verschiedener staatlicher Institutionen.

Seit 2003 werden auf der S5 moderne Gelenktriebwagen des Typs Stadler GTW eingesetzt. Diese Triebwagen sind nach und nach auch auf den anderen Thurbo-Linien eingeführt worden. Seit Sommer 2007 setzt die SOB auf der S9 und zeitweise auch auf der S4 die neubeschafften Stadler FLIRT ein.

Im Jahr 2006 wurde die S9 auf der Teilstrecke WilWattwil auf einen Halbstundentakt verdichtet, und im Jahr 2008 erfolgte an der Seelinie mit der Inbetriebnahme der zwei neuen Haltestellen Arbon Seemoosriet und Steinach ein weiterer moderater Ausbau. Mit diesem im Jahr 2008 erreichten Angebotsstand war ein weiterer Ausbau ohne signifikante Investitionen in die Infrastruktur praktisch nicht mehr möglich.[1]

Liniennetzplan bis 2013[Bearbeiten]

Stadler FLIRT der SOB auf dem Seedamm bei Rapperswil-Jona
Linie Strecke
S 1 Wil–St. Gallen–Heerbrugg–Altstätten (Thurbo)
S 2 Herisau–St. Gallen–Heerbrugg (Thurbo)
S 3 St. Gallen Haggen–St. Gallen–RomanshornKreuzlingenSchaffhausen (SBB)
S 4 St. Gallen–Herisau–Wattwil–Uznach (SOB)
S 5 St. Gallen–BischofszellWeinfelden (BB)
S 6 St. Gallen–St. Gallen Haggen (SOB)
S 7 RorschachRomanshornWeinfelden (Thurbo)
Linie Strecke
S 8 (Schaffhausen–)Kreuzlingen–Romanshorn–Rorschach (Thurbo)
S 9 Wil–Wattwil–Nesslau-Neu St. Johann (Thurbo/SOB)
S 11 St. Gallen–GaisAppenzell (AB)
S 12 St. Gallen–SpeicherTrogen (TB)

Die S9 verkehrt auf der Teilstrecke Wil – Wattwil halbstündlich und die S11 und 12 verkehren halbstündlich oder öfters. Alle anderen Linien verkehren im Stundentakt.

Projekt S-Bahn 2013[Bearbeiten]

Am 9. November 2007 unterzeichnete der Kanton St. Gallen mit den Bahnunternehmen SBB, SOB und Thurbo eine Absichtserklärung, die sich als Ziel setzte, die S-Bahn St. Gallen bis 2013 stark zu erweitern. Zwischen 2005 und 2007 wurde unter dem Vorsitz des Kantons St. Gallen ein Plan für die Weiterentwicklung der S-Bahn erstellt. Ziel des Ausbaus war die Verwirklichung des Halbstundentakts im Regionalverkehr für alle grösseren Bahnhöfe im Kanton sowie die Verwirklichung des Viertelstundentakts für die Agglomeration St. Gallen.[2]

Infrastrukturmassnahmen[Bearbeiten]

Kosten
Projekt Abschnitt Kosten Träger
HGV-A St. Gallen – St. Margrethen 80 Mio. Fr. Bund
St. Margrethen – Sargans 70 Mio. Fr.
S-Bahn 2013 30 Mio. Fr.
50 Mio Fr. Kanton

Dieses Vorhaben setzte eine zeitgerechte Umsetzung von gesamtschweizerischen, durch den Bund finanzierter SBB-Projekte voraus. Insbesondere die sich derzeit im Bau befindlichen HGV-A-Projekte sind von immanenter Bedeutung für die S-Bahn St. Gallen 2013. Namentlich mussten im Korridor St. Gallen – St. Margrethen der durchgehende Doppelspurausbau und im Korridor St. Margrethen – Sargans der Ausbau der Publikumsanlagen in Altstätten, Au und Sargans, die Massnahmen zur Erhöhung der Fahrgeschwindigkeit im Bereich NeugrütRüthi sowie der Bau einer Kreuzungsstelle im Bahnhof Au zwecks Kapazitätserhöhung bis 2013 fertiggestellt sein.[3] Eine Sonderstellung nahm schliesslich der Neubau der sogenannten Spange SOB, eine 300 m lange Verbindungslinie zwischen der Strecke St. Gallen – St. Margrethen und St. Gallen – Romanshorn, ein: Sie wurde im Rahmen von HGV-A durch die SBB errichtet, danach aber an die SOB übergeben.[4] Ein kleiner Teil der notwendigen Investitionen sind auch in der ZEB-Planung enthalten. Hier ist insbesondere der Ausbau der Publikumsanlagen in Salez-Sennwald zu nennen.[5]

Hinzu kommen verschiedene Infrastrukturmassnahmen im Rahmen des eigentlichen S-Bahn-Projekts selbst. Entsprechend der bisherigen schweizerischen Praxis müssen Eisenbahnprojekte von rein lokaler respektive regionaler Bedeutung hauptsächlich von den betroffenen Kantonen getragen werden. Von den gesamten Projektkosten von rund 80 Millionen Franken wurden deshalb mit 50 Millionen der Grossteil vom Kanton St. Gallen getragen und auch der Bundesbeitrag von 30 Millionen Franken wurde vom Kanton vorfinanziert.[2] Am 26. September 2010 fand über den Kantonsbeitrag – der Kantonsratsbeschluss unterstand dem obligatorischen Finanzreferendum – eine Volksabstimmung statt, wobei die Bevölkerung mit 80,8% den Ausbau der S-Bahn klar genehmigte.[6]

Konkret wurden im Rahmen des S-Bahn-Ausbaus im Netz der SBB folgende Verbesserungen der Infrastruktur umgesetzt:[5]

  • Der Hauptbahnhof St. Gallen wurde ab 2012 auf dem Gelände bestehender Abstellgleise mit einem neuen vierten Perron mit einem zusätzlichen durchgehenden und einem zusätzlichen Kopfgleise auf insgesamt sechs Durchgangsgleise und ein Kopfgleis erweitert.
  • Auf der Bahnstrecke Wil–St. Gallen wurden im Teilbereich Gossau – Schwarzenbach SG durch neue Signale und Signalsteuerung die Zugfolgezeiten verkürzt.
  • Die Bahnhöfe Rebstein-Marbach, Oberriet und Rüthi erhielten jeweils ein neues Perron von 170 m Länge und einer Kantenhöhe von 55 cm.
  • An den Bahnhöfen Rebstein-Marbach und Oberriet wurde zudem jeweils ein 500 m langes Gleis erstellt, um das Kreuzen mit Frachtzügen zu ermöglichen.
  • Am Bahnhof Sevelen wurde neben einigen kleineren Umbauten der 220 m lange Hauptperron auf einer Länge von 170 m für barrierefreies Einsteigen auf eine Kantenhöhe von 55 cm erhöht.
  • Am Bahnhof Uznach wurde der bestehende Hauptperron auf 270 m verlängert sowie einige weitere kleinere Umbauten vorgenommen.

Weitere Infrastrukturmassnahmen wurden im Rahmen des S-Bahn-Ausbaus ausserdem im Netz der SOB durchgeführt:

  • Auf der Strecke Herisau – Wattwil wurde wischen dem Ergeten- und dem Weissenbach-Viadukt eine zwei Kilometer lange Strecke zur Kapazitätssteigerung auf Doppelspur ausgebaut. Teil desselben Projekts ist der Bau eines neuen Stellwerks und der Umbau der Publikumsanlagen im Bahnhof Schachen.[7]
  • Der Bahnhof Roggwil-Berg wurde zwecks Kapazitätssteigerung zu einer vollständigen Kreuzungsstelle ausgebaut. Zudem wurden die Publikumsanlagen modernisiert und ein elektronisches Stellwerk anstelle des bestehenden errichtet.[8]

Netzplanung[Bearbeiten]

Der Ausbau der Infrastruktur ermöglichte eine signifikante Erhöhung um rund 30% des Zugangebots im Kanton St. Gallen.[7][1] Ab St. Gallen in Richtung Sargans kann der exakte Viertelstundentakt mit drei S-Bahnen stündlich bis St. Margrethen und deren zwei bis Altstätten nicht vollständig verwirklicht werden. Auch auf der Achse Herisau – St. Gallen – Wittenbach wird der exakte Viertelstundentakt nur in den Hauptverkehrszeiten mit vier S-Bahnen je Stunde verwirklicht. Ausserhalb der Hauptverkehrszeiten verkehren in Richtung Herisau stündlich drei und in Richtung Wittenbach zwei S-Bahnen.[9]

Im Süden des Kantons kann im Bereich Altstätten – Uznach der Stundentakt durch einen Halbstundentakt abgelöst werden, was einer Verdoppelung des Angebots entspricht.[1]

Während die meisten Bahnhöfe deutlich besser bedient werden, bedeutet der allgemeine Ausbau für einige kleinere, schlecht frequentierte Bahnhöfe eine Angebotsreduktion. Dies betrifft insbesondere mehrere kleinere Stationen zwischen Buchs und Sargans sowie zwischen Uzwil und Wil. Namentlich sind dies Algetshausen-Henau und Schwarzenbach zwischen Uzwil und Wil sowie Trübbach, Weite und Räfis-Burgerau zwischen Buchs und Sargans. Diese Reduktion im Bahnverkehr, die fehlenden Kapazitäten für zusätzliche Züge geschuldet ist, soll durch eine gezielte Verbesserung im Busverkehr ausgeglichen werden.[1]

Im überregionalen Verkehr kann durch den Ausbau der Rheintal-Express St. Gallen – Chur um elf Minuten beschleunigt werden, da verschiedene kleinere Orte nur noch durch das ausgebaute S-Bahn-Angebot bedient werden. Hierdurch können zusätzlich deutlich bessere Anschlusszeiten an den Fernverkehr in Sargans, Landquart und St. Gallen erzielt werden. Darüber hinaus wurde der Rheintal-Express bis nach Wil verlängert, um den überregionalen Verkehr auch auf dieser Strecke auszubauen.[1]

Durch eingesparte Halte erfuhr auch der Voralpenexpress St. Gallen – Luzern eine geringe Beschleunigung. Da hier jedoch keine infrastrukturseitige Beschleunigung verwirklicht wird, bleibt der Fahrzeitgewinn mit drei Minuten bescheiden.[9]

Liniennetzplan seit Dezember 2013[Bearbeiten]

S-Bahnlinien[10]
S 1 Wil–Uzwil-Gossau–St. Gallen
S 2 St. Gallen–Rohrschach-St. Margrethen–Altstätten
S 3 Herisau–St. Gallen-Rorschach-St. Margrethen
S 4 Sargans–Buchs SG-Altstätten-St. Margrethen–Rorschach–St. Gallen–Herisau–Wattwil–Uznach–Ziegelbrücke–Sargans[Anm. 1]
S 5 Weinfelden–Gossau–St. Gallen
S 6 Rapperswil–Uznach–Ziegelbrücke-Schwanden
S 7 Weinfelden–Romanshorn–Rorschach
S 8 Nesslau-Neu St. Johann–St. Gallen–Schaffhausen
S 9 Wil–Lichtensteig-Wattwil
S 10 Wil–Weinfelden
S 12 Sargans – Bad Ragaz – Landquart – Chur
S 14 Weinfelden – Kreuzlingen – Konstanz (D)
S 15 Wil–Wängl–Frauenfeld
S 55 Weinfelden–St. Gallen[Anm. 2]
S 81 Herisau-St. Gallen–Wittenbach[Anm. 2]
Sonstige Bahnlinien im S-Bahnnetz
R Rapperswil–Uznach–Ziegelbrücke–Linthal
R Ziegelbrücke–Sargans
R Sargans–Chur
REX Chur – Landquart – Sargans – Buchs SG - St. Margrethen – St. Gallen–Gossau – Wil
VAE St. Gallen–Herisau–Wattwil–Uznach–Rapperswil(–Luzern)
S 21
bis
S 26
Appenzeller Bahnen
Buslinien für die S-Bahn
Bus Buchs–Sevelen–Sargans[Anm. 3]
Bus Bad Ragaz–Sargans[Anm. 4]
Bus Wil–Uzwil[Anm. 5]
  1. Verkehrt als Ringlinie in beiden Richtungen
  2. a b Verkehrt nur in den Hauptverkehrszeiten
  3. Neue Linie als Ersatz für wegfallende Bahnhalte
  4. Neue Direktlinie zum Anschluss an den Intercity
  5. Verdichtung bestehender Linie als Ersatz für wegfallende Bahnhalte

Rollmaterial[Bearbeiten]

Das Wachstum des Bahnangebots von rund 30% soll durch gesteigerte Effizienz beim Rollmaterialeinsatz mit einem signifikant tieferen Wachstum des Rollmaterialbestandes getragen werden können. Beispielsweise kann aufgrund der Fahrzeitverkürzung die Verlängerung des Rheintal-Express nach Wil lediglich zu Lasten von Standzeiten, also ohne zusätzliches Rollmaterial umgesetzt werden. Auch die Verkürzung des Voralpenexpress, der nun in St. Gallen statt in Romanshorn endet – diese Strecke wird nur noch durch kleinere S-Bahnen bedient – soll einen effizienteren Einsatz des Rollmaterials ermöglichen. Neues Rollmaterial wurde insbesondere für die neue Ringlinie S4 benötigt, die mit Stadler FLIRT der SOB befahren wird, sowie für den Rheintal-Express, der mit Stadler Dosto befahren wird. Da auch bei der Neubeschaffung auf grösstmögliche Effizienz geachtet wird, wurde mit der S-Bahn Zürich, die bereits seit Ende 2011 Stadler Dosto einsetzt, für diesen Typ eine gemeinsame Fahrzeugreserve eingeführt. Durch die Maximierung des Zugangebots bei möglichst geringen Infrastrukturinvestitionen kombiniert mit der grösstmöglichen Effizienz sollen die Kosten je Zugkilometer von heute rund Fr. 16.50 auf rund Fr. 13.50 gesenkt werden können.[1]

Zukünftige Entwicklung und Verhältnis zu sonstigen Ostschweizer Bahnprojekten[Bearbeiten]

Regionalverkehr[Bearbeiten]

Analog dem schrittweisen Ausbau der 1990 eingeführten S-Bahn Zürich in sogenannten Teilergänzungen, soll auch die S-Bahn St. Gallen weiterentwickelt werden. Eine erste Teilergänzung ist deshalb auch bereits für den Zeitraum 2016 bis 2020 geplant.[1]

Keine Verbesserungen brachte die S-Bahn 2013 für die Appenzeller Bahnen, deren Linien St. Gallen – Teufen – Appenzell und St. Gallen – Speicher – Trogen ebenfalls Teil der S-Bahn St. Gallen sind. Um die teilweise hohen Steigungen in das Appenzellerland zu überwinden, wurde beim Bau beider Linien an vielen Stellen auf Zahnradtechnik gesetzt, was Geschwindigkeit und Fahrzeugauswahl erheblich einschränkt. Diese wurden deshalb zunehmend in normale Adhäsionsstrecken umgebaut, sodass sich heute nur noch ein letztes Zahnradteilstück zwischen St. Gallen und Teufen findet. Diese soll im Rahmen des Projekts Durchmesserlinie Appenzellerbahnen durch einen Tunnel ersetzt werden. Damit wird zusammen mit einigen Umbauten am Hauptbahnhof St. Gallen sowie der Vereinheitlichung der Stromzuführung auf beiden Strecken eine Durchbindung der Linien nach Appenzell und Trogen ermöglicht.[11] Die Finanzierung von Fr. 90 Millionen wurde bis April 2014 von allen Beteiligten genehmigt.[12] Das neue Rollmaterial, Stadler Tango, soll weitere Fr. 60 Millionen kosten.[13] Baubeginn ist derzeit für das Frühjahr 2015 vorgesehen[14], die Bauzeit soll rund drei Jahre betragen.[13]

Es ist geplant, die S3 voraussichtlich stündlich bis nach Bregenz zu verlängern. Somit würde erstmals eine durchgehende Bahnverbindung zwischen St. Gallen und Bregenz bestehen, vom nur sporadisch fahrenden Eurocity Zürich – München einmal abgesehen.[1][15] Praktisch konnte mit dem Fahrplan 2014 aber nur ein schlanker Anschluss in St. Margrethen ermöglicht werden, die tatsächliche Durchbindung wurde auf vorerst unbestimmte Zeit verschoben, sollte aber spätestens mit der Erstellung des Doppelspurabschnitts Goldach – Rorschach Stadt 2018 eingeführt werden können.[16]

Derzeit wird bis 2016 zwischen Buchs in der Schweiz und Feldkirch in Österreich die trinationale S-Bahn FL.A.CH realisiert. In einer zweiten Etappe soll diese durch einen Doppelspurausbau zwischen Buchs und Sargans bis Sargans, Landquart oder Chur verlängert werden. Dadurch können auch die kleineren Bahnhöfe zwischen Buchs und Sargans, die seit 2013 nur noch von Bussen angefahren werden, wieder mit Zügen bedient werden.[17][18] Der Doppelspurausbau findet sich im Ausbauschritt 2025 der SBB[19] und soll gemäss aktueller Planung bis 2022 umgesetzt werden.[16]

Per Dezember 2015 wird eine Regioexpressverbindung St. Gallen – Romanshorn – Kreuzlingen Hafen – Konstanz eingeführt, die zweistündlich die Fahrzeit um ca. 40% auf 33 Minuten verkürzt. Ab 2018 soll diese Verbindung im Stundentakt geführt werden.[20] Die Finanzierung erfolgt über das HGV-A Projekt.[16] Indirekt wird hiermit auch die weggefallene VAE-Verbindung nach Romanshorn ersetzt.

Fernverkehr[Bearbeiten]

Auch im Fernverkehr sind seitens der SBB weitere Verbesserungen geplant. Per Dezember 2015 wird St. Gallen zum Vollknoten. Hierfür wird unter anderem die Fahrlage der bestehenden IC und ICN nach Zürich angepasst, der EC nach München in die nationalen Fahrlagen integriert sowie ein weiterer, beschleunigter Zug nach Zürich angeboten, der auf der Strecke St. Gallen – Winterthur ohne Halt verkehrt. Bis 2018 sollen schliesslich stündlich vier Fernverkehrszüge zwischen Zürich und St. Gallen verkehren.[1][16] Voraussetzung dieses Angebotsausbau sind zusätzliche Kapazitäten auf der vollkommen ausgelasteten Strecke Zürich – Winterthur. Für die Erweiterung 2015 sind hier insbesondere die Durchmesserlinie in Zürich und die Überwerfung Hürlistein, für die Erweiterung 2018 das vierte Gleis Hürlistein – Effretikon und die Doppelspur Kloten-Dorfnest zu nennen.[21]

Weiter plant der Kanton St. Gallen den Rheintalexpress (REX) Wil – St. Gallen – Sargans (– Chur) mittelfristig in eine Fernverkehrskonzession zu überführen, was aber aufgrund der Kostendeckungserfordnis im Fernverkehr erst möglich ist, wenn die Wirtschaftlichkeit entsprechend verbessert wurde.[16] Ebenso ist geplant sowohl den VAE als auch den REX langfristig im Halbstundentakt zu führen.[22]

Nahverkehr[Bearbeiten]

Gemäss dem Agglomerationsplan der Agglomeration St. Gallen – Arbon/Rorschach soll ergänzend der S-Bahn eine sogenannte Stadtbahn Nord errichtet werden, welche von St. Gallen-Winkeln nach St. Gallen-Neudorf führen würde. Stationsabstände und Geschwindigkeit sollen höher als bei den bestehenden Trolleybuslinien, aber geringer als bei der S-Bahn sein. Eine Realisierung ist erst nach 2024 vorgesehen. Die Kosten werden auf 300 bis 400 Millionen Franken geschätzt.[23]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f g h i j Kantonsrat St. Gallen, Kantonsratsbeschluss über die S-Bahn St. Gallen 2013, abgerufen am 25. September 2011.
  2. a b Amt für öffentlichen Verkehr des Kantons St. Gallen, S-Bahn St. Gallen 2013, abgerufen am 9. Oktober 2012.
  3. SBB, HGV-Anschluss: Anschlüsse in der Ostschweiz, abgerufen am 25. September 2011.
  4. SOB, Projekt Spange SOB, Galgentobel, abgerufen am 25. September 2011.
  5. a b SBB, S-Bahn St. Gallen 2013, abgerufen am 25. September 2011.
  6. Amt für öffentlichen Verkehr des Kantons St. Gallen, S-Bahn 2013: Das Projekt, abgerufen am 17. September 2011.
  7. a b SOB, Neubau Doppelspur Schachen West (PDF; 279 kB), abgerufen am 25. September 2011.
  8. SOB, Roggwil-Berg: Kreuzungsstation/Ersatz Stellwerk (PDF; 414 kB), abgerufen am 25. September 2011.
  9. a b Amt für öffentlichen Verkehr des Kantons St. Gallen, S-Bahn 2013: Der Fahrplan, abgerufen am 6. November 2011.
  10. S-Bahn St. Gallen 2013, Liniennetzplan, abgerufen am 8. März 2013.
  11. Appenzeller Bahnen, Durchmesserlinie, abgerufen am 6. November 2011.
  12. Appenzeller Bahnen, Freude über die Zustimmung der Landsgemeinde zur DML, abgerufen am 7. Dezember 2014.
  13. a b Appenzeller Bahnen, Neue Tango Züge für die Durchmesserlinie Appenzell-St.Gallen-Trogen (DML), abgerufen am 7. Dezember 2014.
  14. Quartierverein Riethüsli, Baustart für Ruckhaldentunnel verzögert sich, abgerufen am 7. Dezember 2014.
  15. ORF, Bahnfahren in Nachbarstaaten wird erleichtert, abgerufen am 3. Mai 2012.
  16. a b c d e Kanton St. Gallen, Kantonsratsbeschluss über das Programm zur Förderung des öffentlichen Verkehrs in den Jahren 2014 bis 2018, abgerufen am 7. Dezember 2014.
  17. Amt für öffentlichen Verkehr des Kantons St. Gallen, S-Bahn FLACH, abgerufen am 9. Oktober 2012.
  18. Tiefbauamt Liechtenstein, S-Bahn FL.A.CH, abgerufen am 6. November 2011.
  19. SBB, Erster Ausbauschritt 2025, Umfang von 6,4 Mrd. Franken, abgerufen am 7. Dezember 2014.
  20. Thurgauer Zeitung, Von St.Gallen nach Konstanz in 33 Minuten, abgerufen am 7. Dezember 2014.
  21. SBB, Mehr Zug zwischen Zürich und Winterthur: Nadelöhr im Schweizer Schienennetz (PDF; 373 kB), abgerufen am 6. November 2011.
  22. Kanton St. Gallen, S-Bahn St.Gallen, Zukunftsaussichten, abgerufen am 7. Dezember 2014.
  23. Amt für Raumentwicklung des Kantons St. Gallen, Agglomerationsprogramm St. Gallen / Arbon-Rorschach: Siedlung und Verkehr – Massnahmen, abgerufen am 6. November 2011.