Wilhelm Schmied

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Wilhelm Schmied (* 13. April 1910 in Dresden; † 7. Dezember 1984 in Sangerhausen) war ein deutscher Maler und Grafiker.

Leben[Bearbeiten]

Nach seiner Lehre als Möbelmaler und Lackierer in Riesa und anschließenden Gesellenjahren studierte Wilhelm Schmied 1930 ein Semester an der Kunstgewerbeschule in Nürnberg und legte 1934 seine Meisterprüfung als Malermeister ab. Seit 1933 gehörte er der NSDAP an.[1] Er arbeitete bis zur Einberufung als selbstständiger Malermeister in Sangerhausen, geriet nach dem Krieg in Gefangenschaft und eröffnete sein Malergeschäft nach seiner Rückkehr nach Sangerhausen wieder. 1946 begann er eine freiberufliche Tätigkeit als Maler und Grafiker.

Von 1959 bis 1973 war Schmied Vorsitzender des Verbandes Bildender Künstler des Bezirkes Halle. Sein Bild Mansfelder Land erregte 1962 großes Aufsehen. 1963 erstellte er ein großes Wandmosaik in dem neu errichteten Bahnhofsgebäude von Sangerhausen, was noch heute besichtigt werden kann.

Ab 1974 war Schmied Mitglied der Akademie der Bildenden Künste der DDR.

Schmied führte Studienreisen nach Korea (1964), Polen (1966), Ungarn (1967), Rumänien (1967), Bulgarien (1967), die CSSR (1971), Finnland (1972), Ägypten (1976), Jugoslawien (1977) sowie in die UdSSR (mehrfach 1959–1972) durch, auf denen er eine Vielzahl von Motiven mitbrachte und in Bilderzyklen umsetze. Darüber hinaus faszinierte ihn besonders die Küstenlandschaft an der Ostsee, die er in einer Vielzahl von Grafiken und Aquarellen festhielt.

1983 wurden 200 Arbeiten von Schmied in einer Personalausstellung der Akademie der Künste im Marstall in Berlin gezeigt. Eine künstlerische Zusammenarbeit mit Karl Erich Müller bereicherte seine Arbeit und gab dieser auch eine Vielzahl neuer Impulse.

Schmied war mit Johanna Lutze verheiratet. Er hat ein Kind, die Malerin Ursula Rein, geb. Schmied.

Stil[Bearbeiten]

Das Mansfelder Land und die nähere und weiter Umgebung seiner Heimat wurden immer wieder zum Bildmotiv. Schmied beschäftigten panoramaartig gestaltete Landschafts- und Städtebilder, die Darstellung des arbeitenden Menschen, des menschlichen Körpers in Bewegung, der vollen Anspannung der Kräfte.

Über seine Werke sagte der Künstler selbst: "Ich möchte, dass der Betrachter meiner Bilder die Schönheit unserer Heimat empfindet. Er soll sich immer wieder bewusst werden, dass sie des Menschen Werk ist – dass es aber auch der Mensch ist, der diese Schönheit zerstören kann."

"Wie bei den Industrielandschaften ist es Schmied auch bei den Städtebildern wichtig, Veränderungen durch die Aktivität des Menschen zu zeigen. Er ist von Baustellen fasziniert, ‚Thälmannplatz’, ‚Berliner Dom’, aber er versteht es auch, historische Stadtlandschaften spannend vorzustellen ‚Roter Platz Moskau’, ‚Mühlendammbrücke Berlin’." (Irene Straubel)

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

Gemälde[Bearbeiten]

Arbeiten in Industrieemaille[Bearbeiten]

  • zusammen mit Karl Erich Müller: Paracelsus-Mosaik für das Chemische Institut der Martin-Luther-Universität Halle, 1951
  • zusammen mit Karl Erich Müller: Kachelwandbild für Speisesaal der Leunawerke , 1955
  • Mosaikbilder in der Bahnhofshalle, 1963 (Fotos)
  • Fassadenmosaik Einkaufshalle Aschersleben, 1964
  • Außenwandgestaltung am Schillergymnasium in Sangerhausen zum Thema Juri Gagarin, nach dem die Schule früher benannt war, 1970
  • Kachelwandbilder für die Mensa der Martin-Luther-Universität in Halle, 1974

Buchillustrationen[Bearbeiten]

  • Christa Wolf: Moskauer Novelle. Mitteldeutscher Verlag, Halle/Saale 1962

Werkstandorte[Bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Ulrich Kuhirt: Dramatik und Poesie der Landschaft. Zum Bild 'Halden bei Eisleben' von Wilhelm Schmied, in: Bildende Kunst, 1964, S. 137
  • Christine Hofmeister: Industrielandschaft als Zeitaussage, in: Bildende Kunst, 1967, S. 196–200
  • Wolfgang Hütt: Das Werdende sichtbar gemacht. Zu neuen Werken Wilhelm Schmieds, in: Bildende Kunst, 1969, S. 228–231
  • Wolfgang Hütt: Künstler in Halle – Welt der Kunst. Henschelverlag Kunst und Gesellschaft, Berlin, 1977 (mit zwanzig farbigen Tafeln und achtunddreißig einfarbigen Abbildungen)
  • Mir scheint, der Kerl lasiert – Dichter über Maler. Buchverlag Der Morgen, Berlin, 1978, S. 236–245
  • Ingrid Schultz: Wilhelm Schmied, Reihe "Maler und Werk". Verlag der Kunst, Dresden, 1980

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Harry Waibel: Diener vieler Herren : Ehemalige NS-Funktionäre in der SBZ/DDR. Lang, Frankfurt am Main 2011 ISBN 978-3-631-63542-1 S. 295