2. Unter-Elsässisches Infanterie-Regiment Nr. 137

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2. Unter-Elsässisches Infanterie-Regiment Nr. 137
Aktiv 11. März 1887 bis 15. April 1919
Land Wappen Königreich Preußen
Streitkräfte Preußische Armee
Truppengattung Infanterie
Typ Infanterieregiment
Unterstellung XV. Armee-Korps
Stationierungsort Hagenau
Leitung
Kommandeure Siehe Kommandeure

Das 2. Unter-Elsässische Infanterie-Regiment Nr. 137 war ein Infanterie-Verband der Preußischen Armee.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verband wurde durch A.K.O. vom 11. März 1887 (Stiftungstag) als Infanterie-Regiment Nr. 137 errichtet. Die Formierung erfolgte durch die 8., 17. und 18. Division. Nach der Aufstellung zu drei Bataillonen mit je vier Kompanien war das Regiment der 62. Infanterie-Brigade des XV. Armee-Korps unterstellt und erhielt Hagenau als Garnison zugewiesen. Zwei Bataillone waren wegen des Fehlens entsprechender Kasernen in den ersten Jahren in Straßburg untergebracht. Nachdem die 1890 begonnenen Kasernen fertiggestellt waren, siedelten das II. und III. Bataillon nach Hagenau über.

Zum 1. Oktober 1893 wurde ein IV. (Halb-)Bataillon mit einer 13. und 14. Kompanie aus Abgaben der bestehenden Kompanien geschaffen. Im gleichen Jahr nahm der Verband am Kaisermanöver im Elsass teil. Das IV. (Halb-)Bataillon wurde zum 31. März 1897 mit der Abgabe zur Bildung des Infanterie-Regiments Nr. 171 wieder aufgelöst.

Erstmals errang die 3. Kompanie am 5. September 1896 für die beste Schießleistung im Korpsbereich das Kaiserabzeichen und erhielt eine Büste von Kaiser Wilhelm II. Auch in den Jahren 1897, 1898, 1900 und letztmals 1911 sicherten sich Kompanien des Regiments das begehrte Kaiserabzeichen. Der jeweilige Kompaniechef wurde mit dem Roten Adlerorden IV. Klasse mit der Krone ausgezeichnet.

Am 27. Januar 1902 erließ Wilhelm II. den Armee-Befehl, dass die bislang noch ohne landmannschaftliche Bezeichnung geführten Verbände zur besseren Unterscheidung und zur Traditionsbildung eine Namenserweiterung erhielten. Das Regiment führte daher ab diesem Zeitpunkt die Bezeichnung 2. Unter-Elsässisches Infanterie-Regiment Nr. 137.

Zum 1. Oktober 1911 erhielt das Regiment eine MG-Kompanie, die mit dem MG 08 ausgestattet war.

Boxeraufstand[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anlässlich der Aufstellung des Ostasiatischen Expeditionskorps zur Niederschlagung des Boxeraufstandes 1900/01 war das Regiment an der Bildung des 4. Ostasiatischen Infanterie-Regiments beteiligt. Zwei Unteroffiziere und 29 Mannschaften traten freiwillig in das 4. Ostasiatische Infanterie-Regiment über und nahmen an den Kämpfen in China teil. Drei Mann meldeten sich freiwillig zum II. Seebataillon und weitere elf Mann versahen Dienst in verschiedenen weiteren Einheiten in China.

Aufstand der Herero und Nama[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auch anlässlich der Unterdrückung des Hereroaufstandes 1904 in der Kolonie Deutsch-Südwestafrika meldeten sich wieder Angehörige des Regiments freiwillig. 25 Mann traten zur Schutztruppe über und versahen Dienst in der Kolonie. Sie kamen teilweise auch während des Aufstandes der Nama 1904/06 zum Einsatz.

Erster Weltkrieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Regiment machte bei Ausbruch des Ersten Weltkriegs am 2. August 1914 mobil. Als Teil der 62. Infanterie-Brigade der 31. Division kam es zunächst an der Westfront zum Einsatz. Es nahm an den Schlachten in Lothringen und bei Nancy-Epinal teil. Während der Schlacht an der Somme erlitt das Regiment große Verluste, in dessen Folge das III. Bataillon am 1. Oktober 1914 aufgelöst werden musste. Die Reste wurden zu einer Kompanie zusammengefasst und dem II. Bataillon unterstellt. Während des anschließenden Stellungskrieges an der Somme wurde das III. Bataillon am 11. Oktober 1914 wieder aufgestellt. Mitte Januar 1915 verlegte der Verband in den Osten und kämpfte in der Winterschlacht in Masuren. Daran schlossen sich Gefechte am Bobr, bei Sejny, Krasnopol sowie Krasne und weitere Stellungskämpfe an. Nach der Schlacht bei Wilna wurde das Regiment Anfang Oktober 1915 der 5. Infanterie-Brigade der 108. Division unterstellt und nahm in der Folgezeit weiter an den Kampfhandlungen an der Ostfront teil. Im September/Oktober 1916 erhielt das Regiment unter Heranziehung des MG-Ergänzungs-Zuges Nr. 503 eine 2. und 3. MG-Kompanie.

Nachdem Anfang Dezember 1917 die Waffenruhe an der Ostfront eingetreten war, wurde der Verband bis Mitte des Monats an die Westfront transportiert und kam bis Mitte April 1918 in den Stellungskämpfen an der Ailette zum Einsatz. Daran schlossen sich bis August Kämpfe an der Avre, bei Montdidier und Noyon sowie an der Ancre und der Somme an. Anschließend nahm der Verband an der Abwehrschlacht zwischen Somme und Avre, sowie der Schlacht bei Albert und Péronne teil. Am 6. September 1918 änderte sich das Unterstellungsverhältnis ein letztes Mal. Das Regiment war nun der 80. Infanterie-Brigade der 15. Division unterstellt, kämpfte vor Verdun und befand sich ab Ende des Monats bis Kriegsende in permanenten Abwehrkämpfen in der Champagne und an der Maas.

Verbleib[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Da nach Kriegsende die alte Garnison Hagenau nicht mehr erreichbar war, marschierten die Reste des Regiments nach Zeitz, wo seit Ende Dezember 1918 die Demobilisierung erfolgte. Am 15. April 1919 wurde der Verband schließlich aufgelöst.

Im Januar 1919 stellte man aus demobilisierten Teilen eine Freiwilligen-Kompanie auf, die mit der Bildung der Vorläufigen Reichswehr im Reichwehr-Schützen-Regiment 50 aufging.

Die Tradition übernahm in der Reichswehr durch Erlass des Chefs der Heeresleitung General der Infanterie Hans von Seeckt vom 24. August 1921 die 6. Kompanie des 17. Infanterie-Regiments in Göttingen.

Kommandeure[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dienstgrad Name Datum[1]
Oberstleutnant/Oberst Friedrich Messow 22. März 1887 bis 23. März 1890
Oberst Bodo von Bodenhausen 24. März 1890 bis 18. Dezember 1893
Oberstleutnant August von Holstein 19. Dezember 1893 bis 16. März 1894 (mit der Führung beauftragt)
Oberst August von Holstein 17. März 1894 bis 16. April 1897
Oberst Ludwig von Eynatten 17. April 1897 bis 17. April 1901
Oberst Hugo Flessing 18. April 1901 bis 26. November 1902
Oberst Ludwig Schelle 27. November 1902 bis 21. März 1907
Oberst Ludwig Hasse 22. März 1907 bis 15. November 1910
Oberst Erich Krause 16. November 1910 bis 30. September 1913
Oberst Paul Winiker 01. Oktober 1913 bis 23. Dezember 1914
Oberstleutnant Karl Hermann Lockemann 24. Dezember 1914 bis 15. April 1915
Oberst Erwin Voigt 16. April 1915 bis 18. April 1916
bay. Major Friedrich von Weech 19. April 1916 bis 12. April 1917 (mit der Führung beauftragt)
Oberst Erwin Voigt 13. April 1917 bis September 1918
Oberstleutnant Erich Verch 00September bis 17. Dezember 1918
Generalmajor Erwin Voigt 18. Dezember 1918 bis Februar 1919

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Alexander Schwencke: Geschichte des 2. Unterelsässischen Infanterie-Regiments Nr. 137. Verlag der Uhlandschen Buchdruckerei GmbH. Stuttgart 1912.
  • Jürgen Kraus: Handbuch der Verbände und Truppen des deutschen Heeres 1914–1918. Teil VI: Infanterie. Band 1: Infanterie-Regimenter. Verlag Militaria. Wien 2007. ISBN 978-3-902526-14-4. S. 221.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Günter Wegmann (Hrsg.), Günter Wegner: Formationsgeschichte und Stellenbesetzung der deutschen Streitkräfte 1815–1990. Teil 1: Stellenbesetzung der deutschen Heere 1815–1939. Band 2: Die Stellenbesetzung der aktiven Infanterie-Regimenter sowie Jäger- und MG-Bataillone, Wehrbezirkskommandos und Ausbildungsleiter von der Stiftung bzw. Aufstellung bis 1939. Biblio Verlag, Osnabrück 1992, ISBN 3-7648-1782-8, S. 345.