Hohenpeißenberg

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Hohenpeißenberg
Hohenpeißenberg
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Hohenpeißenberg hervorgehoben

Koordinaten: 47° 48′ N, 11° 0′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Weilheim-Schongau
Höhe: 780 m ü. NHN
Fläche: 20,51 km2
Einwohner: 3853 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 188 Einwohner je km2
Postleitzahl: 82383
Vorwahl: 08805
Kfz-Kennzeichen: WM, SOG
Gemeindeschlüssel: 09 1 90 130
Gemeindegliederung: 17 Gemeindeteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Blumenstraße 2
82383 Hohenpeißenberg
Website: www.hohenpeissenberg.de
Erster Bürgermeister: Thomas Dorsch[2] (Parteilos)
Lage der Gemeinde Hohenpeißenberg im Landkreis Weilheim-Schongau
AmmerseeLandkreis OstallgäuLandkreis Bad Tölz-WolfratshausenLandkreis Garmisch-PartenkirchenLandkreis StarnbergLandkreis Landsberg am LechWildsteigWielenbachWessobrunnWeilheim in OberbayernSteingadenSindelsdorfSeeshauptSchwabsoienSchwabbruckSchongauRottenbuchRaistingPremPolling (bei Weilheim)PenzbergPeitingPeißenbergPählObersöcheringOberhausen (bei Peißenberg)IngenriedIffeldorfHuglfingHohenpeißenbergHohenfurchHabachEglfingEberfingBurggenBöbingBernried am Starnberger SeeBernbeurenAntdorfAltenstadt (Oberbayern)Karte
Über dieses Bild

Hohenpeißenberg ist eine Gemeinde und deren Hauptort im oberbayerischen Landkreis Weilheim-Schongau. Der einstige Bergbauort liegt im Zentrum des Pfaffenwinkels. Landschaftlich geprägt ist der Ort durch den annähernd 1000 Meter hohen Hohen Peißenberg, dessen Gipfel sich ziemlich zentral im Ortsgebiet befindet und einen schönen Blick auf die Alpen bietet. Die Wallfahrtskirche Mariä Himmelfahrt ist ein bekannter Pilgerort und beliebtes Ausflugsziel. Auf dem Berg befindet sich heute ein Sendeturm und ein meteorologisches Observatorium, das als die älteste Bergwetterstation der Welt gilt.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt im bayerischen Oberland im Voralpenland. Es existiert nur die Gemarkung Hohenpeißenberg.

Höchster Punkt der Gemeinde ist der Gipfel des 988 Meter hohen Hohen Peißenbergs. Er wird wegen seiner überwältigenden Rundsicht auch der „Bayerische Rigi“ oder viel seltener „mons parnanssus“ genannt. Er gilt als der schönste Panoramaberg Bayerns und ist ein beliebtes Ausflugsziel. Frühe Beinamen des Berges waren „mons doctus“ wegen der Gelehrsamkeit, aufgrund der meteorologischen Forschungen. Der Großteil der Einwohner wohnen auf der Südseite des Berges, ein weiterer kleinerer Teil ist auf der Westseite (Ortsteile: Hetten und Buchschorn), ein geringer Anteil der Einwohner ist auf der Nordseite und Ostseite.

Der Hauptort befindet sich am linken Ufer des Flusses Ammer. Die Ammer fließt durch die Ammerschlucht unterhalb der Südseite des Ortes vorbei.

Blick in nördlicher Richtung auf den Hohen Peißenberg und Hohenpeißenberg.

Gemeindeteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde hat 17 amtlich benannte Gemeindeteile.[3]

f1Georeferenzierung Karte mit allen Koordinaten: OSM | WikiMap

Ursprüngliche
Gemeinde
GTS1 Gemeindeteil Typ Bevölkerung
27. Juni
1961
Bevölkerung
27. Mai
1970
Bevölkerung
25. Mai
1987
Gebäude Wohnungen Koordinaten
Hohenpeißenberg 001 Hohenpeißenberg Pfarrdorf ... ... 3072 853 1292 ...
Hohenpeißenberg 002 Bärenhöhle Einöde ... ... 8 2 3 ...
Ammerhöfe 003 Bschorrwald Dorf 70 58 ...2 ...2 ...2 47° 47′ 24″ N, 11° 1′ 2,5″ O
Hohenpeißenberg 004 Buchschorn Einöde ... ... ...2 ...2 ...2 ...
Ammerhöfe 005 Fuchshölle Weiler 26 14 14 5 5 47° 47′ 31,6″ N, 11° 1′ 38″ O
Ammerhöfe 006 Hinterschwaig Weiler 17 17 12 4 5 47° 47′ 41,5″ N, 11° 1′ 56,7″ O
Ammerhöfe 008 Mitterschwaig Einöde 13 13 12 2 3 47° 47′ 46,7″ N, 11° 2′ 20″ O
Ammerhöfe 009 Oberschwaig Einöde 15 15 13 2 2 47° 48′ 2,4″ N, 11° 2′ 7,9″ O
Ammerhöfe 013 Steinfall Dorf 85 70 ...2 ...2 ...2 47° 47′ 36,2″ N, 11° 0′ 49,4″ O
Ammerhöfe 014 Unterbau Siedlung 100 74 ...2 ...2 ...2 47° 47′ 24,8″ N, 11° 1′ 16,6″ O
Ammerhöfe 016 Vorderschwaig Weiler 45 23 29 8 11 47° 47′ 44,1″ N, 11° 2′ 37,5″ O
Ammerhöfe 017 Wörth Einöde 6   6 2 3 47° 46′ 29″ N, 11° 2′ 6″ O
1 Gemeindeteilschlüssel, dreistellige Erweiterung des Amtlichen Gemeindeschlüssels, bezogen auf die aufnehmende Gemeinde
2 Gemeindeteil wurde zur Volkszählung 1987 nicht mehr als selbständiger Wohnplatz angesehen, sondern als mit dem Gemeindehauptort Hohenpeißenberg zusammengewachsen, daher wurden keine separaten mehr nachgewiesen.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachbargemeinden sind Peiting (westlich), Peißenberg (östlich), Wessobrunn (nördlich) und jenseits der Schnalz im Süden liegt Böbing.

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1514 erbauten Anwohner auf dem Hohen Peißenberg eine Kapelle.[4] Aus der Schlosskapelle Schongau ließ ein herzoglicher Pfleger eine geschnitzte Muttergottesfigur dorthin bringen. Diese Figur gewann schnell den Ruf eines Gnadenbildes, eine Wallfahrt entwickelte sich. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts wurde deswegen eine zweite Kirche (die Wallfahrtskirche) angebaut, wodurch die jetzige Doppelkirche entstand. Die Kapelle liegt westlich des Kirchturms, die Wallfahrtskirche selbst östlich davon. Das Ensemble verleiht dem Gipfel des Berges seine typische Silhouette.

Zeit der Augustinerchorherren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Augustinerchorherren des Klosters Rottenbuch betreuten die Wallfahrt auf den Berg seit 1604 bis zur Säkularisation (Enteignung der Klöster) 1803. Von 1615 bis 1619 ließ Propst Georg Siesmair eine neue Wallfahrtskirche erbauen, weil die alte zu klein geworden war.[4] Während des spanischen Erbfolgekrieges musste das Gnadenbild nach München fliehen und kehrte 1705 auf den Hohenpeißneberg zurück.[5] In der Folge wurden neue Altäre erbaut und die Wallfahrtskirche im Rokoko-Stil ausgeschmückt.[5] Das große Deckenfresko von Matthäus Günther in der Gnadenkapelle auf dem Berg stellt die Übergabe der Wallfahrtsstätte an das Kloster Rottenbuch dar. Die Augustiner führten auch erste meteorologische Beobachtungen durch. Seit 1781 bestehen praktisch ununterbrochene meteorologische Beobachtungsreihen, wodurch sie zur ältesten Bergwetterstation der Welt wurde. Nach der Säkularisation führten zunächst der Pfarrer und der Schullehrer die Messungen und Aufzeichnungen fort, und nach dem Zweiten Weltkrieg übernahm der Deutsche Wetterdienst die Wetterbeobachtungen. Die Mönche betrieben auch eine Schule auf dem Berg, die Volksschule wurde durch den Augustiner-Chorherrn Primus Koch (1752–1812) gegründet.[6] Im April 1802 begann der Unterricht.[6]

Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde. Zuvor gehörte das Ortsgebiet zu Peiting. Hohenpeißenberg gehörte zum Rentamt München und zum Landgericht Schongau des Kurfürstentums Bayern.

Der erste Bauabschnitt des alten, ehemaligen Schulgebäudes auf dem Berg wurde, nach der Zeit der Mönche von 1882 bis 1883 gebaut.[7]

Bergbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem bereits im 16. Jahrhundert Anwohner die lokalen Pechkohlenvorkommen entdeckten, gab es zunächst vereinzelt Bergbauaktivitäten in geringerem Umfang. Am 8. Mai 1837 begann der staatliche Bergbau mit dem Anschlag des Hauptstollens im Ortsteil Brandach. Es gibt bzw. gab im Ortsgebiet einige alte Stollen, im Hauptstollen gibt es inzwischen mehrmals im Jahr Führungen. Ab 1. Juli 1889 wurden die Unterbauschächte abgeteuft.[8] Um Kohle vom Unterbauschacht zum Tiefstollen in Peißenberg transportieren zu können, gab es von 1898 bis 1928 eine 3,6 km lange Seilbahn. Von 1937 bis 1939 wurde der Wetterschacht am Bahnhof in Hohenpeißenberg abgeteuft,[8] er war ab Mitte Oktober 1960 mit 1150 Meter Teufe tiefster Schacht Bayerns.[9][10] Es gab außerdem einen Wetterschacht im Klausen. Den Abbau in der Peißenberger Mulde stellte die BHS 1968 zunächst in Peiting und dann 1971 in Peißenberg ein. Die Schließung des Peißenberger Bergwerks bedeutete das Ende des Kohlenabbaus am Hohen Peißenberg.

Bis 1972 verlief durch das jetzige Ortsgebiet die Landkreisgrenze der ehemaligen Landkreise Schongau und Weilheim. Jetzt liegt der Ort im Zentrum des neuen Landkreises Weilheim-Schongau.

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Großteil der Bevölkerung ist katholisch; bei der letzten Volkszählung im Jahr 1987 waren 85,1 Prozent römisch-katholisch und 10,7 Prozent evangelisch.[11] Die ehemals eigenständige katholische Pfarrei wurde wegen des Priestermangels vor ein paar Jahren mit der Peitinger Pfarrei vereinigt. Inzwischen gibt es wieder einen Priester, der vor Ort wohnt.

Dialekt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Ort wird nicht überall gleichermaßen ein typisches Bairisch wie in weiten Teilen Ober- und Niederbayerns gesprochen, insbesondere auf der Nordseite des Berges ist noch eine leichte Einfärbung des lechrainer Dialekts bemerkbar, welcher bayrische und alemannische Sprachelemente verbindet und charakteristisch für das Gebiet des sogenannten Lechrains ist. Im westlich gelegenen, historisch zusammengehörenden Nachbarort Peiting wird der Einfluss des alemannischen Dialekts schon deutlicher. Historisch geht dies auf die Zeit nach dem Rückzug der Römer zurück, da durch diesen ein Übergangsgebiet zwischen Alemannen und Bajuwaren entstand.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Januar 1978 wurden Gebietsteile der aufgelösten Gemeinde Ammerhöfe eingegliedert.[12] Östliche Gemeindeteile waren zuvor Ammerhöfer Gebiet.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 3265 auf 3855 um 590 Einwohner bzw. um 18,1 %.

Jahr 1840 1871 1900 1925 1939 1950 1961 1970 1987 1991 1995 2000 2005 2010 2015
Einwohnerzahl[11] 374 646 1077 2103 2357 3575 3254 2986 3231 3617 3935 3984 3977 3813 3769

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erster Bürgermeister[13]
Amtszeit Bürgermeister Partei Sonstiges
1948–1960 Konrad Heiß SPD Konrad Heiß war erster gewählter Bürgermeister nach dem Zweiten Weltkrieg, in der damals noch voll vom Bergbau geprägten Ortschaft. Er war zwei Wahlperioden Bürgermeister in Hohenpeißenberg und trat aus Altersgründen nicht mehr an.
1960–1978 Ludwig Regau SPD
1978–2008 Karl Graf CSU
seit 2008 Thomas Dorsch Parteilos Thomas Dorsch (* 1971) war bereits seit 1989 in verschiedenen Verwaltungsbereichen in der Gemeindeverwaltung beruflich tätig. Seit 2004 war er Gemeindekämmerer und seit 2005 übernahm er zusätzliche Aufgaben des Geschäftsleiters. Er war auch schon seit vielen Jahren für die katholische Pfarrgemeinde ehrenamtlich tätig.[14]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderatswahl 2020
 %
50
40
30
20
10
0
49,57 %
17,26 %
22,32 %
10,84 %
Aufw.
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2014
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
−1,73 %p
−1,24 %p
+3,12 %p
−0,16 %p
Aufw.
Ergebnisse der Gemeinderatswahlen
Partei/Liste 2020[15] 2014[16][17] 2008[18] 2002[19]
% Sitze % Sitze % Sitze % Sitze
CSU 49,57 8 51,3 8 43,6 7 49,4 8
SPD 17,26 3 18,5 3 17,3 3 30,6 5
Freie Wähler 22,32 3 19,2 3 21,3 3 20,0 3
Aufwind e. V. 10,84 2 11 2 17,8 3
Gesamt 100 16 100 16 100 16 100 16
Wahlbeteiligung 64,47 % 60,9 % 75,5 % 72,2 %

Gemeindesteuern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 2011 2.585.000 €, davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen (netto) 688.000 €.[11]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

DEU Hohenpeißenberg COA.svg
Blasonierung: „In Blau eine bewurzelte Buche, belegt mit einem silbernen Hammer und einem silbernen Bergmannsschlägel an goldenen Griffen in schräger Kreuzung.“[20]

Wappengeschichte: Die bewurzelte Buche wurde aus dem Wappen des Augustinerchorherrenstifts Rottenbuch übernommen, mit dem der Ort und die Wallfahrt Hohenpeißenberg bis zur Säkularisation 1803 eng verbunden war. Das Kloster war der wichtigste Grundherr und hatte seit mindestens 1516 eine Kapelle, später ein Hospiz und seit 1772 eine berühmte Sternwarte auf dem Hohen Peißenberg. 1780 wurde die Sternwarte zum ersten meteorologischen Observatorium auf der Welt ausgebaut. Hammer und Schlägel sind die heraldischen Symbole für Bergbau und erinnern an den seit 1837 intensiver betriebenen staatlichen Kohlebergbau am Peißenberg. Die Grubenverwaltung befand sich bis 1876 in Hohenpeißenberg, danach in Peißenberg. Der Bergbau erlebte in den 1960er-Jahren seine größte Blüte, wurde aber 1971 wegen Unrentabilität eingestellt. In der Tingierung des Gemeindewappens werden die bayerischen Landesfarben Weiß (Silber) und Blau aufgenommen.[21] Dieses Wappen wird seit 1951 geführt.[22]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Primus-Koch-Volksschule Hohenpeißenberg (Grundschule), das neue Schulgebäude wird seit dem Schuljahr 1969/70 genutzt
  • Zwei Kindergärten:
    • Katholischer Kindergarten bei der Pfarrkirche, seit 1974
    • Gemeindlicher Kindergarten im Ortsteil Hetten, seit 1993
  • „Haus der Vereine“ im Hetten, seit 1990
  • Katholische öffentliche Bücherei im Pfarrhof

Freizeit- und Sportanlagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Turnhalle auf dem Schulgelände
  • Zwei Fußballplätze:
    • Fußballplatz mit Bolzplatz beim Vereinsheim des TSV Hohenpeißenberg
    • Fußballplatz bei der Rigi-Alm
  • Tennisplätze bei der Rigi-Alm
  • Badeweiher im Ortsteil Hetten, seit etwa 2014

Eishockey: Von 1954 bis 1978 gab es beim TSV Hohenpeißenberg[23] auch eine erfolgreiche Eishockeyabteilung, die am Spielbetrieb des BEV teilnahm. Die größten Erfolge waren die Bayerische Landesliga-Meisterschaft 1976 und der damit verbundene Aufstieg in die Bayernliga. In der Zeit davor spielte die Mannschaft des TSV bis 1968 einige Jahre in der viertklassigen BLL. Quelle: rodi-db.de[24]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Straßenverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch den südlichen Teil des Ortes verläuft die B 472, die von Irschenberg nach Marktoberdorf führt. Die Fernverkehrsstraße verlief in früheren Jahrhunderten im Wesentlichen auf der Trasse der heutigen Kreisstraße WM 13 auf der Nordseite des Hohen Peißenberges[25] und wurde hauptsächlich für den Salztransport gebraucht.[26] Diese ehemalige Salzstraße benützte auch König Ludwig II., wenn er vom damaligen Endpunkt der Bahn in Peißenberg von München nach Hohenschwangau zu den beiden Schlössern reiste.[26] Diese Salzstraße führte vom Berchtesgadener Land ins Allgäu. Die „Untere Salzstraße“ lief auch durch Huglfing, Peißenberg, Peiting und Schongau.[27] 1889 wurde die neue Staatsstraße, die gleichzeitig die jetzige Hauptstraße ist, auf der Südseite des Berges eröffnet.[26]

Von 2009 bis 2017 war eine 5,5 Kilometer lange Trasse der Umgehungsstraße am südlichen Ortsrand im Bau, die am 18. Dezember 2017 eröffnet wurde.[28] Diese ist das letzte Teilstück der gemeinsamen Neubaustrecke der B 17 und B 472 mit Umfahrungen von Schongau, Peiting, Hohenpeißenberg und Peißenberg.

Schienenverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ebenfalls auf der Südseite des Hohen Peißenbergs befindet sich ein kleiner Bahnhof an der Bahnstrecke Schongau–Peißenberg. Auf dieser Strecke verkehren im Stundentakt Dieseltriebwagen der Bayerischen Regiobahn. Ursprünglich war es der Wunsch der Gemeinde Hohenpeißenberg, den Bahnhof am Schächen zu bauen, was wegen der zu starken Steigung von Peißenberg aus nicht möglich gewesen wäre.[29] Deswegen wurde der Bahnhof an einer tiefergelegen, weiter südlichen Stelle gebaut.[29] Ab 1937 hatte der Wetterschacht am Bahnhof einen eigenen Gleisanschluss.[30] Außerdem gab es am Bahnhof bis in die 1950er Jahre eine Lagerhalle an einem Stumpfgleis. Das Ladegleis befand sich dort noch bis Ende der 1970er Jahre und bis in die 1990er Jahre war ein Kreuzungsgleis vorhanden, bis in diese Zeit trafen sich die beiden Züge aus Weilheim bzw. Schongau in Hohenpeißenberg.[30] Jetzt treffen die jeweiligen Zugpaare in Peißenberg aufeinander. Das eigentliche Bahnhofsgebäude besaß früher eine Laderampe mit Lagerraum.[30] Später veränderte sich das Aussehen des Gebäudes durch einen Umbau, wobei die Laderampe wegfiel. Heute ist an der Stelle ein überdachtes Unterstandshäuschen und ein Parkplatz.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wallfahrtskirche

Siehe auch: Liste der Baudenkmäler in Hohenpeißenberg und Liste der Bodendenkmäler in Hohenpeißenberg

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Schatzkammer vom Hohenpeißenberg, das höchstgelegene Museum (988 m) im Pfaffenwinkel.

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirchen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kapellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hettenkapelle
  • Kleine Kapelle im Buchschorn
  • Barbara-Kapelle im Hohenbrand

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jedes Jahr im Sommer findet eine Trachtenwallfahrt, der Bergstraße entlang hinauf zur Wallfahrtskirche statt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Anton Pröbstl (1872–1957), Bergmann, Bürgermeister und Abgeordneter im Landtag[34][35]
  • Michael Zieglmeier (1874–1959), Oberbergdirektor[35]
  • Bernhard Baur (1920–1995), Pfarrer der Gemeinde[35]

Weitere mit dem Ort verbundene Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Matthäus Günther (1705–1788), ein bedeutender Maler des Rokoko; er war in der Wallfahrtskirche Ministrant und malte die Fresken in der Gnadenkapelle
  • Primus Koch (1752–1812), Augustiner-Chorherr, Lehrer, erster Gemeindepfarrer
  • Albin Schwaiger (1758–1824), Augustiner-Chorherr, meteorologischer Observator und Forscher
  • Karl Wilhelm Diefenbach (1851–1913), Maler und Lebensreformer; hatte am 10. Februar 1882 auf dem Hohenpeissenberg unter dem Eindruck des Sonnenaufgangs eine Vision, die sein weiteres kompromissloses Leben als Bahnbrecher einer neuen, ökologisch ausgerichteten Kultur prägten.
  • Peter Graf (1874–1947), Politiker, Zweiter Bürgermeister der Gemeinde und Landtagsabgeordneter der BVP
  • Hermann Kätelhön (1884–1940), Maler; er schuf unter anderem seine „Hohenpeißenberger Zeichnungen“ und war ein bedeutender „Bergbaumaler“ der 1930er Jahre[36]
  • Hilger van Scherpenberg (1899–1969), Diplomat und Staatssekretär; er bewohnte ab 1937 den Hubertushof am Berg[37]
  • Das Opernsänger-Ehepaar, Ferdinand Frantz (1906–1959) und die Sopranistin Helena Braun[38][39] (* 20. März 1903 in Düsseldorf[40], † 2. September 1990 in Sonthofen[40]), hatte um etwa 1950 im Ortsteil Klausen gewohnt.[41]
  • Jakob Mois (1907–1998), Seelsorger und Historiker
  • Karl Manninger (1912–2002), Kirchenmaler; er malte 1987 das Deckengemälde in der Hetten-Kapelle[42]
  • Christine Stadler (1922–2001), Bildhauerin und Keramikerin; sie schuf die Innenausstattung der neuen Pfarrkirche, auch das große Mosaik[43]
  • Hubl Greiner (* 1955), Musiker
  • Maximilian Nagl (* 1987), Motocrossfahrer; stammt aus Hohenpeißenberg[44]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Max Biller und Arbeitskreis Ortsgeschichte: Hohenpeißenberger Heimat-Lexikon, Herausgeber: Gemeinde Hohenpeißenberg 1998
  • Max Biller und Ludwig Stippel: Bergbau und Bergbaumuseum am Hohen Peißenberg. Ein Führer durch die Geschichte des Bergbaus im Bereich des Bayerischen Rigi. 3. Auflage, 2006. Bezugsquelle: Verein „Bergbaumuseumsfreunde Peißenberg e. V.“
  • Felix Fischer (Pfarrer): Beschreibung der Pfarrei Hohenpeissenberg. Haas & Grabherr, Augsburg 1901
  • Franz Hohenleithner: Kleine Ortsgeschichte von Hohenpeissenberg. Hans Eiband, Hohenpeißenberg 1954
  • Cornelia Lüdecke: 225 Jahre meteorologische Bergstation Hohenpeißenberg. Naturwissenschaftliche Rundschau 59(11), S. 602–604 (2006), ISSN 0028-1050
  • Georg Scherzl: Haus- und Hofgeschichte Hohenpeißenberg, Herausgeber: Gemeinde Hohenpeißenberg 2006
  • Georg Scherzl: Haus- und Hofgeschichte Hohenpeißenberg. Band 2, Herausgeber: Gemeinde Hohenpeißenberg 2009
  • Peter Winkler: Geschichte der Meteorologie in Deutschland, Hohenpeißenberg 1781–2006 – das älteste Bergobservatorium der Welt. Selbstverlag des Deutschen Wetterdienstes, Offenbach am Main 2006, ISBN 3-88148-415-9
  • Peter Winkler: Frühgeschichte des Bergobservatoriums Hohenpeißenberg: neue Erkenntnisse und Präzisierungen, Deutscher Wetterdienst, Offenbach am Main 2015, ISBN 978-3-88148-481-7

Eine bibliografisches Verzeichnis von Werken über den Ort befindet sich im Hohenpeißenberger Heimatlexikon, unter dem Eintrag „Heimatschrifttum“ auf S. 253–256.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Hohenpeißenberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise und Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Tabellenblatt "Daten 2", Statistischer Bericht A1200C 202041 Einwohnerzahlen der Gemeinden, Kreise und Regierungsbezirke 1. Vierteljahr 2020 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. https://www.hohenpeissenberg.de/unsere-gemeinde/herzlich-willkommen/grusswort
  3. Gemeinde Hohenpeißenberg in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 4. September 2019.
  4. a b Jakob Mois, Hohenpeißenberg. Das Wallfahrtheiligtum auf dem Berg, in: Bögle, Albrecht/Obermaier, Lorenz, Jakob Mois. Kleine Schriften, Rottenbuch 2007, Seiten 329–337, hier Seite 330.
  5. a b Jakob Mois, Hohenpeißenberg. Das Wallfahrtheiligtum auf dem Berg, in: Bögle, Albrecht/Obermaier, Lorenz, Jakob Mois. Kleine Schriften, Rottenbuch 2007, Seiten 329–337, hier Seite 331.
  6. a b Hubert Assum, Leopold Mühlegger, Max Biller: Schulgeschichte. In: Max Biller: Hohenpeißenberger Heimat-Lexikon, Seite 468
  7. Hubert Assum, Leopold Mühlegger, Max Biller: Schulgeschichte. In: Max Biller: Hohenpeißenberger Heimat-Lexikon, Seite 471
  8. a b Max Biller, Ludwig Stippel: Bergbau und Bergbau-Museum am Hohen Peißenberg, 3. erweiterte Auflage von 2006, Seite 28
  9. Werksinformation für die Belegschaft des Kohlenbergwerks Peißenberg, Nummer 1, Januar 1961, Seite 6
  10. Max Biller, Ludwig Stippel: Bergbau und Bergbau-Museum am Hohen Peißenberg, 3. erweiterte Auflage von 2006, Seite 33
  11. a b c Kommunalstatistik von Hohenpeißenberg, abgerufen am 15. Januar 2013
  12. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 595.
  13. vgl. Hubert Assum, Max Biller: Bürgermeister. In: Max Biller: Hohenpeißenberger Heimat-Lexikon, Seite 164 bis 166
  14. Wahlprospekt des Bürgermeisterkandidaten Thomas Dorsch für die Kommunalwahl vom 2. März 2008
  15. Wahl des Gemeinderats - Kommunalwahlen 2020 in der Gemeinde Hohenpeißenberg - Gesamtergebnis. Abgerufen am 25. November 2020.
  16. Ergebnis der Kommunalwahl 2014, abgerufen am 18. März 2014.
  17. Weilheimer Tagblatt vom 18. März 2014, Lokalteil S. 8
  18. Kommunalwahl Hohenpeißenberg 2008: Gemeinderat (PDF; 58 kB), abgerufen am 15. Oktober 2010
  19. Ergebnis der Kommunalwahl 2002, abgerufen am 22. Oktober 2010
  20. Eintrag zum Wappen von Hohenpeißenberg in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
  21. Zitat Eintrag zum Wappen von Hohenpeißenberg in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
  22. Eintrag zum Wappen von Hohenpeißenberg in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte m.w.N.
  23. tsv-hohenpeissenberg.de Chronik TSV Hohenpeißenberg (Memento des Originals vom 20. Februar 2015 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.tsv-hohenpeissenberg.de
  24. ref rodi-db.de, Ligenzugehörigkeit TSV Hohenpeißenberg
  25. Blatt 780: Hohenpeißenberg. (JPG) In: Die Urpositionsblätter der Landvermessung in Bayern. Bayerische Landesbibliothek Online, 1859, abgerufen am 18. November 2017.
  26. a b c Max Biller: Straßenbau. In: Max Biller: Hohenpeißenberger Heimat-Lexikon, Seite 496 bis 497, mit Quellenverweis auf: Hubert Assum, Max Biller und Ernst Ursel
  27. Georg Paula, Stefanie Berg-Hobohm: Landkreis Weilheim-Schongau: Denkmäler in Bayern., Karl M Lipp Verlag München 2003, Band 1, Seite XVII, mit Quellenverweise auf: Riedl, Adrian von: Reiseatlas von Baiern, Bd. 1, München 1796–1805, Karte 39
  28. Bayerischer Rundfunk: Eröffnung der Umgehungsstraße (Memento vom 3. Februar 2018 im Internet Archive), abgerufen am 18. Dezember 2017
  29. a b Peter Rasch: Die Nebenbahnen zwischen Ammersee, Lech und Wertach. Mit Ammerseebahn, Pfaffenwinkelbahn & Co rund um den Bayerischen Rigi. EOS Verlag, St. Ottilien 2011, 384 Seiten, Farbabbildungen, ISBN 978-3-8306-7455-9, S. 159 f
  30. a b c Peter Rasch: Die Nebenbahnen zwischen Ammersee, Lech und Wertach. Mit Ammerseebahn, Pfaffenwinkelbahn & Co rund um den Bayerischen Rigi. EOS Verlag, St. Ottilien 2011, ISBN 978-3-8306-7455-9, S. 181–184
  31. Georg Jocher, Jakob Mois, Max Biller: Die Wallfahrtskirche „Mariä Himmelfahrt“. In: Max Biller: Hohenpeißenberger Heimat-Lexikon, Seite 353 bis 361
  32. Pfarrer Bernhard Bauer, Hubert Assum, Georg Suttner: Die Pfarrkirche „Auferstehung unseren Herrn Jesus Christus“. In: Max Biller: Hohenpeißenberger Heimat-Lexikon, Seite 362 bis 367
  33. Pfarrer Gerhard Schaller, Max Biller: Die Evangelisch-Lutherische Gustav-Adolf-Kirche. In: Max Biller: Hohenpeißenberger Heimat-Lexikon, Seite 368 bis 372
  34. Biografie des Abgeordneten im Haus der bayerischen Geschichte, abgerufen am 19. April 2018
  35. a b c Max Biller: Ehrenbürger. In: Max Biller: Hohenpeißenberger Heimat-Lexikon, S. 178 f.
  36. Max Biller: Hohenpeißenberger Heimat-Lexikon, Seite 417
  37. Georg Scherzl: Haus- und Hofgeschichte Hohenpeißenberg, Herausgeber: Gemeinde Hohenpeißenberg 2006, Seite 57 f
  38. Helena Braun bei Operissimo auf der Basis des Großen SängerlexikonsVorlage:Operissimo/Wartung/Verwendung von Parameter 2
  39. Braun, Helena. In: K. J. Kutsch, L. Riemens: Großes Sängerlexikon, Band 1, K. G. Saur, München 2003, ISBN 3-598-11598-9, S. 573
  40. a b The Moralt Ring (englisch), abgerufen am 6. September 2009, Websitebetreiberin: Andrea Suhm-Binder
  41. Max Biller: Hohenpeißenberger Heimat-Lexikon, Seite 427, mit Quellenverweis auf: Münchner Merkur, 11. September 1989, Michael Müller
  42. Max Biller: Hohenpeißenberger Heimat-Lexikon, Seite 418
  43. Max Biller: Hohenpeißenberger Heimat-Lexikon, Seite 417 f
  44. Weilheimer Tagblatt, 6. Juli 2011, Seite 1 und Seite 12 Lokalteil