Zum Inhalt springen

Arbeitersiedlung Walddorfstraße

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Straßenansicht mit mehreren Wohneinheiten

Die Arbeitersiedlung Walddorfstraße der Hagener Textilindustrie Gebr. Elbers AG im Wasserlosen Tal in Hagen (Westfalen) wurde vom Architekten Richard Riemerschmid geplant. Ihr Name ist eng verbunden mit dem Hagener Impuls und dem großen Kunstmäzen Karl Ernst Osthaus (* 1874 in Hagen; † 1921).

Osthaus beauftragte 1907 Riemerschmid, diese Siedlung mit insgesamt 87 Arbeiterwohnhäusern und Gemeinschaftseinrichtungen wie Kindergarten und Betreuerwohnung sowie der zugehörigen Straßen und anliegenden Plätze zu planen. Die stark vom Heimatstil geprägten unterschiedlichen Haustypen der Arbeitersiedlung Walddorf wurden aus dem grauen Kalkstein der unmittelbar angrenzenden Steinbrüche errichtet. Abwechselnd sind die Häusergiebel und Traufen der Straße zugewandt. Ein rückwärtiger Garten zur Selbstversorgung gehört zu jedem Haus.

Als die Bauausführung begann, zeigte sich die Aufwändigkeit dieses Baustils, so dass man nach der Fertigstellung von 11 Häusern beschloss, das Vorhaben wieder einzustellen. Auch der Beginn des Ersten Weltkrieges verhinderte weitere Bauaktivitäten. Riemerschmids Pläne kamen nie zur Vollendung und die Arbeitersiedlung Walddorf blieb ein bauliches Fragment.

Im Jahr 2001 gelang es dem Karl Ernst Osthaus Museum der Stadt Hagen, eines der Häuser als Außenstelle langfristig anzumieten und so der Öffentlichkeit auch für eine Innenbesichtigung zugänglich zu machen.

  • Die Folkwang-Idee des Karl Ernst Osthaus. (= Der westdeutsche Impuls 1900–1914. Kunst und Umweltgestaltung im Industriegebiet.) (Katalog zur gleichnamigen Ausstellung im Karl-Ernst-Osthaus-Museum, 25. März bis 20. Mai 1984.) Hagen 1984.
  • Christoph Sprave: Industriekultur an Volme und Ennepe. (Themenroute 9 der Route der Industriekultur) 2. Auflage. Kommunalverband Ruhrgebiet, Essen 2003.
Commons: Walddorf-Siedlung – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 51° 21′ 21,4″ N,  29′ 41,7″ O