Nord-Pas-de-Calais

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Nord-Pas-de-Calais
Flagge der Region Nord-Pas-de-Calais Wappen der Region Nord-Pas-de-Calais
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Über dieses Bild
Basisdaten
Verwaltungssitz Lille
Präsident des Regionalrats Daniel Percheron[1] PS
Bevölkerung

 – gesamt 1. Januar 2011
 – Dichte

4.042.015 Einwohner
325,6 Einwohner je km²

Fläche

 – gesamt
 – Anteil an Frankreich:

12.414 km²
2,3 %

Départements 2
Arrondissements 13
Kantone 156
Gemeinden 1.545
ISO 3166-2-Code FR-O

Nord-Pas-de-Calais [nɔʀpɑdkaˈlɛ] ist die nördlichste Region Frankreichs. Sie liegt an der Grenze zu Belgien und besteht aus den Départements Nord und Pas-de-Calais. Die Region hat eine Fläche von 12.414 km² und 4.042.015 Einwohner (Stand 1. Januar 2011). Hauptstadt der Region ist Lille. Mit Dünkirchen verfügt die Region über drittgrößten Hafen von Frankreich.

Geographie[Bearbeiten]

Neben Lille sind weitere wichtige Städte: Arras, Calais, Boulogne-sur-Mer, Dunkerque, Cambrai, Douai und Valenciennes.

Wappen[Bearbeiten]

Beschreibung: In Gold ein schwarzer rot gezungter und bewehrter Löwe.

Geschichte[Bearbeiten]

In der Region liegen die französischen Anteile von Flandern (Französisch-Flandern) und dem Hennegau sowie die Landschaft Artois. Sie gehören alle erst seit 1678 zu Frankreich. Vorher waren sie Teil der burgundischen beziehungsweise spanischen Niederlande. Zu dieser Region gehört außerdem die Landschaft Boulonnais mit den bedeutenden Hafenstädten Boulogne und Calais.

Nord-Pas-de-Calais entstand 1960 mit der Einrichtung der Regionen in Frankreich. 1972 erhielt die Region den Status eines Établissements public unter Leitung eines Regionalpräfekten. Durch die Dezentralisierungsgesetze von 1982 erhielten die Regionen den Status von Collectivités territoriales (Gebietskörperschaften), wie ihn bis dahin nur die Gemeinden und die Départements besessen hatten. 1986 wurden die Regionalräte erstmals direkt gewählt. Seitdem wurden die Befugnisse der Region gegenüber der Zentralregierung in Paris schrittweise erweitert.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Demographie[Bearbeiten]

Die Region hat 4 Millionen Einwohner (7 % der französischen Bevölkerung). Die Bevölkerungsdichte von 325 Einwohner pro km² nimmt nach der Île-de-France den zweiten Rang in Frankreich ein. Wegen der hohen Geburtenrate ist die Bevölkerung von Nord-Pas-de-Calais die jüngste unter den Regionen in Frankreich: 36,5 % der Einwohner sind weniger als 25 Jahre alt (der Nationaldurchschnitt ist 32,4 %). Trotzdem verringert sich die Regionalpopulation wegen hoher Abwanderung.

Sprache[Bearbeiten]

In der Region gibt es drei Dialekte:

Städte[Bearbeiten]

Die bevölkerungsreichsten Städte der Region Nord-Pas-de-Calais sind:

Stadt Einwohner (Jahr) Département
Lille 227.533 (2011) Nord
Roubaix 94.186 (2011) Nord
Tourcoing 92.018 (2011) Nord
Dunkerque 91.386 (2011) Nord
Calais 72.915 (2011) Pas-de-Calais
Villeneuve-d’Ascq 62.681 (2011) Nord
Valenciennes 43.471 (2011) Nord
Boulogne-sur-Mer 42.680 (2011) Pas-de-Calais
Douai 41.915 (2011) Nord
Wattrelos 41.538 (2011) Nord
Arras 41.322 (2011) Pas-de-Calais

Politische Gliederung[Bearbeiten]

Die Region Nord-Pas-de-Calais ist in zwei Départements untergliedert:

Département Präfektur ISO 3166-2 Arrondissements Kantone Gemeinden Einwohner (Jahr) Fläche
(km²)
Dichte
(Einw./km²)
Nord Lille FR-59 6 79 650
000000002579208.00000000002.579.208 (2011)
000000000005743.00000000005.743 000000000000449.1000000000449,1
Pas-de-Calais Arras FR-62 7 77 895
000000001462807.00000000001.462.807 (2011)
000000000006671.00000000006.671 000000000000219.3000000000219,3

Wirtschaft[Bearbeiten]

Nach dem Zweiten Weltkrieg geriet die Region in wirtschaftliche Schwierigkeiten. Kohle, Metallurgie und Textilindustrie waren seit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert neben einer ungemein ertragreichen Landwirtschaft die wichtigsten Wirtschaftszweige. Heutzutage bleiben nur einige Textilunternehmen. Obwohl TGV und Eurotunnel neue Dynamik beigetragen haben, liegt die Arbeitslosigkeit höher als der nationale Durchschnitt mit 12,6 % gegen 9,1 % (Januar 2010).[2]

Mehrere französische Unternehmen haben ihren Hauptsitz in der Region:

Verkehr[Bearbeiten]

  • Eurotunnel: Seit 1994 ist die Region über den Eurotunnel mit Großbritannien verbunden.

Kultur[Bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Seit 2012 gehört das Nordfranzösisches Kohlerevier zum UNESCO-Welterbe. Schon seit 1999 hat die UNESCO 17 Belfriede der Region denkmalgeschützt.

Armentieres - Town Hall - Belfry.jpg Belfried von Armentières

Denkmalgeschützt seit 1999

Bailleul.jpg Belfried von Bailleul

Denkmalgeschützt seit 1999

0 Bergues - Beffroi (1).jpg Belfried von Bergues

Denkmalgeschützt seit 1999

Beffroi Cambrai.JPG Belfried von Cambrai

Denkmalgeschützt seit 1999

Le beffroi de comines vu-du clocher de l'eglise.JPG Belfried von Comines

Denkmalgeschützt seit 1999

Carillon Douai.jpg Belfried von Douai

Denkmalgeschützt seit 1999

Dunkerque Belfort.JPG Belfried von Dünkirchen (St. Eloi-Kirche)

Denkmalgeschützt seit 1999

MairiedeDunkerque2.JPG Beffroi de l’Hôtel de Ville de Dunkerque (Belfried des Rathauses von Dünkirchen)

Denkmalgeschützt seit 1999

0 Gravelines - Beffroi (1).jpg Belfried von Gravelines

Denkmalgeschützt seit 1999

Belfried von Lille

Denkmalgeschützt seit 1999

Beffroi de Loos (3).JPG Belfried von Loos

Denkmalgeschützt seit 1999

Belfried von Aire-sur-la-Lys

Denkmalgeschützt seit 1999

Arras Hôtel de ville et Beffroi.jpg Belfried von Arras

Denkmalgeschützt seit 1999

Béthune belfry and church during spring fair.JPG Belfried von Béthune

Denkmalgeschützt seit 1999

Boulogne beffroi.JPG Belfried von Boulogne-sur-Mer

Denkmalgeschützt seit 1999

Burghers of calais.jpeg Belfried von Calais

Denkmalgeschützt seit 1999

Beffroi d' Hesdin.jpg Belfried von Hesdin

Denkmalgeschützt seit 1999

Zitadelle von Arras

Befestigung von Vauban

Denkmalgeschützt seit 2008

Reuze papa.gif Reuze Papa, Gigant von Cassel

Denkmalgeschützt seit 2005

Gayant et Marie Cagenon, Gigant von Douai

Denkmalgeschützt seit 2005

2012 eröffnete in Lens der Louvre-Lens mit zahlreichen Kunstwerken, die vorher im Pariser Louvre gezeigt worden waren.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Film[Bearbeiten]

Nord-Pas-de-Calais ist Schauplatz des 2008 erschienen Kinofilms Willkommen bei den Sch’tis. Für den Postbeamten Philippe Abrams (Kad Merad) bedeutet die Arbeit in Nord-Pas-de-Calais eine Strafversetzung in einen Ort, in dem es ihm aufgrund der für ihn unverständlichen Sprache des französischen Nordens schwerfällt, überhaupt etwas zu verstehen. Dem „Ch’ti“-Dialekt verdankt der Film seinen Namen.

Bildende Kunst[Bearbeiten]

Für die gesamte Region wurde im Hafen von Dünkirchen das FRAC Nord-Pas de Calais eingerichtet, eine große Sammlung zeitgenössischer Kunst. Diesem geht zeitlich vor das in der Nähe zwischen Stadt und Hafen von Dünkirchen gelegene LAAC, das moderne Kunst der Epoche von 1940-1980 zeigt.

Sport[Bearbeiten]

Fußball[Bearbeiten]

Die Region Nord-Pas-de-Calais gehört seit jeher zu den Fußballhochburgen Frankreichs.

Mit dem OSC Lille und dem FC Valenciennes spielen derzeit zwei Klubs aus Nord-Pas-de-Calais in der Ligue 1, der ersten und höchsten Spielklasse im französischen Profifußball. Der OSC Lille gewann in der Saison 2010/11 die französische Meisterschaft. Ein paar Wochen zuvor konnte auch der französische Pokal gewonnen werden. Der FC Valenciennes ist seit 2006 Mitglied der Ligue 1. Vorher pendelte der Verein zwischen Ligue 1 und der Ligue 2.

Der RC Lens gehörte viele Jahre der Ligue 1 an. 2008 stieg Lens ab, im Jahr darauf gelang der direkte Wiederaufstieg. 2011 stieg der Verein jedoch erneut ab.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Nord-Pas-de-Calais – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.nordpasdecalais.fr/jcms/c_5120/le-president abgerufen am 29. März 2013
  2. Insees Arbeitslosenziffer 2010 (Französisch) Insee. Abgerufen am 7. Januar 2010.

50.3436111111112.8811111111111Koordinaten: 50° N, 3° O