Zum Inhalt springen

Fort-Louis

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Fort-Louis
Fort-Louis (Frankreich)
Fort-Louis (Frankreich)
Staat Frankreich Frankreich
Region Grand Est
Département (Nr.) Bas-Rhin / Europäische Gebietskörperschaft Elsass (67)
Arrondissement Haguenau-Wissembourg
Kanton Bischwiller
Gemeindeverband Pays Rhénan
Koordinaten 48° 48′ N, 8° 3′ OKoordinaten: 48° 48′ N, 8° 3′ O
Höhe 113–122 m
Fläche 12,31 km²
Einwohner 285 (1. Januar 2023)
Bevölkerungsdichte 23 Einw./km²
Postleitzahl 67480
INSEE-Code
Website fort-louis.fr

Mairie Fort-Louis

Fort-Louis (deutsch Fortlouis,[1] 1915–1918 und 1940–1944 Ludwigsfeste) ist eine französische Gemeinde mit 285 Einwohnern (Stand 1. Januar 2023) im Département Bas-Rhin in der Europäischen Gebietskörperschaft Elsass und in der Region Grand Est (bis 2015 Elsass).

Die Gemeinde Fort-Louis liegt an der Mündung der Moder in den Rhein an der Grenze zu den deutschen Gemeinden Rheinmünster-Söllingen und Hügelsheim und 19 Kilometer östlich von Haguenau.

Im Jahr 1686 befahl König Ludwig XIV. von Frankreich den Bau einer Festung[2] im unteren Elsass, unmittelbar an der Grenze zur Markgrafschaft Baden. Sie wurde ab 1687 innerhalb von zehn Jahren auf einer Insel des damals noch nicht regulierten Rheins nach Plänen von Sébastien Le Prestre de Vauban und dem Festungsbauingenieur Jacques Tarade errichtet. Die mittelalterliche Pfalz im rund zwanzig Kilometer entfernten Haguenau wurde dem Erdboden gleichgemacht und die brauchbaren Steine für den Bau der neuen Festung am Rhein verwendet.[3]

Zwei vorgelagerte Forts wurden als Brückenköpfe an den gegenüberliegenden Rheinufern gebaut, das Fort Alsace auf elsässischer Seite und das Fort Marquisat am badischen Ufer. Südlich des Fort Carré genannten Hauptforts entstand auf der Insel gleichzeitig das regelmäßige Straßenraster der Gemeinde Fort-Louis, deren Besiedlung der König mit Privilegien förderte. Das Fort Marquisat (frz. für Markgrafschaft) musste nach dem Frieden von Rijswijk 1697 zwischenzeitlich aufgegeben werden, endgültig nach dem Rastatter Frieden von 1714. Die Hauptfestung wurde 1793 im Ersten Koalitionskrieg erstürmt und 1815–18 weiter zerstört.

Seit der Rheinbegradigung im 19. Jahrhundert liegen Fort und Gemeinde auf der linken Rheinseite. Am Rheinufer liegt der Polder Moder. Überreste der Festung sind noch heute vorhanden.

Bevölkerungsentwicklung

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2014 2023
Einwohner 137 158 169 167 223 239 288 303 285
Quellen: Cassini und INSEE

Sehenswürdigkeiten

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  • Reste des Forts
  • Kirche Saint-Louis
  1. Kreis Hagenau. Gemeindeverzeichnis 1900. In: gemeindeverzeichnis.de. Uli Schubert, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 16. April 2023; abgerufen am 17. Februar 2026.
  2. Historische Karten als Digitalisate 1 und 2
  3. Peter Koblank: Die verschwundene Königspfalz von Haguenau. Auf den Spuren einer staufischen Wasserburg im Elsass. - mit umfangreicher Dokumentation zu Fort-Louis. Abgerufen am 13. Dezember 2013.
Commons: Fort-Louis (Bas-Rhin) – Sammlung von Bildern