Wielenbach

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Wielenbach
Wielenbach
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Wielenbach hervorgehoben
Koordinaten: 47° 52′ N, 11° 9′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Weilheim-Schongau
Höhe: 553 m ü. NHN
Fläche: 33,02 km2
Einwohner: 3192 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 97 Einwohner je km2
Postleitzahlen: 82407, 82362
Vorwahlen: 0881, 08158
Kfz-Kennzeichen: WM, SOG
Gemeindeschlüssel: 09 1 90 159
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Peter-Kaufinger-Str. 10
82407 Wielenbach
Webpräsenz: www.wielenbach.de
Bürgermeister: Korbinian Steigenberger (FW Bauerbach)
Lage der Gemeinde Wielenbach im Landkreis Weilheim-Schongau
Starnberger SeeAmmerseeLandkreis OstallgäuLandkreis Bad Tölz-WolfratshausenLandkreis Garmisch-PartenkirchenLandkreis StarnbergLandkreis Landsberg am LechWildsteigWielenbachWessobrunnWeilheim in OberbayernSteingadenSindelsdorfSeeshauptSchwabsoienSchwabbruckSchongauRottenbuchRaistingPremPolling (bei Weilheim)PenzbergPeitingPeißenbergPählObersöcheringOberhausen (bei Peißenberg)IngenriedIffeldorfHuglfingHohenpeißenbergHohenfurchHabachEglfingEberfingBurggenBöbingBernried am Starnberger SeeBernbeurenAntdorfAltenstadt (Oberbayern)Karte
Über dieses Bild
Pfarrkirche in Wielenbach
Hauptstraße in Haunshofen

Wielenbach ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Weilheim-Schongau. Sie besteht aus den Orten Wielenbach, Wilzhofen, Bauerbach und Hardt.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wielenbach liegt in der Region Oberland. Es existieren folgende Gemarkungen: Haunshofen, Wielenbach, Hardt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Gemeindegründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Maßgeblich für die Entwicklung des Ortes war die unter Kaiser Septimius Severus angelegte römische Via Raetia.[2] Erste datierte Nennung erfolgte am 1. August 1244, als Herzog Otto II. das Patronat der Pfarrkirche dem Kloster Wessobrunn übertrug.[2] Wielenbach gehörte zum Rentamt München und zum Landgericht Weilheim des Kurfürstentums Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen im Königreich Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

20. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1912 wurde in Wielenbach eine Versuchsanlage der „Königlich Bayerischen Biologischen Versuchsstation für Fischerei“ gegründet. Nach dem Zweiten Weltkrieg siedelten sich viele Vertriebene und Aussiedler in der Gemeinde an, und die Einwohnerzahl wuchs auf 1160 an. Dadurch entstand die neue Siedlung Hardt. Dieser Zuwachs an Einwohnern sorgte auch für einen wirtschaftlichen Aufschwung, welcher einen weiteren Anstieg der Einwohnerzahl nach sich zog.

Im Ortsteil Wilzhofen befindet sich das Grab der bekannten Schauspielerin Brigitte Horney.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Mai 1978 wurden größere Teile der aufgelösten Gemeinde Haunshofen, die im Jahr 1818 entstanden ist, eingemeindet.[3]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1840 1871 1900 1925 1939 1950 1970 1987 1991 1995 2000 2005 2010 2015
Anzahl der Einwohner[4] 659 742 875 1080 1013 1657 1949 2571 2811 2893 3009 3143 3162 3171

Am Jahresende 2009 hatten nach Angaben der Gemeinde 3269 Menschen Ihren Wohnsitz in Wielenbach und seinen Ortsteilen (Wielenbach 1912, Hardt 269, Wilzhofen 463, Haunshofen 486, Bauerbach 139).

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister und Steuereinnahmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister ist Korbinian Steigenberger (Freie Wählerschaft Haunshofen-Bauerbach).

2014 betrugen die Gemeindesteuereinnahmen 2.608 T€, davon waren 667T€ Gewerbesteuereinnahmen (netto).

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die amtliche Wappenbeschreibung (Blasonierung) lautet: „In Silber ein blauer Wellenbalken; oben schräg gekreuzt ein roter Schlüssel und ein gestümmelter roter Ast, unten ein schwarzer, silbern bewehrter Eberrumpf.“

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Sportverein SV Wielenbach e. V. spielt mit seinen beiden Fußball-Herrenmannschaften in der Kreisklasse Zugspitze 3 des BFV und in der B-Klasse 5. Des Weiteren bietet der Sportverein die Sparten Tennis, Laufen, Radsport, Gymnastik, Stockschießen, Tischtennis, Volleyball und Badminton an.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Gemeinde gab es 2014 insgesamt 322 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze. Von der Wohnbevölkerung standen 1155 Personen in einem sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis. Die Anzahl der Auspendler überwog damit die Zahl der Einpendler um 833.

2010 gab es in Wielenbach 58 landwirtschaftliche Betriebe. Vom Gemeindegebiet waren 2289 ha landwirtschaftlich genutzt, davon waren 1833 ha Dauergrünfläche.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Empfangsgebäude des ehemaligen Bahnhofs Wilzhofen
Ehemaliger Bahnhof Wielenbach

Durch Wielenbach führen zwei eingleisige Bahnstrecken. Im Westen der Gemeinde verläuft die nicht elektrifizierte Ammerseebahn von Mering über Geltendorf und Dießen nach Weilheim, im Osten die elektrifizierte Bahnstrecke München–Garmisch-Partenkirchen. An der Ammerseebahn befand sich im Westen des Hauptortes Wielenbach der 1983 stillgelegte Bahnhof Wielenbach. An der Bahnstrecke München–Garmisch-Partenkirchen existierte südlich des Ortsteils Wilzhofen der Bahnhof Wilzhofen, der am 2. Juni 1984 stillgelegt wurde. Heute gibt es in Wielenbach keine Personenbahnhöfe mehr, der Bahnhof Wilzhofen dient allerdings mit zwei Gleisen noch als Betriebsbahnhof. Das Wilzhofener Empfangsgebäude ist noch erhalten. Südwestlich des Empfangsgebäudes sind noch die ehemalige Laderampe und Reste des Ladegleises vorhanden.

Am 1. Februar 1866 wurde die Bahnstrecke von München über Tutzing und Weilheim nach Unterpeißenberg eröffnet, an welcher der Bahnhof Wilzhofen entstand. Bis 1889 wurde die Strecke von Weilheim über Murnau nach Garmisch-Partenkirchen verlängert. Die Ammerseebahn wurde am 30. Juni 1898 durch die Königlich Bayerischen Staatseisenbahnen eröffnet.[5] An ihr entstand der Bahnhof Wielenbach. Das 1938 errichtete Empfangsgebäude ist ein einstöckiger gemauerter Bau, der mit Holz verkleidet ist. Es enthielt Schalter- und Dienstraum sowie eine Güterhalle. Neben dem durchgehenden Hauptgleis am Hausbahnsteig besaß der Bahnhof ein aus Richtung Raisting nach Osten abzweigendes Ladegleis, an dem hauptsächlich landwirtschaftliche Güter und Kleintiere verladen wurden. Vom Bahnhof aus wurden drei Schranken bedient. Zuletzt wurde der Bahnhof Wielenbach von den meisten Zügen ohne Halt durchfahren oder nur noch als Bedarfshalt bedient. 1983 wurde der Bahnhof stillgelegt und nur noch als Blockstelle betrieben. Das Ladegleis wurde abgebaut und das Empfangsgebäude 1988 verkauft. Das Gebäude ist, erheblich umgebaut, erhalten.[6][7]

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt folgende Einrichtungen (Stand: 2014):

  • Eine Kindertageseinrichtung mit 134 Plätzen und 107 angemeldeten Kindern
  • Eine Volksschulen mit 159 Schülern, die von neun Lehrern unterrichtet werden

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 4. Januar 2018 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. a b Georg Paula, Stefanie Berg-Hobohm: Landkreis Weilheim-Schongau: Denkmäler in Bayern. Band 2, Lipp, München 2003, S. 652.
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 596.
  4. Kommunalstatistik von Wielenbach (PDF) abgerufen am 11. September 2014
  5. Andreas Janikowski: Die Ammerseebahn. Verkehrsentwicklung im westlichen Oberbayern. Transpress, Stuttgart 1996, ISBN 3-344-71033-8, S. 13–14.
  6. Andreas Janikowski: Die Ammerseebahn. Verkehrsentwicklung im westlichen Oberbayern. Transpress, Stuttgart 1996, ISBN 3-344-71033-8, S. 63–64.
  7. Beschreibung des Bahnhofs Wielenbach auf Ammerseebahn.de

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Wielenbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien