Péronne

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Péronne (Begriffsklärung) aufgeführt.
Péronne
Wappen von Péronne
Péronne (Frankreich)
Péronne
Region Picardie
Département Somme
Arrondissement Péronne
Kanton Péronne
Gemeindeverband Communauté de communes de la Haute Somme.
Koordinaten 49° 56′ N, 2° 56′ O49.9322222222222.936388888888951Koordinaten: 49° 56′ N, 2° 56′ O
Höhe 47–117 m
Fläche 14,16 km²
Einwohner 7.737 (1. Jan. 2012)
Bevölkerungsdichte 546 Einw./km²
Postleitzahl 80200
INSEE-Code
Website www.ville-peronne.fr

Péronne ist eine französische Gemeinde mit 7737 Einwohnern (Stand 1. Januar 2012) im Département Somme in der Region Picardie.

Lage[Bearbeiten]

Die Stadt liegt an der Mündung der Cologne in die Somme; daneben gibt es die beiden Kanäle Canal du Nord und Canal de la Somme. Im Stadtgebiet liegen zahlreiche Teiche.

Geschichte[Bearbeiten]

Péronne wird schon in der Merowingerzeit erwähnt und war der Hauptort der historischen französischen Provinz Santerre. Der Hausmeier Erchinoald erbaute um 655 unter der Regierung Chlodwigs II. hier die Kirche des heiligen Fursy, die bis in die Zeit der Französischen Revolution blühte. Im 9. und 10. Jahrhundert gehörte der Ort den Grafen von Vermandois. Der französische König Karl III., der Einfältige wurde bis zu seinem am 7. Oktober 929 erfolgten Tod von Graf Heribert II. von Vermandois in Péronne gefangen gehalten.

Nach dem Tod Philipps von Elsass (1191) fiel Péronne, welches dieser durch seine Gattin geerbt hatte, während der Regierung König Philipps II. August an die französische Krone. Philipp August und der flandrische Graf Balduin IX. unterzeichneten hier den sogenannten Frieden von Péronne 1200. Im Jahr 1209 erteilte Philipp August dem Ort das Stadtrecht mit mehreren Privilegien, und König Karl V. erneuerte 1368 beides.

1435 trat König Karl VII. Péronne nebst anderen Städten an der Somme im Vertrag von Arras an Philipp den Guten ab. 1463 vom französischen König Ludwig XI. zurückgekauft, fiel Péronne bereits 1465 wieder an den burgundischen Herzog Karl den Kühnen. Als Ludwig XI. 1468 einer Einladung Karls des Kühnen nach Péronne folgte, wurde er hier von diesem gefangen gesetzt und am 14. Oktober zur Unterzeichnung eines Vertrags gezwungen, der ihn zu großen Zugeständnissen und zur Teilnahme am Rachezug gegen Lüttich verpflichtete. Nach Karls des Kühnen Tod (1477) bemächtigte sich Ludwig XI. wieder der Stadt. Maria von Burgund forderte sie vergeblich zurück, und im Frieden von Madrid wurde sie 1526 von Kaiser Karl V. förmlich an Frankreich abgetreten.

Graf Heinrich III. von Nassau belagerte das von Robert III. de La Marck verteidigte Péronne 1536 einen Monat lang vergeblich. Für diesen tapferen Widerstand erhielten die Einwohner Péronnes von König Franz I. verschiedene Vorrechte bewilligt, so als Wappen ein gekröntes „P“ mitten zwischen drei goldenen Lilien. 1576 schloss sich die Stadt während der Religionskriege der Heiligen Liga an.

Am 26. Juni 1815 wurde Péronne von den Briten unter Wellington beim ersten Sturmangriff genommen. Im Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 wurde die Stadt am 27. Dezember 1870 von den Deutschen eingeschlossen und zwei Wochen bombardiert. Aufgrund des Leidens der Zivilbevölkerung, unter der die Pocken grassierten, musste Péronne am 9. Januar 1871 kapitulieren.

Der Ort wurde auch im Ersten und Zweiten Weltkrieg zerstört. Im Ersten Weltkrieg lag Péronne an der deutschen Westfront. Am 2. September 1918 gelang australischen Truppen die Einnahme Péronnes. Ein 80 Kilometer langer Rundweg führt von Péronne über die historischen Schlachtfelder der Somme u.a. zu den französischen und britischen Gedenkstätten von Rancourt und Thiepval bei Pozières.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Rathaus
Eingang zum L'Historial de la Grande Guerre
  • In die Schlossruine wurde 1992 ein von Henri Ciriani entworfenes modernes Museumsgebäude zur Geschichte des Ersten Weltkriegs, das Historial de la Grande Guerre integriert. Hier werden Parallelen der drei Hauptkriegsgegner Frankreich, Britisches Empire und Deutsches Reich aufgezeigt und anhand von Kriegsüberresten, Plakaten und Filmdokumenten historische und soziologische Dimensionen des Krieges veranschaulicht. Zu den ausgestellten Kunstwerken gehört auch der Radierzyklus Der Krieg des deutschen Künstlers und Weltkriegteilnehmers Otto Dix.
  • Von der früheren Befestigungsanlage ist nur die Porte de Bretagne erhalten.
  • Die gotische Hallenkirche Saint-Jean-Baptiste stammt aus dem frühen 16. Jahrhundert.

Siehe auch Saint Fursy

Verkehr[Bearbeiten]

Bei Péronne zweigt von der Autobahn A1 (Paris-Lille) die A2 nach Brüssel ab. Paris ist etwa 140 km entfernt; nach St. Quentin sind es 29 km, nach Arras 50 km.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Die Gemeinde ist mit Altena in Deutschland und mit Blackburn in England verschwistert.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Péronne – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien


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