Thalys

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Thalys International / THI Factory[1]

Logo
Rechtsform Thalys International: Genossenschaft mit beschränkter Haftung belgischen Rechts
THI Factory: Aktiengesellschaft belgischen Rechts
Gründung 1995
Sitz Saint-Gilles/Sint-Gillis, Belgien
Leitung Bertrand Gosselin[2]
Branche Personenverkehr
Website thalys.com

Der Thalys (im deutschen Sprachgebrauch [ˈtaːlɪs]) ist ein europäischer Hochgeschwindigkeitszug, der auf der Technik des französischen TGV basiert. Nicht nur technisch, sondern auch optisch sind die beiden Züge sehr ähnlich; der windschnittige Schnabel und die Konstruktionsweise der Wagen sind beinahe identisch mit denen eines TGVs. Die Thalys-Züge sind aber im Gegensatz zu den TGV-Zügen rot, und nicht blau-grau bzw. türkis.

Die nahezu halbstündlich ohne Zwischenhalt bediente Kernstrecke zwischen Paris und Brüssel ist die am dichtesten getaktete und schnellste Direktverbindung zweier europäischer Hauptstädte. Die 314,5 Kilometer werden in 82 Minuten zurückgelegt, die Reisegeschwindigkeit beträgt 230,1 km/h (Stand August 2019).

Weitere Verbindungen werden von Düsseldorf, Köln, Dortmund, Duisburg und Essen sowie Amsterdam, Rotterdam und Antwerpen über Brüssel nach Paris angeboten.

Der Begriff Thalys ist keine Abkürzung, sondern ein 1996 von einer niederländischen Namensagentur als Markenname erdachtes Kunstwort,[3] ein Logatom, das in allen Sprachräumen, in denen die Züge verkehren, gleichermaßen gut auszusprechen ist.

Gesellschaft

Unternehmensstruktur

Hinter Thalys stehen die Unternehmen Thalys International und THI Factory mit Sitz in Brüssel. Beide sind Töchter der französischen (SNCF) und der belgischen (NMBS/SNCB) Staatsbahnen. An Thalys International war außerdem die Deutsche Bahn AG beteiligt. Partner ist die Tochtergesellschaft der Niederländischen Eisenbahn, Thalys Nederland.[4]

Geschichte

Nach der Entscheidung von 1987, einen grenzüberschreitenden Hochgeschwindigkeitszug auf die Strecke zu bringen, der Paris, Brüssel, Amsterdam und Köln verbinden soll, wurde 1995 die Westrail International gegründet, die erst im Mai 1999 den Namen der Züge annahm und seitdem Thalys International heißt. Sie ist eine Genossenschaft mit beschränkter Haftung belgischen Rechts (société coopérative à responsabilité limitée). Bis 2007 hielt die NMBS/SNCB 30 %, die SNCF 70 % der Kapitalanteile. Zum 16. Juni 2007 beteiligte sich die Deutsche Bahn mit zehn Prozent am Stammkapital der Gesellschaft. Die weiteren Anteile hielten die SNCF mit 62 sowie die NMBS/SNCB mit 28 Prozent.[5]

Laut Medienberichten vom Oktober 2010 wollte die Deutsche Bahn im Laufe des Jahres 2011 ihre Beteiligung an Thalys beenden.[6] Anfang 2012 wurde das Ende der Beteiligung für Ende März angekündigt.[7] Laut einem Pressebericht sei die Deutsche Bahn bereits seit Dezember 2011 nicht mehr an der Gesellschaft beteiligt.[8] Die SNCF und die NMBS/SNCB haben Mitte Januar 2012 den Erwerb der Anteile der Deutschen Bahn beim Bundeskartellamt (BKartA) angemeldet. Seit dem 28. März 2012 gelten im Thalys zwischen Aachen und Köln, mit Ausnahme der Bahncard 100 und ICE-Streckenzeitkarten, keine DB-Fahrkarten mehr.[9][10] Seit 2011 ist die DB nicht mehr am Ergebnis des Unternehmens beteiligt, das sich SNCF und NMBS/SNCB teilen.[11] Seit dem 13. Dezember 2015 gelten auch die Bahncard 100 und ICE-Streckenzeitkarten nicht mehr im Thalys.[12]

Am 31. März 2015 wurde der Bahnbetrieb in Frankreich und Belgien von den jeweiligen Staatsbahnen auf das neu gegründete Bahnunternehmen THI Factory NV/SA übertragen, dessen Anteile zu 60 Prozent von SNCF Mobilités ÉPIC und zu 40 Prozent von SNCB/NMBS gehalten werden. In den Niederlanden wird der Betrieb von NS Reizigers durchgeführt. Dagegen hat sich die DB Fernverkehr AG Ende 2016 aus dem Betrieb des deutschen Streckenabschnitts zurückgezogen; dieser wurde von der, aus einer Eurobahn-Gesellschaft umfirmierten, SNCF Voyages Deutschland GmbH übernommen.[13]

Thalys International bleibt parallel bestehen und übernimmt wie bisher die Vermarktung der Züge.[4][14]

Fusion mit Eurostar

2019 gab die Mehrheitseigentümerin an Thalys, die französische Staatsbahn SNCF bekannt, das sie ihre beiden Töchterunternehmen Thalys und Eurostar International fusionieren möchte. Beide Unternehmen zusammen befördern 18,5 Millionen Fahrgäste und verfügen über 112 Hochgeschwindigkeitszuggarnituren.[15][16] Die Fusion soll 2021, vorbehaltlich der Zustimmung der Wettbewerbsbehörden, umgesetzt werden.[17]

Eingesetzte Züge

Thalys PBKA
Thalys PBA
Erste Klasse
Zweite Klasse

Der Thalys wurde für den länderübergreifenden Verkehr zwischen Belgien, Deutschland, Frankreich und den Niederlanden gebaut und ist deshalb mehrsystemfähig. Es existieren zwei Varianten der Züge: der Thalys PBA (Paris–Brüssel–Amsterdam) und der Thalys PBKA (Paris–Brüssel–Köln–Amsterdam).

Von den Thalys PBA existieren zehn Einheiten, die baugleich mit den französischen TGV Réseau sind. Sie fahren mit 25-Kilovolt-50-Hertz-Wechselspannung. Außerdem sind sie mit einigen Zugsicherungssystemen der drei Länder ausgestattet. Die Züge haben bei 25 Kilovolt eine Dauerleistung von 8800 Kilowatt und erreichen damit zwischen Paris und Brüssel, sowie zwischen Antwerpen und Flughafen Amsterdam Schiphol 300 km/h.

Die 17 vorhandenen Thalys PBKA sind zusätzlich in der Lage, im deutschen Netz mit 15-Kilovolt-16,7-Hertz-Wechselspannung bei einer Leistung von 4460 Kilowatt zu fahren. Das Design ihrer Triebköpfe lehnt sich an den TGV Duplex an. Sie bedienen seit dem 14. Dezember 1997 Köln. Bis 2006 galt Köln Messe/Deutz als Ziel- und Abgangsbahnhof, zeitweise fuhr ein Zugpaar ab/bis Düsseldorf. Im August 2011 erweiterte Thalys dieses Angebot wieder auf die Abfahrtsbahnhöfe Essen, Duisburg und Düsseldorf.[18] Seit dem 21. März 2016 fahren einige Züge bis/ab Dortmund und halten teilweise auch am Düsseldorfer Flughafen.

Von den 17 Einheiten befinden sich sieben im Eigentum der NMBS/SNCB, sechs gehören der SNCF, je zwei der Nederlandse Spoorwegen und der Deutschen Bahn.[19] Die beiden PBKA-Einheiten Nr. 4321 und 4322 der Deutschen Bahn werden dort intern, wie alle Thalys-PBKA-Triebzüge, als „Baureihe 409“ bezeichnet. Sie sind Bestandteil des Fahrzeugparks der Belgischen Staatsbahn.

Verkehrsangebot

Kernmarke Thalys

Karte der Thalys-Verbindungen mit Endpunkten, Strecken, die nur saisonal bedient werden, sind gestrichelt dargestellt
Thalys-Liniennetz (März 2016)

Die Züge verbinden länderübergreifend folgende Städte:

  • Dortmund – Essen – Duisburg – Düsseldorf Flughafen – Düsseldorf – Köln – Aachen – Lüttich – Brüssel Midi – Paris Nord (5 Zugpaare nach/von Essen, Reisezeit von Köln 3:14 Stunden, ein weiteres Zugpaar ab Lüttich, dreimal täglich nach/von Dortmund; ein Zugpaar verkehrt seit der Fertigstellung des Diabolo-Projekts zwischen dem Flughafen Brüssel und Paris Nord)
  • Amsterdam – Schiphol Airport – Rotterdam – Antwerpen – Brüssel – Paris (10 Zugpaare)
    • seit 13. Dezember 2009 über die HSL Zuid mit einer Fahrtzeit von 3:18 Stunden; Den Haag wird seitdem nicht mehr bedient.
  • Ostende – Brügge – Gent – Brüssel – Paris (ein Zugpaar)
  • Brüssel – Disneyland Paris (fünf Zugpaare, bis März 2007). Diese Relation wurde, mit vier Zugpaaren, zum 28. November 1999 aufgenommen.[20]
  • Amsterdam – Rotterdam – Antwerpen – Brüssel – Lille (zwei Zugpaare, seit April 2014, entfällt ab Fahrplan 2019)[21][22]
  • Im Sommer verkehrt zusätzlich ein Zugpaar zwischen Amsterdam und Marseille, im Winter von Amsterdam nach Bourg-Saint-Maurice in den französischen Alpen.

Zwischen Brüssel und Paris fahren die Züge nahezu halbstündlich, einige davon in Doppeltraktion, die in Brüssel nach Amsterdam bzw. Köln geflügelt werden. In Brüssel besteht Anschluss an den Eurostar nach London.

Seit April 2007 sollten die Züge die neue Schnellfahrstrecke HSL Zuid (Schnellfahrstrecke Schiphol–Antwerpen) benutzen, deren Inbetriebnahme sich bis Dezember 2009 verzögert hat; auch fehlte den Thalys PBA noch das für die HSL Zuid nötige Zugsicherungssystem ETCS; Tests mit der ETCS-Softwareversion 2.3.0 fanden Anfang November 2007 in Belgien und den Niederlanden statt.[23] Aus dem gleichen Grund wird die HSL 3 zwischen Aachen und Lüttich erst seit 13. Dezember 2009 befahren.

Mit 25 Zügen pro Tag und Richtung betreibt das Unternehmen zwischen Paris Nord und Brüssel Midi ein dichtes Zugangebot. Die Züge erreichen eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 213 km/h. Infolgedessen wurden die meisten kommerziellen Flugverbindungen zwischen diesen Städten eingestellt.[24]

Es werden täglich fünf internationale Zugpaare zwischen Köln (bzw. Essen oder Dortmund) und Paris angeboten, auf dem Teilabschnitt Köln–Brüssel ergänzt um vier ICE-Zugpaare der Linie ICE 79 Frankfurt–Brüssel. 2006 nutzten 6,5 Millionen Reisende die Züge, seit Gründung der Gesellschaft mehr als 55 Millionen.[5]

Low-Cost-Angebot izy

Ein IZY-Zug passiert den Bahnhof von Longueau (Frankreich) ohne Halt.

Seit dem 3. April 2016 bietet Thalys unter der Marke izy zudem eine preisgünstige, „no frills“-Alternative auf der Strecke Paris–Brüssel an.[25] Es werden täglich zwei beziehungsweise drei (freitags und sonntags) Zugpaare angeboten. Fahrkarten sind ausschließlich online verfügbar.

Die wesentlichen Unterschiede zum Thalys bestehen zum einen in einer längeren Fahrzeit (etwa eine Stunde), da der Zug von Paris zunächst die klassische Strecke über etwa 200 km und nicht die LGV Nord nutzt. Zum anderen in einem geringeren Komfort, es gibt nur eine Wagenklasse und keine Bar. Bei den günstigsten Fahrkarten (10 Euro) wird kein Sitzplatz garantiert. Sofern jedoch noch Sitzplätze vorhanden sind, können diese durch den Zugchef zugewiesen werden. Steckdosen sind nur bei den hochpreisigeren Plätzen vorhanden.[26]

Entwicklung

Thalys-Zug in Bourg-Saint-Maurice (französische Alpen)

1992 bestellten die Bahnen von Deutschland, Frankreich, Belgien und der Niederlande 37 Hochgeschwindigkeitszüge bei einer französischen Firmengruppe unter Führung von GEC-Alsthom im Gesamtwert von rund 1,4 Milliarden DM. Die Deutsche Bundesbahn beteiligte sich mit einem Investitionsvolumen, das drei dieser Züge entsprach.[27] Ende 1995 wurde der erste Mittelwagen der neuen Züge fertiggestellt.[28]

Der Betrieb zwischen Paris und Brüssel wurde im Juni 1996 aufgenommen, mit einer Reisezeit von 2:07 Stunden. Der Thalys löste den vorherigen Fernzug Étoile du Nord/„Nordstern“ ab, der mindestens zweieinhalb Stunden benötigte. Erst mit der Inbetriebnahme der belgischen Hochgeschwindigkeitsstrecke 1997 verkürzte sich die Reisezeit auf 1:25 Stunden.[29]

Im ersten Betriebsjahr (1996) nutzten 1,6 Millionen Fahrgäste den Thalys. 1997 fuhren drei Millionen, 1998 bereits 4,7 Millionen Fahrgäste mit den Zügen. Am 25. März 1999 wurde der zehnmillionste Thalys-Fahrgast gefeiert. Rund 14.000 Menschen nutzten pro Tag diesen Zug. Zwischen Brüssel und Paris lag die Auslastung zu dieser Zeit bei 65 Prozent, zwischen Brüssel und Köln bei 50 Prozent.[30] Lag der Marktanteil der Schiene zwischen Paris und Brüssel 1994 bei 24 Prozent, lag er um 2000 bei 48 Prozent.[31]

Ende 1997 wurde Köln sechsmal täglich in das Thalys-Netz eingebunden.[30] In den ersten sechs Wochen des Jahres 1998 nutzten 62.000 Reisende die von bzw. bis Köln verkehrenden Thalys-Züge. Im Vergleich zur Vorjahresperiode nahm die Zahl der Fahrgäste (gegenüber dem zu dieser Zeit verkehrenden Eurocity-Angebot) um 15 Prozent zu. In der gleichen Periode, nach Inbetriebnahme der HSL 1, nahm die Zahl der Fahrgäste im Thalys-Netz um 72 Prozent auf eine halbe Million zu.[32]

1999 nahm die Zahl der Fahrgäste im Jahresvergleich um 5,5 Prozent auf 4,98 Millionen zu. Im internationalen Verkehr mit Deutschland und den Niederlanden wurde ein Zuwachs von 17 Prozent verzeichnet.[33]

Ende September 1998 wurde ein Zugpaar von/bis Düsseldorf verlängert.[34] Die Verlängerung nach Düsseldorf wurde Ende 2003 aufgegeben.[30] Während der Expo 2000 verkehrte samstags ein Thalys zwischen Hannover und Brüssel bzw. Paris.[35]

Im ersten Betriebsjahr in Deutschland nutzten rund 800.000 Fahrgäste die Züge. Die Prognosen seien damit um acht Prozent übertroffen worden. 70 Prozent der Kunden reisten zwischen Deutschland und Frankreich, zwei Prozent waren im Binnenverkehr zwischen Düsseldorf, Köln und Aachen unterwegs. Die durchschnittliche Auslastung zwischen Köln und Brüssel lag bei 50 Prozent.[34] Bis Anfang 1999 nutzten rund eine Million Reisende den Ast nach Köln bzw. Düsseldorf.[30] Bis Ende 2007 nutzen 8,5 Millionen Reisende das Zugangebot zwischen Köln und Paris.[36]

Ab Ende Mai 2000 wurde ein Zugpaar zwischen Brüssel und Genf eingeführt; samstags verkehrte zusätzlich ein Zugpaar zwischen Amsterdam und Valence.[33]

Im Jahr 2003 kam es erstmals in der Geschichte der Gesellschaft zu einem Fahrgastrückgang. In der ersten Jahreshälfte ging die Zahl der Fahrgäste um 3,6 Prozent zurück.[37] Durch ein geändertes Preissystem wurde darauf reagiert; seitdem sind konstant Fahrgastzuwächse zu verzeichnen.

Seit 13. Juni 2004 verkehren die Thalys als reine Nichtraucherzüge.[38]

Im Jahr 2004 nahm die Zahl der Reisenden um 3,9 Prozent auf 5,95 Millionen zu. Der Umsatz stieg um 5,6 Prozent, auf 318 Millionen Euro. Im Verkehr mit Deutschland ging der Umsatz dabei um vier Prozent zurück.[39] 2005 erwirtschaftete das Unternehmen 335 Millionen Euro. Die durchschnittliche Auslastung zwischen Amsterdam und Paris lag bei 70 Prozent.[40]

Während der EU-Ratspräsidentschaft Frankreichs vom 1. Juli 2008 bis 31. Dezember 2008 verkehrten täglich zwei Thalys-Sonderzugpaare von Brüssel über den Flughafen Paris-Charles-de-Gaulle nach Straßburg. Diese Züge durften jedoch nur von Mitgliedern und Mitarbeitern des EU-Parlaments benutzt werden.

Der Anteil der Thalys-Züge am Modal Split zwischen Paris und Brüssel liegt bei 50 Prozent.[41]

Zwischen Januar 2009 und Dezember 2010 wurden die Innenausstattung der Züge, die Außenlackierung, das Gastronomiekonzept und das gesamte Auftreten des Unternehmens modernisiert sowie die Zugbegleiter und Betreuer mit neuen Uniformen ausgestattet. Am 8. Januar 2009 ging der erste modernisierte Zug (PBA) auf die Schiene. Während der jeweils zehnwöchigen Umrüstung im SNCF-Ausbesserungswerk Lille erhalten die Züge auch eine ETCS-Ausrüstung (Level 2). Die geplanten Gesamtkosten für das Projekt beliefen sich auf rund 100 Millionen Euro.[24]

Seit dem 29. August 2011 verkehrt je ein Zugpaar täglich über Köln hinaus bis nach Essen mit Halt in Düsseldorf und Duisburg;[42] es folgten zum 15. Dezember 2013 zwei weitere Zugpaare.[43] Zum Fahrplanwechsel im Dezember 2015 sollten die bislang in Essen beginnenden bzw. endenden Zugpaare bis Dortmund verlängert werden.[44] Am 3. Dezember 2015 wurde bekannt, dass die Eröffnung der Thalys-Strecke ab Dortmund aufgrund des Stellwerkbrands in Mülheim auf Frühjahr 2016 verschoben wird.[45]

Am 28. November 2015 fuhr ein Thalys-Sonderzug mit rund 100 Mitarbeitern des in der Bundesstadt Bonn angesiedelten Sekretariats der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen von Bonn Hauptbahnhof zur UN-Klimakonferenz in Paris.[46]

Fahrgastzahlen und Umsatz

Jahr Fahrgäste
in Mio.
Umsatz
in Mio. EUR
1996 060[47]
1997 115[48]
1998 4,72[49] 190
1999 4,98[50] 220
2000 5,5[51] 266
2001 5,8[52] 294
2002 6,0[53] 310
2003 5,8[54] 301
2004 5,95[55] 318
2005 6,15[56] 335
2006 6,5[57] 363
2007 6,2[58] 364
2008 6,5[59] 392
2009 6,07[60] 382
2010 6,45[60] 432
2011 6,6[61] 470
2012 6,6[62] 479
2013 6,69[63] 487[64]
2016 6,70[65] 457,4
2017 7,2[66] 509
2018 7,5[67] 527

Fahrkarten

Ehemaliger Thalys Store&More am Hauptbahnhof Düsseldorf

Wegen des Ausstieges der Deutschen Bahn wurde zum 9. Juni 2013 der Vertrieb von Thalys-Fahrscheinen durch die Bahn eingestellt.[11] Fahrscheine sind im Zug (25 Euro Aufpreis), telefonisch bei Thalys, der französischen (SNCF), der niederländischen (NS) und der belgischen Staatseisenbahn (NMBS/SNCB), einigen Reisebüros[8] (ebenfalls mit Aufschlag) und im Internet bis maximal drei Monate im Voraus erhältlich.

Seit September 2018 werden Thalys-Fahrkarten wieder durch die Deutsche Bahn verkauft. Am 15. Dezember 2018 wurden europaweit alle Verkaufsstellen von Thalys Store&More geschlossen. Zuvor gab es Verkaufsstellen unter anderem am Hauptbahnhof Köln, im Hauptbahnhof Aachen sowie neben dem Hauptbahnhof Düsseldorf.

Service an Bord

Mittagessen in der ersten Klasse

Im Thalys gibt es, wie bei den meisten Bahnen in Europa, zwei Wagenklassen. Thalys bezeichnet sie nicht wie üblich als „erste Klasse“ und „zweite Klasse“, sondern als Comfort 1 und Comfort 2.

Im Thalys werden bei Fahrten in der ersten Klasse (Comfort 1) je nach Tageszeit Frühstück, Speisen (analog zum Flugzeug) oder Knabbereien sowie Getränke, darunter auch Wein und Bier, gereicht. Weiterhin gibt es hier außer an Sonntagen eine große Auswahl von Tageszeitungen.

Zwischen Paris und Brüssel wird unmittelbar nach der Abfahrt ein Erfrischungstuch (verbunden mit der Möglichkeit, am jeweiligen Zielbahnhof des Abschnitts im Voraus ein Taxi zu einem erhöhten Tarif vorzubestellen) und kurz vor der Ankunft noch gratis Schokolade angeboten.

Thalys bietet seit Ende 2008 in allen Zügen WLAN-Internetzugang (gekennzeichnet durch „Wifi Inside“ am Fenster). Ursprünglich war der WLAN-Zugriff für Fahrgäste je nach Fahrkarte gebührenpflichtig, per Online-Zahlung oder Erwerb einer Codekarte bei Thalys.[68] Seit April 2016 sind die Züge mit einem neuen WLAN-System ausgerüstet, das für alle Fahrgäste kostenlos ist.[69]

Auf den zwischen Paris und Köln verkehrenden Zügen sollten ab 2008 vier Fahrradstellplätze je Zug geschaffen werden, was seitdem nicht umgesetzt wurde.[70] Zusammengeklappte Falträder können bis zu bestimmten Maximalgrößen (75 × 53 × 30 cm) als normales Gepäckstück mitgenommen werden, bei nicht zusammenklappbaren Fahrrädern müssen beide Räder demontiert werden und das Fahrrad muss in einer Transportverpackung (max. 135 × 85 × 30 cm) verstaut werden.[71]

Das bordeigene kostenfreie Magazin Thalyscope informiert in aktuellen Ausgaben über Veranstaltungen und Sehenswertes an den Thalys-Destinationen.

Thalys Lounge

Thalys betreibt eigene Lounges in Brüssel und Paris. Die jüngste, am 9. Juli 2015 eröffnete Lounge am Gare du Nord liegt in der Rue de Dunkerque und bietet Reisenden mit einer gültigen Thalys the Card (Thalys-Treueprogramm) eine Vielzahl an Services wie freies WiFi, kostenlosen Kaffee und Säfte, aber keinen Gepäckaufbewahrungsservice. Für Geschäftsreisende steht ein voll ausgestatteter Meeting-Raum für bis zu sechs Personen bereit.

Am 15. Dezember 2018 wurden europaweit alle Verkaufsstellen von Thalys Store&More geschlossen. Damit verbunden wurden auch die angeschlossenen Lounges in Köln und Düsseldorf geschlossen. Grund dafür war eine geringe Auslastung der Lounges.[72]

Bewaffneter Angreifer in einem Thalys-Zug 2015

Am Abend des 21. August 2015 ereignete sich im belgisch-französischen Grenzgebiet ein Anschlag in einem Thalys, als ein in Brüssel zugestiegener bewaffneter Mann[73] andere Passagiere attackierte.[74] Nachdem er drei Menschen verletzt hatte,[73] wurde er von Passagieren überwältigt und von der Polizei festgenommen.[74]

Trivia

Siehe auch

  • Railteam, ein internationaler Zusammenschluss zur Stärkung des Hochgeschwindigkeitsverkehrs

Literatur

  • Wolfgang Bauchhenss: Konkurrenz für den Thalys. Nach Streit – ICE 3 fährt nun nach Belgien. In: Lok Magazin. München Jg. 42/2003, Nr. 256, S. 14–15 ISSN 0458-1822.
  • Thomas Feldmann: Gekuppelt wird mit Hand. Thalys Duplex 2N. In: Lok Magazin. München Jg. 44/2005, Nr. 280, S. 48–49 ISSN 0458-1822.

Weblinks

Commons: Thalys – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Präsentation. In: thalys.com. Thalys International / THI Factory, abgerufen am 10. Juni 2017.
  2. [1], 7. Januar 2019
  3. Thalysname for company / product brand, globrands.com, abgerufen am 22. August 2015
  4. a b Über Thalys. Abgerufen am 11. August 2016.
  5. a b Deutsche Bahn übernimmt Anteil bei Thalys International. Pressemitteilung der Deutschen Bahn vom 19. Juni 2007
  6. Keith Fender: DB unveils plans for London services. In: Modern Railways. Band 67, Nr. 747, 2010, ISSN 0026-8356, S. 68 f.
  7. DB steigt Ende März aus dem Thalys aus. In: gruene-aachen.de. 8. Februar 2012, archiviert vom Original am 15. April 2012; abgerufen am 24. Februar 2012.
  8. a b Railteam – Versprechen und Wirklichkeit. In: Eisenbahn-Revue International. Nr. 7, Juli 2013, ISSN 1421-2811, S. 356.
  9. Die Bahn steigt beim Thalys aus. In: Aachener Nachrichten. 4. Februar 2012, abgerufen am 2. April 2012.
  10. Ausstieg bei Thalys. In: Der Eisenbahningenieur. Nr. 3, 2012, S. 88.
  11. a b Dieter Fockenbrock: Verzögerungen auch beim Doppelstock-IC. In: Handelsblatt. Nr. 93, 16. Mai 2013, S. 17.
  12. Ralf Arenz: Kein Thalys mehr für DB-Kunden: Weniger Schnellzüge für Bahnpendler zwischen Köln und Aachen. In: Kölnische Rundschau. (rundschau-online.de [abgerufen am 7. November 2016]).
  13. SNCF Voyages Deutschland. In: Bahn-Report. Band 35, Nr. 205, 1. Januar 2017, ISSN 0178-4528, S. 30 (bahn-report.de [abgerufen am 1. Januar 2017]).
  14. Thalys entreprise ferroviaire au 31 mars 2015. (PDF) Abgerufen am 11. August 2016 (französisch).
  15. Christian Schubert: Eisenbahnen: Thalys und Eurostar sollen fusionieren. In: FAZ.NET. ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 24. September 2020]).
  16. Was hat die belgische Bahn davon, wenn Thalys und Eurostar fusionieren? In: VRT.be. 5. Oktober 2019, abgerufen am 24. September 2020.
  17. Thalys : le projet de fusion avec Eurostar est confirmé pour 2021. In: La Tribune.fr. Abgerufen am 24. September 2020 (französisch).
  18. Thalys fährt ab August von Düsseldorf nach Paris, rp-online.de, 25. Dezember 2010
  19. Brian Perren: High-speed rail gains from air. In: Modern Railways. Bd. 65, Nr. 719, 2008, ISSN 0026-8356, S. 58 f.
  20. Meldung Neues Thalys-Angebot. In: Eisenbahn-Revue International, Heft 2/2000, ISSN 1421-2811, S. 81
  21. Nouveau: Lille-Amsterdam en Thalys dès avril 2014, Thalys-Pressemitteilung vom 27. September 2013, abgerufen am 16. Januar 2014
  22. SA 2019 / Lille. (pdf) In: Pressemeldung. Thalys, 1. März 2018, abgerufen am 5. April 2018.
  23. @1@2Vorlage:Toter Link/www.hslzuid.nlThalys test in Nederland en België. (Seite nicht mehr abrufbar. Suche in Webarchiven), Pressemitteilung von HSL Zuid vom 9. November 2007
  24. a b Brian Perren: Thalys metamorphosis. In: Modern Railways. Bd. 66, Nr. 726, 2009, ISSN 0026-8356, S. 64 f.
  25. Webseite izy (engl.)
  26. https://www.izy.com/en/about-offer
  27. Meldungen. In: Die Bahn informiert. Nr. 4, 1992, ZDB-ID 2003143-9, S. 16.
  28. Thaly (sic!): Erster Wagen fertiggestellt. In: Eisenbahntechnische Rundschau. Hamburg 45.1996, Nr. 1/2, S. 5. ISSN 0013-2845
  29. Laurent Vermeersch: Bruxelles, Petit Paris. Bruzz Ausgabe 1525 vom 2. Juni 2016, Seiten 7–8
  30. a b c d Thalys: 10 Millionen Passagiere. In: Eisenbahntechnische Rundschau. Hamburg 48.1999, Nr. 6, S. 399 f. ISSN 0013-2845.
  31. Grußwort. In: Zum Thema, ZDB-ID 2115698-0, Ausgabe 3/2001, Juni 2001, S. 3.
  32. Meldung Erfolgreicher Thalys. In: Eisenbahn-Revue International, Heft 5, 1998, ISSN 1421-2811, S. 206
  33. a b Meldung Thalys auf Erfolgskurs. In: Eisenbahn-Revue International, Heft 5/2000, ISSN 1421-2811, S. 229.
  34. a b Meldung Positive Thalys-Bilanz. In: Eisenbahn-Revue International, Heft 1/2, 1999, ISSN 1421-2811, S. 2
  35. Neue Zeiten, neue Züge. In: mobil. Hamburg 2000,5, S. 10. ISSN 1615-0295
  36. Köln–Paris: Thalys feiert 10. Geburtstag. In: DB Welt. Berlin 2007,12, S. 23.
  37. Meldung Thalys mit Passagierrückgang. In: Eisenbahn-Revue International, Heft 10/2003, ISSN 1421-2811, S. 457.
  38. Meldung Thalys und TGV rauchfrei. In: Eisenbahn-Revue International, Heft 7/2004, ISSN 1421-2811, S. 328.
  39. Meldung Thalys legt zu. In: Eisenbahn-Revue International, Heft 4/2005, ISSN 1421-2811, S. 184.
  40. Meldung Thalys mit 2005 zufrieden. In: Eisenbahn-Revue International. Heft 4/2006, ISSN 1421-2811, S. 188.
  41. Internationaler Eisenbahnverband: High speed rail: Fast track to sustainable mobility. 28-seitige Broschüre mit Stand Februar 2008, Paris 2008 bzw. 2010 @1@2Vorlage:Toter Link/www.uic.orguic.org (Seite nicht mehr abrufbar. Suche in Webarchiven) (PDF) S. 5.
  42. Thalys verbindet das Ruhrgebiet mit Paris. In: DerWesten, abgerufen am 23. Dezember 2010.
  43. Thalys weitet Service aus: Künftig eigener Ticketschalter auch in Aachen. In: Ostbelgien direkt, 13. September 2013.
  44. Thalys-Schnellzüge verbinden Dortmund mit Paris. In: DerWesten, abgerufen am 30. August 2015.
  45. Start der Thalys-Strecke Dortmund – Paris verzögert sich. In: DerWesten, abgerufen am 4. Dezember 2015.
  46. Auf dem Weg zum Klimagipfel: Sonderzug von Bonn nach Paris. Bundesstadt Bonn, 8. Dezember 2015, abgerufen am 9. Mai 2016.
  47. Hans Botman: Thalys raast door. In: Algemeen Dagblad. 27. März 1999, S. 49.
  48. Harry Van Gelder: Belgen, Fransen, Duitsers en Nederlanders exploiteren hogesnelheidslijn liever samen; Europese spoorbedrijven verwerpen concurrentie. In: De Volkskrant, Brussels. S. 2, archiviert vom Original am 16. März 2012; abgerufen am 26. März 1999.
  49. Thalys trook 57 procent meer treinreizigers in 1998; NMBS: Internationaal treinverkeer zit duidelijk in de lift. In: De Financieel-Economische Tijd. 20. Januar 1999, S. 26.
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