Weißenfels

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Dieser Artikel behandelt Weißenfels in Sachsen-Anhalt. Für weitere Bedeutungen siehe Weißenfels (Begriffsklärung).
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Weißenfels
Weißenfels
Deutschlandkarte, Position der Stadt Weißenfels hervorgehoben
51.20111111111111.972222222222100Koordinaten: 51° 12′ N, 11° 58′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen-Anhalt
Landkreis: Burgenlandkreis
Höhe: 100 m ü. NHN
Fläche: 113,51 km²
Einwohner: 39.717 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 350 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 06667, 06688, 06652
Vorwahlen: 03443, 034446
Kfz-Kennzeichen: BLK, HHM, NEB, NMB, WSF, ZZ
Gemeindeschlüssel: 15 0 84 550
Adresse der
Stadtverwaltung:
Markt 1
06667, 06688, 06652 Weißenfels
Webpräsenz: www.weissenfels.de
Oberbürgermeister: Robby Risch (parteilos)
Lage der Stadt Weißenfels im Burgenlandkreis
Sachsen Thüringen Saalekreis An der Poststraße Meineweh Bad Bibra Balgstädt Droyßig Eckartsberga Elsteraue Elsteraue Freyburg (Unstrut) Finne (Gemeinde) Finne (Gemeinde) Finneland Gleina Goseck Gutenborn Hohenmölsen Kaiserpfalz (Gemeinde) Kaiserpfalz (Gemeinde) Karsdorf Kretzschau Lanitz-Hassel-Tal Laucha an der Unstrut Lützen Mertendorf (Sachsen-Anhalt) Molauer Land Naumburg (Saale) Nebra (Unstrut) Osterfeld (Sachsen-Anhalt) Schnaudertal Schönburg (Saale) Stößen Teuchern Weißenfels Wethau Wetterzeube ZeitzKarte
Über dieses Bild
Blick vom Markt zum Schloss

Weißenfels ist mit etwa 40.000 Einwohnern die bevölkerungsreichste Stadt im Burgenlandkreis in Sachsen-Anhalt. Zur Stadt Weißenfels gehören seit 2010 weitere elf Ortsteile, die bis dahin eigenständige Gemeinden waren.

Geographie[Bearbeiten]

Weißenfels liegt am Austritt der mittleren Saale aus dem Buntsandsteingürtel des Thüringer Beckens in die Leipziger Tieflandsbucht, unweit der A 9, zwischen Halle/Saale (36 km) und Jena (48 km), 41 km südwestlich von Leipzig, im sogenannten Weißenfels-Jenaer Saaletal. Bedingt durch die Lage der Stadt im hier vergleichsweise engen Saaletal, variiert die Höhenlage der Stadt, hauptsächlich in den Stadtteilen östlich der Saale, beträchtlich. Die Höhe über Normalnull beträgt im Bereich des Marktplatzes etwa 100 m; im Bereich des Gewerbegebietes südwestlich der Bundeswehrkaserne liegt diese bei über 180 m (Eidechsenberg 183,50 m).

Teile der Kernstadt Weißenfels (Gebiet der Saaleauen) sowie die westlichen Ortsteile liegen im Naturpark Saale-Unstrut-Triasland, der sich, weiter an das Stadtgebiet anschließend, nach Südwesten ausbreitet. Weiterhin befindet sich die Stadt im geplanten Geopark Triasland.

Im Stadtgebiet befinden sich die nordöstlichsten Weinberge des Anbaugebietes Saale-Unstrut, wie die Einzellage Burgwerbener Herzogsberg.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Ortschaft Einwohner Ortsteile
Burgwerben Großkorbetha Langendorf Leißling Markwerben Schkortleben Storkau Tagewerben Uichteritz Wengelsdorf Reichardtswerben Weißenfels Borau BurgenlandkreisDistricts of Weißenfels.svg
Über dieses Bild
Die Ortschaften von Weißenfels
(anklickbare Karte)
Burgwerben 1.023 Burgwerben
Borau  ? Borau
Großkorbetha 1.923 Bäumchen, Gniebendorf, Großkorbetha und Kleinkorbetha
Langendorf 2.395 Kößlitz-Wiedebach, Langendorf, Muttlau, Obergreißlau und Untergreißlau
Leißling 1.512 Leißling
Markwerben 682 Markwerben
Reichardtswerben 1.227 Reichardtswerben
Schkortleben 593 Kriechau und Schkortleben
Storkau 574 Obschütz, Storkau und Pettstädt
Tagewerben 811 Tagewerben
Uichteritz 1.394 Lobitzsch und Uichteritz
Weißenfels* 28.565 Weißenfels
Wengelsdorf 905 Kraßlau und Leina
*) Keine Ortschaft im rechtlichen Sinne. Besitzt keinen Ortschaftsrat und keinen Ortsbürgermeister.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Nachbargemeinden sind Leuna, Braunsbedra und Mücheln (alle drei SK) im Norden, Goseck und Schönburg im Westen, Teuchern im Süden und Lützen und Bad Dürrenberg (SK) im Osten.

Klima[Bearbeiten]

Klimadiagramm von Weißenfels[2]

Die durchschnittliche Lufttemperatur in Weißenfels beträgt 9,4 °C, der jährliche Niederschlag 471 Millimeter.

Geschichte[Bearbeiten]

Besiedelung[Bearbeiten]

Das Gebiet der mittleren Saale, also auch die Gegend um Weißenfels, ist seit mehreren Jahrtausenden bevorzugter Siedlungsraum. Etwa seit dem 5. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung wurde dieser Landschaftsraum von Völkern besiedelt, die den Germanen zugerechnet werden. Der erste hier siedelnde, namentlich bekannte, Stamm sind zu Beginn unserer Zeitrechnung die zu den Herminonen oder Elbgermanen zählenden westgermanischen Hermunduren. Im Zeitraum des 3./4. Jahrhunderts bildete sich vermutlich aus den Hermunduren, unter dem Zuzug von Angeln und Warnen und eventuell keltischen Siedlern, der Stamm der Thüringer. Die Thüringer errichteten im 5. Jahrhundert ein Königreich, dessen Siedlungs- und wohl auch Herrschaftsschwerpunkte im Gebiet der mittleren Saale (beispielhaft sei der Helmfund in Stößen unweit von Weißenfels genannt) und unteren Unstrut, im zentralen Thüringer Becken sowie im östlichen Harzvorland (Mansfelder Land) lagen. Nach dem Untergang dieses Thüringer Reiches im Jahre 531 fiel das Land unter fränkische Verwaltung. Die Siedlungsgebiete östlich der Saale wurden im 6./7. Jahrhundert größtenteils von den Germanen geräumt. In diese Landesteile wanderten westslawische Stämme ein, die etwa im 8./9. Jahrhundert die Saalelinie erreicht haben dürften.

6. bis 9. Jahrhundert[Bearbeiten]

Zwischen dem 6. und 9. Jahrhundert wurden die Herrschaftsgebiete der Franken in Gaue (Verwaltungsbezirke) eingeteilt. Im Hersfelder Zehntverzeichnis, das zwischen 880 und 899 entstand, werden einige Orte erstmals genannt, die heute zur Stadt Weißenfels gehören. Die Gegend westlich der Saale, inklusive des Gebietes der heutigen Neustadt, zählte damals zum altsächsisch/fränkischen Hassegau. Die Gegend der heutigen Altstadt zählte zum Gau Weitaha in der um 804 von Karl dem Großen gegründeten Thüringer Mark, benannt nach dem Flüsschen Wethau, das zwischen Naumburg und Weißenfels in die Saale mündet. Die Reichsgrenze entlang der Saale wurde durch ein Netz aus Burgen gegen Angriffe aus dem Osten auf Reichsgebiet geschützt. Im Weißenfelser Stadtgebiet sind dazu im Hersfelder Verzeichnis des späten 9. Jahrhunderts 3 Burgen benannt. Dabei handelt es sich um Uuirbineburg (Burgwerben), Vuirbinaburg (wohl Markwerben) und Suemeburg (ehemaliger Burgstandort bei Kraßlau/Leina).

10. bis 12. Jahrhundert[Bearbeiten]

Auf dem Gebiet der Thüringer Mark entstand auf Anordnung König Otto I. im Jahre 937 die sogenannte Sächsische Ostmark. Diese Gebietseinheit existierte jedoch nur wenige Jahre. Schon nach dem Tod von Markgraf Gero, erster und einziger Markgraf, im Jahre 965 wurde die Mark in fünf kleinere Gebiete aufgeteilt. Eine dieser Nachfolgemarken war die Mark Zeitz, die auch das Gebiet der heutigen Altstadt umfasste. Im Jahre 985 wird Ekkehard I., der aus dem an der Unstrutmündung gelegenen Sitz des thüringischen Adelsgeschlechtes der Ekkehardiner stammt, mit der Markgrafschaft Meißen-Merseburg-Zeitz belehnt und erhält gleichzeitig das Weißenfelser Land als Lehen. Die Gegend der heutigen Weißenfelser Neustadt zählte im 10. und 11. Jahrhundert weiterhin zum Hassegau. Dieser wurde seit dem Jahr 1003 durch Burchard I. von Goseck erstmals durch einen Pfalzgrafen von Sachsen beherrscht. Als der letzte ekkehardinische Markgraf, Ekkehard II., im Jahre 1046 stirbt, kommt das Gebiet der Altstadt 1047 an Friedrich II. von Goseck, den Pfalzgrafen von Sachsen, dem auch Teile der westsaalischen Weißenfelser Gebiete gehören. In diesem Zusammenhang findet 1047 die erste urkundliche Erwähnung der Burg Weißenfels statt. Archäologische Befunde zeigen jedoch eine mehr oder weniger durchgängige Besiedlung seit der Steinzeit sowie eine über 1.000-jährige Bebauung des Burgberges.

Die Burg in Markwerben auf dem Gotthardsberg war wahrscheinlich vom 9. bis zur Mitte des 13. Jahrhunderts im Besitz der Edlen von Werben und möglicherweise der Stammsitz dieses Adelsgeschlechtes. Die Burg in Burgwerben wurde im Jahre 1062 durch Adelheid von Orlamünde, Tochter des Grafen Otto I. von Weimar-Orlamünde, in die Ehe mit dem Askanier Adalbert II. von Ballenstedt eingebracht. Die Burg blieb bis 1183 im Besitz der Askanier.

Im Jahre 1180 kommen Burg und Grafschaft Weißenfels mit der unterhalb des Burgberges gelegenen deutschen Siedlung an den wettinischen Markgraf Otto den Reichen von Meißen. Weißenfels hat seit 1185 das Stadtrecht, geographisch günstig gelegen, verliefen durch das Stadtgebiet zwei Handelsstraßen; eine davon die Via Regia (Königsstraße, auch Hohe Straße) vom Rhein bis nach Schlesien führend. Eine Saalefurt ermöglichte den Flussübergang. Durch die bereits vorhandene Burganlage wurde die entstehende Stadt zudem militärisch genutzt.

Im Laufe des Spätmittelalters und der beginnenden frühen Neuzeit entwickelte sich eine handwerkliche Ausprägung der Stadt Weißenfels – besonders das Schneider- und Schusterhandwerk etablierte sich. Allerdings gab es bereits vor 1185 drei Dörfer auf dem heutigen Stadtgebiet. Das waren Tauchlitz (entlang des Greislaubaches), Horklitz (auf dem Georgenberg, später in Georgenberg umbenannt) und Klenkow(e)/Klingau, das später als Klingervorstadt eingegliedert wurde. Tauchlitz taucht erstmals 1047 in Dokumenten auf und Horklitz/Georgenberg wurde im 10. Jahrhundert erstmals erwähnt.

Weißenfels 1650
Katholische Kirche

13. bis 18. Jahrhundert[Bearbeiten]

Mit dem Aussterben der thüringischen Ludowinger im Jahre 1247 begann der Streit um dieLandgrafschaft Thüringen. Die Burg Weißenfels, am Ostrand des alten ludowingischen Kernlandes und nunmehrigen Thüringer Erbes gelegen, bildete dabei einen wichtigen Streitpunkt im Thüringischen Erbfolgekrieg. Auf der Burg wurde am 1. Juli 1249 der "Weißenfelser Vertrag" unterzeichnet. Mit diesem Vertrag erkannte der Großteil der thüringischen Grafen den Wettiner [Heinrich III. (Meißen)|Heinrich III. von Meißen]], den Erlauchten, als Landgrafen von Thüringen an.

Unter den Wettinern waren Burg und Stadt Weißenfels von 1264 bis 1482 zeitweise Bestandteil der Landgrafschaft Thüringen. Im Ergebnis der Leipziger Teilung von 1485 kam die Stadt und das Amt Weißenfels an die albertinische Linie der Wettiner. Zwischen 1547 und 1815 wurde Weißenfels dem Thüringer Kreis Kursachsens zugeordnet. Der Stadt kamen dabei, gerade im Zusammenhang als Residenzstadt des Herzogtums Sachsen-Weißenfels (1656–1746), zentrale Verwaltungsaufgaben zu.

Martin Luther soll 1518 auf dem Weg zum Reichstag nach Augsburg sowie 1521 auf seiner Reise zum Reichstag nach Worms in der Weißenfelser Marienkirche gepredigt haben. Am 3. Juni 1539 wurde in Weißenfels schließlich die Reformation eingeführt.

Während des Dreißigjährigen Krieges wurde die Stadt stark geschwächt, die Bevölkerung sank von 2200 auf 960. Wenige Jahre nach Beendigung des Krieges erlebte Weißenfels einen wirtschaftlichen Aufschwung. Die Saalestadt wurde Residenz des Herzogtums Sachsen-Weißenfels. Weißenfels war 1562–1717 von Hexenverfolgung betroffen. 1562 wurde eine Frau zum Tode verurteilt und gerädert. Ein Prozess endete 1628 mit Landesverweis. 1717 geriet Advokat Johann Gottfried Buchheim unter dem Vorwurf abergläubischer Händel für die Heilung einer Kranken in einen Hexenprozess.[3]

19. Jahrhundert[Bearbeiten]

Auf Grund seines Bündnisses mit Frankreich mußte Sachsen im Ergebnis des Wiener Kongresses 1815 seine nördlichen und westlichen Kreise, darunter auch seine sämtlichen Besitzungen in Thüringen, also den Thüringer Kreis mit Weißenfels, an das Königreich Preußen abtreten. Aus dem benannten Thüringer Kreis und anderen, weiter nördlich gelegenen Gebieten, wie Merseburg, Halle, Halberstadt, Magdeburg, Torgau, Wittenberg, Stendal und Salzwedel wurde die neue preußische Provinz Sachsen gebildet. Der Niedere Distrikt des Thüringer Kreises mit Weißenfels wurde dem Regierungsbezirk Merseburg zugeschlagen; der Obere Distrikt bildete größtenteils den Regierungsbezirk Erfurt. Seit dem 1. Oktober 1816 war Weißenfels Kreisstadt des Landkreises Weißenfels im Regierungsbezirk Merseburg der preußischen Provinz Sachsen. Ab dem 1. April 1899 bildete die Stadtgemeinde Weißenfels einen eigenen Stadtkreis, der Sitz des Landkreises verblieb jedoch in der Stadt.

Ende des 18. Jahrhunderts, aber vor allem im 19. Jahrhundert erlebt das Gebiet um Weißenfels einen wirtschaftlichen Aufschwung. Ab 1764 wurde Kohle gefördert und infolge der zunehmenden Industrialisierung ab Mitte des 19. Jahrhunderts setzte eine rasante Entwicklung zu einem wachsenden Industriestandort ein. Es entstanden viele Fabriken, besonders der Schuhherstellung kam in der Stadt Weißenfels eine besondere Bedeutung zu. 1895 bestanden allein 45 Schuh- und Schaftfabriken. 1846 erhielt Weißenfels Anschluss an die Thüringer Bahn, was die Wirtschaftsentwicklung der Stadt weiter förderte. Die Industrialisierung führte dazu, dass Arbeitskräfte aus dem überwiegend katholischen Eichsfeld, dem Sauerland, aus dem preußischen Schlesien und Böhmen angezogen wurden. Für diese wurde im Jahr 1873 eine Katholische Kirche eingeweiht.[4]

20. Jahrhundert bis zur Gegenwart[Bearbeiten]

Ab Mitte der 1920er Jahre entstanden die großen Chemiewerke Leuna und Buna, deren Beschäftigungspotenzial bis nach Weißenfels reichte. In diesen Jahren wurde zudem das kulturelle Angebot der Stadt ausgebaut. Volkshochschule, Stadttheater und Volksbühne sollten der Bevölkerung auch Literatur, Kunst und Musik näher bringen. Am 18. Oktober 1928 wurde das moderne Lichtspieltheater Gloria[5] eingeweiht, das heute leerstehend auf eine neue Nutzung wartet.

In der Zeit des Nationalsozialismus wurden politische Gegner des NS-Regimes und andere Gruppen, die nicht in das Bild der „arischen Volksgemeinschaft“ passten, verfolgt und viele von ihnen ermordet. Die Synagoge in der Nordstraße 14 wurde zerstört.

Am 12. April 1945 erreichen Truppen der US-Armee die Stadt. Die Kämpfe dauern bis zum 15. April 1945 an. Nach einem Vierteljahr verließen die Amerikaner im Juli 1945 die Stadt und gaben diese an die sowjetische Besatzung.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden viele Schuhbetriebe verstaatlicht und aus den einzelnen setzte sich das neue DDR-Kombinat Schuhe (Banner des Friedens) mit großen Produktionsstätten, Schuhmaschinenbau (Compart) und Forschungseinrichtungen zusammen. Bis Ende der 1980er Jahre entwickelte sich Weißenfels zum größten Schuhproduktionsstandort der DDR, es arbeiteten über 6000 Beschäftigte in den Fabriken im Raum Weißenfels, die 75 % der Schuhe für die DDR produzierten. Nach mehreren Gebietsveränderungen in den Jahrzehnten zuvor wurde 1952 ein neuer Kreis Weißenfels im nunmehrigen Bezirk Halle gebildet, wobei Weißenfels weiterhin Kreissitz blieb.

Verfallenes Hotel Goldener Ring

Nach der deutschen Wiedervereinigung führte die Umstrukturierung und Privatisierung der Betriebe zu einem Zusammenbruch der gesamten Industrie. Durch die Öffnung der Wirtschaft zum Weltmarkt bestand besonders für die Schuh-Großindustrie der ehemaligen DDR kaum eine Überlebenschance, bedingt durch die große Konkurrenz in den Billiglohnländern. Dies führte zu einer sprunghaft ansteigenden Arbeitslosenrate, verstärkt durch die massive Reduzierung der benötigten Arbeitskräfte in der chemischen Industrie in den benachbarten Leunawerke. Nachdem bei der ersten Kreisgebietsreform im 1990 neu gebildeten Land Sachsen-Anhalt der Landkreis Weißenfels zunächst vergrößert worden war, verlor Weißenfels 2007 mit der zweiten Kreisgebietsreform und der damit verbundenen Angliederung des Landkreises Weißenfels an den Burgenlandkreis nach fast 200 Jahren seinen Status als Kreissitz.

Nach 1990 wurde wertvolle Bausubstanz im Zentrum zum Teil auch mit Fördermitteln der EU saniert, zentrumsnah gibt es aber viele Häuser, die noch auf einen Investor warten.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

1833 kam es zur Eingemeindung der Vorstädte Nikolaivorstadt, Saaltorvorstadt, Georgenberg und Klingenvorstadt. Um 1900 wurde Beuditz mit rund 100 Einwohnern und am 1. Januar 1995 Borau (zirka 800 Einwohner), bestehend aus den ehemals selbstständigen Dörfern Borau, Selau und Kleben, eingemeindet.[6] Am 1. Januar 2010 folgten Langendorf, Markwerben und Uichteritz.[7] Am 1. September 2010 wurden die Gemeinden Burgwerben, Großkorbetha, Leißling, Reichardtswerben, Schkortleben, Storkau, Tagewerben und Wengelsdorf weitere Ortsteile der Stadt Weißenfels.[7]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Entwicklung der Einwohnerzahl (ab 1960 jeweils am 31. Dezember):

Jahr Einwohner
1825 6.423
1875 16.921
1880 19.654
1885 21.782
1890 23.779
1900 28.201
1925 35.756
Jahr Einwohner
1933 40.119
1939 42.387
1946 50.995 ¹
1950 47.967 ²
1960 45.856
1981 39.125
1984 38.657
Jahr Einwohner
1985 39.358
1989 38.851
1990 37.610
1995 34.676
2000 31.946
2001 31.310
2002 30.871
Jahr Einwohner
2003 30.330
2004 30.094
2005 29.866
2006 29.669
2007 29.140
2008 28.965
2009 33.036
Datenquelle ab 1990: Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt

1: 29. Oktober
2: 31. August

Politik[Bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten]

Stadtratswahl 25. Mai 2014[8]
Wahlbeteiligung: 38,8 %
 %
40
30
20
10
0
32,2 %
27,3 %
16,5 %
14,1 %
3,1 %
2,7 %
1,3 %
1,2 %
1,5 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
-0,7 %p
+6,2 %p
-5,9 %p
-1,2 %p
+0,4 %p
+2,7 %p
+1,3 %p
-4,5 %p
+1,5 %p
Rathaus
Technisches Rathaus

Der Stadtrat der Stadt Weißenfels besteht aus 40 gewählten Mitgliedern. Der Oberbürgermeister gehört dem Stadtrat ex officio an.

Seit der Wahl am 25. Mai 2014 setzt sich der Weißenfelser Stadtrat wie folgt zusammen:

Partei/Wählergruppe Sitze¹
Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU) 13
Wählergruppe „Bürger für Weißenfels/Landgemeinden“ (BfW/Landgemeinden)² 7
Die Linke 7
Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) 6
Bündnis für Gerechtigkeit - Wählervereinigung Weißenfels (BfG-WV)² 3
Nationaldemokratische Partei Deutschlands (NPD) 1
Alternative für Deutschland (AfD) 1
Bündnis 90/Die Grünen (Grüne) 1
Freie Demokratische Partei (FDP) 1
Anmerkungen: 1) Stand: Stadtratswahl 25. Mai 2014; 2) Wählergruppe;

Bürgermeister[Bearbeiten]

Flagge der Stadt Weißenfels
Wappen der Stadt Weißenfels an einem Gebäude.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „In Blau eine silberne Burg mit einer gezinnten, schwarz gefugten Mauer, offenem Tor mit hochgezogenem schwarzen Fallgatter sowie zwei übereck gestellten Türmen mit roten Spitzdächern und je zwei schwarzen Rundbogen-Fensteröffnungen; zwischen den Türmen ein schwebender goldener Schild mit schwarzem Löwen.“[12]

Stadtfarben[Bearbeiten]

Die Stadtfarben der Stadt sind Gelb und Blau.[13]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Novalis-Haus in der Klosterstraße 24
Marienkirche
Fürstenhaus in der Leipziger Straße 9
Stadtbrunnen
Ehemaliges St. Klaren Kloster
Die gotische Friedhofskapelle
Saale im Winter, mit dem Bismarckturm im Hintergrund
Informationstafel zu dem Gefangenensammellager im Schloss Neu-Augustusburg
  • Schloss Neu-Augustusburg als eine der größten frühbarocken Schlossanlagen Mitteldeutschlands mit Museum (ständige Ausstellung zur Geschichte der Stadt, inklusive Schuhmuseum, wechselnde Sonderausstellungen) und Schlosskirche, in der sonntäglich lutherische Hochmessen gefeiert werden. Die Gruft unter der Schlosskirche ist auf Anfrage oder zu besonderen Anlässen (Tag des offenen Denkmals, Schlossfest) zu besichtigen.
  • Geleitshaus mit Museum und Restaurant; hier wurde der Leichnam des 1632 in der Schlacht bei Lützen gefallenen Schwedenkönigs Gustav II. Adolf seziert (Blutfleck im Erkerzimmer). Das Museum zeigt neben einem Diorama zur Schlacht (mit 10.000 Zinnsoldaten) die Auswirkungen des Dreißigjährigen Krieges auf die Stadt.
  • Heinrich-Schütz-Haus mit Museum (am 13. Oktober 2012 nach mehrjähriger kompletter Sanierung mit überarbeiteter Ausstellung wiedereröffnet).
  • Novalis-Haus; im Erdgeschoss des 1680 errichteten Gebäudes ist die Stadtbibliothek, im Obergeschoss ein Museum untergebracht. Im unmittelbar an den Garten mit dem Novalis-Pavillon angrenzenden Stadtpark befindet sich das von Friedrich Schaper gestaltete Grabmal des Novalis.
  • Marienkirche mit Ladegast-Orgel
  • Barockes Rathaus und weitere barocke Fassaden in der Innenstadt
  • Das barocke Fürstenhaus in der Leipziger Straße 9 ist aus der Residenzzeit. Es wurde 1673 errichtet und diente vor allem als Wohnsitz hoher herzoglicher Hofbeamter. Die grau-altrosa Fassade des zwischen 2004 und 2006 sanierten zweieinhalbgeschossigen Gebäudes entspricht der historischen Farbgebung. Bei der Innenausstattung ragen vor allem die Stuckaturen in der ersten Etage hervor, die Ende des 17. Jahrhunderts von italienischen Stuckateuren ausgeführt wurden. Für die Zukunft ist eine öffentliche Nutzung des Gebäudes vorgesehen (beherbergt bereits das Standesamt).
  • Barockes Altherzogliches Haus (Prinzessinnenpalast)
  • Herzogliches Ballhaus (Ballspielhalle der Herzogskinder)
  • Marstall (zur Schlossanlage gehörend)
  • Louise-von-François-Haus
  • Zum Teil sehr schöne Fassaden im Stil der Gründerzeit in der Weißenfelser Neustadt, Beuditzstraße, Naumburger Straße und deren Seitenstraßen und Viertel.
  • Jägerhof (Hotel) (traditionelles Gasthaus) mit Schwedenstein
  • Amtsgericht, erbaut 1911/12
  • Das Gerichtsgebäude ist im einfachen Barock gehalten. Es wurde eine für die damalige Zeit schlichte, einfache und zweckmäßige Bauweise gewählt. Eine gewisse Ausnahme davon bilden das Eingangsportal, das Haupttreppenhaus und der Schöffensaal.
  • ehemaliges St. Klaren Nonnen Kloster (1283–1580) [14]
  • Friedhofskapelle, der auf den Friedhof der Stadt umgesetzte gotische Chor der Klarissenkirche
  • Goethegymnasium Haus I (Hauptgebäude, vormals Goetheoberschule))
  • Gebäude des Polizeireviers (ehemaliges IFL (Institur für Lehrerbildung), Lehrerseminar, davor Harnisch-Institut)
  • Bankhäuser in der Jüdenstraße (zwischen Saal- und Friedrichstraße)
  • Café Centra am Markt (Jugendstil)
  • Kaufhaus Müller im Bauhaus-Stil (ehemals Kaufhaus Spiegel (Juden, durch Nazis vertrieben)
  • Weißenfelser Stadtjunge; Schusterjunge im Stadtpark (Maskottchen der Stadt)
  • Stadtbrunnen in der Jüdenstraße geschaffen von Bonifatius Stirnberg
  • Märchenbrunnen in der Neustadt
  • Heimatnaturgarten (Tierpark, der heimatliche Fauna und Flora zeigt)
  • Weinbauregion Saale-Unstrut mit dem örtlichen Lagenwein Burgwerbener Herzogsberg.
  • Die Saale im Stadtbild mit drei Wehren und Schleusen (stromabwärts: Beuditzschleuse, Brückenmühlenschleuse, Herrenmühlenschleuse). Touristische Erschließung für Wasser- und Radwanderer (Blaues Band, Radacht Saale-Radweg)
  • Klemmberg mit Bismarckturm.
  • Parkanlage Georgenberg mit historischer Stadtmauer und Pulverturm
  • Edelhaus (Gutshaus) auf dem Georgenberg
  • Stadtpark (mit alten Grabstellen)
  • Auen- und Uferlandschaft der Saale
  • Gebäude der ehemaligen Oettler-Brauerei (heute Standort der MEG-Gruppe und der CK-Gruppe)
  • Ziele in der näheren Umgebung: Lützen (Gustav-Adolf-Gedenkstätte), Reichardtswerben (Ausstellung mit Diorama zur Schlacht bei Roßbach, 1757), Goseck (ältestes Sonnenobservatorium, Gosecker Schloss), Großgörschen (Schlacht bei Großgörschen 1813), Wandermöglichkeiten insbesondere entlang des Saaletales zwischen Weißenfels und Naumburg / Goseck.
  • Als Kultureinrichtungen: Kulturhaus (ehemaliges Stadttheater), Aula des Goethe-Gymnasiums als Veranstaltungsraum
  • ehemaliges E(lektrizitäts)-Werk mit Gelände (Projekt Internationale Bauausstellung Stadtumbau Sachsen-Anhalt 2010 IBA Thema Weißenfels GRÜN-DER-ZEIT Neustadtpark)

Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus[Bearbeiten]

  • Gedenk-Stele im Stadtpark für die namentlich bekannten 21 Weißenfelser Widerstandskämpfer, die Opfer des Faschismus wurden
  • Gedenkstein auf dem Städtischen Friedhof in der Friedensstraße für die 229 jüdischen Opfer der Shoa aus der Sowjetunion und aus Ungarn, den der aus Weißenfels stammende Jude Max Wolfson 1945 stiftete, und auf dem auch die Namen von 24 jüdischen Weißenfelsern verzeichnet sind
  • Gedenkstein von 1975 auf dem gleichen Friedhof für 32 Polen, die während des Zweiten Weltkrieges nach Deutschland verschleppt und Opfer von Zwangsarbeit wurden
  • Gedenkstein für den KJVD-Funktionär Fritz Schellbach, der 1944 als Widerstandskämpfer ermordet wurde. Ein weiterer Gedenkstein für ihn an der Gutenbergstraße/Ecke Merseburger Straße wurde nach 1989 entfernt, da auf dem Freigelände ein neues Wohn- und Geschäftshaus errichtet wurde.
  • Gedenkstein von 1969 am Stadion, das zu DDR-Zeiten seinen Namen trug, zur Erinnerung an den kommunistischen Arbeitersportler Otto Müller, der 1944 ermordet wurde
  • Gedenktafel von 1988 im Innenhof der ehemaligen Synagoge Nordstraße 14 zur Erinnerung an die ausgelöschte Jüdische Gemeinde der Stadt
  • Sowjetischer Ehrenfriedhof von 1949 am Klemmberg mit 89 Einzel- und 64 Sammelgräbern von 192 Rotarmisten und Kriegsgefangenen sowie 130 Frauen und Männern aus dem Kreisgebiet, die während des Zweiten Weltkrieges nach Deutschland verschleppt und Opfer von Zwangsarbeit wurden.
  • Informationstafel zu dem Gefangenensammellager im Schloss Neu-Augustusburg zwischen 4. März und 12. August 1933

Naturdenkmäler[Bearbeiten]

  • Rotbuche auf dem Georgenberg
  • Mammutbaum im Heimatnaturgarten

Luftbild[Bearbeiten]

Weißenfels an der Saale (Zentrum)

Auf dem nebenstehenden Luftbild ist das Grün im Vordergrund der Stadtpark. Es folgt der Georgenberg mit dem Georgenbergtunnel. Im linken Mittelteil des Bildes befindet sich das Zentrum der Stadt mit Marienkirche und Marktplatz. Am linken Bildrand das Goethe-Gymnasium (großes rotes Dach), rechts davon das alte und zur Zeit nicht genutzte Clarissenkloster (gelbes und graues Dach). Am äußersten linken Bildrand ist ein kleines Stück der großen Saalebrücke zu sehen, in deren Fortführung nach oben (nördliche Richtung) die geradlinig geführte Merseburger Straße (Stadtteil Neustadt). Die Brücke im mittleren Teil ist Fußgängern vorbehalten („Pfennigbrücke“). Sie verbindet den Bahnhof mit dem Zentrum. Am oberen Bildrand halbrechts die neue Saale-Brücke im Lauf der Umgehungsstraße. Im Mittelteil rechts das Schloss Neu-Augustusburg. Das Bild entstand im Mai 2005.

Stadthalle in Weißenfels

Sport[Bearbeiten]

  • Der Mitteldeutsche Basketball Club ist einer der erfolgreichsten Sportclubs in Weißenfels. Von 1999 bis 2004 spielten die Wölfe in der 1. Basketball-Bundesliga. 2004 konnte das Team einen Europapokal gewinnen (FIBA EuroCup Challenge). In den Jahren 2006 und 2007 konnte jeweils die Vizemeisterschaft in der 2. Basketball-Bundesliga erreicht werden, bevor 2009 der Wiederaufstieg in die Bundesliga gelang. Die Heimspiele werden in der Stadthalle Weißenfels ausgetragen.
  • Der Unihockey Club Kreissparkasse Weißenfels e. V. ist neunfacher Deutscher Meister im Unihockey (2003–2010, 2012). Der Verein ist damit der erfolgreichste seiner Klasse.
  • Der 1. FC Weißenfels ist der erfolgreichste Fußballverein der Stadt. Von 1955 bis 1960 spielte der Verein unter dem Namen Fortschritt Weißenfels in der DDR-Oberliga. Derzeit spielt die erste Mannschaft in der Landesklasse.
  • Der Schachclub Roland 1919 e.V. nimmt mit fünf Erwachsenenmannschaften am Spielbetrieb teil und ist im Nachwuchsbereich sehr aktiv.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Empfangsgebäude des Bahnhofs
Saale-Brücke der B 91n
Beuditz-Schleuse
Herrenmühlen-Schleuse

In Weißenfels kreuzen sich die Bundesstraßen 91, 87 und 176. In Zentrumsnähe ist die Stadt an die Autobahnen 9 und 38 angebunden. Eine vierspurige Ortsumgehung mit Saalequerung (B 91n) wurde 1997 fertiggestellt und erfuhr im Jahr 2010 eine Erweiterung im Zuge der Anbindung an die B 176. Im Zentrum von Weißenfels queren eine Straßen- und eine Fußgängerbrücke (am Bahnhof) die Saale; die nächste Straßenbrücke flussaufwärts befindet sich in Naumburg, flussabwärts sind es die Brücken der B 91n und der A 38.

Der Weißenfelser Bahnhof liegt an der 1846 eröffneten Thüringer Bahn und ist IC-Halt der Linie Stralsund–Berlin–Erfurt–Düsseldorf. Er wurde von der DB Station&Service AG in die Bahnhofskategorie 3 eingestuft. Im Regionalverkehr sind Halle, Leipzig, Erfurt und Zeitz ohne Umsteigen erreichbar. Als Folge der Gemeindegebietsreform befinden sich nunmehr zwei weitere Haltepunkte der Regionalverkehrsstrecke Halle-Erfurt auf dem Gebiet der Stadt Weißenfels – in den Ortsteilen Großkorbetha und Leißling. Die Nahziele bedient seit 1999 im südlichen Sachsen-Anhalt zudem die Burgenlandbahn. Einen weiteren Haltepunkt der Burgenlandbahn gibt es in Weißenfels-West und im Ortsteil Langendorf an der Strecke Weißenfels–Zeitz.

Der rund 45 km entfernte Flughafen Leipzig/Halle ist über die Autobahnen A 9 und A 14 sehr gut erreichbar.

Drei Saaleschleusen befinden sich auf dem Territorium der Stadt, die Öblitzschleuse liegt zwischen Schönburg (Saale) und dem Ortsteil Leißling.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Herrenmühle
Argenta Schokoladenmanufaktur

Die in Weißenfels traditionell ansässige Schuhindustrie (deshalb Schuhmuseum im Schloss Neu-Augustusburg) konnte sich nach 1991 nicht mehr behaupten. Vielmehr wurde (die zum Teil auch schon vorhanden gewesene) Lebensmittelindustrie zunehmend ausgebaut. Inzwischen wurde aufgrund der sich hier zentrierenden Lebensmittelbranche ein Netzwerk Lebensmittelindustrie für den Süden des Landes Sachsen-Anhalt gegründet. Daneben wurden auch andere Industriezweige stabilisiert und ausgebaut. Geplant ist ferner ein interkommunales Gewerbegebiet direkt an der Bundesautobahn A9.

Lebensmittelindustrie[Bearbeiten]

Sonstige Industrie[Bearbeiten]

  • Schüco International KG, Bauzulieferer
  • Drakena GmbH (früher Nollsche Werke), Kleineisenwaren
  • Fertigungstechnik Weißenfels GmbH (FTW), Maschinenbau

Gesundheitswesen[Bearbeiten]

Asklepios-Klinik

Die Asklepios-Klinik ist ein Krankenhaus der Schwerpunktversorgung. Sie fungiert als Akademisches Lehrkrankenhaus der Martin-Luther Universität Halle-Wittenberg. Sie besitzt ein Zertifiziertes Brust-, Darm- und Prostatakarzinomzentrum sowie ein Medizinisches Versorgungszentrum.

In der Stadt existiert ein Medizinisches Bildungszentrum mit Berufsschule und Berufsfachschule.

Bundeswehr[Bearbeiten]

Weißenfels ist Standort der Bundeswehr in Sachsen-Anhalt (größter Sanitäts-Standort in Deutschland, Sachsen-Anhalt-Kaserne).

Medien[Bearbeiten]

  • BLK TV − das Regionalfernsehen im südlichen Sachsen-Anhalt; regionales Fernsehprogramm, kann im Großraum Weißenfels, Tagewerben und Hohenmölsen über Kabel sowie über Internet empfangen werden.
  • Mitteldeutsche Zeitung (MZ) mit Regionalverlag in Weißenfels

Öffentliche Einrichtungen, Verwaltung[Bearbeiten]

Amtsgericht

Weißenfels ist:

  • Sitz des Amtsgerichtes
  • Sitz des Dezernates II des Burgenlandkreises, bestehend aus
    • Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt
    • Kreisplanungsamt
    • Amt für Immissionsschutz und Abfallwirtschaft
    • Amt für Gewässerschutz
    • Bauordnungsamt
  • Sitz des Polizeireviers für den Burgenlandkreis
  • Sitz des Bundesautobahn – Polizeireviers Weißenfels
  • Sitz der Autobahnmeisterei Weißenfels als Organisationseinheit des Landesbetrieb Bau Sachsen-Anhalt
  • Sitz der Standortverwaltung der Bundeswehr, sowie des Sanitätskommandos III für den Wehrbezirk Ost (Sachsen-Anhalt-Kaserne)
  • Sitz der Führerscheinstelle des Burgenlandkreises
  • Sitz der Amtes für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten Süd
  • Zweigstelle des Zollamtes

Bildung[Bearbeiten]

Schulen[Bearbeiten]

Goethegymnasium
Bergschule

In Weißenfels gibt es seit etwa 300 Jahren ein Gymnasium. Das erste Gymnasium erhielt den Namen Gymnasium Illustre Augusteum (nach dem Herzog benannt) und hatte zu seiner Zeit fast die Bedeutung einer Universität. Nach dem Tod des Herzogs sank die Bedeutung des Augusteums zum normalen Gymnasium herab. Später wurde das Augusteum durch das heute bestehende Goethegymnasium ersetzt.

Zu DDR-Zeiten gab es des Weiteren in Weißenfels ein Institut für Lehrerbildung (IfL), sowie eine Ingenieurschule, die sich vor allem auf die Ausbildung im Schuhgewerbe spezialisiert hatte. Eine Umwandlung des Institutes für Lehrerbildung in eine Pädagogische Hochschule scheiterte nach 1990. Die Ingenieurschule ist nach 1990 in die Berufsbildenden Schulen (BBS) als Berufsfach- und Berufsschule aufgegangen.

Heute gibt es in Weißenfels folgende Bildungseinrichtungen:

  • Goethegymnasium
  • Albert-Einstein Schule (Grundschule)
  • Bergschule (Grundschule)
  • Herderschule (Grundschule)
  • Beuditzschule (Sekundarschule)
  • Neustadtschule (Sekundarschule)
  • Ökowegschule (Ganztags-Sekundarschule)
  • Wirtschaftsgymnasium (zu den Berufsbildenden Schulen BBS gehörend)
  • Pestalozzischule (Sonderschule)
  • Schlossgartenschule (Sonderschule)
  • Freie Evangelische Schule (Grundschule)

Weiterführende Schulen[Bearbeiten]

  • Berufsbildendeschule (BBS)
  • Berufsfachschule (BBS)
  • Fachschule (BBS)
  • Fachoberschule (BBS)
  • Medizinisches Bildungszentrum (MBZ)(Medizinfachschule mit Fachoberschule)
  • Außenstelle der Hochschule St. Elisabeth Bratislava (Medizinfachhochschule)

Museen und Gedenkstätten[Bearbeiten]

Heinrich-Schütz-Haus
Geleitshaus

Bibliotheken[Bearbeiten]

  • Die Stadtbibliothek im Novalishaus umfasst etwa 42.000 Bücher, Zeitschriften, Tonträger und sonstige Medien.[15]
  • Der Seumeverein betreibt ein Lesestübchen in der Kubastraße mit etwa 20.000 Bestandseinheiten[16] sowie seit 2006 eine zuvor vom Landkreis getragene Fahrbibliothek mit einem Bestand von etwa 5.000 Büchern, Zeitschriften und Tonträgern.[17]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Personen, die mit der Stadt in Verbindung stehen[Bearbeiten]

Novalisgrab
Grabtafel der Hardenbergs
Denkmal zu Ehren Moritz Hills

Literatur[Bearbeiten]

  • Georg Ernst Otto: Geschichte der Stadt Weißenfels. 1796.
  • Gustav Heinrich Heydenreich: Kirchen- und Schul-Chronik der Stadt und Ephorie Weißenfels seit 1539, zur Erinnerung an die 30-jährige Jubelfeier der Einführung der Reformation in Weißenfels und Umgegend. Weißenfels 1840.
  • Karl August Gottlieb Sturm: Chronik der Stadt Weißenfels: nach Quellen bearbeitet. Verlag C. F. Sueß, Weißenfels 1846.
  • Karl August Gottlieb Sturm: Kleine Chronik der Stadt Weißenfels: nach Quellen bearbeitet. Weißenfels 1869.
  •  Gustav Sommer: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Kreises Weißenfels. In: Historische Kommission für die Provinz Sachsen und das Herzogtum Anhalt (Hrsg.): Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler der Provinz Sachsen. Band 1-33, erschienen 1879 ff. Hendel, Halle an der Saale 1880.
  •  Friedrich Gerhardt: Geschichte der Stadt Weißenfels a. S. mit neuen Beiträgen zur Geschichte des Herzogtums Sachsen-Weißenfels. Schirdewahn, 1907 (online als Digitalisat verfügbar).
  • Paul Thieme: Chronik der Stadt Weißenfels. 1928.
  • Ingo Bach, Eva-Maria Klapproth, Adolf Schmiedecke: Weißenfels: Stadtchronik. Verlag Stadt Weißenfels, Herausgeber Rat der Stadt Weißenfels, Weißenfels 1980.
  •  Louise von Francois: „Erinnerungen aus einer kleinen Stadt“, „Napoleon in Weißenfels“, „Der Dichter Dr. Müllner und das Komödienspiel auf der Privatbühne im großen Rathaussaale zu Weißenfels …“. In: Aus der Provinz Sachsen und Thüringen. Vergessene Geschichten. Band 1. Dingsda, Querfurt 1991, ISBN 3-928498-01-0.
  •  Reinhard Schramm: Ich will leben … : Die Juden von Weißenfels. Böhlau, Köln/ Weimar/ Wien 2001, ISBN 3-412-12700-0.
  •  Susanne Riemer-Ranscht, Jörg Riemer: Weißenfels. Der Stadtführer. Stekovics, Halle 2007, ISBN 978-3-89923-161-8.
  •  Gerhard Bach: Zeitsprünge Weißenfels. Sutton, Erfurt 2009, ISBN 978-3-86680-497-5.

Film[Bearbeiten]

  • Die Weißenfelser Geschichte der ersten Jahre nach der Wende wurde mit dem am 1. Oktober 1995 in der ARD erstmals gezeigten Dokumentarfilm Der lange Abschied von der DDR. Weißenfels 1990–1995 dargestellt.
  • Am 30. Oktober 2009 strahlte der spanische Fernsehsender La 2 der Rundfunkanstalt rtve eine Reportage mit dem Titel „Veinte años sin muro“ (deutsch: „Zwanzig Jahre ohne Mauer“) der Journalistin Pilar Requena aus. Allerdings zeigen nur einige kurze Abschnitte Orte in Weißenfels sowie ihre Bürger (Schuhkombinat „Banner des Friedens“ ab 00:38; Simon Werbung ab 07:00; Rathaus ab 30:53; Bürgermeister Robby Risch ab 31:16; Simon Werbung ab 31:40; Schokoladenmanufaktur Argenta ab 33:06)[18]. Die MZ berichtete am 27. Juni 2009 von den Dreharbeiten[19].

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Weißenfels – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Weißenfels – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt, Bevölkerung der Gemeinden – Stand: 31.12.2012 (PDF) (Fortschreibung auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Deutscher Wetterdienst, Normalperiode 1961–1990
  3. Manfred Wilde: Die Zauberei- und Hexenprozesse in Kursachsen, Köln, Weimar, Wien 2003, S. 545 und S. 625–627.
  4. Geschichte der Katholischen Pfarrgemeinde "St. Elisabeth"
  5. Vgl. Sarah Huke: Das Gloria in Weißenfels, in: moderneREGIONAL 1, 2014 [1].
  6. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1995
  7. a b StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2010
  8. http://weissenfels.de/13882.htm
  9. Wählergruppen: Bürger für Weißenfels/Landgemeinden (BfW/L, 18 %); Bündnis für Gerechtigkeit - Wählervereinigung Weißenfels (BfW-WV, 8,3 %); Weißenfelser Bürgerbund - Wählergemeinschaft für ein freies sicheres und demokratisches Weißenfels (WBB, 1 %).
  10. Einzelbewerber: Reimer (1 %); Turzer (0,5 %).
  11. Burgenlandkreis: Anne-Hedwig auf Wolke sieben. Abgerufen am 12. Oktober 2013.
  12. § 2 Abs. 1 Hauptsatzung der Stadt Weißenfels
  13. § 2 Abs. 2 Hauptsatzung der Stadt Weißenfels
  14. Geschichte des Klosters
  15. Portrait der Stadtbibliothek auf den Webseiten der Stadt Weißenfels (abgerufen am 24. Juni 2009).
  16. Mitteilung im Weißenfelser Amtsblatt Jahrgang 18 vom 18. Januar 2008, S. 13. (abgerufen am 24. Juni 2009).
  17. Marktforschung mit viel Herz Bericht der Mitteldeutschen Zeitung vom 12. November 2008 (abgerufen am 24. Juni 2009).
  18. Reportage "Veinte años sin muro"
  19. MZ-Artikel "Veränderungen sind nicht zu übersehen"