Werneck

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Werneck (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Werneck
Werneck
Deutschlandkarte, Position des Marktes Werneck hervorgehoben
49.98333333333310.1222Koordinaten: 49° 59′ N, 10° 6′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: Schweinfurt
Höhe: 222 m ü. NHN
Fläche: 73,56 km²
Einwohner: 10.246 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 139 Einwohner je km²
Postleitzahl: 97440
Vorwahl: 09722
Kfz-Kennzeichen: SW, GEO
Gemeindeschlüssel: 09 6 78 193
Marktgliederung: 13 Ortsteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Balthasar-Neumann-Platz 8
97440 Werneck
Webpräsenz: www.werneck.de
Bürgermeisterin: Edeltraud Baumgartl (CSU)
Lage des Marktes Werneck im Landkreis Schweinfurt
Schweinfurt Würzburg Landkreis Main-Spessart Landkreis Bad Kissingen Landkreis Rhön-Grabfeld Landkreis Haßberge Landkreis Kitzingen Landkreis Würzburg Landkreis Bamberg Nonnenkloster (Unterfranken) Stollbergerforst Bürgerwald Vollburg Wustvieler Forst Hundelshausen (Bayern) Geiersberg (Gemeindefreies Gebiet) Bergrheinfeld Dingolshausen Dittelbrunn Donnersdorf Euerbach Frankenwinheim Geldersheim Gerolzhofen Gochsheim Grafenrheinfeld Grettstadt Kolitzheim Lülsfeld Michelau im Steigerwald Niederwerrn Oberschwarzach Poppenhausen (Unterfranken) Röthlein Schonungen Schwanfeld Schwebheim Sennfeld Stadtlauringen Sulzheim (Unterfranken) Üchtelhausen Waigolshausen Wasserlosen Werneck WipfeldKarte
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Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt

Werneck ist ein Markt im unterfränkischen Landkreis Schweinfurt.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Der Markt Werneck liegt in der Planungsregion Main-Rhön an einem Knie des Flüsschens Wern zwischen Würzburg (Entfernung ca. 25 km) und Schweinfurt (Entfernung ca. 12 km).

Werneck liegt am Rande der Gäuplatte im Maindreieck:

  • Höchster Punkt: 337,20 m
  • Niedrigster Punkt: 212,50 m
  • Fläche insgesamt: 7365 Hektar (73,65 km²)
    • davon Waldfläche ca. 900 Hektar (9 km²)

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Werneck gliedert sich in 13 Ortsteile (zugleich auch Gemarkungen):[2]

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Nachbargemeinden sind (von Norden beginnend im Uhrzeigersinn): Wasserlosen, Geldersheim, Bergrheinfeld, Waigolshausen, Schwanfeld, Bergtheim, Hausen bei Würzburg und Arnstein.

Geschichte[Bearbeiten]

Gesamtanlage Schloss Werneck
Schloss Werneck mit Schlossgarten
Schloss Werneck vom alten Wernecker Marktplatz aus gesehen
Schloss Werneck

Werneck wurde erstmals am 10. August 1223 urkundlich erwähnt als eine Schenkung des Bodo von Ravensburg, die am 9. April 1223 päpstlich bestätigt wurde. Zwischen 1224 und 1250 teilten sich zunächst der Deutsche Orden und später Konrad von Reichenberg sowie Konrad von Schmiedefeld den Besitz, bis er schließlich an das Hochstift Würzburg überging. Eine dort befindliche Burganlage wurde im Bauernkrieg 1525 verwüstet sowie von Markgraf Albrecht Alkibiades im Jahr 1553 eingenommen und niedergebrannt. 1601 wurde sie unter Fürstbischof Julius Echter wieder aufgebaut. 1723 brannte die Anlage erneut ab und wurde 1724 notdürftig wieder instand gesetzt. Durch Balthasar Neumann wurde das heutige Schloss von Fürstbischof Friedrich Karl von Schönborn in den Jahren 1733 bis 1745 erbaut.

Neben Veitshöchheim war Werneck eine der beiden Sommerresidenzen der Würzburger Fürstbischöfe. Gerade ein halbes Jahrhundert diente Werneck ihnen als Sommerresidenz, die nach Georg Dehio „die Verbindung einer fürstlichen ‚Maison de plaisance‘ mit den Baulichkeiten eines Hofguts zu einer großzügigen Komposition darstellte“. Am 28. November 1802 entließ der letzte Fürstbischof von Würzburg, Georg Karl von Fechenbach, in Werneck seine Untertanen aus ihrer Treueverpflichtung und empfahl sie gleichzeitig dem neuen Landesherrn Kurfürst Maximilian von Bayern.

Das ehemalige Amt des Hochstifts Würzburg wurde nach der Säkularisation 1803 zugunsten Bayerns im Jahr 1805 Erzherzog Ferdinand von Toskana zur Bildung des Großherzogtums Würzburg überlassen, bevor es mit den Verträgen von Paris 1814 erneut zu Bayern gelangte.

Das barocke Schloss Werneck wurde ab 1853 nach Plänen des Königlichen Regierungs- und Kreismedizinalrats Dr. Schmidt und des Königlichen Bauinspektors Mack zu einer Heil- und Pflegeanstalt für psychisch Kranke umgebaut. Am 1. Oktober 1855 konnte die Heil- und Pflegeanstalt Werneck unter ihrem ersten Direktor, Dr. Bernhard von Gudden (dem späteren Gutachter über König Ludwig II., der mit ihm im Starnberger See ertrank) ihre Arbeit aufnehmen. Werneck ist damit Sitz einer der ältesten psychiatrischen Kliniken Deutschlands.

1940 wurden die rund 800 Patienten der Heil- und Pflegeanstalt im Rahmen der so genannten Aktion T4 auf Anordnung von Otto Hellmuth ermordet.

Heute ist die psychiatrische Klinik (Träger: Bezirk Unterfranken) in einem modernen Neubau untergebracht und versorgt mit 290 Betten das nordöstliche Unterfranken (Stadt und Landkreis Schweinfurt sowie die Landkreise Hassberge, Rhön-Grabfeld, Bad Kissingen und Kitzingen mit insgesamt 500.000 Einwohnern). Im Schloss ist weiterhin die Orthopädische Klinik des Bezirks Unterfranken untergebracht, die mit 153 Betten zu den größten orthopädischen Fachkliniken Deutschlands zählt. Die beiden Kliniken sowie die in den Schlossanlagen untergebrachten psychiatrischen und gerontopsychiatrischen Pflegeheime sind die größten Arbeitgeber des Markts Werneck.

Das Schloss ist von außen und teilweise von innen zu besichtigen; sehenswert ist auch der barocke Schlossgarten und die englische Parkanlage.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Juli 1972 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Egenhausen, Ettleben, Rundelshausen, Schleerieth, Schnackenwerth, Schraudenbach, Stettbach, Vasbühl und Zeuzleben eingegliedert.[3] Am 1. Januar 1976 kam Mühlhausen hinzu. Am 1. Mai 1978 folgten Eckartshausen und Essleben.[4]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Die Gemeinde Werneck hat seit 1961 um die 10.000 Einwohner, der Kernort etwa 2.500.

Politik[Bearbeiten]

Marktgemeinderat[Bearbeiten]

Die Kommunalwahl vom 2. März 2008 führte in Werneck zu folgender Verteilung der 26 Sitze im Marktgemeinderat:

Partei / Liste Sitze
CSU 5
Bündnis 90/Die Grünen 2
Dorfgemeinschaft Egenhausen 2
Ettlebener Wählervereinigung 3
Freie Wählergemeinschaft Mühlhausen 1
Freie Wählergemeinschaft Schnackenwerth 1
Freie Wählergemeinschaft Vasbühl 1
Freie Wähler Markt Werneck 1
Freie Wähler Zeuzleben 2
Schraudenbacher Wählergemeinschaft 1
Wählergemeinschaft Eßleben 3
Wählergemeinschaft Schleerieth/Eckartshausen/Runde 3
Wählergemeinschaft Stettbach 1

Bürgermeister(in)[Bearbeiten]

Bürgermeisterin ist seit 1. Mai 2008 Edeltraud Baumgartl (CSU). Vorgänger waren Rudolf Reith (1972–1996) und Paul Heuler von der CSU (1996–2008).

Interkommunale Allianz[Bearbeiten]

Die Gemeinde Werneck ist Mitglied in der Interkommunalen Allianz Oberes Werntal.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

Baudenkmäler[Bearbeiten]

Musik[Bearbeiten]

Werneck ist mit dem Musikverein Werneck Heimat einer Bläserphilharmonie und eines Jugendblasorchesters sowie diverser Miniorchester für Anfänger.

Lange Zeit wirkte dort das Bayerische Kammerorchester Bad Brückenau.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Obwohl die Dörfer des Marktes Werneck noch landwirtschaftlich geprägt sind, besteht doch seit Jahrzehnten eine starke Abhängigkeit von der Schweinfurter Industrie, wohin viele Einwohner zur Arbeit pendeln. 1998 gab es im Bereich der Land- und Forstwirtschaft 8, im produzierenden Gewerbe 595 und im Bereich Handel und Verkehr 228 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 1555 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 3559. Im verarbeitenden Gewerbe (sowie Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden) gab es zwei, im Bauhauptgewerbe zehn Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 195 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 6382 Hektar. Davon waren 5681 Hektar Ackerfläche und 672 Hektar Dauergrünfläche.

Verkehr[Bearbeiten]

Werneck liegt nahe am Autobahnkreuz Schweinfurt/Werneck, wo sich die Autobahnen 7 und 70 treffen; auch die A 71 (Autobahndreieck Werntal) führt seit ihrer Verkehrsübergabe im November 2005 nahe an Werneck heran. Außerdem wird das Gemeindegebiet von den Bundesstraßen 19, 26 und 26a durchquert. Am 16. Dezember 2007 wurde die Ortsumgehung Werneck (B 19) eröffnet.

Die über Schweinfurt verlaufende Bahnstrecke Bamberg–Würzburg hat einen Haltepunkt im Ortsteil Eßleben und einen weiteren, dem Hauptort sehr nahe liegenden, in Waigolshausen. Die Werntalbahn durchquert das Gemeindegebiet.

Bildung[Bearbeiten]

1999 gab es folgende Einrichtungen:

  • Kindergärten: 459 Kindergartenplätze mit 434 Kindern
  • Zwei Volksschulen mit 51 Lehrern und 973 Schülern
  • Krankenpflegeschule des Bezirks Unterfranken

Krankenhäuser[Bearbeiten]

2006 gab es folgende Krankenhäuser:

Feuerwehr[Bearbeiten]

Die Freiwillige Feuerwehren des Marktes Werneck bestehen aus der Stützpunktfeuerwehr Werneck und zwölf Ortsteilfeuerwehren. Mit den beiden ABC-Erkundern und dem Dekontaminationsfahrzeug gehört sie zum ABC-Zug des Landkreises Schweinfurt. Auch mit diesen Fahrzeugen werden sie überregional eingesetzt.

Glaubensgemeinschaften[Bearbeiten]

Die Wernecker Einwohner sind überwiegend katholischer Konfession.

Katholische Gemeinde[Bearbeiten]

1745 wurde die Schlosskirche eingeweiht, 1856 die Zehntscheune (erbaut 1628) zur Kirche umgebaut. Seit 1910 gibt es eine eigene Pfarrei, 1967 wurde die neue Pfarrkirche eingeweiht.

Jüdische Gemeinde[Bearbeiten]

Die Gründung der jüdischen Gemeinde geht in die Zeit des 16. Jahrhunderts zurück. Sie wurde 1904 aufgelöst.[5]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Werneck – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Volkszählung und Bevölkerungsfortschreibung: Gemeinden, Bevölkerung (Volkszählungen und aktuell) vom 5. Juli 2013 (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111116/171102&attr=OBJ&val=1778
  3.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 570.
  4.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 753.
  5. Manfred Fuchs: Chronik der jüdischen Gemeinde von Werneck – Spuren jüdischen Lebens 1677–1904, herausgegeben vom Historischen Verein Markt Werneck e.V., 2010